Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 11 (13.3.1908)
- Date
- 1908-03-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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4 DJE^ELT No. 11 leiben wir cereint, um uns bann rercint 51t helfen. (Sic ruft:) fjatbadj,- fjatbacb! Vierte Ssetie. (Eftber, fjatbacb. (Eftber: Saft Du ITiarbodjai meinen Scfeljt übermittelt? fjatbadj: 3«* wohl, Königin. (Eftber: Unb was erwiberte er? fjatbadj: (Er ftiertc mich anfangs ftarren Slicfes an. U?ie ein Silb von Stein ftanb er ba. Dann erhellte ficb bas nadjtr>oIlc Sorgengefidjt. <£r murmelte Ieifc, baß idj faum bic Worte boren fonnte: „3d/ oa5 Slndcnfcii bcr großen 24bncn bebt noch in ib.rcm Berken." (Eftber: IPitfli*? fjatbadj: U?abr unb wirf lieb, Königin! (Efther: Unb baft du ihm meinen IPunfcb wegen bes allgemeinen ^aftens t'unbgegebcn? fjatbacb: Wie 3br befählet, genau wie ihr befablet, Königini vEftbcr: lOar er mit biefer Derorbnung aufrieben? fjatbadj: 3^? nic'B es "i*t,. Königin. (Es fam mir fo r>or, als ob feine matten 2Jugen weinten. (Eftber: (511 ficb) Diefc üränen bes Kummers finb ber (Tau meines ^rüblings. (ß>u fjatbacb) fjörc, fjatbacb, Du bift mir doch -gut! fjatbadj: 3CÖCr meiner (Scbanfen ift ein Svmnus für (Eudj, Königin! (Eftber: IHi begleitetest micb unb meine 3ungfrauen, wie immer, beim legten 5U9- ^u b.aft gefeben, wie bie roben Schergen, als bic Keircr im <Irab sogen, in bic ITicnfdjcnmaffc drembieben, um den IDcg ju räumen! fjatbadj: 0), baß icb ein blindgeborener wäre, Königin! (Eftber: Unb mährend bie iivftafpis-clrompetcr bie Kupferflaronen bliefen, baft Du ein 3ammcrn öcr gcmißbandeltcn irienfcb.cn gehört, liatbacb? fjatbacb: 0?, daß icb ein (Taubgeborener wäre, Königin!! (Eftber: Diefe (Semißbandeltcn waren 3u*>cn- U>eißt Du bas, liatbacb? fja-tbädj: lllag fein, Königin. (Es ift aber auch auf manche perfer losgebauen worben ... Eftber: 2iucb! IPabrfdjeinlidj ftanben fie daneben. 2lber fo mild wie gegen bie 3uöen n?aren bie Raufte nicht geballt, ron einer fo grimmen IDut waren bic Riebe nidjt durdjraft, unb fo fdjnell Riefte nicht durch bas fjim ber Söfcwidjtcr bcr Slit, bcr lliordluft, wie beim 21nblicf ber 3»ben. U?eißt Du warum, fjatbacb? fjatt/adj: © Königin, es finb fdjlccbtc ütenfeben! fjart ift bas raube 30a? der (Sewalt. Eftber: . . . auf bem frummen itaefen. fjaft Du bic menfebenbäuptigen, geflügelten Stiere gefeben, welche bic Pfeiler bes fjaupt» portals r»on perfepolis fdjmücfcn? (Es ift bie bumpfe, ftumpfe 2Henfcbenbcrbc, gan^ wie Hinber Fäuenb in frommer Hube, bis fie .lUfammcn mit ihren Schwingen, bic fie nicht .,u febüttern oerfuebten, eingemauert werben. fjatbacb: 3* bin begierig, bas (Sebeimnis (Eurer Hebe su ergrünbeu, Königin, benn — beim leuebtenben Sali ber Sonne! — 3hr fpreebt weifer, als alle ITiagier perfiens unb ITiebiens. (Eftber: 2Iber gar nicht, nicht im geringsten! 3m <SegentciI, ich Iöfe midj aus beu Sanbcn ber iiiagier, bie mich galten wollen. §uweilen fegclu meine (Sedar.fen über pfablofe, wilbe ITieere. ITlandjmal fommt es mir cor, baß id?, wie irgend ein perfifeber König, ein Ungetüm bejwingc. €tu Ungetüm ber Kncdjtfdjaft unb ber S.djwädje. Du weißt, baß idj 3"din *inl fjatbadj: Königin feib 3br in btefen paläftcu! Hie fdjmücftc bas Diadem ein würbigeres fjaupr, Königin! (Eftber.: (Es finb ftüdjtige §eltc, bie ber ©ufall gebaut, unb bas Diabcm? — Der Staub ber 2irmfteu meines Dolf es ift mir lieber! (Sic uätjert ficb bem offenen ^enftcr, äugftlidj laufdjeub.) Da fommt wieber bas Stötmen, fjattjadj! Da febc ich, mein Dolf wieber, wie es ftdj im 3ammcrtal der Sdjinersen, swifdjen EDunbe unb (Eob windet. . . Dort unten, in meinem fjeim. <D, feljt midj fo nidjt an, leidende Srüder, mit sersauften fjaaren und wunden (Scftdjterti, die wie blaffe flammen glühfcnl Starr ift euer Slicf, benn itjr fterbet in grimmer petn. Schau doeb tjin, fjattjacb, wenn du 2Iugen baft! Dort ift mein £?olf, dem (Tode geweitjt! Die ITtäddjen dort, die weißen Slüteu der Uufdjulb unb bie (greife mit waufem $n% und weißem ßaar unb bie Kinber, — wie fie mich, anglotjen! Du fiebjt, fjatbadj? fjatbacb: 3^? 1c^c '"t^ts. Sdjlimme (Seifter plagen eudj mit Cräumeu, Königinl Soldje <5ebanfen fommen nidjt r>on ©rmusb... (Efttjer: Hein, fie fommen nidjt oon ©rmu5b,.fie fommen ron meinem (Sott! Sie erfdjüttern mich in meinen perftfdjcn (Srunb« feften, fie reißen midj au§ biefem OZlenb eines fremben 5cfaaugepränges heraus. 3^ nrill mit dir nad? der 3ubenftabt! fjatbadj: Königin, nerfüget über mein Sehen. Schliefet midj nadj einer Söwengrube, ftürset midj in [eine Dracbenljöb.Ie, in bie wildfradjendc JTleeresbrandung, in das (Eotenreidj ^^rimans, — idj werde feinen 2lugenblicf säubern, ilber ftürset (Eudj und €ucr E>olf nicht ins Derdcrben! Was i« der 3u'>eilfta<>t 5U befteflen b^abt, — idj werde es ausrichten, fo wahr ich lebe! Und foilte idj fterben, fo wirb es ein ftraljlender tlod fein. (Eftber: Kein fjaar foll dir gefrümmt werden! Deine 21ugen . find fo Doli £idjt, da§ idj dir traue. 2Ilfo b^öre, f^atljacb! Ulan mufj das Dolf bort aufrütteln, daß es fidj 5ufammentue.; ZHcb,ts nermag der fjenfer gegen ein geeinigtes Dolf. Ulanner follen er: ftetjen, pou b^oebaufgeriebteter, jur Sonne ficb erljebenber (Seftalt. 3" bodjaufgeridjteten Körpern werden feine friedjenben 5cb,langenfeclen wotjncn. Denn eine Sdjeibe, bie ron geraber ^form, fann nimmer ein frummes Uteffer bergen. Daß mau itmeu fjclbcnlicber finge, bie ib.re Sruft unb 2Irmc, wie bas ITtarf bie üinbc der §eber, fdjwelleu machen! Dag fie furchtlos im (Scfedjt fämpfen! Daß ber muntre Kraitj froher 3u9e«':> 5U einer getjarnifdjten Sdjanse, 5U einem ^elfenufer werbe, an bcin bie Sranbuug bes Angriffs 5erfdjellen foll! Daß man ilmen nicht ben ^u§ auf die Itacfcu fc§c, becor fie finfeu! fjatfjaaj : 3^ fennc fo manche tapfere 3U^C11- (Eftber: 3a/ <*&er fie ftreiten um uidjts mit mutigem Sinn! UTit ficb, felbft ringen fie, anftatt mit den feinden. Sie fetjen auch die (Sefabr nidjt, beror fie tjereingebrodjen. ©, dafj ein geller Stern ihren 2lugcn die Kraft 5U fdjaueu perleitje! <Sclj tjin und laß taufend jungen reden! £a§ tXrauerfatmen wefjen! £aß 5ufammcufdjlagen die flammen des jungen fjeldcngeiftcs, daß fid; das Dolf 5ufammentue, um EDiberftanb 5U leiftenl Kanuft bu diefe Sotfdjaft übernetjmen, fo geh norläuftg allein! fjatbadj: ^a, Königin, aber..... (Eftijcr: Du bangft? Deine fjänbe beben! i£s wuubert midj gar nicht, baß Du es nidjt unternehmen willft. (Es ift. nidjt Deine, es ift meine pflidjt! fjatbacb: teein, Königin! 3er! bange nidjt für mich. 3^ gelje mit (Jfrcubcn. 2luf Schwingen trägt midj €uer IDillc. 3^ will (Euch Scbut? unb fjort fein. Utein £eben ift nidjt der Hede wert. 3dj tjabc audj Jfrcuudc dort und fann bie Kunbe weit unb breit befaunt machen. 2Iber idj bange für (Euer Dolf. £s darf fidj nicht - wetjreu. Die (Sefetje oerbicten es. (Es läuft <5efatjr, den §orn 5U reisen und — es ift winsig "und fcfawadj! (Eftber: Das ift der bumpfe, nadjtumwobene (Sebanfe, ber die matten ficeben Sdjattcn atemlos unb nerfdjwiegen in den (Eob treibt. Die fdjwarsc furcht trägt fie fdjweigenb und ftürst fie würdelos in ben 2Ibgrunb. IDetirft Du didj nidjt, fjatbadj, wenn man Didj an* greift? Starren die UTenfdjen ftunnn bem (Sefcbicf gegenüber, oder fampfen fte mit all itjrer Kraft? Ziux im Sdjlaf fämpfen die Htenfdjen nidjt, — unb nur im traumlofen Sdjlaf, bemt in Sraumen bligen bic (Erinnerungen.ber Kampfe wieber. Sange nicht! 3$ ent*