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Die Welt · 1908-06-19 · 24 (19.6.1908) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
24 (19.6.1908)
Date
1908-06-19
Page
– (sequence 19)
Language
German
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No. 24 DIE% Es hat keinen-besonderen Titel und ist bezeichnet „Dibrei Hayammim'V d.h. „Die Worte der Tage". Es enthält eine fortlaufende Erzählung, die mit der vollen Beschreibung der-Ereignisse unter Josua, beginnt und bis zu ^unseren Tagen fortgeführt ist" Wie Dr. Gaster sagt, liegt die große Bedeutung des Buches in seiner Beziehung zu unserm kanonischen Buch Josua. Er meint, daß das samaritanische Manuskript spätestens ini zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung geschrieben sein muß. Die ersten dreizehn Kapitel des Textes laufen parallelmit der hebräischen Bibel. „Von dort ab sind die beiden Texte radikal'unterschieden. Die Verteilung des Landes unter die neuneinhalb Stämme, im masoretischem Text in acht langen Kapiteln eingehend beschrieben,. ist im samaritanischen Text in ein einziges zusammengezogen. Die Geschichte vom Bau des Altars durch die zweieinhalb Stämme, die über den Jordan zurückkehrten, fehlten im samaritanischen gänzlich. Anstatt dieser Episoden berichtet der samaritanische Text von einem Kriege der vereinigten syrischen Könige unter der Führung eines Königs Sobach gegen Josua und der Unterstützung, die er von einem Könige Nobah erhielt, der über die zweieinhalb Stämme jenseit des Jordans herrschte. Zauberer stehen dem Sobach mit Zaubermitteln bei und umgeben Josua und seine Truppen mit vielen eisernen Wällen, die durch den Trompetenstoß des Pinchas, desNobah begleitendenPriesters,zusammenstürzen. DasBuch schließt dann mit der Schlußrede Josuas an die versammelten Schären in Sichern. Eleazar, der Hohepriester, stirbt, und es folgt ihm Pinehas, und Abisa schreibt dann im dreizehnten Jahre nach dem Einzug die berühmte Gesetzesrolle, die jetzt noch der geistliche Schatz der Samaritaner ist" Es bestehen außerdem noch andere Abweichungen. Dr. Gasters . Text weiß nichts vom Stillstand der Sonne und des Mondes. Eine genaue Beurteilung der Handschrift wird steh ermöglichen lassen, wenn die Veröffentlichung in der nächsten Nummer der Zeitschrift der Deutschen Orientgesellschaft erfolgt sein wird, die Dr. Gaster ankündigt. Dr.Gaster selbst ist von der Authentizität des Texles überzeugt, und er bringt viele Gründe zur Stütze dieser These vor. Dr. Gaster ist der Meinung, daß der Text sicher älter ist als Josephus, dessen Text des Buches Josua, wie Dr. Gaster vermutet die samaritanische Darstellung gewesen sein muß, da er u. a. ebenfalls nichts vom Stillstand der Sonne und des Mondes erwähnt. Wenn die Samaritaner überhaupt noch ein Buch der Bibel, neben dem Pehtateuch, akzeptierten, muß es, wie Dr. Gaster-hervorhebt vor der Zeit der Makkabäer im zweiten Jahrhundert vor Christus gewesen sein. Er faßt seine Meinung folgendermaßen zusammen: „Der samaritanische Text unterscheidet sich vom masoretischen auch noch in änderen Punkten. Er vermeidet Wiederholungen und Verdoppelungen. Er weiß nichts von dem Vorfall in Gilgal und dem Stillstand der Sonne und des Mondes. Bei den verschiedenen Ereignissen werden genaue Daten gegeben. Der Hohepriester Eleazar spielt eine große Rolle beim Bau des Altars in Sichern und bei den Segnungen und Verordnungen am Berge Gerizim. Nach der samaritanischen Quelle betritt Achan einen Heidentempel in Jericho und stiehlt ein goldenes Götzenbild. Seme Schuld wird mittels des Brustschildes entdeckt, dessen Steine trübe werden und ihren Glanz verlieren, als sein Name genannt wird. Die Anspielung auf die Väter, die „anderen Göttern dienten", in der Schlußansprache Josuas an die versammelten Stämme fehlt im Samaritanischen. Anderseits sind aus Deuteronomum und anderswoher verschiedene Stellen zugefügt, die die Heiligkeit des Berges Gerizim beweisen sollen. - Die Erzählung in des Josephus „Altertümern" zeigt eine genaue Bekanntschaft mit der samaritanischen Lesart. Auch dort spielt' der Hohepriester Eleazar eine bedeutende Rolle und fehlt der Zwischenfall in Gilgal. Desgleichen fehlt die Anspielung auf die Väter, die „fremden Göttern anhängen". Von dem Stillstand des Mondes und der Sonne spricht Josephus in folgenden Ausdrücken: „Auch daß der Tag damals verlängert worden und länger gewesen sei als gewöhnlich, wird m den Büchern erzählt, -die im Tempel liegen." Dieser Vorfall fehlte also offenbar ebenfalls in dem Original, an das sich Josephus hielt genau wie im samaritanischen; darum bezieht er sich auf andere Abschriften, „die im Tempel liegen". Ein letzter und endgültiger Beweis ist daß die Beschreibung der Landverteilung unter die neunundeinhalb Stämme bei Josephus eine genaue Kopie des samaritanischen Textes ist Obwohl er Sobach und Nobah nicht erwähnt hat er andere Legenden -über die Richter, die. sich in unserm masoretischen Text nicht finden, aber in.anderen jüdischen Texten enthalten sind. Der samaritanische Text muß älter gewesen sein als Josephus, wenn er ihn alseine "echte und zuverlässige Quelle betrachtete. Die Geschichte der Samaritaner und die innere Beweiskraft des Textes genügen, uni das Datum seiner Niederschrift annähernd festzustellen. Das Schisma zwischen Juden und Samaritanern fand statt in der Mitte des fünften Jahrhunderts (432 vor unserer Zeitrechnung). £ELT 19 Ober die Beziehungen der beiden Sekten zueinander ist bis zum zweiten Jahrhundert nichts bekannt, wo die Fehde zwischen den Juden und Samaritanern in Feindschaft auswuchs und Sichern unter König Hyrcan 128 vor unserer Zeitrechnung eingenommen und der samaritanische Tempel zerstört wurde. Seitdem hat in der Zeit des neuen Testaments und später kein Zusammenhang zwischen Juden und Samaritanern bestanden; erst neuerdings ist eine Wendung zum Bessern eingetreten. Wenn daher ein Buch der Bibel von den Samaritanern adoptiert wurde, gehört es notwendigerweise der Zeit vor den Makkabäern an. Ein Resultat ergibt sich als gewiß aus dem Studium des neuen Buches, daß es zurzeit, da das Buch Josua von den Samaritanern akzeptiert wurde, nicht einen Teil eines heiligen Kanons bildete. Das einzige Buch, das damals bei Juden und Samaritanern als heilig angegeben wurde, war „das Gesetz". Der Pentateuch wird mit großer Achtung und Ehrfurcht behandelt. Die historischen Bücher wurden aber offenbar noch nicht als heilig angegeben; sie galten mehr als Chroniken der Ereignisse. Der Text dieser Bücher war noch nicht festgelegt In allen Hauptpunkten stimmen beide Lesarten überein, die Masora und der samaritanische Text beruhen auf ein und derselben Quelle. Aber während der masoretische Text Teil eines (heiligen Kanons wurde und demgemäß gehütet und vor Verstümmelung bewahrt wurde durch die Liebe und Verehrung von Millionen, ist der andere seinem Schicksale als einfaches weltliches Buch überlassen worden; er blieb nur ein historisches Dokument, das in einigen wenigen Stellen die Ansprüche der Samaritaner unterstützen konnte, aber mit geringer Sorgfalt und Achtung behandelt wurde. Andere alte Manuskripte sah ich nicht, und wie der Hohepriester schreibt gibt es auch keine andern. Das Wunderbare ist der Umstand, daß trotz dieser Schwierigkeiten der hebräische Text des Buches Josua in einer so vollkommenen Weise aufbewahrt werden konnte. Die Trennung der Samaritaner von der Außenwelt hat auf der anderen Seite bewirkt daß sie die treuen Hüter eines alten Schatzes wurden. Nach 2000 Jahren brachten sie uns das Buch Josua, nur wenig anders, als ihre Ahnen es erhalten haben." Jedenfalls wird die Entdeckung Dr. Gasters nicht verfehlen, in der wissenschaftlichen Welt das größte Aufsehen zu erregen. PARTEIFONDS Beim Zionistischen Zentralbureau, Köln eingegangen: N. Spiro, Podgorze.................Kr. 5.— Jakob Sporn, Elberfeld, je 5 Koupons Nr. 3 und 4 von Jewish Colonial Trust Aktien. Beim Jewish Colonial Trust, London eingegangen: Zentralbureau für Deutschland, Berlin, 7. Rate ... Jt 1000.— Insgesamt Jl 1007.50. Bei Herrn Professor Boris Schatz sind folgende Spenden für den Bezalel eingegangen: Herr Frank Ellis, Direktor of theHar-Zion-School, Jerusalem, für Museum Frcs. 4.25, Zewi Heffez, Jerusalem, als Mitglied 10.—, Dr. Jakobsohn, Direktor der Anglo Palestine Company, Beirut, als Mitglied 10.—, Frau Dr. Jakobsohn, Beirut, als Mitglied 10.—.....zus. Frcs. 34.25 Bei der Administration der „Welt* in Köln sind eingegangen: Für das Palästinaressort des E. A. C: N. Spira, Podgorze Kr. 5.—...........JL 4.25 Bei der Jüdischen Kolonialbank in London sind eingegangen: Für den Bezalel: Per Clarence J. de Sola, Montreal, Canada: From Kingston, Canada Zionist Society $ 22.—, From meeting in Chevra Kadisha, Montral, Canada 25.— zus. $ 47.— Für das Hebräische Gymnasium, Jaffa: Per M. E. Lange, 15 Addison Crescent Kensington, London £ 10.10.0. Verein „Haschachar" in Skala a. Z. gratuliert seinem langjährigen Ausschußmitgliede Wolf Wassermann, anläßlich seiner Verlobung mit Frl. Sara Pohoryles aus Husiatyn.

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