Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1908-01-17 · 3 (17.1.1908) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
3 (17.1.1908)
Date
1908-01-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3315709-3316296-3316300--50197-3377183
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

14 DJE^qKELT No. 3 O O O O O O O I ) o o ooo o J AUS DER BEWEGUNG looooooo Deutschland Berlin: Zu Ehren der zur A. C Sitzung hier anwesenden Mitglieder des Aktionskomitees, fand am Montag den 6. Januar, abends ein Festessen statt. Zirka 150 Personen nahmen daran teil. Nach dem ersten Gange erhob sich der tüchtige Arrangeur des Festes. Herr Dr. H. G. Hey mann, und toastete in warmen Worten auf das Aktionskomitee. Präsident Wolffsohn erinnerte in seiner Ansprache an die Zeit, da eine zionistische Versammlung in Berlin als stark besucht galt, wenn 10 Teilnehmer vorhanden waren. Dr. Friedemann toastete auf David Wolffsohn, Dr. Tschlenow auf die „Hadiis". die Jerusalemfahrer und die. die es einmal werden wollen. Den Damentoast brachte „natürlich"* Dr. Gronemann aus. und zwar in einer so witzig-gefährlichen Art, daß die Damen sich um Hilfe bei Dr. Oppenheim er umsehen mußten. Zum Schluß brachte die Versteigerung der Benschens dem N. F. eine hübsche Summe ein. Königsberg: Ein Makkabäerfest als jüdisches Volksfest im besten Sinne in der „Stadt der reinen Vernunft" zu feiern, ist kein leichtes Unternehmen: wer die Königsberger Verhältnisse kennt, wird es verstehen, mit welchen Schwierigkeiten die Veranstalter eines solchen Festes hier zu kämpfen haben. Die Makkabäerfeier, die die hiesige zionistische Ortsgruppe am 8. Dezember veranstaltete, nahm unter der bewährten Leitung des Herrn Arthur Cohn einen in jeder Hinsicht glänzenden und würdigen Verlauf. Mehr als 700 Personen waren erschienen, so daß der große Saal des alten Schützenhauses, der mit jüdischen Emblemen und in den jüdischen Farben reich dekoriert war, kaum für die Menge der Gäste ausreichte; und wenn auch die Wortführer unserer jüdischen Gegner dem Feste fernblieben, ihre Frauen, Söhne und Töchter waren, wie schon oft bei unseren Veranstaltungen, so auch diesmal nicht mehr so ganz vereinzelte Erscheinungen. Das Fest wurde von Dr. Arthur Pelz durch eine temperamentvolle Festrede eingeleitet, der sodann eine gute und eindrucksvolle Aufführung des Simonschen Festspiels folgte. Der I!. Teil brachte Gesangsvorträge von den ersten Kräften des Stadttheaters und von Herrn Kantor Behr. der einige .largonlieder vortrug; der III. Teil eine Tanzaufführung „Die Töchter des Volkes begrüßen die heimkehrenden siegreichen Makkabäer", worauf die Fesrversammlung gemeinsam „Hatikwah" sang. Den Beschluß machte ein Ball. In den Pausen wogten die Festteilnehmer in freudiger, gehobener Stimmung durch die zahlreichen, originell geschmückten Nebenräume, wo sich an den Büfetts und mancherlei Verkaufsbuden ein buntes, fröhliches Treiben entfaltete. Das pekuniäre Ergebnis war auch diesmal wieder ein erfreuliches; aus dem Überschuß wurden Beträge an den Be<:alel und den Parteifonds abgeführt und Morris Rosenfeld in das Goldene Buch des Nationalfonds eingetragen. Köln: Der neu gegründete „Herzl-Klub" veranstaltete Samstag den 11. ds. einen „Jung-Jüdischen Abend.- Nach einem kurzen einleitenden Referat über das Wesen der jung-jüdischen Literatur seitens des Herrn Pollak rezitierten die Damen Cossmann und Löwendahl und Herr Lissauer Gedichte modern-jüdischer Autoren, Frl. Schmuckler sang einige Arien, Frl. Danneberg undHerr PorgesspieltenKlavierundCello.ZumSchlusse las Herr Pollak die Uhr von Scholem Aleichem und das Armenmahl von Spector. -Ratibor. Am letzten Sonntag sprach in unserer Ortsgruppe Dr. Cassirer-Gleiwitz mit Bezug auf die von Dr. Moses veranstaltete Umfrage über „die Lösung der Judenfrage." Die fesselnden Ausführungen des Referenten erweckten eine sehr lebhafte Debatte. Berlin: Berliner zionistische Vereinigung, Abteilung „Bnei Zion". Die hebräischen Sprachkurse (für Anfänger und Vorgeschrittene) beginnen am Mittwoch, den 22. Januar um 8 Uhr abends im Wirtners Restaurant, Würzstraße 8'. Die Leitung liegt in den Händen eines bewährten Fachmannes und es können auch Nichtmitglieder teilnehmen. Österreich Teplitz-Schönau: In den letzten Tagen starb Frau Rosa Perut?, die Mutter unserer edlen Gesinnungsgenossin Frau Elisabeth Perutz. Aus diesem Anlasse spendeten sowohl der Volksverein „Zion" hier, als auch Vorstandsmitglieder und Mitglieder. Ölbäume auf den Namen der Verblichenen. Frau Elisabeth Perutz spendete 1000 Kronen für zionistische Zwecke, wovon 150 Kronen dem hiesigen Vereine gewidmet, der Rest bei den einzelnen Institutionen . ausgewiesen werden wird. Außerdem widmete das Vorstandsmitglied Frau Emmy Stein unserem Vereine 100 Kronen. Am 19. Januar findet ein Rezitationsabend jüdischer Dichtungen des Berliner Künstlers Fritz Richard statt, verbunden mit Tanz. Es herrscht lebhaft pulsierendes Leben in unserem Vereine. Iglau: Am 4. Januar fand der diesmonatliche interne Vereinsabend des Jüdischen Volksvereins „Theodor Herzl" für Iglau und Umgebung statt. Der Besuch war ein so starker, daß viele nicht mehr Einlaß fanden. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten Richard Weißenstein sprach unter großem Beifall stud. univ- Ernst Sommer über „Das jüdische Lied" und Dr. S. Werner über „Urteile berühmter Personen über den Zionismus". Die Herren Fischer, Dr. Bergauer, Schweizer vom Iglauer Stadttheater und das Vereinsmitglied Herr Julius Ornstein, besorgten den deklamatorisch-musikalischen Teil des Abends. Als nächste Veranstaltung plant der Verein einen großen öffentlichen Diskussionsabend. Kotzman: Über Einladung des jüd.-nat. Vereins „Dorschei Zion" in Kotzman hielt Herr Silber aus Juzynetz am Sonntag, den 22. v. M. vor einem zahlreichen Publikum einen Vortrag über die Bedeutung des achten Kongresses. Redner verstand es in einem mehr als einstündigen formvollendeten Vortrage die Wichtigkeit und Notwendigkeit der realen Palästinaarbeit klarzulegen und die Zuhörer für diese Idee zu begeistern. Sereth: Samstag, den 21. v.M. fand hier die Gründungsfeier des „poale-zionistischen Frauen- und Mädchenvereins" statt. Der glänzende Verlauf und der gute Besuch der Fe.ier bewies, welcher Sympathien der Verein sich seit seinem einjährigen Bestände in der Stadtbevölkerung erfreut. Der poale-zionistische Herrenverein half hier wacker mit. Zur Feier erschienen Vertreter der zionistischen Vereine aus Czerncnvitz und Radautz und der akad. Verb. „Zephirah". - Die Feier wurde durch eine mit großem Beifall aufgenommene Begrüßungsrede der Vereinspräsidentin, Frl. Rosa Stettner, eröffnet. Die Festrede hielt Herr stud. iur. Sokal, die Tendenzrede Herr cand. iur. Wattenberg. Der gutgeschulte Chor füllte den gesanglichen Teil und stud. iur. Gewürz den deklamatorischen Teil des Abends aus. Bobrka: Am 4. Januar hielt Herr Rubin aus Sley hier einen Vortrag über „Assimilation", der sehr beifällig aufgenommen wurde. In unserem kleinen, abgeschiedenen Städtchen bedeutet ein solcher Vortrag ein Ereignis und für unsere kleine Zionistengruppe einen nicht zu unterschätzenden Faktor. Der Vortrag hat auf das zionistische und jüdische Leben hier sehr anregend gewirkt. Wien: Akademische Verbindung „Kadimah". Die akad. Verb. „Kadimah besucht am 24. Januar 1908, um 11 Uhr vorm., anläßlich ihrer 50-sem. Stiftungsfestes das Grab Dr. Theodor Herzls und ladet zu dieser Gedenkfeier des toten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.