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Die Welt · 1908-08-14 · 32 (14.8.1908) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
32 (14.8.1908)
Date
1908-08-14
Page
– (sequence 18)
Language
German
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20 abgestempelte Briefmarken zu sammeln. Jeder weiß auch, wie verbreitet der Sport des Briefmarkensammelns ist, dem man mit Recht eine schätzbare Belehrung und Unterhaltung zuschreibt Jeder kann daher leicht ermessen, welche Einnahmen dem Jüdischen Nationalfonds durch systematisches Sammeln der jedem einzelnen zugänglichen Marken zugeführt werden könne. Unnötig ist es, zu sagen, daß zumeist die höheren Werte der Marken, weil sie die selten vorkommenden sind, auch abgestempelt für den Sammler einen höheren Wert haben. Diese sind daher zunächst zu sammeln. Aber auch die niedrigeren Werte der ausländischen Postmarken — die deutschen und österreichischen 3, 5 und 10 Heller- bzw. Pfennigmarken sind hierzulande natürlich zu häufig, um einen Wert zu repräsentieren — können in größeren Mengen immer noch erheb-' liehe Werte darstellen, so daß sich die Mühe des Sammeins wohl verlohnt. Wir geben nachstehend mit kurzen Worten an, wie die Marken am zweckmäßigsten zu behandeln sind, damit sie den Sammlerwert nicht verlieren. Am bequemsten ist es, die Marken aus den Kuverts mit der Scheere so auszuschneiden, daß noch um die Marke herum ein Papierrand bleibt, der verhindert, daß die Zähnchen der Marke beschädigt werden. Das Loslösen der Marken von den Kuverts durch Anheben einer Ecke oder Seite derselben und Herunterreißen ist unter allen Umständen zu vermeiden, weil dadurch fast immer Einrisse in den Marken entstehen, oder weil oft von der Rückseite der Marken ein Teil am Kuvert hängen bleibt, so daß die Marke dann dünnere Stellen bekömmt» wodurch ihr Wert erheblich vermindert oder ganz aufgehoben wird- Welche Marken sind uns nun für unsere Zwecke die liebsten? Natürlich nicht die obengenannten gewöhnlichen Marken, sondern nur die seltener" vorkommenden Werte, wie sie für Drucksachen, Einschreibebriefe, Geldbriefe, Postanweisungen und Pakete gebraucht werden, besonders diejenigen Marken, deren aufgedruckter Wert 20 Pfg. oder 25 Cts. oder Heller, 14 Kopeken usw. übersteigt. Sehr dankbar wären wir natürlich für die von den Postverwaltungen herausgegebenen höheren Werte,wieDeutschesReich,Kolonien und Bayern i, 2, 3 und 5 Mark, Österreich', Ungarn und Bosnien 1, a, 4 resp. 3 und 5 Kronen, Frankreich und Kolonien 1 Frank und höhei, England und Kolonien 1 sh und höher, Nord-, Mittel- und Südamerika 1 Dollar resp. Peso usw. usw. Von den jeizt vielfach ausgegebenen Gedenk» und Jubiläumsmarken und von den Marken der verschiedenen kleineren Staaten, besonders der exotischen, die entsprechend dem geringen Verkehr nur in kleiner Auflage erscheinen, sind uns natürlich alle Werte, auch die kleinern, erwünscht. Außer den üblichen zur Frankatur gebrauchten Freimarken werden von vielen Postverwaltungen noch Portomarken oder, wie das Publibum sie nennt, Strafportomarken ausgegeben, die von der Post auf nicht genügend frankierte Briefe geklebt werden und außerdem noch sogenannte Dienstmarken, die für die Kor- - respondenz der Behörde mit dem Publikum in vielen Staaten benutzt werden. Diese beiden letzteren Sorten sind uns ebenso wie die vorher erwähnten höheren Werte der Freimarken und die vielfach DlE^-rrLT== V." - '• -No.~32:: zur Frankierungvon Zeitungen gebrauchten Zeitungsmarken sehr erwünscht^ In Frankreich und Belgien .gibt es noch eine - Sorte Marken zur Frankierung der Eisenbahnpakete und Frachtbriefe analog den Postpaketen; auch diese Eisenbahnmarken, von denen es in Deutschland so viele Abarten wie Eisenbahnverwaltungen gibt, können uns eingesandt werden. Von allen Postverwaltungen werden außer den Marken noch Postkarten ohne und mit Antwort, Weltpostkarten ohne und mit Antwort, Kuverts, ,Kartenbriefe, Streifbänder, Postanweisungen und Einschreibekuverts (letztere in England und' seinen Kolonien) ausgegeben, die alle den Wertstempel oder die Marke gleich eingedruckt tragen; diese alle werden von den Sammlern mit dem Namen Ganzsachen bezeichnet und auch als ganze Sachen gesammelt, d. h. die eingedruckten Marken dürfen niemals aus den Ganzsachen ausgeschnitten werden, da diese sonst wertlos sind; auch etwaige auf ihnen klebende Marken dürfen nicht entfernt werden. Um die Zusendung solcher Ganzsachen bitten wir ebenfalls in nur sauberem, tadellosem Zustande, nämlich die Kuverts ' dürfen nicht aufgerissen, sondern müssen sauber aufgeschnitten sein und dürfen ebensowenig wie die Postkarten usw. in der Mitte geknifft sein. Als Zusammenfassung des Ganzen bitten wir nochmals: Schickt uns nur gute und unverletzte Marken und Ganzsachen. Wer selbst Sammler ist, der soll uns seine Dubletten senden; wer selbst keine Marken bekommt, kann befreundete Firmen, die viel Auslandsverkehr haben, und Freunde im Ausland und in den Kolonien bitten, die Marken für den Nationalfonds aufzuheben. Diese kleine Mühe, die fast keine Kosten verursacht kann aber wesentlich dazu beitragen, dem Nationalfondsgrößere ■ Summen zuzuführen, stecken ja in den Marken und Ganzsachen, besonders in den besseren, größere, oft kaum1 geahnte Werte. Zum Schluß bitten wir, uns alle Sendungen als Drucksache frankiert zu senden, da ungenügend oder gar - nicht frankierte Sendungen nicht angenommen werden können. Ober die ganze Welt sind wir Juden verstreut So laßt uns diesen kleinen, aber schätzbaren Nutzen daraus ziehen, durch Sammlung und Austausch jener kleinen internationalen Heroldszeichen, wie die modernen Postmarken sie darstellen, einem Fonds immer neue Mittel zuzuführen, der wie kein zweiter geeignet ist der gesamten Judenheit zu nützen. Verlache niemand die Kleinheit des Mittels und denke jeder der Größe des Zweckes. Es ist kühner und mutiger, durch so unscheinbare Dinge einem großen und erhabenen Ziele zu dienen, als mit riesigen Finanzmitteln kleinliche Ziele anzustreben, die der großen Judennot unserer Zeit gegenüber völlig versagt haben. Wenn jeder Jude, in dessen Hände dieses Blatt gelangt die kleine Mühe auf sich nimmt die wir von ihm fordern, so kann er das erhebende Bewußtsein haben, beizutragen zu dem großzügigsten und zielbewußtesten Werke für das Wohl des jüdischen Volkes! Berlin SW., Beuthstraße 1. Dr. med. Julius Loewenheim, Leiter der Berliner Generalsämmel- und Verwertungsstelle von*Rostwertzeichen für den Jüdischen Nationalfonds. Spendenausweis Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Deutschland: (Adresse: Max Wollsteiner, Berlin-Charlottenburg, Sybelstraße 50.— Publikationsorgin: „Jüdische Rundschau", Berlin.) Vom 29. Juli bis 5. August d.,J. eingegangen und inNr. 32 der „Jüdischen Rundschau" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spendän..............JC 22.50 Büchsen...................... 85.26 Goldenes Buch (Teilzahlungen) '...........„ 112.68 Summe JC 220.44 Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Österreich: (Adresse: Wien DC, Türkenstraße 9. — Publikationsorgan: „Jüdische Zeitung", ebenda.) Vom 21. bis 27. v. M. eingegangen und in Nr. 31 der „Jüdischen Zeitung" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden............- ■ Kr. 308-25 Selbstbesteuerung ............ L .. „ 140.40 Sammelbogen..................„ 251.42 Büchsen.................... . „ 225-32 5 Kr. 925.99 JC 787.09

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