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Die Welt · 1908-08-21 · 33 (21.8.1908) · page 22

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
33 (21.8.1908)
Date
1908-08-21
Page
– (sequence 22)
Language
German
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?( JUeD1SCH6R riATlQflAL-FQPIDS^ MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Da die Verzeichnisse, welche wir von den Inhabern der alten (durch die frühere Nationalfondsverwaltung in Wien angefertigten) Nationalfondsbüchsen besitzen, unvollständig und zum Teil veraltet sind, bitten wir hierdurch .sämtliche Inhaber alter Büchsen, ihre genaue Adresse sowie die Nummern der bei ihnen befindlichen alten Büchsen gefl. recht bald dem Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds in Köln, z. Ildes Herrn Rechtsanwalt Dr. M. J. Bodenheimer, Karolingerring 6, zu meiden, da wir diese Angaben für die Einrichtung unserer Büchsenkartothek dringend benötigen. Die Zionistische Vereinigung in Deutschland teilt uns mit, daß sie eine Propagandakommission für den Jüdischen Nationalfonds mit dem Sitz in Berlin eingesetzt hat Vorsitzender der Kommission ist Herr Rechtsanwalt Schreuer, Berlin S., Oranienstraße 61. Zuschriften für diese Kommission sind vorläufig an die Adresse des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W-, Bleibtreustraße 49, zu richten. Wir bringen vorstehende Mitteilung zur allgemeinen Kenntnis und konstatieren mit Vergnügen, daß hiermit die gesamte Arbeit für den Jüdischen Nationalfonds, in Deutschland an einem Punkte, in Berlin, konzentriert ist. Es wäre auch den übrigen Landessammelstellen des J. N.-F, zu empfehlen, besondere Propagandakommissionen für den J. N.-F. einzusetzen, da es sich in vielen Ländern als unzweckmäßig erwiesen hat, daß dieselben Personen, die die Geldgebarung, den Spendenausweis usw. für den J. N.-F. besorgen, zugleich auch die Agitations- und Propagandatätigkeit leiten. Fast immer muß darunter der eine oder andere Arbeitszweig leiden, und oft können durch diese Kumulierung der Funktionen sämtliche Tätigkeitsgebiete nicht in dem wünschenswerten Ausmaß gepflegt werden. Diesem Obelstande kann nur durch eine möglichst weitgehende Sonderung der Propagandaarbeit von der Geldverwaltung abgeholfen werden, und zu diesem Zwecke erscheint uns die Bildung besonderer Propagandakommissionen durchaus erforderlich. Bericht des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds über seine Tätigkeit in der Zeit vom Mai 1907 bis August 1908 a) Einrichtung des Bureaus Die Übernahme des Bureaus aus Wien und die Einrichtung desselben in Köln war mit mancherlei Schwierigkeiten verbunden. Zunächst mußte das Propaganda- und Sammelmaterial, in dessen vollen Besitz wir erst einige Monate nach der Verlegung der Zentrale gelangt sind, gesichtet, geordnet und ergänzt werden. Die notwendigen Auskünfte mußten wir nach und nach auf dem Wege der Korrespondenz einholen, so daß wir erst nach einiger Zeit in die Lage kamen, an die endgültige Einrichtung des Bureaus und die Neuregelung der Verwaltung zu schreiten. Neue Störungen erwuchsen uns, als das frühere Wiener Zentralbureau, das nach Konstituierung unseres Bureaus weiterhin als Sammelstelle für Österreich bestehen blieb, im August v. J. seine Tätigkeit einstellte, ohne daß zuvor eine " neue Sammelstelle für Österreich gebildet worden wäre. Infolgedessen wurden sämtliche, für die österreichische Sammelstelle bestimmten Postsendungen nach Köln an die Adresse unseres Bureaus dirigiert Wir mußten dieselben von hier aus erledigen und haben so längere Zeit auch die Agenden der Sammelstelle für Österreich versehen. Dies ergab aber um so mehr Schwierigkeiten, als die Bücher und Belege, die uns über manche der Anfragen und Reklamationen hätteo orientieren können, erst später in unsern Besitz kamen und ferner die Wert-, Einschreibe- und Geldsendungen, die unter der Adresse „Jüdischer Nationalfonds, Wien bzw. Köln" einliefen, uns seitens der hiesigen Post nicht ausgehändigt wurden, da diese die eingereichten Vollmachten nicht anerkannte,, weil der Jüdische Nationalfonds keine Zweigniederlassung in Deutschland besitze und auch nicht als Verein hier eingetragen sei. Den hierdurch entstandenen Hindernissen suchten wir dadurch aus dem Wege zu gehen, daß wir die Gesinnungsgenossen durch Veröffentlichungen in den Zeitungen baten, die für uns bestimmten Briefe bis auf weiteres zu Händen des Herrn Rechtsanwalts Dr. Bodenheimer zu adressieren. Nichtsdestoweniger gingen sehr viele Spenden enthaltende Briefe auf dem Wege über Köln an ihre Absender zurück, und es entstanden dadurch zahlreiche Reklamationen. Erst nach dem Haager Kongreß wurde seitens der österreichischen Landesorganisation eine Nationalf öndskommission gebildet und eine österreichische Landessammelstelle mit dem Sitze in Wien ins Leben gerufen, welche seitdem eine rege Tätigkeit entfaltet. Die Einrichtung der Buchführung wurde dadurch erschwert, daß in der ersten Zeit nach der Übersiedlung das zionistische Zentralbureau auch die den Nationalfonds betreffenden Einnahmen und Ausgaben verbuchte. Ferner mußten die Bücher der ehemaligen Wiener Nationalfondszentrale zuvor geprüft werden, und auch dies bereitete besondere Schwierigkeiten; da einerseits eine persönliche Obergabe seinerzeit nicht möglich war und anderseits diese Buchführung auch die Einnahmen und Ausgaben der österreichischen Sammelstelle umfaßte. Es wurde ein neues, übersichtliches System eingerichtet, welches bereits mit der Londoner Buchführung in Obereinstimmung gebracht worden ist Infolge dieser Umstände blieben wir mit unsern Arbeiten eine Zeitlang im Rückstände, und es bedurfte vieler Mühe, ehe wir die definitiven Formen für unsere Tätigkeit gefunden hatten. Wir waren nun darauf bedacht, die Funktionen und Kompetenzen der einzelnen Stellen abzugrenzen und einen regelmäßigen -Verkehr zwischen den Sammelstellen und unserm Bureau, als der Zentralstelle der Nationalfondsverwaltung, herzustellen. Durch eine fortlaufende Korrespondenz sowie durch Zirkulare wurde diese Verbindung aufrecht erhalten und eine einheitliche Arbeit angebahnt Den Ausweis der Nationalfondsspenden in der „Welt" haben wir systematischer und übersichtlicher gestaltet indem wir " die Spendeneingänge nach Ländern rubrizierten und die einzelnen Sammelmittel und Spendenarten streng auseinanderhielten. Ferner haben wir uns entschlossen, die Spendeneingänge aus denjenigen Ländern, in denen die Natiönalfondssamnielstelle über ein eigenes Ausweisorgan verfügt in der „Welt" bloß summarisch auszuweisen. Diese Neueinrichtung erleichtert uns die Kontrolle und setzt

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