Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 34 (28.8.1908)
- Date
- 1908-08-28
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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18 D!E3§£ELT bleiben, als auch in England die Nationalfondsorganisation neu und unabhängig von der Federation einzurichten und dort ein eigenes Bureau gewissermaßen als Propaganda- und Agitationszentrale für die englisch sprechende Welt zu schaffen. Dies wird eine unserer nächsten Aufgaben sein. Eine weitere Aufgabe, an deren Lösung wir in nächster Zeit herantreten müssen, ist die Zentralisierung der N. F.-Tätigkeit in Deutschland, wo sich die örtliche Trennung von Geldgebarung, Buchführung, Propaganda und Materialiensammlung als nachteilig erwiesen hat Die Sammlung und Verwertung von Postwertzeichen kommt hier nicht in Betracht Wir haben diese im Interesse eines vorteilhaften Absatzes dem Tätigkeitsgebiet der Sammelstellen entzogen und in Berlin und Wien konzentriert. Herr Dr. med. Julius Loewenheim in Berlin und Herr Heinrich Kolliner in Wien, beide hervorragende Kenner des Philateliewesens, haben sich in liebenswürdiger Weise bereit erklärt, die große Arbeit, welche mit der Leitung dieser Zentralen zusammenhängt, zu übernehmen. Wir haben infolgedessen verschiedene Zirkulare in unsern sämtlichen Ausweisorganen und in der „Welt" erlassen, in welchen wir die Gesinnungsgenossen baten, allenthalben gebrauchte Briefmarken zu sammeln und dieselben entweder ihrer Sammelstelle zur Weitersendung oder direkt an unsere Verkaufszentralen einzusenden. Diese straffe Organisation hat bereits einige Erfolge gezeitigt und es sind im Laufe der letzten 6 Monate (Februar bis Juli 1908) aus dem Verkaufe von Briefmarken bereits 512.96 JL dem Jüdischen Nationalfonds zugeführt worden. Hiervon entfallen 170.20 Kr. auf die österreichische Zentrale. Infolge dieser Neuorganisation der Briefmarkensammlung wurde selbstverständlich die zuvor bestehende deutsche Verwertungsstelle in Lübeck mit unserer Zentrale in Berlin verschmolzen. Wir waren stets bemüht, neue Kräfte zur Arbeit für den Nationalfonds heranzuziehen und überall neue Verbindungen anzuknüpfen, und zu unserer Genugtuung können wir konstatieren, daß unsere diesbezüglichen Anstrengungen bereits dazu geführt haben, daß wir nunmehr auch in Brasilien einen Vertreter haben, ferner in Konstantinopel, sowie daß auch Australien allmählich für den Nationalfonds zu arbeiten beginnt, und uns von Neuseeland erst vor wenigen Tagen eine Spende von 43.10.0 £ avisiert worden ist Auch Italien und Frankreich senden jetzt in regelmäßigen, wenn auch noch immer großen Intervallen, Spenden, und wir hegen die zuversichtliche Hoffnung, daß wir es bald erreichen werden, daß in allen diesen Ländern Sammelstellen des Jüdischen Nationalfonds entstehen, welche dafür Sorge tragen, daß die Eingänge bald in das richtige Verhältnis zu der Zahl der Zionisten bzw. zur Zahl der daselbst wohnenden Juden gelangen. II. Innere Organisation. Da bei der Übernahme der Zentrale nach Köln der Vorrat der Sammelmittel des Jüdischen Nationalfonds sehr gering war, mußte bald der Frage der Schaffung neuer Sammelmittel näher getreten werden. 1. Insbesondere machte sich überall ein Mangel an Sammelbüchsen bemerklich, und von allen Seiten gingen uns Zuschriften mit der Bitte um Zusendung von Büchsen zu. Nach längern Bemühungen und Korrespondenzen gelang es uns, mit einer Berliner Blechdosenfabrik einen Abschluß herbeizuführen, der gegenüber dem seitens der frühern Verwaltung mit einer Dresdener Firma abgeschlossenen Vertrag insofern als vorteilhaft zu bezeichnen ist, als sich der Preis der neuen Büchse nunmehr auf 45.6 Pfg. stellt, während die alten Büchsen 1.50 Kronen pro Stück kosteten. Beim ersten Auftrag, den wir der Fabrik erteilten, mußten wir allerdings 47 Pfg. pro Stück bezahlen, doch gelang es uns trotz der noch angebrachten Verbesserungen, den endgültigen Preis auf 45.6 Pfg. herabzubringen. Die Büchsen haben eine neue, gefällige ' Form erhalten und sind mit verschiedensprachigen Inschriften ausß geführt worden, und zwar solchen in deutscher, englischer, französischer, ungarischer und hebräischer Sprache. Die- Bücl Sprache sind besonders fortlaufend numeriert und zur Unter von den alten Büchsen mit dem Kennbuchstaben Kwelcher künftighin bei aen Ausweisen immer mit zu veröffe9 ist Bei den ersten Büchsen hat sich allerdings ergeben,.; Möglichkeit bestand, das eingeworfene Geld bei einiger I durch die Einwurfsöffnung wieder zu entnehmen. Diesem Übel ist aber bereits abgeholfen worden und bei allen weitern Ba ist ein Herausnehmen der Gelder vollständig ausgeschlos ganzen wurden im Laufe d. J. 15956 neue Büchsen und zwar in deutscher Sprache Nr. K 1 — K 5870 „ englischer Sprache Nr. K 1 — K 5478 „ magyarischer Sprache Nr. K 1 — K 1150 „ hebräischer Sprache Nr. K 1 —K 2310 „ französischer Sprache Nr. K 1 — K 1150 welche insgesamt Mk. 7 534.65 gekostet haben. Von dem Abs der alten Zentrale waren noch 810 Stück zum Preise von Mk. i(M abzunehmen. Die Büchsen sind zum großen Teil verteilt hoffen, im Laufe des nächsten Jahres an der Zunahme der Eiiä die Verbreitung dieses Sammelmittels beobachten zu können.« 2. Auch die von der frühern Verwaltung geschaffenen Sai bogen waren nahezu aufgebraucht. Sie hatten bei ihrem j Format nur wenig Anklang gefunden und waren nur in Ost bzw. Galizien verbreitet. Wir haben daher bei der Schaffung neuen Sammelbögen allen Bedürfnissen der Sammler Rechnuri tragen und in der Absicht, etwas Dauerhaftes zp. schaffen uni Sammlern gleichzeitig ein kleines Geschenk zu machen, ein ( ausgestattetes Sammelbüchlein, bestehend aus einem Umschlaj der Aufschrift „Keren Kajemeth Le-Jisroel", Bleistift, Notizta der eigentlichen Sammelliste und einem Notizblock herstellen la Der Umschlag ermöglicht es uns, für den eigentlichen Sammelt* ein bedeutend billigeres Papier zu nehmen, als dies früher-der war, und da auch der Umschlag, selbst bei starkem Gebri voraussichtlich mindestens ein Jahr instand bleiben wird, diese Weise statt einer Erhöhung der Kosten eher eine Vermindj eingetreten. Die acht Seiten starke Sammelliste enthält n einem Aufruf, einer Obersicht über das Wachsen des National^ einer Aufzählung seiner Besitzungen und einem jüdischen Kaie Notizen über Zweck, Sammelstellen und Sammelmittel des Jüdiij Nationalfonds. Von diesen neuen Sammelbüchlein ist bis jetzj probeweise ein kleines Quantum fertiggestellt worden. Dies haben jedoch allgemeinen Anklang gefunden, und wir beabsiebt darum, sie in dieser neuen Form allgemein einzuführen und Sammelliste auch in hebräischer und englischer Sprache dru zu lassen. (Fortsetzung folgt.) Spendenausweis Sammelstelle des Jüdischen Nationalfond« für Deutschland: (Adresse: Max Wollsteiner, Berlin-Charlottenburg, Sybelstraße 5 Publikationsorgan: „Jüdische Rundschau", Berlin.) ) Vom 12. bis 19 d. M. eingegangen und in Nr. 34 dj „Jüdischen Rundschau" detailliert ausgewiesen. Allgemeine Spenden.............• \ Selbstbesteuerung............... Büchsen....................• Goldenes Buch (Teilzahlungen).......... Summe JC j