Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 34 (28.8.1908)
- Date
- 1908-08-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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DIE^ELT juepiscHCR nATioriAL-Fonps MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHE! NATIONALFONDS IN KÖLN Bericht des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds über seine Tätigkeit in der Zeit vom Mai 1907 bis August 1908 (Fortsetzung.) Sämtliche Flugblätter sind mit passenden Klischees in gefälliger Weise verziert. Um den Erfolg der Flugblätter zu vergrößern, haben wir unsern Sammelstellen empfohlen, bei Versendung der Flugblätter denselben stets zur Aufnahme von Spendenzeichnungen bestimmte Karten beizulegen, welche mit der Adresse der Sammelstelle versehen sind. Flugblatt Nr. 1 wurde deutsch . - hebräisch . Jargon - - spaniolisch ungarisch . deutsch . . Flugblatt Nr. 2 n 30 000 Exemplaren n 10 000 in 10 000 3 000 :n 10 000 in 20 000 n 30 000 in 15 000 hebräisch . gedruckt. Wir beabsichtigen, künftighin unsere sämtlichen Zirkulare und Broschüren sowie unsere Quittungsformulare usw. zumindest in deutscher und hebräischer Sprache herzustellen. Neben den speziellen Instruktionen und Geschäftsanweisungen, die wir in unserer Korrespondenz den verschiedenen Sammelstellen gegeben haben, erachteten wir es auch für notwendig, von Zeit zu Zeit Rundschreiben über die schwebenden allgemeinen Fragen der Propaganda und Organisation zu versenden. Bis jetzt haben wir 50 solcher Zirkuläre herausgegeben. Die vorhin erwähnten Mitteilungen des Hauptbureaus haben wir, so weit sie von allgemeinem Interesse waren, der gesamten jüdischen Presse zur Veröffentlichung zugehen lassen. In einigen Fällen haben wir auch die Anregung gegeben, vermittelst Redner für den Nationalfonds zu wirken. Wir können nicht umhin, hier darauf hinzuweisen, daß die Bedeutung von Agitationsrednern für den Nationalfonds nicht zu unterschätzen ist. Leider kann in dieser Beziehung das Hauptbureau nur die Anregung geben, es ist aber mit Rücksicht auf die sprachlichen Verschiedenheiten und mit Rücksicht auf die großen Entfernungen nicht in der Lage, selbst Agitationsredner zu werben. Es wäre zu erwägen, ob das Hauptbureau die Kosten dieser Propaganda vielleicht teilweise den Landes- Sammelstellen abnehmen sollte. Von der Ansicht ausgehend, daß auch eine Kenntnis des rechtlichen Aufbaues des Jüdischen Nationalfonds weitern Kreisen wünschenswert sei und daß eine solche das Interesse für unsere Institution heben könne, haben wir einen Auszug aus den Statuten und dem Memorandum des J. N.-F. drucken lassen, der zwarsämtliche wesentlichen Bestimmungen enthält, aber in klarer, gemeinverständlicher Sprache geschrieben ist und die Auseinandersetzungen der englischen juristischen Formalistik übergeht Wir können mit Freude konstatieren, daß es uns gelungen ist, die Propaganda des Jüdischen Nationalfonds intensiver zu gestalten n und ihr neue Gebiete zugänglich zu machen. c) Organisation I. Außere Organisation. Die zur Zeit der Verlegung 3 Nationalfondszentrale von Wien nach Köln in geringer bestehenden Sammelsfellen ließen in ihrer Arbeit zu wünscli übrig. Ihre Arbeit war aber auch zum großen Teil überflüssig,^ die gesamte Spendensammlung, wie auch der Ausweis und V ganze Agitation, lediglich in Wien zentralisiert war oder nj nebenbei von den Funktionären der zionistischen Vereine betrieb wurde. Eine derartige Organisation ist gut, solange die Geschäl nicht sehr umfangreich sind, sie ist aber unmöglich, sobald _sl der Nationalfonds zu einer Weltinstitution auswächst, da sich n'aS einem bestimmten Zeitpunkt ihre Leistungsfähigkeit nicht weil ausdehnen läßt. Auch 'das Verhältnis der LandessammelsteÜi zur Zentralverwaltung einerseits und zu den einzelnen Vertrauen männern anderseits war bisher wenig geregelt, und oft verkehrt die lokalen Vertrauensmänner unter Umgehung der Landessamni stelle direkt mit der Zentrale, während die LandessammelsteD sich häufig selbständig solcher Aufgaben unterzogen, die der Nai der Sache nach der Zentrale zufallen. So kam es vor, daß einzel Vereine selbständig Nationalfondsbüchsen herstellen ließen, daß i Spenden aus einem Land zum Teil bei der „Welt", zum Teil 1 dem hiesigen Hauptbureau, zum Teil in London, zum Teil bei < Sammelstelle des Landes, zum Teil auch bei der Sammelstelle ein andern Landes eingingen. Nur durch straffe Disziplinierung ist möglich, den hierdurch entstehenden Schäden vorzubeugen. Eii genaue Abgrenzung der Kompetenzen ist für das ersprießliel Zusammenarbeiten aller Funktionäre unerläßlich. Wir haben di erforderliche veranlaßt, um hierin Wandel zu schaffen. Vor allen haben wir die bestehenden Sammelstellen genau über ihre Aufgaty informiert und diejenigen Arbeiten, welche besser von einzelner Kommissionen oder den Vereinen und Vertrauensmännern geleistej werden, diesen zugewiesen. Wir haben die Sammelstellen veranlaßt unsere Instruktionen weiterzugeben und so z. B. die einzelne! Vertrauensmänner und Vereine zu bewegen, ihre Spenden vni Spendenlisten der zuständigen Landessammelstelle einzusendeö Der Ausweis, welcher bisher infolge der oben erwähnten Übelständi eine genaue Kontrolle nicht zuließ, wurde insofern neu organisier! als wir unsere Sammelstellen, soweit es möglich war, veranlaßteä sich eigener Ausweisorgane zu bedienen, in welchen die bei ihnet eingehenden Spenden detailliert zum Ausweis kommen solltet; Von jeder Nummer dieser Organe müssen zwei Exemplare an da! Hauptbureau nach Köln gesandt werden, wo wir die Spenden « einem Spendenbuche zusammenstellen. Nach Erhalt der Bestätiguflj über den Eingang des Geldes seitens unseres Londoner Bureau werden diese Ausweise kontrolliert und alsdann der Ausweis de Gesamtsumme in unserer Rubrik in der „Welt4* vorgenommen.- A? offizielle Ausweisorgane gelten bis jetzt: " für Österreich: „Jüdische Zeitung", [i „ Deutschland: „Jüdische Rundschau", J „ England: „Jevvish Express", J „ Rußland: „Rasswjet", „ Kroatien: „Zidowska Smotra", „ Rumänien: „Egalitatea", „ Holland: „Joodsche Wächter",