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Die Welt · 1913-11-21 · 47 (21.11.1913) · page 18

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
47 (21.11.1913)
Date
1913-11-21
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1608 dem zu wählenden Landeskomitee überwiesen. Ludwig Simon forderte die Umgestaltung der „Zsidö Szemle“ in ein Wochenblatt. Auch dieser Antrag wurde dem Landeskomitee überwiesen. Es sprachen ferner die Herren Felix Neumann (Nyitra), Perenyi, Brauer, Dr. Sipos, Dr. Schönfeld und andere. Im Laufe der Debatte wurde das frühere Mitglied, des engeren Landeskomitees, S. Bettelheim, scharf angegriffen, weil er mit dem zur Genüge bekannten Herrn Szabolcse auf eigene Faust einen Pakt schließen wollte. Herr Bettelheim verteidigte sich in einer längeren Rede. Die Berichte wurden zur Kenntnis genommen und der Leitung einstimmig Decharge erteilt. Herr Nathan Groß vom Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds sprach sodann über die Tätigkeit und die Arbeitsmethoden unseres Nationalfonds in Palästina und verbreitete sich ausführlich über die Reorganisation der ungarisehen Landessammelstelle. Sein Referat wurde von Dr. Viktor Jordan in vorzüglicher Weise ergänzt. Es folgten dann die Neuwahlen. Auf Antrag des Kandidationsausschusses wurden gewählt zu Mitgliedern des engeren Landeskomitees die Herren Benjamin B e r e g i, David K o h n, David Lindenbaum, Dr. Moriz Künstler und Dr. Eugen Sipos. In das Zentralkomitee der Weltorganisation wurde Herr Dr. Bela Oesterreicher delegiert. Das Parteisekretariat wurde noch nicht besetzt. Zum Leiter, der Nationalfonds-Landessammelstelle wurde Dr. Viktor Jordan gewählt. Zu Mitgliedern des weiteren Landeskomitees wurden gewählt, Alexander Horvät, Dr. Nison Kohan, Dr. Ludwig Domeny und Dr. Leopold Ostern aus Budapest, Dr. Bernhard Singer (Szabadka), Dr. Friedrich S z i I ä r (Z6bromiipese), Felix Neumann (Nyitra), Arnold Merbl (Temesvär), Moriz J u h ä s z (Kassa), Wilhelm Klein (Szatmär), Josef Steiner (Kapuvär), Ignaz Lustig (Unguär), Friedrich Gross (Kolozsvär), Dr. Eugen Erdebyi (Györ) und Samuel Bernät (Miskolc). Nach Schluß der Tagung konferierten Herr Groß vom Zentralbureau des Jüdischen Nationalfonds und der neue Leiter der Landessammelstelle Dr. Jordan mit dem neuen engeren Landeskomitee bezüglich der Reorganisation. Es wurde in allen Fragen eine Einigung erzielt und eine durchgreifende Neuorganisation vorgenommen, die einen baldigen Aufschwung der Nationalfonds-Eingänge erhoffen lassen. Der Nationalfonds-Kommission gehören außer Herrn Dr. Jordan vorläufig die Herren Dr. Dömeny und Hirsch an. Die Prager Resolutionen zur Kulturarbeit Auf dem am 9. November in Prag abgehaltenen Böhmischen Distriktstage, über dessen Verlauf wir in der vorigen Nummer der „Welt" berichteten, wurden neun Resolutionen des Referenten über „K ulturarbei t", Dr. Hugo Bergmann, angenommen, die wir hier im Wortlaut wiedergeben: 1. Der Distriktstag spricht seine Ueberzeugung aus, daß die durch das Baseler iVogramm geforderte Stärkung und Förderung des jüdischen Selbstgefühls und Volksbewußtseins in dauernder und tiefer Weise nur möglich ist, wenn das Leben der Juden auch im Galuth — soweit dies hier möglich ist — mit jüdischer Kultur erfüllt wird. 2. Der Distriktstag sieht insbesondere in der hebräischen Sprache das unentbehrliche Mittel sowohl für unseren Anschluß an die überlieferten jüdischen Kulturwerte wie für eine innige Verbindung zwischen Galuth und Palästina. Der Distriktstag begrüßt deshalb die fortschreitende Hebraisierung der zionistischen Organisation, wie sie auf dem XI. Kongreß zutage getreten ist, und fordert die Zionisten Böhmens auf, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß der Zionismus in Böhmen mit diesen Entwicklungstendenzen der Allgemeinorganisation gleichen Schritt hält. 3. Die zionistischen Vereine Böhmens sind verpflichtet, der Pflege des Religionsunterrichtes' in ihren Städten gehörige Aufmerksamkeit zuzuwenden; sie haben die Eltern über die Wichtigkeit des Geschichts- und hebräischen Sprachunterrichts aufzuklären und von den Lehrern zu verlangen, daß sie es durch einen methodisch und pädagogisch gut geleiteten Unterricht zuwege bringen, das Lehrziel bei allen Schülern zu erreichen. 4. Die zionistischen Vereine haben für die Errichtung von Kursen für hebräische und jüdische Geschichte Sorge zu tragen. Bei Anstellung eines Rabbiners bzw. Religionslehrers in einer Gemeinde haben die Zionisten dafür zu sorgen, daß Männer angestellt werden, welche zur Abhaltung solcher Kurse befähigt sind und deren bisherige Amtstätigkeit eine Gewähr bietet, daß sie bereit sein werden, diese Aufgabe zu erfüllen. Wo aus irgendwelchen Gründen die Rabbiner solche Kurse nicht abhalten können, [EIT —- - - - -- Nr. da sollen die zionistischen Gruppen dafür Sorge tragen, dal Hebräischlehrer in die Stadt kommen, welche durch die Organisation für hebräische Sprache und Kultur (Histadruth) empfohlen sind. 5. Der Distriktstag verpflichtet die zionistischen Studenten zur Erlernung der hebräischen Sprache. Die- Kulturkommission des Distriktstages hat sich durch Vornahme von Prüfungen davon zu überzeugen, daß die StudentenveA einigungen diesem Beschlüsse des Distriktstages nachkommertK 6. Der Distriktstag sieht in der Errichtung jüdischer I n t e r n a t e und Pension ate ein wesentliches Erfordernis der nationalen Erziehungsarbeit. Er empfiehlt den Zionisten die Förderung der schon bestehenden Institute, wenn der dort herrschende Geist der des nationalen Judentums ist. 7. Der Distriktstag sieht in der jüdischen Wanderbewegung ein vorzügliches Mittel zur Erziehung unserer Jugend und empfiehlt die Gründung von Wandervereinen; aus der Arbeit dieser Vereine sollen zionistische fragen grundsätzlich ausgeschaltet, dafür soll dem Unterricht im Hebräischen und in der jüdischen Geschichte erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. 8. Der Distriktstag empfiehlt die Gründung eines hebräischen Kindergartens in Prag. 9. Zur Durchführung dieser Beschlüsse und zur Beratung aller Kulturfragen wählt der Distriktstag aus der Mitte der Zionisten Böhmens einen Kulturausschuß, dessen laufenden Agenden durch eine drei- bis fünfgliedrige Kommission in Prag geführt werden. Der erste Verbandstag der H.A.Z. Verband zionistisch-akademischer Korporationen Galiziens Im September 1912 wurde auf einer Konferenz galizischzionistischer Studenten die Histadruth Agudoth ha’- akademiim ha’zionim (H. A. Z.) b'Galiziah (Verband zionistisch - akademischer Korporationen Galiziens) begründet. Der Verband bezweckt die Erziehung der zionistischen Intelligenz zum Bewußtsein ihrer kulturellen Aufgaben einem lebendigen Judentume gegenüber. Die H. A. Z. erstrebt insbesondere die Rückkehr der jüdischen Jugend zur hebräischen Sprache. In den Tagen vom 31. Oktober bis 2. November d. J. wurde der 1. Verbandstag der H. A. Z. in PrzemysI, an welchem 25 Delegierte teilnahmen, abgehalten. Dr. Lauterbach eröftnete im Namen des Präsidiums die Tagung. Nach mehreren Begrüßungsansprachen wurden die Bureauwahlen vorgenommen. D r. D u I d i g erstattete den Rechenschaftsbericht des Präsidiums für das Jahr 5673. Die H. A. Z. umfaßt 19 Korporationen und 1 Gruppe mit insgesamt 760 Mitgliedern. Dr. Lauterbach referiert über „Die ideellen und organisatorischen Grundlagen des H. A. Z." Redner versucht die Entstehungsgründe der H. A. Z. aus der im zionistischen Lager herrschenden Stimmung abzuleiten. Er erörtert die Ursachen der Unzufriedenheit in der Bewegung, in den Kreisen der Intelligenz und in der Studentenschaft. Der Referent stellt folgende Postulate auf: Erregung des Interesses an innerer, geistiger Arbeit, Rückkehr zum Hebräischen, Verständnis für die historische Auffassung des Zionismus, Erziehung zum kulturellen Volljuden. Das Streben der H. A. Z. sei nur der Nationalisierung der organisierten Studentenschaft gewidmet, aber ihr Einfluß werde wirken auf die zionistische Intelligenz und die allgemeine Bewegung. Die Mehrzahl der Teilnehmer erklärte sich mit den Grundzügeh der Arbeit des Präsidiums einverstanden, nur verlangten manche eine Ausdehnung seiner Tätigkeit, die anderen deren Einschränkung. Hierauf wurde dem Präsidium einstimmig Decharge erteilt und Dank und Anerkennung ausgesprochen. Menkes (Mitglied des Z. K. der Zirei Zion-Lemberg) referiert über „Die Erziehung eines studentischen Nachwuchses." Die nationale Erziehung müsse in den Schülerorganisationen und Studentenkorporationen einheitlich gestaltet werden, dann bekommen wir einen wertvolleren Studententypus. Die darauf folgende Diskussion kulminierte in der Ansicht, daß die Erziehung zum nationalen Volljuden und nicht zum Parteimann die Devise der Jugend vereine sein soll. Dr. Schwarzbart hält ein längeres Referat über „Die Ursachen der Entwicklung des Zionismus und seine Prognose". Auf Einladung des Präsidiums referiert Herr Abr. Sonne über „Unsere Jugend“. Referent behandelt zwei Typen der galizischen zionistischen Jugend, den Studenten und den Talmudjünger. D r. Knopf legt namens des Präsidiums das Arbeitsprogramm für das Jahr 5674 vor. Er bespricht das allgemeine Programm, dessen wesentlichste Postulate in der Hebraisierung

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