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Die Welt · 1897-06-11 · 2 (11.6.1897) · p. 8

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Journal
Die Welt
Volume
1 (1897)
Issue
2 (11.6.1897)
Article
Antwort des Reverend William Henry Hechler
Date
1897-06-11
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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Seite 8. wPie&W<Itr Nr. 2. „An jenem Tage schloß Jehovah einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben vom Strome Aegyptens an bis zum großen Strom, dem Euphratstrom." Genesis (1. Mose) 15:18. Und als Moses vor seinem Tode das ganze Volk Israel zur treuen Erfüllung aller Gebote Jehovah's ermahnte, sagte er im Namen Gottes: „Wenn ihr meinen Geboten, die ich euch heute gebe, treulich gehorcht, indem ihr Jehovah, euren Gott, liebt und ihm von ganzem Herzen und von ganzer Seele dient, so werde ich eurem Lande zur rechten Zeit Regen geben, Frühregen wie Spätregen. Seid wohl auf eurer'Hut, daß sich euer Herz nicht bethvren läßt und ihr nicht andere Götter verehrt und euch vor ihnen niederwerft, sonst wird der Zorn Jehovah's gegen euch entbrennen und er wird den Himmel verschließen, so daß kein Regen mehr fällt und der Boden seinen Ertrag nicht mehr gibt und ihr werdet rasch aus dem schönen Lande verschwinden, das euch Jehovah verleihen will.Bon der Steppe bis zum Libanon, vom Strome, dem Euphratstrom, an bis an das westliche Meer soll sich euer Gebiet erstrecken. Niemand wird gegen euch standhalten." Deuteronomium (5. Mose) 11:13—25. Das ist also ein solch' großes Land, das Gott den Juden auf ewig gegeben hat, daß 20 — 30 Millionen Menschen da leicht neben einander wohnen können. Es ist eines der wunderbarsten Länder der ganzen Erde, mit kalter, gemäßigter und heißer Zone. Ein Land wo die Errungenschaften der Bodenkultur und der Civilisation der ganzen Erde leicht verwerthet werden können, und ein Centrum für Handel und Gewerbe wie kein anderes Land der Welt. In unseren Tagen ereignet es sich auch wieder nach langen, langen Jahren, daß der Spätregen sich in Palästina wieder einstellt. Also, nicht nur in den Propheten, sondern sogar durch die Natur scheint Gott heute auszurufen: „Israel! Komme zurück in dein Vaterland! Das Land hat seine Sabbathe gefeiert, und der Himmel öffnet sich wieder, nachdem er verschlossen gewesen ist, wie es der Prophet vorhersagte, weil du anderen Göttern dientest; nun aber wartet das Land seines Volkes, dem ich es gegeben Habel" — Wie wunderbar! Palästina ist das einzige Land der ganzen Erde, zu dessen Eigenthümern Gott selbst die Juden bestimmt und als solche genannt hat, und dorthin wollen und müssen sie einmal zurückkehren, denn Deuteronomium (5. Mose) 30:1—5 schreibt Moses: „Wenn sich einmal alles dieses, der Segen und der Fluch, was ich dir in Aussicht stelle, an dir erfüllt haben wird, und du es unter allen den Völkern, unter die dich Jehovah, dein Gott, verstoßen hat, zu. Herzen nimmst und dich sammt deinen Kindern von ganzem Herzen und von ganzer Seele zu Jehovah, deinem Gotte,. bekehrst und seiner Stimme gehorchst in Allem, was ich dir heute gebiete, so wird Jehovah, dein Gott, dein Geschick wenden und sich deiner erbarmen und wird dich wiederum sammeln aus allen den Völkern, unter die dich Jehovah, dein Gott, verstreut hat. Wenn sich Versprengte, die zu dir ' gehören,' am Ende des Himmels befinden sollten, wird dich Jehovah, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen und Jehovah dein Gott, wird dich in das Land bringen, das deine Väter besessen hatten, damit du es besitzest." Gewiß wird auch dann durch diese, von Gott schon längst vorhergesagte Rückkehr der Juden von allen Enden der Erde, das traurige Los so vieler armer verfolgter Juden verbessert werden und dann muß auch der böse Haß des Antisemitismus aufhören. Die Türkei kann ja nur gewinnen, wenn eine fleißige, ackerbautreibende und steuerbezahlende jüdische Bevölkerung sich in Palästina festsetzen darf mit einer geordneten und gesicherten Selbstregierung unter türkischer Oberhoheit und unter dem Schutze der europäischen Mächte. Eine solche glückliche Lösung der brennenden Judensrage, die gerade jetzt zu einer baldigen und friedlichen Lösung drängt, kann dann auch getrost die völkerrechtliche Anerkennung aller europäischen Staaten erhalten. Durch diese wird dann auch das Wort des Propheten Jesaja erfüllt werden: „So spricht der Herr, Jehovah: Fürwahr, ich will nach den Heiden hin meine Hand erheben und nach den Völkern zu mein Panier aufstecken, Daß sie deine Söhne im Busen herbeibringen und deine Töchter auf der Schulter hergetragen werden. Und Könige sollen deine Wärter sein und ihre fürstlichen Gemahlinnen deine Ammen." Jesaja 49: 22, 23. Sicher bin ich, daß die Errichtung eines geregelten jüdischen Staates in Palästina mit der Zustimmung und gütigen Hilfe der europäischen Fürsten den anderen Nationen der Erde nur zum Heile gereichen wird, denn wiederum sagen die Propheten: „In der letzten Zeit.wird von Zion die Lehre ausgehen und das Wort Jehovahs von Jerusalem." Jesaja 2: 2, 3, und genau ebenso Micha 4: 1—3. „So spricht Jehovah der Heerschaaren: Fürwahr, ich werde mein Volk . . . heimbringen . . . und wie ihr unter den Nationen zum Fluche geworden seid, Haus Juda und Haus Israel, so bringe ich euch Heil, daß ihr zum Segenswunsche dienen sollt. Seid getrost! Regt rüstig eure Hände! Denn so spricht Jehovah der Heerschaaren: Wie ich beschlossen habe, euch übel zu thun, als mich eure Väter erbitterten, spricht Jehovah der Heerschaaren, und mich's nicht gereuen ließ, so habe ich nun gleichfalls in diesen Tagen beschlossen, Jerusalem und dem Hause Juda wohl zu thun. Seid getrost! Dies ist's, was ihr zu thun habt!" Sacharja 8: 7—16. Nach den biblischen Weissagungen soll auch Jerusalem 42 Monate lang unter den Füßen der Heiden zertreten werden. Bei den Propheten aber hat, wie jeder Theologe weiß, ein prophetischer Monat 30 prophetische Tage, und ein prophetischer Tag ist gleich einem Jahre. Folglich sind 42 prophetische Monate gleich 42-mal 30 oder 1260 Jahre. „ Die Heiden werden die heilige Stadt zertreten zwei und vierzig Monate lang." Offenbarung Johannes 11 :2. Fragen wir nun: Seit wann ist Jerusalem eigentlich unter den Füßen der Heiden zertreten worden? So finden wir in der ganzen Weltgeschichte ein Hauptdatum, nämlich 637 auf 638 nach Christi Geburt, als Omar, der dritte Kalife und Schwiegervater Mohammeds, Jerusalem einnahm und die christliche Kirche, die damals an der Stelle des jüdischen Tempels auf Berg Morija in Jerusalem stand, in eine türkische Moschee umwandelte, die jetzige Moschee Omars. Addiren wir nun zu 637 auf 638 die 1260 Jahre der Zertretung Jerusalems hinzu, so bekommen wir die Jahre 1897 oder 1898. Die Schlußfolgerung ist, daß, wenn wir hiermit den von Gott bestimmten Anfang der schon längst vorhergesagten Zertretung Jerusalems richtig gefunden haben, wir jetzt in der Zeit der Rückkehr der Juden nach Palästina stehen müssen. Die nächste Zukunft wird es zeigen, ob diese Berechnung und Erklärung der biblischen Prophezeihung richtig ist. Dessen bin ich sicher, daß, wenn die jetzige die von Gott bestimmte Zeit der Rückkehr der Juden nach Palästina ist, keine Macht die Erfüllung seines Willens wird verhindern können. Und wenn wir die heute schon mächtige zionistische Bewegung in der ganzen Welt sehen, und erfahren, daß über 60.000 Juden schon in Palästina wohnen, so scheint es mir, daß die Rückkehr der Juden nach Palästina schon begonnen hat. Also nur muthig vorwärts! Der Prophet Jesaja ruft uns heute noch zu in jenem wunderbaren Liede, in welchem er die Heimkehr Israelis nach Zion schildert: „Herbei, ihr Völker, zu hören, und gebet Acht, ihr Nationen! Jehovah's Befreite kehren heim und gelangen nach Zion mit Jauchzen und ewige Freude um ihr Haupt! . Wonne und Freude erlangen sie, und Kummer und Seufzer werden entfliehen. Jesaja 34:1 und 35:10. Alles dieses hindert ja keinen Juden daran, ein treuer und loyaler Bürger in dem Lande zu sein, wo er jetzt lebt. Wenn aber die zionistische Bewegung so eifrig und werkthätig fortschreitet wie sie es jetzt in der ganzen Welt thut, so kann dieses wunderbare neunzehnte Jahrhundert der Elektricität und Eisenbahnen, wo alles schnell geht und welches die Entstehung des neuen Deutschen Reiches und anderer Reiche gesehen hat, zum Schluffe noch die Gründung des neuen Judenstaates erleben. Das gebe Gott! Was beweist dies Alles? Daß ich als gläubiger Christ glauben muß, daß die Juden wieder einmal nach Palästina zurückkehren und einen neuen Judenstaat gründen werden, denn so steht es im Worte Gottes geschrieben, und Gott will es. — Das sei Euer Motto! — Gott will es!

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