Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 47 (21.11.1913)
- Date
- 1913-11-21
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 47 1009 DlEl^KELT der Korporationen, Verlebendigung des Geschichtsstudiums, Erregung des Interesses an geistiger Arbeit zu erblicken sind, und beantragt eine Reihe konkreter Maßnahmen für das Jahr 5674, von denen genannt seien: Einführung einer hebräischen Terminologie und jüdischer Gesellschaftsformen in den Korporationen, Einrichtung von höheren Kursen für jüdische Geschichte, Kursen für jüdische Literatur (insbesondere Bibelkurse), Abhaltung von Seminarien über Geschichte der Bewegung, Einführung obligatorischer Prüfungsfächer, Prüfungsordnung, Herausgabe eines studentischen Jahrbuches, Preisausschreiben, Austausch von Referenten jmd Referaten, Wanderbibliothek usw. Zum Schluß schlägt Redner mehrere Resolutionen vor. Nach einer kurzen Debatte wurden die Anträge Dr. Knopfs angenommen. Vorsitzender Dr. Schwarzbart verliest unter allgemeiner Zustimmung eine Erklärung betreffend d i e Stellungnahme der Studentenschaft zur Sprachenfrage am Haifaer Technikum. Dr. Tartakower (Techijah-Brody) hält ein Referat über „Die Nationalisierung der zionistischen Intelligenz." Redner verlangt vor allem die Kenntnis des Hebräischen, sodann Rückkehr zu jüdischen Lebensformen, wie sie sich in der Synagoge erhalten haben. Fürchten wir nicht den törichten Einwand des Klerikalismus. Die religiös-nationalen Formen werden die Intelligenz zur Volksmasse und zum Judentum zurückführen. Sie werden unser nationales Leben bereichern und fremde Formen vertreiben. Hierauf wurde die Wahl eines neuen Präsidiums vorgenommen. Es wurden gewählt: D r. Knopf, D r. D u I d i g als Mitglieder, Gottfried als Ersatzmann. Der Sitz des Präsidiums bleibt bis auf weiteres Przemysl. Nach Erledigung des Budgets erfolgten die Sdhlußansprachen, u. a. sprachen Dr. Lauterbach und Dr. Lippe, welch’ letzterem die Versammlung eine spontane Ovation bereitete. Unter den Klängen der Hatikwah schloß der Vorsitzende den ersten Verbandstag. Es waren eine Anzahl von Begrüßungen eingelaufen, so vom E. A. C., Prof. Warbu.rg, Ussischkin, Dr. Sch. Levin, Stand, Dr. O. Thon, Dr. Pasmanik, der Histadruth Ibrith, der N.Z. S. O. und vielen Vereinen. Dem E. A. C. wurde telegraphisch der Dank der Konferenz ausgesprochen. Am zweiten Tage fand ein Kommers statt. — Die Tagung zeichnete sich durch Sachlichkeit, Emst und gehobene Stimmung aus. in Haifa, Jakob Auerbach (Posen) und Heinrich Auerbach (Essen) sowie seine Töchter, Frl. Nanny Auerbach und Frau Johanna Loewe, die Gattin unseres geschätzten Mitarbeiters Dr. Heinrich Loewe, sind in unserer Bewegung wohl be- Deutschland Berlin. Am 16. November veranstalteten die vereinigten Berliner jüdisch-nationalen Korporationen den ersten in der Reihe ihrer jüdischen Dichterabende. Nach einer den Zyklus einleitenden Ansprache von Dr. Hugo Herrmann über das Thema „Der Dichter und das Volk“ las Dr. Max B r o d - Prag aus seinen Schriften vor. Er gab eine Reihe neuer Gedichte, einen Teil seiner biblischen Szenen „Die Arche Noah“ und zum Schluß ein kraftvolles Kapitel aus dem ungedruckten Roman „Tycho Brahe“. Das zahlreiche Publikum folgte mit großer Aufmerksamkeit und dankte dem Dichter mit lautem, ehrlichen Beifall. München. Der Zionistische Gruppenverband Bayerns hat anläßlich der Thronbesteigung König Ludwigs III. an diesen eine Huldigungsdepesche gerichtet. Der Vorsitzende des Gruppenverbandes, Jakob Fränkel, erhielt hierauf folgende Antwortdepesche: „Besten Dank für den Huldigungsgruß zu meiner Thronbesteigung. Ludwig.“ Oesterreich Prag. Samstag, am 8. November, fand in Prag im Sofiensaal ein zionistisches Meeting statt, wie es hier noch nicht gesehen wurde. Ueber 2000 Personen füllten den Riesensaal. Zunächst sprach Dr. Ludwig Singer tschechisch, dann hielt das Mitglied des E. A. C., Dr. Schmarja Lev in eine einstündige Rede, in der er ausgehend vom Beilis-Prozeß An unsere Leser! Konferenz der österreichischen Poale-Zion Am 2. November fand in Lemberg die Jahreskonferenz der poale-zionistischen Organisation Oesterreichs statt. Sie zählte 38 Teilnehmer. Die Tagung eröffnete der Obmann des Exekutivkomitees Dr. Max Rosenfeld. Die Konferenz begrüßten u. a. Chasano witsch (Wien) im Namen des allweltlichen Poale-Zion-Verbandes, ein Mitglied des Zentralkomitees der russischen Poale-Zion, Dr. Chaim Schitlowski (New York), der dem Wunsche Ausdruck gab, daß die Konferenz alle jüdischen sozialistischen Parteien einander näher bringen möchte. Im Rechenschaftsberichte über die Tätigkeit des Exekutivkomitees betonte Anselm Reiß besonders die Stellung der Partei im galizischen Wahlreformkampfe und die Kundgebungen gegen den Prozeß in Kiew. Er besprach die Bemühungen auf gewerkschaftlichem und kulturellem Gebiete und die Verhältnisse des Parteiorgans „Der jüdische Arbeiter“. Es wurden 1100 Schkolim und 1000 Verbandssteuer abgeliefert. In der Diskussion ergriffen das Wort Lhasanowitsch (Wien), Seiler (Lemberg), Kohn (Sieniawa), Schlimo witsch (Obmann des Palästina-Arbeiterfonds), die fast alle die Arbeitsgrundsätze der Leitung billigten. Es wurde ihr auch Dank und Vertrauen ausgesprochen. Presse- und Parteiverlagfragen wurden in vertraulicher Sitzung behandelt. Die Angelegenheiten des Palästina-Arbeiterfonds besprach Schlimowitsch. Es wurde beschlossen, die Ortsorganisationen aufzufordern, das möglichste für die Stärkung des Fonds zu tun. Ueber die gewerkschaftliche Tätigkeit referierte J. Kandel. An der Diskussion über den weiteren Ausbau der Gewerkschaften beteiligten sich u. a. J e k e 1 (Stanislaul, S o k a 1 (Czemowitz), Frachter und Schlaff (Przemysl). Nachdem noch j. Wachmann (Wien) und J. Kandel (Lemberg) als Parteisekretäre bestätigt wurden, war die Tagesordnung erledigt. Persönliches Am IS. November feierten Herr Rabbiner B. M. Auerbach und Frau aus Obersitzko (Posen) in Berlin das Fest der goldenen Hochzeit. Wir dürfen nicht nur das Jubelpaar selbst zu unseren Gesinnungsgenossen, zählen, seine Söhne Dr. Israel Auerbach in Konstantinopel, Dr. Elias Auerbach i I i I i I I i i Wir bitten alle unsere freunde, die für die Propaganda so wichtige Zeit bis Ende dieses üahres auch für die „WECT“ auszunutzen und keine Gelegenheit vorübergehen zu lassen, um der „Welt“ neue Abonnenten und dadurch unserer Sache neue aktive Mitarbeiter zuzuführen. Im Monat Dezember erhält jeder neu eintretende Abonnent, der uns seine Bestellung für 1914 bis zum 30. November aufgibt, die „Welt“ gratis An alle Adressen, die uns aufgegeben werden, senden wir Probenummern gern umsonst. Wir bitten unsere Gesinnungsgenossen, uns solche Adressen, an die wir uns mit Aussicht auf Erfolg wenden können, umgehend mitzuteilen. Verlag „Die Welt“, Berlin W15 I i I i I i I «