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Die Welt · 1908-03-13 · 11 (13.3.1908) · page 4

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
11 (13.3.1908)
Date
1908-03-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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6 ~ DIE^ bte UTcnfdjen an em jenfettiges £eben noch benfen tonnten.; VOo 2lljrtman Das (Elenb gefdjaffen unb bte 5d?mer5en erseugt unb. wo bie pafdjas alle tTafäjen leeren unb alle (Sefängniffe mit iJTenfdjen füllen, rr>o bie Sattapen nne bic tregelagemben Käuber bie Ritten überfallen, ihnen bie ©tjren abfdjneiben unb bie Betben mit ftdj roegfühjen, in ben queüenlofen JX>üften, snnfdjen ben unfrucfc>i> baren Reifen, ba tjeifjt es: (Drmusb rotrb es fdjon. im 3cnfeits beffer einrichten, abet in (EFbatab... €ftber: Derlicr' Dich, bodj nidjt in (EFbatah,, Hitoftis! 27jtofris: Vev^eik, Königin!' <Es jtnb (Erinnerungen..'. '(Er jagte mir suletjt: Komm, ich. null Dir alles ergäben. Unb er etgäljlte: ITir fjaben ben Auftrag erhalten, bie Kunbe roegen ber Ausrottung ber 3uben übetall ju nerbreiten — als bie erften 5U' oerbreiten 1 2Iber roir Fommcn überall 5U fpät. Der 3ubenjammer getjt uns r-orau. (Ulan Ijört gemifefate Stimmen. 2Ille laufen 511m offenen ^enfier. 2Iuf ber einen Seite hört man ein bumpfcs (Trommeln unb ürompetenfcball, auf ber anberen — mädjttge Klagerufe. Die Stimmen oertjallen suletjt.) lüenn man ifjnen bie Kehlen sufdjhüren Fönnte! — fagte Seres. Ulan müfjte ihnen bas Sarmen r-erbieten. Sag es Deiner Königin! 3^ lächelte, unb ba fagte er mir flüftentb : Übrigens gebt mich bie Sadje nicht niel an. IlTeine (Särten laben Did? ein, 23itoFris... (Sie ladjt.) <Efth.er: (Senug! ZTicht ladjen, fonbem meinen follft Du unb ich., 1— mir alle, bie mir uns f 0 oerteibigen muffen! £eiben folten roir> roie bie bort! (Sie seigt nach, bem ^enfter.) Das Beulen unb IDinfeln unb Sraufen jener 5cfc>mer5ensftürme follen aus uns in biefen cerbammt ftillen (Semächern, an ben fcfamelgenben (Belagen, rote bie fraufe, untjeilnerFünbenbc Sdjrift an ber pradjtmanb Baltfyafars ^erporbredjen! HebeFab. (fteh.t «Eftber lange an): Itte'm Kinb, in Deinen Singen ftecfi ber ftnmme Sdjrei. 3* höre ihn fdjon. 3dj roerbe itjn meinem PoIFe perfünben. Se$$e Sjcne 3m (Sarten. 2lribai, (£buFri, Soten unb fjofbiener. : 2tribai: (halbberaufdjt) 3hr Fennt boeb meine Kegel, (ütmFri: £ELT " " No. 11 eine Saune, eine ZTaäjt; eine Sdjroärmeret, etneIüo6e; eme£etbenfdjaft, ein UTonat. CtjuFri: 3IIfo_ift es eine £eibenfdjaft? 2Irtbai: 2Ingenfdjeinlidj, ba ich. midj fdjon einen falben Jltonat barüm quäle. 2Sis jegt vergebens. XDenns ein (Semetjel gibt, bann lafjt bie alten (Eulen er'morben unb bas Häubchen bringet mir. Salb ift bie streite Bälfte bes ITtonats porüber unb ans' iffs. H?as beabftdjtigt 3hr? (£buffi: 3ch beabftdjtige garnidjts. 3d> baffe einfach, bie Sanbe bort, (©eigt auf bie 3ubenftabt.) Dafj fte bie £(Me per«'" fdjlhtge! (Sdjroeigen.) 2tribai: 3<$ merFe,'ba§ ich (Euch, Flein porfomme.- (Eh.ufri: XDie foI£t 3l}r mir nidjt Flein porFommen mit €urer ITionatsleibenfdjaft nach einem' Fleinen UTäbdjen aus einem Flehten ßaufe? €ine Büljnerjagb! 3n m'r brennt bte Segierbe, bas (Sefinbel 5U rernidjten! 2lribai: 23tir babt (Ebelfteine fo gerne, unb bie bort tjaben meldje ..... (£tjuFri: (lacht) Das ift eine £eibenfd?aft, bie länger als ein UTonat bauert. (^u eimem ber Soten): <5tb 2td)t, t>a% bie Sotfdjaft nidjt nur beFannt gegeben, aber bajj fte aud? ausgeführt merbe. (Der 2Sote nieft 5uftimmenb.) Kein (Erbarmen, Fein Räubern! XDo öds (Sefinbel 5ufammen fiaj tjäuft, treibt es auseinanber! Dag man cor allem gegen bie 3u"Scn losgehe. — Die satjnlofen, tDetfjbaarigen Köpfe ber 2Hten braueben nidjt mit befonberer IHütje niebergemäljt 5U merben; fte roerben felbfr finFen. Unb bie IDeiber (fd?mun5elnb ben SlicF 5U 2lrtbai geridjtet) — 3ljr merbet fdjon fclbft 'roiffen! 2tribai: (unterbricht) Unb bie KoftbarFeiten (fdjmunselnb gegen €h,uFri) — bringt bem ba..((Erzeigt auf <£t»uFrü) CbuFri: Keine Scberje! IDir merben uns fchon einigen. 2tber (5u ben Soten) roenn €ure Kehlen troefen ftnb, roerben (Eure ^üfje matt fein, (©u ben ßofbienernj ^üljrt fte nad? meinen Kellern! 2lribai: Unb bann nadj ben mehligen! SdjenFt itjnen ben gelben (Solbmein ron (EFbatah! Purimabend 3m festlich erleuchteten Hause ein Wogen Von menschen in ITlasken und grellen Gewändern, mit phrygisdien mü^en und farbigen Bändern: Du wirst wie ein Blatt in den Wirbel gezogen. 5n' speisebetadenen Cischen die Gäste mit roten Gesichtern, pergnüglichen mienen, — Sind lange mir nicht so befriedigt erschienen Wie jefjt bei dem lustpoll aufrauschenden Feste. Cs dreht sich der Wirt wie ein Kreisel im Zimmer Und mahnt die Erschienenen gastlich zur Freude; Sie lärmen und lachen, es dröhnt das Gebäude, Und unstet und wirr wird der [lichter Geflimmer. Sie lachen und lärmen, und doch ist am Grunde EM dieser Gemüter ein Bangen, das lauert ' Huf ferne Gefahren und grundlos erschauert ... Sie kranken an einer tiefheimlichen Wunde. Da öffnet sich fliegend die üüre gen Osten: Berein tritt ein mann mit flatternden Haaren. — Sie sind wie beim Donner zusammengefahren Und starren, uerstummt, auf den mann an den Pfosten. Wie bang seiner flugen versonnene GrüfjeJ Die flippen: zwei Saiten, die schmerzhaft erzittern . . . — man drängt sich, wie 5chafe uor Sommergewittern, Denn/sieh, er bewegt die blutenden Füfje! «»Sie bluten uom Wandern», Iäfjt er sich vernehmen, <(Huf spitzigen Steinen, durch Wüsten und Pfützen« . . . Da wankt er und schwankt er... man eilt, ihn zu stüfcen... Entschwebt und entschwunden: ein Schatten, ein Schemen. — Ein Jüngling, pon Gottes Geist plöfclich erleuchtet, Erhob sich und rifj seinen Flitter in Fe^en, Behend' wie ein Wild, das sich losreifjt aus liefen, Die Eugen pon seltsamem Glänze gefeuchtet, Und rief: »0 mein Bruder, ich hab' dich perstanden Und will deine Botschaft dem Volke perkünden, Huf dafj es sich löse aus Sümpfen und Sünden, Hus üarpen und Hüllen, aus Ketten und Banden. Vernehmet den Grufj aus dem bände der Hhnen! Es trauert nach seinen verlorenen Söhnen ... Es ist nicht die Zeit, sich mit Freuden zu krönen, Zu taumeln auf blumenumwundenen Bahnen. Es ist nicht die Zeit, sich pergnügt zu perstellen. Beginnet in Wahrheit zu leben, zu streben! Es kann eure Heimat pon goldenen Reben, Von Honig und milch, wie por Zeiten, noch schwellen.« — Und während er redete, sprangen und glitten Die ITlasken, es barst all der Cand und der Flitter: Es war, als fielen rings mauern und Gifter, Dahinter Gefangene, lange gelitten . . . marefe S(fterIag

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