Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 40 (9.10.1908)
- Date
- 1908-10-09
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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: DIE^ELT; MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Die französische Obersetzung unseres Flugblattes Nr. i („Etwas zum Nachdenken") ist soeben erschienen. Wir bitten die Sammelstellen und einzelnen Gesinnungsgenossen in den Ländern französischer Zunge, uns ihren Bedarf an Flugblättern gefl. recht bald aufgeben zu wollen. Unter der Uberschrift „Gewissens-Office" berichten deutsche Blätter: „Es gibt in England eine äußerst segensreiche Einrichtung unter dem Namen „Gewissens-Office". Dorthin trägt ieder, den sein Gewissen dazu auffordert, die Summen, welche er zur Sühnung eines Vergehens oder zur Wiederherstellung seines inneren Gleichgewichts, zum Dank für unverdientes Glück uswspendet. In diesem Office wird nicht gefragt, wer die Summen spendet, noch aus welchen Motiven; ein jeder Zahler wird als Wohltäter angesehen, und sie sind es in der Tat gegen sich und andere. Dieses Office liefert jährlich viele Millionen zu wohltätigen Zwecken....." Ein geschätzter Gesinnungsgenosse, der uns diese Zeitungs- - notiz übermittelt, knüpft daran die Anregung, die Idee, die diesem „Sühnamt" zugrunde liegt, möchte auch in jüdischen Kreisen propagiert werden, und zwar in dem Sinne, daß jeder, den sein Gewissen dazu antreibt, ein begangenes Unrecht gutzumachen, dem Nationalfonds eine entsprechende Summe widme, die dann anonym unter einer besonderen Bezeichnung, etwa in einer Rubrik „Sühnegelder", auszuweisen wäre. Vorbemerkung zur statistischen Tabelle der im III. Tierteljahr 1908 ausgewiesenen Nationalfondsspenden Die Gesamtsumme der im III. Quartal 1908 ausgewiesenen Nationalfondsspenden ergibt einen monatlichenDurchschnittsbetragvon^21 372.71 (iml. Quartal: ^21395.08, im II. Quartal: J(, 17 929.58). Somit bleibt der Schiuß wohl berechtigt, daß der durchschnittliche Monatseingangin diesem Jahre auf ungefähr Ji 20 000 anzusetzen ist. Obschon das Endergebnis der vorliegenden Statistik um ca. 10 000 J& höher ist als der im II. Quartal erzielte Ausweis, sind die Erträge der meisten Sammelmittel zurückgegangen. Höher sind nur die Eingänge aus den Sammelbogen, Nationalfondsmarken und Telegrammblanketten. Doch berechtigen uns die Sammlungen der jüngsten Wochen zu der Annahme, daß es sich bloß um einen zufälligen, temporären Rückgang handelt und daß insbesondere die Erträgnisse der Sammelbüchsen ständig zunehmen werden. Die Reihenfolge der Länder, geordnet nach der tatsächlichen Höhe ihres Ausweises, ist die folgende: 1. Rußland. . . :.........Jt 14 740.76 2. Österreich............ „ 10 928.89 3. Nordamerika .......... „ 8 207.82 4. Deutschland........... „8 137.05 5. Südafrika............ „ 7 237-.50 6. Rumänien............ „ 4 750.09 7. England............ „2170.37 8. Ungarn............. „ 1 603.86 9. Bulgarien............ „ 1 231.58 10. Australien............. „1 124.04 11. Argentinien........... „ 1 099.31 12. Kanada..............„ 795.31 13. Belgien............. „ 519.34 14. Kroatien, Slawonien und Bosnien . . „ 480.14 15. Frankreich............ „ 231.18 16. Palästina............ „ 194.81 17. Italien............. „ 160.26 18. Deutsch-Südwestafrika...... „ 104.— 19. Türkei............. „ 58.20 20. Niederlande............ 42.50 21. Skandinavien.......... „ 33.75 22. Schweiz............ „ 6.— Ein ganz anderes Bild gewinnen wir, wenn wir die einzelnen Länder nicht nach der Höhe ihres absoluten Spendeneinganges gruppieren, sondern die relative Höhe der Leistungen in den einzelnen Ländern in Betracht ziehen, d. h. die Spendensumme eines jeden Landes mit der Kopfzahl seiner jüdischen Bevölkerung vergleichen. Hiernach ist die Reihenfolge der am Spendenausweis beteiligten Gebiete die folgende: Land ■ Anzahl der Leistung in Pfennigen Juden pro Kopf U.Vierteljahr 1. Südafrika..... 49 120 ..... 14.73 2. Australien..... 16 800 ..... 6.69 3. Argentinien..... 22 500 ..... 4.89 4. Bulgarien ..... 31 064 . . . . . 3.96 5. Belgien . . . . . .15 000. . ... . 3.46 6. Kanada...... 30 000 ..... 2.65 7. Rumänien . . . . 269 015 ..... 1.76 8. Kroat.,Slaw. u. Bosn. 28 213*..... 1.70 9. Deutschland . . . .586 833 ..... 1.39 10. England...... 238 275 .....—.91 11. Österreich . . . . 1224 899 .....—.89 12. Nordamerika . . .1418 813. . . . .—.57 13. Italien....... 35 617 .....—.45 14. Skandinavien .... 8030 .....—.42 15. Rußland..... 5 110 548 .....—.27 16. Palästina..... 79 234 .....—.24 17. Frankreich . ... 100000 .....—.23 18. Ungarn..... 851 378 .....—.18 19- Schweiz...... 12 551 .....—.05 20. Niederlande ... 103 988 .....—.04 21. Türkei..... 188 896 .....—.03 22. Egypten...... 25 200...... . —.01 Allerdings darf nicht außeracht gelassen werden, daß auf Grund .eines vierteljährlichen Ausweises gerade