Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 49 (5.12.1913)
- Date
- 1913-12-05
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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1672 DIE3$EELT Nr. 49 gelingen ihm minder als die Russen. Vor allem ist Meri viel» lebendiger, wahrer, echter als die etwas verwaschene und dürftige Hanne-Liebe; und dem prachtvollen jungen Zionisten der „jüngsten" hat Madelung nichts an die Seite zu stellen. Aber der getaufte Bruder Hanne-Liebes, der berühmte Moskauer Advokat und Ehrenbürger, der doch eine unbesiegbare Liebe zu seiner Art behält und zum Schluß als eins der ersten Pogromopfer fällt, ist g e s e h e n. Und in noch höherem Grade gilt das von den russischen Gestalten. Ich weiß nicht, wie das Buch entstanden ist, aus welchen Erlebnissen es seine Anregungen empfing; aber es ist nicht bloß Literatur; und das ist so ziemlich das beste, was man von einem Literaturwerk sagen kann. Dt. Hugo Herrmann. Die Geschichte der Juden in Krakau und Kazimierz. Von Dr. Majer B a 1 a b ä n. Bd. I. Krakau 1913. Verlag der Krakauer Isr. Kultusgemeinde. (Polnisch.) Der I. Band dieses Werkes behandelt die Geschichte der Krakauer Juden von 1304—1655. Das Buch liefert einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der Juden in Polen. Die Geschichte der Krakauer Gemeinde, der ältesten jüdischen Gemeinde Polens, reicht bis zum Jahre 1304 zurück, in welchem Jahre die Akten von einem ziemlich großen „vicus judaictis" berichten. Nicht lange aber bleiben die Juden in Krakau, denn sie werden 1495 ausgewiesen und müssen von nun bis ins 19. Jahrhundert in einer bei Krakau liegenden Stadt, Kazimierz, wohnen. Es beginnt nun ein langer Kampf der vertriebenen Juden um ihre Existenzmöglichkeit. Diesen Kampf stellt Balaban sehr ausführlich und interessant dar. Die „jüdische Republik" wird vom Verf. eingehend geschildert. B. dringt in die Seele der damaligen Juden ein, er zeigt uns nicht nur ihre Geschäftsunternehmungen, Handelsprodukte, Handelswege, Verträge usw., er erzählt uns auch von der damaligen hohen geistigen Kultur, von den Akademien, Gelehrten und Schriftstellern. Wir lernen die Verfassung der Gemeinde kennen, den jüdischen Landtag mit seinen Marschällen, die jüdische Gesetzgebung und das jüdische Gerichtsverfahren. Wir finden in der Krakauer Gemeinde des 16. Jahrhunderts Spitäler, Apotheken, Aerzte und ein modern gestaltetes Wohltätigkeitswesen. Auch den Soziologen und Statistikern bietet Balabans Werk viel neues. Die Schrift eröffnet einen höchst lehrreichen Einblick in das noch unerforschte Leben der polnischen Juden. Der I. Band schließt mit dem Schreckensjahr 1655. Ch. D. Kleine Mitteilungen In zwei Nummern der Münchener Wochenschrift „März" veröffentlicht Stefan Großmann eine „Grabrede auf den Zionismus“, Sn der die trivialsten Argumente der Assimilation imit neudeutsch-jüdischer Geistreichelei wortreich vorgetragen .werden. In einem folgenden Heft fertigt Julius S i tn o n das „Grab“-Gerede sachlich und entschieden ab. In dem soeben erschienen Dezember-Heft der Berliner „Neuen Rundschau" schreibt Alfons P a q u e t über seine ReiseinPalästina und über den Zionismus. Wir kommen auf den interessanten Aufsatz noch zurück. Ein außerordentlich instruktiver und gehaltvoller Aufsatz unseres bekannten Gesinnungsgenossen Dr. Alfred Vale n s i, Advokat in Tunis, der unter dem Titel „Le Sionisme" kürzlich in der Zeitschrift „La Vie Internationale" erschienen war, ist soeben als Broschüre herausgekommen. (Publication No. 56 des „Office Central des Associations Internationales", Bruxelles 1913.) SPRECHSAAL Mit Bezug auf die Notiz „Die italienischen Wahlen und die Juden" in Nr. 48 der „Welt" bittet uns unser Gesinnungsgenosse Herr Tobias Markus in Florenz, mitzuteilen, daß nach Informationen, die er beim Oberrabbiner Dr. Margu- 1 i e s eingeholt hat, die Haltung des Rabbiners gegenüber dem Generalvikar des Erzbischofs durchaus nicht „unterwürfig" gewesen sei. Vielmehr habe Dr. Margulies in sehr scharfen Worten über die Kampagne der „Unitä Cattolica" Ausdruck gegeben. Der Generalvikar stimmte seinen Ausführungen auch vollständig bei, und versprach, seinen Einfluß geltend zu machen, damit die Hetze der „Unitä Cattolica" ein Ende nehme. In der Tat war in den folgenden Nummern des Blattes über den „Ritualmord" nichts mehr zu lesen. Das Blatt druckte auch die Zuschrift von Dr. Margulies vollinhaltlich ab und begleitete sie mit einigen offenbar ausweichenden Verlegenheitsphrasen. Es kann also keine Rede davon sein, daß Dr. Margulies der Würde des Judentums irgend etwas vergeben habe. Herr Dr. Heinrich L o e w e bittet uns um Abdruck folgender Erklärung: Der als Erwiderung auf den Angriff in „Ost und West" in Nr. 45 der „Welt" von mir gebrachte Artikel, ist von der Redaktion um nahezu die Hälfte gekürzt und vielfach verändert worden. Da von einer Seite die wahrheitswidrige Behauptung verbreitet wird, daß mein Artikel in der „Oesterreichischen Wochenschrift" über den Kongreß ein antizionistischer gewesen ist, so lege ich Wert darauf, festzustellen, daß der hierauf bezügliche Passus in meinem Artikel der „Welt" ebenfalls der Kürzung anheimgefallen ist. Die Ueberschrift des Artikels war nicht von mir. Heinrich L o e w e. Schluß des redaktionellen Teiles Bei der Administration „Die Welt" sind eingegangen: Für das Jüdische Museum in Jerusalem Ing. H. Braudc, München.,!L 5.— Für das Mikrobiologische Institut: „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut" Siegmund Eppler, Wien .... - - Kr. 2.— JL 1.68 Paul Diamant, Wien. - - „ 2.— „ 1.68 Prof. Kellner, Wien. —.84 Johann Kremenezky, Wien - - - £ f * 8.40 Ing. Josef Seidener, Wien .... - - „ —.50 „ —.42 Heinrich Lederer, Wien .... . . —.50 „ —.42 Leo Weiss, Wien. - - .. 1.— „ —.84 Oswald Weiss, Wien. - - „ 2.— --- „ 1.68 Julius Weiss, Wien. —.84 Dr. Elkan Weiss, Wien - - - 1.68 Emanuel Lockspeiser, Boryslaw - ' * 1— .. —.84 Kais. Rat Emil Broch, Tamow - - - „ —.50 „ —.42 Kais. Rat C. Hirsch, Wien - - 4.20 Heinrich Bard, Lemberg .... . . 6.— 5.04 Neue Tabletten - Maschinen. Tabletten, Pastillen, Würfeln, Kugeln usw., -werden vorzugsweise in der pharmazeutischen Branche, chemischen Industrie. Nahrungsmittel- und Zuckerwaren - Industrie hergestellt. Früher wurde diese Fabrikation ausschliesslich mit der Hand ansgeführt, wodurch sich die Herstellung von Tabletten sehr teuer stellte; die Einführung war infolgedessen nur spärlich. Durch Fabrikation neuer Spezial-Maschinen wurde die Herstellung solcher Artikel bedeutend verbilligt: der Konsum ist seither gewaltig gestiegen. Heute herrscht eine ganz bedeutende Nachfrage nach allen Maschinen zur Herstellung dieser Tabletten, Würfel etc. — Die Firma Komprimier- Maschinen G. m. b. H. Berlin <7, Kastanienallee 74. bringt neuerdings Maschinen auf den Markt (siehe Inserat), welche ganz besondere Vorzüge in bezng auf einfache Konstruktion und hohe Leistungsfähigkeit aufweisen und deshalb sehr gern gekauft werden. Interessenten erhalten von dem Verlage der „Welt“ sowie von der genannten Firma ausführliche Prospekte und Auskünfte. DER ZUG DER ZEIT rou=wEiW, &2S3