Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 46 (20.11.1908)
- Date
- 1908-11-20
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bei der Jüdischen Kolonialbank in London sind eingegangen: Für die Nationalbibliothek, Jerusalem: Per Z. Weicman, Warschau, vom Verlag „Libanon" . . Rbl. 84.50 Für die misrachistische Mittelschule in Palästina: Durch Herrn Max Wollsteiner, Berlin -M 45.55, durch Herrn Max Wollsteiner, Berlin 4.—............// 49.55 Für die russisch-judischen Waisenkinder in Palästina ( Nach Vorschlag d. Herrn Hugo Schachtel, Breslau): Durch Herrn Max Wollsteiner, Berlin J( 3.—, durch Herrn Max Wollsteiner, Berlin 20.—...........„ 23 — Berichtigung- In der in der vorigen Woche veröffentlichten Schekelstatistik ist bei der Schweiz versehentlich kein Eingang verzeichnet. Aus der Schweiz sind aber bisher Mk. 466.55 an Schekel für das Jahr 5668 eingegangen. Briefkasten Vielen Einsendern: Versammlungsberichte, die nur das Ergebnis der Vorstandswahlen enthalten, können wir nicht veröffentlichen. Dagegen bitten wir alle Vereine um regelmäßige und pünktliche Berichterstattung über alle Vereinsveranstaltungen. Zur gefälligen Beachtung Anläßlich des Chanukah-Festes gibt das Hauptbureau des J. N. F. in Köln ein Flugblatt in hebräischer, deutscher, englischer und franzosischer Sprache heraus, das in den nächsten Tagen erscheint. Wir bitten, die Nationalfondskommissäre und Vertrauensmänner ihre Bestellungen rechtzeitig ihrer Landessammelstelle aufzugeben. Zu Nietzsches Stellung zum Judentum bringen die Briefe an seine Schwester außerordentlich viel Interessantes und Neues, die im Novemberheft der „Neuen Rundschau" (S. Fischer, Berlini, zum erstenmale veröffentlicht werden. Aus diesem hochinteressanten Material geht klar und unwiderleglich die heftige, fast körperliche Abneigung hervor, die Nietzche gegen alles Antisemitische und alle Antisemiten hegte, die ihn so gern zu einem der Ihrigen stempeln möchten. Aus dem weitern Inhalte des reichen Heftes heben wir hervor: E. v. Keyserlings neuen Roman „Bunte Herzen", Schleichs Essay über die Bedeutung des Rythmus, Bies halb humoristischen, halb ernsten Aufsatz über die mechanischen Musikinstrumente. Karl Jentsch plaudert über den alten und neuen Orient. Robert Jacques beschreibt mit kräftiger Empfindung und origineller Anschauung eine Reise durch Jütland. Paul Ernst beendet seinen Roman „Die selige Insel", und Vernon Lee, die feine englische Dichterin, veröffentlicht fünf romantische Szenen aus der Renaissance unter dem Titel „Ariadne in Mantua". Die Chronik von Junius und allerlei kleine aktuelle Essays schließen das Heft. Nord und Süd (Heft 10, Oktober). Preis M.2.—. Inhalt: Bernhard Shaw, Der Arzt am Scheidewege I (Komödie in 5 Akten). — Ellen Key, Friedensbewegung und Kultur. —r Wilhelm Altmann, 2 Briefe Jean Pauls und Ludwig Börnes an Gottfried Weber. — Felix Hollaender, Die reines Herzens sind (Roman, Fortsetzung). — Ricarda Huch, Merkwürdige-Menschen und Schicksale (Schluß). — Helene Hegeler, Nacht in Venedig (Gedicht). — Timm Kröger, Und erlöse uns . . .! — Max Dessoir, Die Grenzen spiritistischer Beobachtungen. — Hugo Eckener, Graf Zeppelin. — Ernst Schur, Honore Daumier 18Ö8—1879- —Hans Rosenhagen, Walter Leistikowf — Fr. von Oppeln-Bronikowski, Mallarmes Ästhetik. — Richard Gädke, Aphorismen über den „Lenkbaren". — A. Haibert, Wie der Kunst zu helfen wäre. — Pissaro, Rosetti. — Literarische Berichte. Kunstbeigaben: Ernst Pickardt, Graf Zeppelin. — Zwei Vierfarbendrucke nach Gemälden von Rosetti. — Walter Daumiers, Ratapoil (Vorder- und Rückansicht). — Theodore Rousseau. — Wasserträger. Musikbeilagen: Leo Blech, Versiegelt. — Text von Paul Bekker. Die Auswahl des reichen Inhalts ist wiederum auf das sorgfältigste getroffen und wird selbst den verwöhntesten Ansprüchen Genüge tun. Auf gleicher Höhe stehen die trefflichen / Illustrationsbeigaben dieses Heftes der im Verlage „Nord und Süd" erscheinenden Monatsschrift. Die einfachsten Gedanken sind bekanntlich immer die schwersten. Wie selbstverständlich erscheint uns heute der Druck eines Buches, in dem sich ein beweglicher Buchstabe an den andern reiht, tind doch hat es bis ins 15. Jahrhundert gedauert, daß ein genialer Kopf auf diese epochemachende Erfindung kam, die uns von dem umständlichen Handwerk der Schönschreiber und dem Gebrauch mühsam geschnitzter Tafeln für die einzelnen Seiten erlöste. Wie selbstverständlich erscheint uns heute auch der Begriff eines Kon v e rsat i on *- Lexikons, das durch seine alphabetische Reihenfolge den unermeßlichen Stoff menschlichen Wissens jedem, der lesen kann, erreichbar macht. Und dennoch dauerte es bis in das 18. Jahrhundert, dal» diese Form alphabetischer Nachschlagebücher durchdrang, und noch weit länger dauerte es, bis der Begriff eines solchen L'nivcrsalwerkes, eines Konversations-Lexikons oder, um es kürzer zu bezeichnen, eines „Brockhaus" sich herausgebildet hatte. Der Gründer des Verlags F. A. Brockhaus in Leipzig ist nicht der Erfinder des Konversations-Lexikons gewesen, wohl aber derjenige, durch dessen Initiative der eigentliche Begriff eines Konversations-Lexikons erst emporwuchs,,und unter dessen Namen das Werk eine Popularität gewann; die ohne weiteres den Begriff eines Konvcrsations-Lcxikons mit dem eines „Brockhaus"1 identifizierte, nx Jahre ist der erstere jetzt alt: seit etwa 90 Jahren sagt man: das Kon v efsat i o n s- Lexikon oder .der Brockhaus". Was unter dem ersten Titel von 1706—itv,a in sechs kleinen Oktavbändchen erschien, diese erste dürftige Gestalt eines zukünftigen Kulturwerkes, war nur eine schülerhafte Verwirklichung eines guten Gedanken, der auch sehr bald schon an seiner ungeschickten Ausführung völlig zugrunde zu gehen drohte. Seit jener Zeit ist ein Konversations-Lexikon die stillschweigende Voraussetzung universeller Bildung geworden, ein selbstverständlicher Hausschatz, ein notwendiges Verständigungsinitiel aller Zeitgenossen. Der Unterricht der Schule allein kann unmöglich mehr ail dem nachkommen, was der Tag und die Stunde dem Mitlebenden zumuten. Der ungeheure Aufschwung des Zeitungswesens hat es dahin gebracht, dalS uns Tag für Tag ein umfassendes, stets wechselndes Weltbild vorgezaubert wird, in dem sich zurechtfinden miü>, wer auf den Namen eines Gebildeten Anspruch erhebt. Diesen immer stärkern Ansprüchen unserer modernen Kultur, denen sich niemand entziehen kann, hat der „Brockhaus" Rücksicht getragen entsprechend dem Ideale, das vor 100 Jahren dem Herausgeber-Verleger vorschwebte: gleichen Schritt zu halten mit der Zeit und es jedem seiner Benutzer zu ermöglichen, die Waffen zu führen, denen noch immer der Sieg verblieben ist: Wissen und Wahrheit! Er ist nicht allein geblieben in dieser groüen Aufgabe; andere sind ihm gefolgt mit ähnlichen Zielen, und ein fröhlicher Wctlkampf findet statt zugunsten des Publikums und im Dienste der geineinsamen nationalen Sache. Gerade jetzt ist der „Brockhaus" das neueste und vollständigste Werk seiner Art,bisaufdieGegenwartfortgeführt, revidiert und ergänzt in seiner ,Ausgabe 190S- (17 Bände), mit Karten und Plänen, mit Tausenden von bunten und schwarzen Abbildungen geziert in einer Reicnhaltigkeit und Fülle, die den Preis von 12 Mk. pro Band überaus gering erscheinen läßt. E2i£] Vereinfachtes Addieren. E2sD Unter dem kennzeichnenden Namen ..Adi.V wird von einer speziell hierzu gegründeten Firma in Mannheim F., der Adi.v. Company, eine m.ue Additionsmaschine fabriziert und in den Handel gebracht, die es wohl verdient, beachtet zu werden. Bekanntlich ist das Addieren eine der anstre gendsten und ermüdendsten Tätigkeiten des kaufmännischen und technischen Berufes, und während man tfir alle anderen Rechnungsarten Hilfsmittel zur Ha d hat. welche diese erleichtern, war in bezug auf die Addition nur wenig Praktisches vorha den. Besonders krankten die bisher bekannten Apparate daran, daß ihr Preis verhältnismäßig sehr ho h war, _____ so daß nur sehr wenige /^■■^■■M^HHI^SMH^I^^HHIBk g™L>e Geschälte MtwH^EKf^^^&^!ä$lsSS!Sm^^Ss59 Lage waren, sich die Ynr- ^w2S35HE53^MRB5ifi9MHB^^^H9^ teile dieser Maschinen zu- JMMBHBMHiMy gänglich zu mact eti. An- ^rgSBBSS^fSff^SmSwSlSXKBy ' dere biIliKe Maschinen ^KHHHHHMwtfisSvSEEitiHlH^^^^H^ waren zu umständlu h oder zu unzuverlässig: nach beiden Richtungen hin bedeutet die ~Adix" einen wesentlichen Fortschritt. bildung zu ersehe-, ist die ganze, zierliche Maschine in einem eleganten Etui untergebrac* t. das \ man bequem indieTasche 1 stecken kann. Durch eine Klaviatur wird das Zählwerk in Bewegung gesetzt, und zeigt jederzeit die addierte Summe an. An Stelle der anstrengenden Kopfarbeit hat man nur die betreffenden Tasten der Maschine anzuschlagen. Die „Adix" ist also eine Tastenmaschine und nicht mit dem Schieber- und Scheibensystem zu vergleichen. Die Nullstellung erfolgt bei dem neuesten Modell dur h einfachen Hebeldruck. Der Preis dieser Maschine ist Mk. 30.— bei einjähriger . Garantie. Prospekte und Urteile werden unter Bezugnahme auf unsere Zeitschrift von obiger Firma gerne kostenlos übersandt. Pauline Ruff * Heinrich Lorie r^^^^^^^^^j VERLOBTE Antwerpen, Iongue nie d'Herenthals 96. Wegen des preußischen Bußtages erscheint diese Nummer einen Tag später. -