Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 37 (18.9.1908)
- Date
- 1908-09-18
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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r Zahlstellen unserer Gesellschaft sind: The Jewish Colonial Trust, London E. C, Walbrook, Brook House. Bankhaus A. H. Heymann & Co., Berlin NW. 7, Unter den Linden 59. J. L. Goldberg, Wilna (Rußland). Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Österreich, Wien IX, Türkenstraße 9. Marmorosch, Blank & Co., Bucarest für Rechnung des Jewish Colonial Trust, London. Bankierskantoor van Lissa & Kann, Haag. Ferner können Zahlungen zugunsten der P. Li D. C. für Rechnung des Jewish Colonial Trust, London, bei folgenden Banken geleistet werden: Warschau......Gebrüder Bachrach, Kotzebue 10. Lodz........Lodzer- Gesellschaft gegenseitigen Kredits. Petersburg...... Sibirische Handelsbank. Moskau.......Gebrüder Urysohn. Libau...... . .Joseph Katzenelsohn & Söhne. Riga.........Rigaer Commerzbank. Odessa....... Samuel Barbasch. Wilna ........St. Petersburger Privat-Handelsbank. Grodno -•......M.. M. Eliaschew. Kischinew ...... Samuel Barbasch. Bialystok ......Commerzbank in Bialystok. Frankreich......Comptoir National d'Escompte de Paris, Paris. Italien........Credito Italiaho, Rome. . Schweiz.......Baseler Handelsbank, Wechselstube, Basel. Ver. Staaten : . . . . S.Jarmulowsky, NewYork, 84 Cannal-Street. Südafrika......E. Friedländer & Co., Ltd., Johannesburg. Belgien.......Banque Centrale Anversoise, Anvers. Österreich......Union-Bank, Wien. £ l=JC 20.50 Kronen 24.25 Frcs. 25.25 Rubel 9.60= $ 5.— England Außerordentliche Generalversammlung des Jewish-Colonial-Trust (Ausführlicher Bericht) Die zweite außerordentliche Generalversammlung des Jewish Colonial Trust fand am Mittwoch ,den 9. Sept. in den Räumen der Bank in London statt. Mr. L. I. Greenberg präsidierte. Unter den erschienenen Aktionären befanden sich u. a. Dr. Gaster, Jos. Cowen, L. Kessler, I. Zangwill, H. Bentwisch, Dr. Israel Friedländer U. A. Gegenstand der Verhandlungen war ausschließlich die von der außerordentlichen Generalversammlung in Köln bereits angenommene Resolution zum Zwecke der Ergänzung der Statuten im Sinne der Beschränkung des Geschäftsbereichs der Gesellschaft auf Palästina und dessen Nachbarländer. Diese Resolution wurde bei dieser Versammlung von Herrn Kessler eingebracht In der Diskussion fragte Mr. Zangwill, warum man über die gesetzliche Zulässigkeit dieser Resolution die Rechtsanwälte der Gesellschaft gefragt habe. Konnte diese Resolution noch eingebracht werden, nachdem die vorgeschlagene Änderung vom Gericht bereits abgelehnt worden ist und setzt man sich damit nicht der Gefahr aus, etwas ungesetzliches zu tun? Der Vorsitzende erwiderte, daß die Resolution vom Rechtsanwalt der Gesellschaft verfaßt worden sei. Und er könne sehr zufrieden sein, daß sie dadurch absolut ordnungsgemäß sei. Der Gerichtshof habe lediglich abgelehnt, seine Zustimmung zu einer Änderung des Memorandums der Gesellschaft zu geben, mit einer Änderung der Statuten habe er sich garnicht befaßt, beide Dinge härten nichts miteinander zu tun. Dr. Gaster unterstützte die vorgeschlagene Resolution. Mr. Zangwill führte nunmehr aus, er bezweifle, daß eine solche Resolution wie die vorliegende, vom letzten Kongreß gefaßt worden sei. Der Erfolg dieser Resolution werde nicht nur sein, daß der I. C. T. ein gut Teil Geschäfte von seiner Tätigkeit ausschließe, sondern auch jedes Geschäft das von der Organisation, mit der es verknüpft sei, oder von der neu zu bildenden Organisation, über die man auf der Jahreskonferenz in Köln gesprochen habe, vorgebracht werde. Er glaube nicht, daß der letzte Kongreß die Frage erörtert habe, ob der Trust sich, an irgendeinem Emigrationswerke außerhalb des in der Resolution bezeichneten Gebietes beteiligen würde. Durch die Annahme der vorgeschlagenen Resolution werde es dem Trust unmöglich gemacht, sich an irgend einem Colonisationswerk in einem anderen Lande, als dem vorgeschlagenen Gebiete zu beteiligen und die ganze Zweckbestimmung des Trust werde dadurch verkrüppelt. Dr. Gaster entgegnete, daß der Trust garnicht dazu bestimmt sei, irgend welche andern Arbeiten zu unternehmen, wie jene, als das finanzielle Instrument der zionistischen Bewegung zu fungieren. Das ursprüngliche Memorandum sei gemäß den Usancen des englischen Gesetzes verfaßt worden. Da dadurch das Geld des Trust auch zu andern, als zionistischen Zwecken verwendet werden könne, sei es notwendig geworden, das Memorandum zu ändern. Dieser Versuch sei durch Sophistereien mißglückt. (Zangwill protestiert gegen diesen Ausdruck, der aber vom Vorsitzenden als zulässig erklärt wird.) Dr. Gaster erklärt, daß er mit dem Ausdruck Sophistereien die Argumente habe treffen wollen, die von der Gegenseite vorgebracht worden seien. Zum Schluß appellierte er an die Gegner, sich loyal dem Beschluß des Kongresses zu unterwerfen. Auf Antrag Mr. Keßlers wurde die Abstimmung vorgenommen. Mr. Shire und E. Freudenhaim, wurden zu Skrutatoren ernannt. Das Resultat der Abstimmung war folgendes: Für die Resolution stimmten 1448 (Gründer- und gewöhnliche Abtien), dagegen 118 (gewöhnliche Aktien). Die Mehrheit, die sich für die Annahme der Resolution ergab, betrug also 1330. London: Die neugegründete Union of Zionist Workers hielt verflossenen Sonntag eine Sitzung in der neuen Synagoge ab. Mr. L. Kessler hielt einen Vortrag, in dem er Klage darüber führte, daß, während überall in der ganzen Welt der Zionismus neu auflebe, in England bisher für das abgelaufene Schekeljahr ganze 24 Schekel und nur 50 £ für den Nationalfonds aufgebracht worden " seien. Das sei wehiger, als das kleine Holland abgeführt habe, die Schweiz habe dreimal soviel aufgebracht wie England. Der Mangel an Interesse an der Bewegung in England sei darauf zurückzuführen, daß die englischen Juden der Streitigkeiten und des ewigen Zankes absolut müde seien. Der neue Verband müsse zum Zwecke, haben, alle Zionisten zu vereinigen, die in Friede, Harmonie und Brüderlichkeit zusammenarbeiten wollten, zionistische Vereine zu reorganisieren und zu beleben, Redner zu beschaffen, Sammlungen für zionistische Zwecke zu unternehmen und jedes Jahr anläßlich der Jahrzeit Theodor Herzls Gedenkversammlungen abzuhalten. Nach eingehender Diskussion wurde dieses Programm angenommen. Zum Schriftführer wurde Mr. S. Lennox Loewe gewählt. Liverpool: Die Vierteljahresversammlung des zionistischen Jugendvereins nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Die Mitgliederzahl des Vereins nimmt ständig zu und beträgt jetzt 180. Für den Parteifonds hat der Verein <M 340.— gesammelt, für den Nationalfonds Jt 55.—, und 9 Aktien des J. C. T. wurden verkauft 230 Schekel wurden vom Verein gesammelt (sind aber bisher dem A. C. noch nicht abgeführt worden! Die Red.), und der Kassenbestand des Vereins beträgt über JL 250.—. Es wurde beschlossen, für die Wintersaison ein Programm für literarische und soziale Tätigkeit aufzustellen. Die Versammlung schloß mit der Erstattung des Berichts über die jüngst stattgehabte Halbjahreskonferenz der English Zionist Federation. Deutschland Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Das vor kurzem erschienene zionistische A-B-C-Buch hat einen wider Erwarten großen Erfolg gehabt, so daß jetzt, drei Monate nach Erscheinen, bereits der größte Teil der Auflage vergriffen ist. Das Werk hat in der Presse eine Beachtung. gefunden, wie sie bisher noch selten einem jüdischen Buche zuteil geworden ist In allen Besprechungen wird die Einzigartigkeit des zionistischen A-B-C-Buches hervorgehoben und der Vorzug, den das Buch als Informationsquelle für jeden Juden besitzt, der sich für die modernen, sozialen und politischen Probleme der Judenheit interessiert. Für alle diejenigen, die an der neuen Gestaltung der Verhältnisse in der Türkei Anteil nehmen, ist das zionistische A-B-C-Buch geradezu unentbehrlich, da es eine vollständige und populär gehaltene Obersicht der gesamten türkischen Rechtsverhältnisse bietet. Mit Rücksicht auf den sehr kleinen Rest der Auflage bitten wir dringend, Bestellungen an das Zionistische Zentralbureau. Berlin- Charlottenburg, Bleibtreustraße 49 (Preis 2.75 Jt broschiert, 3.50 J6 gebunden, zuzüglich 30 Pfg. resp. 60 Pfg. Porto, für mehrere Exemplare Paketporto) umgehend aufzugeben, damit das Werk für die Winterpropaganda noch genügend ausgenutzt werden kann. Eine Neuauflage ist vor Ende nächsten Jahres nicht zu erwarten. Köln. Letzten Sonntag versammelten sich hier die Vorsitzenden und Vertrauensmänner des Rheinisch-Westfälischen Distrikts, um für die bevorstehende Winterkampagne die geeigneten Schritte vorzubereiten. Es waren etwa 20 Herren aus verschiedenen Städten Rheinland und Westfalens anwesend, und die Berichte, die sie aus ihrem Wirkungskreise gaben, waren im großen und ganzen nicht ungünstig. Herr Rechtsanwalt Dr. Hantke-Berlin, der zufällig hier war, leitete die Verhandlungen und versprach, in jeder Weise die Bemühungen der kleinem Ortsgruppen von Berlin aus mit Propa-