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Die Welt · 1897-09-03 · 14 (3.9.1897) · p. 16

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Journal
Die Welt
Volume
1 (1897)
Issue
14 (3.9.1897)
Article
Organisationsbericht
Date
1897-09-03
Page
16 (sequence 2)
Language
German
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Seite 1«. Sir. 14. Der Präsident empfiehlt Kürze der Debatte, weil die Augenblicke des Congresses schon gezählt sind. Dr. S ch n i r e r empfiehlt rasche Entscheidung über Ausfall der restlichen Referate. Dr. B o d e n h e i ni e r : Annahme des Vorschlages Steiner en bloc. Jork-Steiner bringt zu alinea b) folgende Aenderung in Vorschlag: Jede zionistische Ortsgruppe wählt einen Delegirten zum Congreß. Uebersteigt ihre Mitgliederzahl 100, so wählt sie für jedes weitere 100 einen weiteren Delegirten. (Einstimmig angenommen.) Ein zweiter Zusatzantrag wird über Intervention des Präsidenten von der Commission zurückgezogen. Zum Antrag Iork-Steiner stellt Dr. E h r e np reis den Zusatz-Antrag: „Jeder zionistische Verein oder wo ein solcher nicht besteht, jede Ortsgruppe wählt . . . Die Ortsgruppe kann einen Delegirten auch außerhalb der Ortsgruppe bestellen." (Zurückgestellt.) Alinea b) des § 2 wird in der von Iork -.Steine r vorgeschlagenen Aenderung angenommen. Es wird zur Verhandlung des § 3 geschritten. (Ohne Debatte angenommen.) Es folgt § 4. Dr. Bromberg beantragt die Wahl von 25 Mitgliedern in das Actionscomite, darunter 5, die in Wien domiciliren. Nach einem Compromiß der Commission mit Dr. Bromberg wird beantragt: Das Actionscomite besteht aus 21 'Mitgliedern. Fünf, die in Wien wohnen müssen, werden vom Congreß direct gewühlt; die anderen werden durch die Landsmannschaften bestellt. Aus Antrag Dr. Färb st e i n's wird in Erinnerung an die Zahl der 23 Mitglieder des Synhedrions die Zahl der Mitglieder des Actionscomitvs auf 23 erhöht. S ch a l i t beantragt: Deni Actionscomitü gehört der vom Congreß gewählte Generalsecretär stimmberechtigt an. Hierüber entspinnt sich eine Debatte. Dieser Antrag soll das demokratische Princip im Zionismus zur Geltung bringen. (Großer Beifall.) Dr. Bromberg beantragt, den Antrag S ch a l i t's zu vertagen. (Angenommen.) § 4 wird hierauf in der Form des Commissionsvorschlages angenomnien. In der Debatte über § 5 beantragt Dr. Landau den Vertrauensmann für die Functionsdauer zu wählen. (Abgelehnt.) ß 6 wird einstinunig angenommen. Zu tz 7 beantragt Dr. Schnirer: Das Secretariat besteht aus mehreren bezahlten Secretären, an deren Spitze ein unbesoldeter Schriftführer steht. Dr. B r o in b e r g beantragt, daß der General- Secretär aus der Mitte des Actionscomit^s vom Congreß gewühlt werde. (Abgelehnt.) tz 7, § 8, tz 9 nach kurzer Debatte angenommen. Lchlils; halb 1 Uhr. VI. Sitzung. 3 Uhr Nachmittags. Bsiederaufnahmc der Verhandlungen. Jork-Steiner beantragt folgende Liste für die fünf zu wählenden Mitglieder des Actions-Comites: Dr. Theodor H e r z l, Dr. S ch n i r e r, Dr. K o k e s ch, Dr. B i r n b a u m, Josef M a y e r. W o l f s o h n gibt im Namen der deutschen Zionisten die Erklärung ab, daß diese Liste von den deutschen Zionisten acceptirt ist. Dr. K a m i n k a beantragt die Wahl des Bauraths S t i n ß n p aus Wien. Dr. Malz ist dagegen. Die Wahl durch Acclamation wird beschlossen. Blumenfeld beantragt Abstimmung über jeden einzelnen Namen per acclamationem. (Abgelehnt.) Die von Jork-Steiner vorgeschlagene Liste wird per aeclamaticmem angenommen Dr. B i r n b a u m erklärt, die Wahl abzulehnen. Schiller gibt an, gehört zu haben, daß auf Doctor Birnbaum ein Druck ausgeübt wurde, sein Mandat abzulehnen. Der Vorsitzende erklärt, nichts davon zu wissen, wenigstens nichts dazu gethan zu haben. Herr Schiller gibt sich mit dieser Erklärung, die mit stürmischen Beifall ausgenommen wurde, zufrieden. Während der Worte des folgenden Redners, Doctor Malz, ereignen sich etwas turbulente Scenen. Er sagt: B i r n b a u m war der erste Zionist, ohne ihn wäre der Zionismus in Oesterreich unmöglich. (Beifall und Widerspruch.) Wir müssen ihm deswegen dankbar sein. Den Verzicht B i r n b a u ni's dürfen wir nicht zur Kenntniß nehmen. (Lebhafter Beifall.) Als Redner weiter sprechen will, ertönen laute Schlußrufe, die seine Worte übertönen. Dr. H e r z l: Sie werden begreifen, daß ich gerade in dieser Angelegenheit das Präsidium nicht so strenge führen kann, als nothwendig. Dr. Malz hat das Wort. Dr. Malz vermag aber nicht weiter zu sprechen und muß darauf verzichten. Dr. Löwe gibt im Namen seines Freundes Doctor B i r n b a u m die Erklärung ab, daß dieser ganz freiwillig, durch rein private Gründe veranlaßt, auf das Mandat verzichtet habe. Für das durch den Verzicht freigewordene Mandat werden die Herren Dr. Mintz, Dr. Landau und Architekt M a r m o r e k candidirt. Die Wahl wird mit Stinimzetteln vorgenommen. Nach dem Vorschläge der betreffenden Landsmannschaften werden für Oesterreich, Galizien und Bukowina ausgenommen, Herr Primarius Dr.Kornfeld in Brünn; für Galizien die Herren Dr. A. Salz in Tarnow und Dr. A. K o r k i s in Lemberg; für die Bukowina Herr Dr. Maier Ebner in Czernowitz; für Rußland die Herren Rabbiner Mohilewer in Bialystok, Professor M a n d e l st a m m in Kiew, K o h n - B e r n st e in und Dr. I a s s i n o w s k i; für Rumänien die Herren Doctor Lippe und P i n e l e s; für Bulgarien und Serbien Herr Prof. B i e l k o w s k i; für alle übrigen orientalischen Juden in Afrika und Asien Herr B a h a r aus Paris; für Frankreich Herr Bernard Lazare; für Deutschland die Herren Dr. R ü l f in Memel und Dr. Bodenh e i m e r in Köln gewählt. Für Palästina, Nordamerika und England bleiben die Stellen den zu dem betreffenden Zwecke veranstalteten Volksversammlungen Vorbehalten. Dr. Boden hei m er eröffnet nun die Debatte über den dritten Punkt lit. b: Nationalfonds. „Bei der Wichtigkeit dieser Frage können wohl jetzt bindende Beschlüsse nicht mehr gefaßt werden. Die Finanzcommission war der Meinung, daß oas gewählte Actions-Cömite alle diesbezüglichen Anregungen und Wünsche prüfe und dem nächsten Congreß concrete Vorschläge mache." Er schlägt eine dementsprechende Refolution vor. Herr D a v i d s o h n beantragt eine Resolution, die in einer öffentlichen Subscription zur Schaffung eines Nationalfonds von 10 Millionen Pfund Sterling gipfelt. Die technische Ausführung bleibt dem Actions-Comit« Vorbehalten. Es wird hierauf das Resultat der ausstehenden Wahl verkündet. Dr. M i n tz erhielt 52 Stimmen, Dr. Landau 55 Die übrigen Stimmen sind zersplittert. Da keiner die absolute Majorität erlangt hat, wird eine engere Wahl vorgeuommen. ' Prof. S ch a p i r a (lebhaft begrüßt): „Ich kann nicht umhin, unabhängig von allen sonstigen Plänen, auf meinen Ihnen im Druck vorliegenden Vorschlag einzugehen. Die

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