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Die Welt · 1908-06-12 · 23 (12.6.1908) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
23 (12.6.1908)
Date
1908-06-12
Page
– (sequence 21)
Language
German
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-No. 23 DIE^ELT, KORRESPONDENZEN An die Redaktion der „Welt" Sehr geehrter Herr! Man hat häufig die Frage aufgeworfen, warum unsere Bewegung in England keine größeren Fortschritte macht, als es tatsachlich dort geschieht, wo man doch weiß, daß Dr. Herzl von diesem Lande immer einmal besonders kräftige Unterstützung erwartet hat und darauf rechnete, daß England in der zionistischen Bewegung vornan marschieren sollte. Vielleicht mag der nachfolgende Vorfall für vieles zählen, da er, wie ich glaube, typisch ist Vor einigen Tagen wurde ich zu einer Veranstaltung eingeladen, die zugunsten eines Fonds für die Errichtung eines zionistischen Versammlungshauses im Eastend unternommen werden sollte, wo dieses dringend notwendig ist. Nach Erhalt der Einladung schrieb ich dem Schriftführer, daß ich gerne die Gelegenheit benutzen möchte, um einige Worte an die Versammlung zu richten, da ich für den Gegenstand der Versammlung stets großes Interesse empfunden habe. Er antwortete mir, daß die endgültige Redeordnung noch nicht aufgestellt sei, daß er aber keinen Zweifel daran habe, daß das Komitee sich sehr freuen würde, meinen Namen auf die Rednerliste zu setzen. Bald nach Beginn der Veranstaltung überreichte mir der Schriftführer folgende Notiz: Es ist mir eine peinliche Pflicht, Ihnen mitzuteilen, daß Dr. Gaster dagegen Einspruch erhebt, daß Sie eine Ansprache an die Versammlung halten. Wenn Sie es tun werden, wird er nicht sprechen (wie er es hatte anzeigen lassen). Das weitere bleibt nun Ihnen überlassen. Sie können über diese Mitteilung sprechen. Obgleich mich mehrere Mitglieder des Komitees dringend ersuchten, doch zu reden und es Dr. Gaster zu überlassen, was er tun wolle, fühlte ich, daß seine Stellung als Vorsitzender der englischen Zionisten-Federation meinerseits Beachtung verlangte. Da ich mich aber anderseits nicht für verpflichtet hielt, nach einer solchen öffentlichen Beleidigung anwesend zu bleiben, verließ ich die Versammlung mit einer Entschuldigung und Aufklärung an den Vorsitzenden, Sir Francis Montefiore. Wie wenig Bedeutung der Vorfall an und für sich haben mag, der Geist, der daraus spricht, kann einer erfolgreichen zionistischen Arbeit in diesem Lande nicht günstig sein. Mit Zionsgrüßen Ihr ergebener London, 7. Juni 1908. L. J. Greenberg Sehr geehrte Redaktion! Die in der Nummer vom 5. Juni 1908 Ihres Blattes enthaltene Korrespondenz aus Wien erörtert die Angelegenheit meiner Interpellation. — Diese Sache verhielt sich folgendermaßen: In der Nummer 4 der Zeitschrift „Moriah" erschien ein Artikel, welcher die Herrschaft der katholischen Geistlichen in den galizischen Schulen und speziell die Unterdrückung der jüdischen Jugend durch diese Geistlichen kritisierte. — Dieser Artikel wurde konfisziert. Allerdings wurden in diesem Artikel allzuscharfe Worte gebraucht, jedoch enthielt derselbe keinerlei Angriffe auf die katholische Kirche. Von der Voraussetzung ausgehend, daß die Parteiblätter vor der Beschlagnahme zu schützen seien, überreichte ich eine gegen die Konfiskation gerichtete, sich jedoch mit dem Inhalt des Artikels nicht identifizierende Interpellation. Konform mit der üblichen parlamentarischen Praxis und insbesondere mit der auch vom Klubpräsidenten Dr. Straucher geübten Praxis habe ich auch meine Klubkollegen auf diese Interpellation unterschrieben. — Als die letzteren von ihren Unterschriften erfuhren, beschlossen sie, die Unterschriften zu revozieren. Ich hatte dagegen nichts einzuwenden und hätte mich sogar zweifellos dem Klubbeschlusse unterworfen, falls, die Zurücknahme der ganzen Interpellation beschlossen worden wäre. Bis nun ist es für mich ein Rätsel, weshalb man mich behufs Bereinigung der Sache nicht nach Wien, berufen hat, sondern ohne mein Vorwissen vorgegangen ist, sowie welche unangenehme Folgen meine Interpellation hätte hervorrufen können. Dieselben hätte höchstens im schlimmsten Falle eine scharfe Antwort seitens des Justizministers hervorgerufen, aber auf eine scharfe Behandlung seitens der antisemitischen Regierung müssen wir früher oder später gefaßt sein. Ich bemerke schließlich, daß die Affäre im 23 Jüdischen Klub bereits geordnet wurde, denn es. ist festgestellt worden, daß Dr. Straucher und Dr. Mahler in gutem Glauben gehandelt haben. Ich bitte den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung zu genehmigen, mit welcher ich zeichne ergebenst Dr. Heinrich Gabel Reichsratsabgeordneter Lemberg, im Juni 1908. PARTEIFONDS Beim Zionistischen Zentralbureau in Köln eingegangen: Sammlung des Herrn J. Epstein, Chailly bei Lausanne: Braguinskaia, Aleynikoffa, Wichniak, T. Epstein, J. Epstein, Valero, Starskaja, Berditchewsk, Weil, Tcherkoskaja ä 5 Frcs., Sakheim 6 Frcs........zus. Frcs. 56.— Sammlung des Herrn M. Freymann, Konstantinopel . . . J6. 21 Ab Sammlung der Federation of Zionist Societies of Canada, Montreal: B'noth Zion Kadimah Society of Toronto $ 22.—, B'nai Zion Kadimah Society of Montreal 42.10, B'nai Zion Society of Toronto 50.—, Daugthers of Zion, Toronto 50.—, J. Singer, Toronto 30.—, S. Cohen, Toronto 5.—, Daughters of Zion of Montreal 150.—, Herzl Girls' Society of Toronto 15.—, Young Men's Zion Association, Ottawa 3.—.................zus. $ 367.10 Beim Jewish Colonial Trust in London eingegangen: Sammlung des Herrn Jean Fischer, Antwerpen: Belgische Zionisten-Federation: T. Silberblatt Frcs. 5.—, S. Richter 10.—, E. Buchenholz 20.—, J.Galimidi20.—, B. Kraeuterkraft 20.—, M. Gutwirth 8.—, John Silberfeld 39.70, zus. Frcs. 122-70. Verein Ahawath Zion, Brüssel: Frl. Olga Kalansky 5.—, Frl. Nelly Buber 5.—, Simon Segall 0.—, zus. Frcs. 20—. Vom Cercle de dames sionistes, Antwerpen: Mmes. Apte 5.—, Angurki 5.—, Bamdas 5.—, Bernberg 5.—, Da Silva 5.—, Eibenschuetz 5.—, M. Pinkelstein 5.—, Leon Fischer 5.—, A. Goldstein 5.—, Gretzer 5.—, Juwiler 5.—, Kannengießer 5.—, A. Kohn 5.—, Herrn. Kleinberg 5.—, H. Klein 5.—, Max Lorie 5.—, M. Levin 5.—, A. Lorie 5.—, Mirmowitz 5.—, Monitz 5.—, Dr. Marcouse 5.—, S. Moed 5.—, M. Pressel 5.—, Russ 5.—, H. Salti 5.—, Sevi 5.—, M. Tolkowsky 5.—, Van Stratum 5.—, Van Gelder 5.—, D. Wellner 5 —, H. Wellner 5.—, F. Wellner 5.—, M. Wachsmann 5.—, D. Zinger 5.—, Anna Wellner 5.—, Jean Fischer 5.—, Mlles. S. Herz 5.—, G. Herz 5.—, Jolis 5.—, Kannengießer 5.—, Saldi 5.—, R. Wellner 5.—, Ginsburg 5.—, zus. Frcs. 215.—..............zus. Frcs. 352.90 Sammlung der Federation of American Zionists, New-York: Zionist Council, Cleveland O............. $ 3.50 Insgesamt JC 1897.54. Bei der Jüdischen Kolonialbank sind eingegangen: Für den Bezalel: Per Dorshei Zion Association, Cape Town: I. Mauerberger..................£ — 5/— S. Kaminsky...................„ — 5/— J. Gitlin......................„ — 5/— B. Clingman...................„ —10/6 J. Zuckerman..................„ — 5/— Collection at a General meeting of the Dorshei Zion Association................„ 3.—.— Briefkasten Zionisten, Breslau: Herzlichen Dank für Begrüßung durch Nationalfondstelegramm. W. Infolge der ausführlichen Berichterstattung über die verschiedenen Tagungen erscheint diese Nummer einen Tag, verspätet

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