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Die Welt · 1908-11-27 · 47 (27.11.1908) · page 21

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
47 (27.11.1908)
Date
1908-11-27
Page
– (sequence 21)
Language
German
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N a. 47 WC^BBLT ^< JuepiscHCR riATionAL-Fon dsJ . Der „Jüdische Nation«1 fonds ist dazu bestimmt, palastmensisclien Boden als Gesamteigentum des jüdischen Volk nnd auf ewige Zeiten zu erhalten. Vom- V. Ziomsterikongrcß vm Jahre 1901 gestiftet, besitzt er gegenwärtig von annäliernd 1I\S Millionen Mark. i enterben Vermögen MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Wie kann ich etwas für meine armen Brüder tun?*) Welches Werk stände uns Juden wohl näher, als unsern armen wege'n ihres Glaubens und ihrer Abstammung verfolgten Brüdern eine Heimat zu ruhigem Leben in Arbeit zu bereiten? Der Jüdische Nationalfonds (J.;N. F.) ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als dauerndes Eigentum der jüdischen Gesamtheit für ewige Zeiten zu erwerben. Dem Juden, der in Palästina eine Zufluchtsstätte sucht, soll das Land in Erbpacht gegeben werden. Des Jüdischen Nationalfonds leitender Gedanke ist: Nicht Almosen, sondern Erziehung zur Arbeit und Schaffung von Erwerbsmöglichkeiten. Der.Judische Nationalfonds birgt in sich die Gewähr, daß das, was Juden zugedacht ist,;auch Juden zukommt, solange es Juden auf Erden gibt Der Jüdische Nationalfonds, im Jahre 1901 begründet, besitzt zurzeit bereits ein Vermögen von ca. IV* Millionen. , Jeder Jude soll bei allen Gelegenheiten des Jüdischen Nationalfonds gedenken! Bewegt dein Herz eine freudige Nachricht, Ist dir ein unverdientes Glück zuteil geworden, . Bist du aus drohender Gefahr errettet, Bist du einem bösen Geschick entgangen, . . Hat dich ein Zufall .vor Mißgeschickbehütet,-:'- So gedenkedes J. N. F. Ist dir unerwartet ein Gewinn zugekommen, Hast du unverhofft Ersparnisse gemacht, Ist dir ein guter Geschäftsabschluß gelungen, Willst du für eine Freundlichkeit danken, Willst du für eine Gefälligkeit dich erkenntlich erweisen. Für den Rat deines Anwalts, deines Arztes, . Und-kannst es ihnen nicht bezahlen, . . So gedenke des J. N. F. Au die Wand seines Zimmers hänge man die schöne.blaue Büchse des J. N. F., daß sie ständig einen jeden niahne und ansporne, seines Volkes zu gedenken. In diese. - Sammelbüchse .tue man all' die Spenden, die der Augenblick zugeben befiehlt. ' *) Unser -verehrter ' G esinnungsgenossc, Herr Hugo Schachtel in Breslau, hatte die Freundlichkeit, diese vortreffliche Anleitung für die Sammeltätigkeit zugunsten des Jüdischen Katipnalfonds auszuarbeiten. Wir werdei» dieselbe demnächst als Flugblatt in verschiedenen Sprachen herausgeben und möchten durch '.die gegenwärtige Publikation die. Aufmerksamkeit der Gesinnungsgenossen schon -jetzt auf die zur Agitation auch' in nichtzionistischen Kreisen vorzüglich, geeignete -Flugschrift lenken. Man komme aber dem Befehle gleich nach, sonst wird er vergessen. Hier hinein tue auch die Hausfrau das „Challohgeld", das alte Sitte und frommer Brauch sie am Rüsttage des Sabbats und der Feiertage geben heißt. . Die Kleinen erziehe man zu opferwilligen, gutherzigen Menschen und ihres Volkes nie vergessenden Juden, indem man sie die Bedeutung dieser Büchse lehre und sie anrege, einen Teil ihrer Geldgeschenke, in Kupfergeld u. a., hier h!nein2utun. Will jemand einem etwas entlohnen, für eine Gefälligkeit, einen Rat danken, dieser aber will oder kann eine Entlohnung nicht annehmen, so denke man an sein armes Volk, reiche die Büchse hin, sie möge <iie Gabe aufnehmen. So sollten alle die üblichen Geschenke ersetzt werden,die zuweilen nicht einmal dem Empfänger eine Freude bereiten, manchmal ihm sogar eine Last sind. Will man jemand bei freudigen oder traurigen Anlässen seine Anteilnahme bezeugen, so kann es durch ein N. F.-Telegramm geschehen: ein von Künstlerhand entworfenes, äußerst gefälliges und 'ansprechendes Blatt, das als Brief verschickt wird und vor allem die üblichen Gelegenheitsdepeschen ersetzen soll. Der Preis entspricht dem eines einfachen Telegramms und ist dem Formular eingeprägt. Es finde also besonders Verwendung, um jemand Glück zu wünschen, jemand zu begrüßen, einem sein Beileid auszudrücken u. drgl. Bei einer Hochzeit, einem Geburtstag, einer Barmizwah muß man es schon am Tage vorher absenden, damit es rechtzeitig anlangt Bei andern Anlässen, die überraschend kommen, wird der Empfänger es zu würdigen wissen, weshalb ihn die Teilnahmebezeugung erst einen Tag später erreicht, — ,ein gutes Herz hat es veranlaßt. So kann man den J. N.-F. unterstützen, ohne daß man selbst eine Mehrausgabe hätte; es werden unnütze Portokoslen erspart und einem höhern Zweck zugeführt. Will man mehr ausgeben, so hat der J. N.-F. ein gutes Auskunftsmittel: den Mehrbetrag kann man auf das Formular aufkleben in N. F.-Marken. Wohlfahrtsmarken für jüdische Zwecke, künstlerisch ausgeführt, zu verschiedenen Preisen, haben sie neben dieser Bestimmung vor allem die, für den J. N. F. Propaganda zu mächen. Sie werden verwandt als Briefverschluß, als Quittung für kleine Beträge, die man für den N. F. empfängt als Steuer für den N. F.- auf Hochzeitseinladungen, Neujahrs- . i glückwünschen. Eintrittskarten fürgeselligeVeranstaltungen, Mitgliedskarten von Vereinen u. drgl.

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