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Die Welt · 1908-01-03 · 1 (3.1.1908) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
1 (3.1.1908)
Date
1908-01-03
Page
– (sequence 18)
Language
German
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l( JUCPFSCHCR riATlQflALfoo MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Die bürgerliche Jahreswende, die im wirtschaftlichen und kommerziellen Leben die Zeit der Rechnungsabschlüsse und Etatsvoranschläge ist, eignet sich ganz besonders zu einer planmäßigen Aufnahme der Propagandaarbeit für die Selbtbestenernng. Es ist mißlich, hundertmal Gesagtes zum hundertundersten Male wiederholen zu müssen, wir halten es aber für eine eminente zionistische Pflicht, keine Gelegenheit vorübergehen zu lassen, ohne der hochwichtigen Institution der Selbstbesteuerung zu gedenken und unseren Gesinnungsgenossen immer wieder in Erinnerung zu rufen, daß der VII. Zionistenkongreß es jedem Zionist-en zur unabweislichen Pflicht gemacht hat, sich zugunsten des jüdischen Nationalfonds mit einem beliebigen Prozentsatz seines Jahreseinkommens selbst zu besteuern. „Selbst die Dürftigsten", — so lautet der Kongreßbeschluß, — „sollen.im Laufe eines Jahres wenigstens I Krone, 40 Kopeken, respektive den entsprechenden Wert in ihrer Landesmünze dem Nationalfonds zuwenden." Wir wollen hoffen, daß sich die Einrichtung der Selbstbesteuerung im neuen Jahre viel allgemeiner als bisher unter den Gesinnungsgenossen einbürgern wird. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß auch Nichtzionisten mit Leichtigkeit zur Selbstbesteuerung für den Nationälfonds herangezogen werden können. Schon gibt es in manchen Ländern eine große Anzahl von Selbstbesteuerungsgruppen, die Zionisten und Nichtzionisten umfassen; in manchen „Minjanim" befinden sich die Nichtzionisten sogar in der Mehrheit. Und dies sollte den Gesinnungsgenossen ein Ansporn sein, weitere gemischte Selbstbesteuerungsgruppen, wie man dieselben im Gegensatz zu den rein zionistischen genannt hat, ins Leben zu rufen, denn erfahrungsgemäß haben diese allgemeinen Gruppen einen weit höheren propagandistischen Wert als diejenigen „Minjanim", die sich ausschließlich aus Zionisten zusammensetzen. Wo es tunlich erscheint, sollten es unsere Gesinnungsgenossen nicht verschmähen, selbst Nichtjuden zur Selbstbesteuerung für den Nationalfonds heranzuziehen. Wir bitten jeden, der Mittel und Wege anzugeben weiß, die Institution der Selbstbesteuerung zu heben und ihre Einnahmen zu vermehren, seine Vorschläge der zuständigen Landessammelstelle oder dem Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds in Köln zu unterbreiten. Der vorigen Nr. der „Welt" lag das nene Nationalfondsflugblatt bei, dessen erste Auflage anläßlich des Chanukahfestes zur Versendung gelangt ist Eine zweite Auflage befindet sich in Vorbereitung. Dieselbe soll zugleich in hebräischer Sprache erscheinen. Auch eine englische, eine französische und eine ungarische Obersetzung des Flugblattes ist geplant Der zweiten Auflage des Flugblattes wird eine Postkarte beigelegt auf der der Empfänger seine Spendenbeiträge für den Nationalfonds zeichnen, Sammelbüchsen und-Bogen, Nationalfondsmarken und Telegrammblankttte bestellen kann. Die Gesinnungsgenossen und gesinnungsgenössischen Vereine werden ersucht, ihrer Landessammelstelle schon jetzt mitzuteilen, wieviel Exemplare des Flugblattes sie gebrauchen können, damit die einzelnen Sammelstellen in der Lage sind, uns rechtzeitig ihren Bedarf aufzugeben. Wir bitten ferner die Gesinnungsgenossen in den Ländern nichtdeutscher Zunge, uns gefL mitzuteilen, ob eine Ubersetzung des Flugblattes in ihre Landessprache erwünscht ist und wie hoch sie sich die Auflage in der betreffenden Sprache denken, damit wir eine genaue Obersicht über den Bedarf in den einzelnen Ländern gewinnen und dementsprechend unsere Verfügungen treffen können. Demnächst gelangen nene Sammelbogen des Jüdischen Nationalfonds zur Ausgabe, die durch gefälligere Ausstattung, handlicheres Format und praktischere Einrichtung ein weit wirksameres Sammel- und Propagandamittel für den Nationalfonds zu werden versprechen als die Sammelbogen älterer Auflage. Auch die neuen Sammelbogen werden in verschiedenen Sprachen erscheinen und sich hoffentlich in allen Ländern einbürgern. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß das Sammeln der . Asche von Glühstrümpfen, die als Putzmittel für Silberwaren etc. mit Vorliebe Verwendung findet, dem Nationalfonds einen beträchtlichen Gewinn zuführen könnte. Vielleicht ist einer der Leser in der Lage, in dieser Richtung praktische Fingerzeige zu geben. Um Verzögerungen bei der Auslieferung der für uns bestimmten Postsendungen zu vermeiden, bitten wir dringend, sämtliche an das hiesige Hauptbureau gerichteten Brief-, Geld- und Wertsendungen folgendermaßen zu adressieren: An das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds z. H. des Herrn Rechtsanwalt Dr. M. J. Bodenheimer, Köln, Karolingerring 6 Spendenausweis Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Deutschland: (Adresse: Zentralbureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin-Charlottenburg, Bleibtreustraße 49. — Adr. für Geldsendungen: Max Wollsteiner, Berlin NW., Holsteiner Ufer 10. — Publikationsorgan: „Jüdische Rundschau",' Berlin.) Im November und Dezember d. J. eingegangen und in der „Jüdischen Rundschau" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden - •.......... . . JC 1584.73 Goldenes Buch (Teilzahlungen)..........„ 918.09 Selbstbesteuerung.......•........ „ 99.25 Für den Herzlwald...............„ 1896.50 Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Österreich: (Adresse: Wien IX.V Türkenstraße 9. — Publikationsorgan: „Jüdische Zeitung", ebenda.) Vom 9. bis 15. Dezember d. J. eingegangen und in Nr. 23 der „Jüdischen Zeitung" detailliert ausgewiesen: Selbstbesteuerung . ~ ..............K. 105.65 Sammelbogen...................„ 416.46 Büchsen.....................„ 178.06 Summe Kr. 700.17 Mk. 595.14 Summe JC 4498.57 Für verschiedene Zwecke „ 80.30 Für verschiedene Zwecke: Kr. 41.36 J(, 35.14

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