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Die Welt · 1908-09-18 · 37 (18.9.1908) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
37 (18.9.1908)
Date
1908-09-18
Page
– (sequence 19)
Language
German
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2 Jahren aufgebraucht sind und wir alsdann an eine neue Emission schreiten können. Nach Schaffung der neuen Marke soll der Preis der alten Marke in der ganzen Welt auf 1 Kopeke, bzw. 2 Heller usw. reduziert werden, zu welchem Preise die Marke bereits jetzt in Österreich und Rußland verkauft wird. Die neue Marke dagegen soll überall den Preis von 5 Pfg., 5 Centimes, 5 Heller usw. erhalten, zu dem bisher die Nationalfondsmarken -in den andern Ländern, außer Rußland .und Österreich, verkauft worden sind. 4. In Rußland existiert noch von früher her ein eigenartiges Sammelmittel, welches in andern Ländern noch nicht bekannt ist Dies sind die Quittungsblocks, welche uns außerordentlich praktisch und handlich zu sein scheinen. Wir haben uns von Moskau bzw. Wilna über diese Quittungsblocks alles Wissenswerte mitteilen lassen und beabsichtigen nun, sie auch in andern Ländern einzuführen. Die Blocks enthalten vorgedruckte Quittungen über -Spenden von verschiedener Höhe. Die einzelnen-Quittungsformulare sind mit fortlaufender Nummer versehen und enthalten als Schmuck eine Obersichtskarte der Besitzungen des Jüdischen Nationalfonds in Palästina. Sie dürften infolge ihres gefälligen Aussehens und der einfachen Handhabung und Kontrolle sehr geeignet sein, dem Nationalfonds aus weiten Kreisen Spenden zuzuführen. 5. Bei Übernahme der Wiener Bureaus waren ca. 30 000 Nationalfonds-Ansichtskarten^rorhanden,welcheHerrKremenezky für den Nationalfonds hatte anfertigen lassen. Im Monat Februar 1908 erhielten wir noch eine weitere Sendung von 13 400 Stück nachgeschickt. Auch ließen wir von einer billigern Sorte 20 000 Stück durch den Jüdischen Verlag herstellen. Hiervon wurden in der Zeit vom September 1907 bis Ende Juli 1908 ca. 23 800 Stück zu insgesamt Ji 954.28 verkauft. Unsere Gesamtausgaben für Ansichtskarten betrugen Jt 943.75, demgemäß sind die entstandenen Spesen durch die Eingänge bereits gedeckt. Der hier liegende Vorrat beträgt noch ca. 34 000 Karten. III. Organisation der Ölbaumspende. Auf der Direktoriumsitzung vom Januar 1908 war beschlossen worden, die Ölbaumspende vom Nationalfonds zu trennen und als einen besondern Verein zu organisieren. Die Trennung wurde kurz darauf vollzogen. Infolgedessen hat das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds seit Januar 1908 keine Propaganda zugunsten der Ölbaumspende mehr betrieben und auch die Ausfüllung und Versendung der Ölbaumdiplome wurde in Köln nur noch bis Anfang ds. J. erledigt. Dagegen erfolgte der Ausweis der Gesamtsummen der bei den Sammelstellen des-Jüdischen Nationalfonds eingegangenen Ölbaumspenden in der „Welt" durch das hiesige Hauptbureau des J. N. F. und auch die Abführung der bei den Nationalfondssammelstellen für die Ölbaumspenden eingegangenen Gelder geschieht noch immer stets gleichzeitig mit der Abführung der Nationalfondsgelder. In dieser Beziehung eine Änderung anzubahnen und unsere Sammelstellen zu veranlassen, die ölbaumspenden nicht mehr mit den Nationalfondsspenden, d. h. nicht mehr an den J. C. T. nach London, sondern künftighin an den Verein ölbaumspende nach Berlin abzuführen, halten wir nicht für zweckmäßig, da sie den Sammelstellen doppelte Mühe verursachen und den Ausweis in der „Welt", wie auch die Kontrolle über die Abführung erschweren würde. d) Korrespondenz Mit unsern sämtlichen Sammelstellen, mit der Jüdischen Kolonialbank, der Anglo Palestine Company, Herrn Prof. Warburg und dem Palästinaämte in Jaffa," standen wir im Laufe dieses Jahres in regelmäßiger Korrespondenz. Außerdem wurden mit Vereinen und Gesinnungsgenossen in Spendenangelegenheiten Briefe gewechselt und mit vielen Einzelpersonen über Vorschläge und Anregungen verhandelt. Insgesamt betrug die Zahl der in der Zeit vom Juni 1907 bis Juli 1908 eingegangenen Briefe ca. 2800 und die Zahl der in dieser Zeit versandten Briefe ca. 3300. Das Wesen und der Inhalt dieser Korrespondenz ist im großen und ganzen aus unsern Ausführungen unter Abschnitt C und E zu ersehen. Ober einiges möchten wir aber hier separat berichten. 1. Schenkung der rumänischen Zionisten. Vor Entstehung des politischen Zionismus hatten die Chowewe-Zion-Vereine in Rumänien gemeinsam Gelder zwecks Ankauf von Land in Palästina gesammelt und die mit Zinsen heute ca. Frs. 25 000 betragende Summe beim Bankhaus Rotschild in- Paris deponiert. Diese Summe wurde nun vor mehrern Jahren von unsern rumänischen Gesinnungsgenossen, den Nachfolgern dieser Chowewe-Zion, dem Nationalfonds geschenkt und die Quittungen des Hauses Rotschild der Wiener Zentrale ausgehändigt Leider sind diese Quittungen verloren gegangen und konnten trotz aller Recherchen nicht wieder aufgefunden werden. Es ergibt sich nun eine große Schwierigkeit, weil die Vereine, welche die einzelnen Spendensummen eingezahlt haben, zum großen Teile nicht mehr bestehen, also niemand mehr da ist, der .über diese Summe verfügen kann. Wir haben uns mit der Nachfolgerin des ehemaligen Rotschildschen Palästinakomitees, der JCA, in Verbindung gesetzt. Zuletzt schrieb uns die JCA, daß sie sich bezüglich der Angelegenheit an .das alte Rotschildsche Palästinakomitee gewandt habe und daß dieses wiederum nach Rumänien geschrieben hätte, um den Tatbestand festzustellen. Nach Einziehung der notwendigen Recherchen werde sie dann auf die Angelegenheit zurückkommen. 2. Wie bereits sub Abschnitt A berichtet wurde, weigerte sich die hiesige Post, uns mit der Adresse „Jüdischer Nationalfonds "versehene Wert- und Einschreibebriefe auszuliefern, da der Jüdische Nationalfonds als engliche Gesellschaft in Deutschland nicht rechtlich statuiert sei und sie infolgedessen keine Sicherheit habe, ob das hiesige Hauptbureau rechtlich befugt sei, die Briefe in Empfang zu nehmen. Unsere Verhandlungen mit der Oberpostdirektion haben ergeben, daß es nötig ist, falls wir bewirken wollen, daß uns auch Wertbriefe unter der Adresse „Jüdischer Nationalfonds" ausgehändigt werden, ein Gesuch um Genehmigung zur Statuierung des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds als Verein einzureichen. Eine solche Statuierung des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds wird zweifellos Kosten verursachen, und wir haben uns daher bis jetzt. begnügt unsere Spender und unsere Sammelstellen durch öffentliche Bekanntmachungen anzuweisen, ihre Wert- und Einschreibebriefe an uns stets z. H. des Herrn Rechtsanwalt Dr. Bodenheimer zu adressieren. Nichtsdestoweniger sind wir lins bewußt daß dies nur ein Aushilfsmittel ist, und es wäre die Frage zu prüfen, ob dieses Aushilfsmittel genügt, oder ob es vorzuziehen ist, um die Genehmigung zur Eintragung des hiesigen Haüptbureaus des Jüdischen Nationalfonds als Verein nachzusuchen. e) Palästinaarbeit Im April ds. Js. hat der Jüdische Nationalfonds das Palästinaamt in Jaffa als seinen Vertreter in Palästina anerkannt und ihm die Ausführung seiner Arbeiten in diesem Lande übertragen. Wir müssen es uns versagen, über unsere schwebenden Angelegenheiten in Palästina hier zu berichten, weil nach zuverlässigen Mitteilungen große Nachteile für den Nationalfonds damit verknüpft sind. Auch bezüglich unserer "bereits; zum Abschluß gelangten Arbeiten auf diesem Gebiet können wir aus demselben Grunde nur auf unsere bisherigen Publikationen verweisen. f) Das Anwachsen des Fonds Nachstehend geben wir einige Daten über das Anwachsen des Fonds im Laufe des verflossenen Geschäftsjahres.

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