Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 34 (28.8.1908)
- Date
- 1908-08-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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10 : KEL1 -- Noll — ca. 36°/o); die jüdischen Kolonien — 118 ca-. 13°/o; (1907 14%); die Emigration nach den anderen Städten Palästinas ging dit "~al zurück. Wie immer, begaben sich auch jetzt die meisten älteren Personen und die Pilger (dieser gibt es besonders viele unter den bucharischen Juden) nach Jerusalem, aber auch von den neuen Ansiedlern gingen jetzt viele nach Jerusalem. Der Zentralpunkt für alle auswandernden Kaufleute und Handwerker war auch jetzt Jaffa. Freilich bleiben nicht alle in Jaffa; viele gehen von dort aus nach den Kolonien, oder nach anderen Städten. Auf Einladung ihrer in Palästina ansässigen Verwandten wanderten aus 274 Personen 30°'o (1907 — 34°/o). Manche von den Emigranten waren bereits vormals in Palästina gewesen — mitunter zu wiederholten Malen — und begaben sich jetzt dorthin zur endgültigen Niederlassung. Im Laufe der sechs Monate gingen bei unserem Informationsbureau 938 Briefe ein (nur um ca. 200 weniger, als im Laufe ganzen Jahres 1907, darunter aus Südrußland — 384 ca. 4j| (1907 — 418 Briefe); aus Lithauen — 200 21 «V« (1907 — aus Polen — 193 20 l'io (1907 — 123); aus dem Kaukasus Briefe; aus anderen Bezirken außerhalb des Ansiedelungsrayc 43 (1907 aus sämtlichen Bezirken außerhalb des Ansiedelt« rayons — 67); aus dem Auslande — 20 Briefe (1907 —33 Bri< Man sieht also, daß die Anzahl der aus den verschiedenen I_, vinzen an unser Bureau gerichteten Briefe, betreffend die Ret nach Palästina, die Verhältnisse von Handel, Industrie und Hanl werk, sowie die allgemeinen Lebens- und Ansiedelungsverhältnisl im Lande überhaupt selten in gleichem Verhältnisse zur Ata der Emigranten aus den betreffenden Provinzen steht Polen; gibt auf jeden Reisenden nahezu drei Briefe, während aus Kaukasus nur ein Brief auf siebzehn Passagiere kommt. AUS DER BEWEGUNG Deutschland Breslau: Die Generalversammlung der hiesigen Z. L. V. fand am 4 er. im Gaf6 Fahrig statt. Nach Berichterstattung des ersten Vorsitzenden Herrn Zahnarzts Schachtel und des Kassierers Herrn Pionkowski folgte eine kurze Debatte, nach der dem Vorstand Decharge erteilt wurde. Der Antrag des Herrn Lewin, jedem Vorstandsmitgliede ein bestimmtes Ressort zu überweisen, für das der Betreffende alsdann verantwortlich ist wurde angenommen. Die hierauf einzeln vorgenommene Wahl ergab folgende Zusammensetzung des Vorstandes: I. Vorsitzender Herr Zahnarzt Schachtel, Herr Dr. Sandler IL Vorsitzender und Palästinainstitutionen, Herr Pionkowski, Kassierer, Herr Lachmann, Schriftführer. Bibliothekar und Leitung der Propaganda in Versammlungen, Herr Dr. Weiß. Propaganda für die Bank (Shareklub), Herren Max Kober und Carl Mittwoch, Nationalfonds. Man verspricht sich von dieser Neueinteilung in bestimmte Arbeitsfelder sowohl eine Entlastung des ersten Vorsitzenden als auch eine rege Tätigkeit auf allen zionistischen Gebieten. Aus dem Bericht ist folgendes hervorzuheben. Wir lieferten im letzten Geschäftsjahre ab: Schekel JC 308.—, Landesbeitrag JL 135.50, Parteisteuer Jt 624.50, Nationalfonds -JL 1154.—, Ölbäume Jl 1444.—, Palästinainstitutionen Jt 1433.—, andere Zwecke Jl 52.—, Summa <Jl 5151.—. Außerdem wurden für ca. 80 D. Aktien der P. L. D. C. und A. P. C. u. a. erworben. J. L. Österreich Kolomea: Am 19- Juli (2i Tamus) veranstalteten die hiesigen zionistischen Vereine eine gre Trauerandacht, verbunden mit einer Agitationsversammlung', uie einen überaus würdigen Verlauf nahm. Die formvollendete Gedenkrede hielt der Präses des Vereins „Z'ire Zion", Dr. S. Rosenhek. Zum Schluß \- urde vom Kantor S. Hirschfeld das „El Mule Rachmum" und „Kadischgebet" vorgetragen. Eine Sammlung für Ölbäume im Herzlwalde ergab einen ansehnlichen Betrag. Skole: Auf Veranlassung der akademischen Verbindung „Hasmonea" in Lemberg und des hiesigen zionistischen Vereins „Dorschei Zion" fand Sonntag, am 9. August, in Skole im großen Gemeindesaale ein Herzl-Abend statt, der trotz des herrschenden regnerischen Wetters gut ausfiel. Die Festrede hielt Dr. Spindel aus Kalesz. Nach einer Deklamation des Gg. Margulies und einem Geigenvortrag des Gg. Prochnik, folgte der höchst interessante Vortrag des Herrn Josef Gerstmann aus Lemberg über „Unsere gegenwärtige Arbeit in Palästina". In gut gelungener Form skizzierte er kurz die rapide Entwicklung Palästinas in den letzten Jahren und wies auf die Aufgaben und die Arbeit hin, die wir angesichts derselben dem Lande gegenüber zu leisten haben. Dieselben können doppelter Natur sein: direkte, indem man sich im Lande installiert und dort unmittelbar an der Erschließung desselben arbeitet oder indirekte, d. h. von der Diaspora aus, indem man palästinensische Institutionen gründet und bereits bestehende fördert. Die Ausführungen des Referenten verfehlten ihre Wirkung nicht, denn eine von ihm sogleich eingeleitete Sammlung ergab 44 Kr. für den Herzlwald. Nach dem Vortrage kam der Einakter „Ojlom hatoe" zur Aufführung. Bolechow: Sonntag, den 16. d. M., fand in Bolechow im städtischen Parke ein zionistisches Volksfest statt. Das Fest wurde von den Vereinen „Makkabäae, „Rachela|l und „Poale Zion" veranstaltet, war schön besucht und einen guten Vei-lauf. Die k. k. Salinenmusik spielte zionistisch)» Melodien. Bad Gräfenberg: Vor kurzem veranstalteten einige hier z Kur weilende zionistische Akademiker und Studenten, — darunter besonders H. Prof. Dr. Engel und jur. Low (Ivria) einen vdn9 großem Erfolg begleiteten „Jung-Jüdischen Abend". Aus d reichhaltigen, musikalisch-deklamatorischem Programm waren sonders die Rezitationen jüdischer Gedichte durch Herrn ProfJ Dr. F ran kl und Frl. Low zu erwähnen, ferner der Vortrag eines jüdischen Liedes, dessen erfolgreicher Komponist, phil. Bruno! Singerniann, die Vortragendefrl. Singer selbst begleitete. Außer« ordentlich gefiel auch ein Klaviervortrag Mendelssohnscher Liecf' durch Frl. Blanka Löwy und ganz besonders der feinfühlig Gesangsvortrag des Herrn Gesangsprofessors Oberkantor Singerj mann, der das reichhaltige Programm abschloß. Das ansehnlich" Reinerträgnis wurde dem Bezalel zugeführt. Proßnitz: Unsere jüdisch-nationalen Korporationen „Der Vei Zion", der jüdische „Volksverein", der jüdische Turnverein und c Ferialverein jüdischer Hochschüler „Giskalah" haben sich ein meinsames Heim geschaffen, das am 12. d. M. mit einer kleinen würdig verlaufenen Feier eröffnet wurde. Der zielbewußten Initiatives der Vereinsleitung und der regen Beteiligung der Gg., unter denen*! sich namentlich die Herren Salomon Steckler und Leo Ballek durchs unermüdlichen Fleiß und sorgsame Umsicht auszeichneten, ist esji feiungen, diese neue Gründung, die für das jüdische Leben unserer« tadt von größter Bedeutung sein kann, ins Werk zu setzen. Wir J richten an die Gg. und an die zionistischen Korporationen die Bitte,?! uns durch die Zuwendung von entbehrlichen Büchern, Broschüren a und Zeitschriften zu unterstützen. Gefl. Sendungen und Zuschriften^! wolle man an Herrn Gg. Friedrich Low richten. |3 Sadagura. Am 19. Juli 120 Thamuz) veranstaltete der Jüd-^g nat Frauen- und Mädchenverein „Hadassa" und Verein „Kirja?&fl Nemunah" anläßlich der Wiederkehr des Todestages Theodor Herzte'^ eine Gedenkfeier, bei der Herr Dr. Diamant (Czernowitz) dfe| Trauerrede hielt Durch Absingen eines gutgeschulten Chors des j „El mule Rächern", und eines Trauerliedes fand die Feier "n*n-'ä würdevollen Abschluß. Radautz. Sonntag, den 2. August um 5 Uhr nachmittagsj veransaltete die jüdisch-akad. Ferialvereinigung „Chermonia" h?! h. o. Tempel eine Herzl-Gedenkfeier, die überaus gut besucht und einen würdigen Verlauf nahm. Als erster Redner trat der» Präses der „Chermonia" cand. jur. Jakob Lapajowker und würdigte in längerer, beifällig aufgenommener Rede die r _ sönlichkeit Herzls. Darauf trug der Oberkantor Bogornokiy 1 wirkungsvoller Weise das „El mule Rächern" vor. Als zwejj??— Redner sprach cand. phil. et theol. Isak Menscher über die Be_gj| deutung des Zionismus. . Der treffliche Inhalt der Rede machte eine?5" guten Eindruck und die feurige Begeisterung des Redners ^lltt sich der ganzen Versammlung mit. Es war ein erhebender AnblicK|| zu sehen, wie das jüdische Volk seinen Toten ehrte. Kroatien — Slavonien Der Zionistentag in Semlin Der III. Kongreß zionistischer Hochschüler und Abiturienten der am 16. und 17. d. M. in Semlin tagte, nahm einen glänzend^ und würdigen Verlauf.