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Die Welt · 1908-03-13 · 11 (13.3.1908) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
11 (13.3.1908)
Date
1908-03-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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DIE KÖLN AM RHEIN, KAROUNGERRING 6 ERSCHEINT JEDEN FREITAG : ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XII. JAHRG. KÖLN, 13. März 1908 ra-nrfc dW« TiNl ' Slabum Sotoloio <gftt>er (Fragment aus einem tjiftorifdjcn Drama)*) •weiter 2(tt. Sritte Ssenc. <£ ft b e r (allein). ITIir ift, als Flopfte ber JEob ans ^enfter. 3d> bore bumpfes (SroIIen. IDas ift benn bas? Stürmt fiilferuf berauf? Itiein 5er, ftebt alle 2lugenblicfe ftiü, unb icb manfe umber n>ie irr einem Craume. (Sie fdjreitet auf unb ab.) Diefe Fühlen, njeiten <5emäcber, biefc cEotcnrube in Sailen unb Sälen! (Sie bleibt cor einer Statue fteben.) 3* hatte bieb fo gerne, bu £ön>enleib mit klügeln unb ber ^ebermälmc, bic über bem gebogenen Salfc roic ein Kamm emporftebt, unb bem Kopf, mit brei fjörnem gefrönt! Du roarft fonft fo genuttertjaft beroegt, unb bu fprubteft ^unFen, roie in <SIut bas (Eifert. 5>ift beute totenbletdj unb büftcr, — frauenhaftes Sdieufal! (Sie fährt fort auf» unb absufebreiten.) Der Sdmtjgeift bes ^erober — fo fagtemir ber ITIagicr <5omatcs — fajroebt unaufbörlidi über-bem Könige unb gibt itnn iädieln unb rofiges" 23lut. . . Das £ädieln ift bes £adiens Utorgenrot. . . lüirFt bas traumhafte Hätfeltccfen mit ^Ingeln unb Dogelfcbtoanj noch ftärfer,' bann lacht ber König, — fo faQtc- <5omates. Qn (ScbanFen.) 3a, er ladjt Jjeuer, er tadjt £>Int. ... <Er fegt ben jfufj auf einen am Soben Iiegenben ^einb, n>ie bei 2?ebiftan. (<£ru?acb,enb.) 3^7 muB nai*, Sebjjtan ober nach perfepolis; 5U ben riesig Säulen unb ben Königsgrüften, wo alles ringsumher fo innig, gläubig, ftill. . . . IDie auf ^afterflügeln fadit natjt bort ber Sajlummer, unb icb möchte midi in meißem 3?Iumenfobmurf nuc eine tote Sraut umbertragen Iaffcn unb bie fdjlummerfüßen UTelobicn ber (Srüfte Ijören. Die Seelen fliegen bort aus ben SarFopbagen unb fegein mit grauen IDoIFen um ben UTonb, ber bas 231au wie millens« matt burdjäieljt.. . . Keine (Sefanbtfdjaften untergebener DölFer bringen (Eribut---- Die Kambvfes-unb bie Smerbis jerftäuben unb frühen 5U 2lfdje, unb iseifje, buftlofe Diolen nnegen fieb auf gitternden Stengeln fo roeinensblafj, fo rounb.-.-. . £>ier glühen fic blutig.. . . (Sie nähert fidj einem Jjenfter, por bemroeit ftdj bebnenbc (Sartenterräffen 511 [eben finb, unb bemerFt bie Hofenbeetc brausen.) 2Icb, bie armen Hofenbüfdje finb ja gan, oertrodhtet! Seit (Tagen habe id; bas 23egie§cn pernacbläffiigt. So fdjön blühten fic mir ent« gegen unb ijarrten burftig meiner IDafferfpenbe... . 5?Ietcb n>ic Kaftanienblumen finb - fie getborben! (Sie madit bas ^enfter auf.) 3dj roerbe euch belohnen, meine armen Pfleglinge! 2Iuf ben Ieidjtfn§igen Dromebaren foüen meine Soten burdj ben IDüftenfanb nadj ben großen (Quellen Dfdiemfdjcbs fliegen, um bas befte Ifaffer für euch 5U holen. (£s ift ein Friftallreiner CranF. lüartct, halb rommt Saft ins (SeränF! (Sic fdjicft fidj an, einen Diener 5U rufen. £in fernes (Scroein wirb burdj bas offene ^enfter hörbar. Sic bleibt erftarrt flehen. ZZacb einigen 2fugenbli<fen.) Du, (5ott meiner Päter, meint ber IPinb in ben Weibenaften? Saufdjcn bic £üftc fo fajrocrmütig im £aube? (Das IDeinen mirb beutlicber.) JTein! Qn bödiftcr 2lnf> regung.) (£s ift mein Volf, es ift fein Klagen, fd?n>ad> unb müb! £s padtt midi mit glübenbbei^eu Scbmerscnssangen unb reifjt mich aus meinem Hofentraum! 3n ""en Sturm ron Sdjmerjen mödite ich ausbrechen! Dem Simfon glcidi an ben Säulen mit rteftgen Firmen rütteln, ben Eempcl bes Socbmuts unb ber Drachenbrut mit bröbnenbem Hadiefibrei jerfebmettetn! liabc idj eben erft iliarbodjai burd; Batbadi fagen Iaffcn, ba£ idi mid^ ber Soffitte .^um CErot;, .^uiu Könige ungerufen begebe, unb habe ich bas ^aftcu angeorbnet, um fo fcb.neü n>ieber, non Düften umfdmiebt, im ©auberbauu bes gleifjnerifcben palaftes in fcbu>clgcrifd?es brüten 511 rcrfallcn? (3" aufbraufenber »Empörung.) Daß midi jeber J?licF mic ein giftiger Pfeil rerounbc unb baiß in jeber Flaffenben ll">unbc ber graufe. Sta^l ü§e, bajj jeber Saut unb jeber (SebanFe mit UTarterbränben midi Deröctjren, ba§ alle Slumcn mir 5U Dornen nierben, ron meinen IPunbcn rot, roenn ich audi nur einen 2lugenblicF bid? oergeffen njerbe, mein DoIF! Du rocinft! iüie tnilbc (Eiere umfdjleidjen bieb fdion bic £jcnFer in blutiger 23cutegier? Saublüftcru fliegen fie fdion umber, unb bu, im emigen Sdiattcn beines IPehs rerfrodien, ftofjnft hilflos im engen Kaum? 3 dj roerbe bidj niebt nähren, irie ich audj biefe Üofcnbitfdie (nad> bem ^fenfter binausfdiauenb) nicht begießen roerbe. *£in Hu« metter Fommt, unb bic Hofen roerben 11? äff er befommen, ftärFcnber als bas lüaffcr ber großen CQuellen, bas bie i?oicn pon ber IPfiftc holen Fönncn. ' (Sin Hnglücf bricht über bidi bercin, unb in bir erroad]t bas matte £eben. 2Ius ber Hot crtDädjft bic Kraft ber Hettung. lüir folltcn eins fein, audj roenn Feine (Scfabr porljanbcn ift. 3* trar ein Kinb. Sin töartcn, iiodi pcrfcbloffcn roar mein «eben. ITian pcrpflan^tc midi hierher, unb man fagte mir:'Du rerbirgft bein DoIF. Hab marft bu mir unb fern ipäbntcft bu midj. lUirft bu nun fommen, aurft bu nod? fäutnen, — fragte idi midj. Du Famft im (Semcin, obnmäcbtig=fIcbenb. <£s fchlummert noeb in bir Semuglfcin unb iPille. liur leiben Fannft bu, .— alfo

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