Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 46 (14.11.1913)
- Date
- 1913-11-14
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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:LT 1577 Nr. 46 ..-. — D!E2 Kuratoriums des Haifaer Technikums, an dieser Anstalt vorwiegend die deutsche Unterrichtssprache einzuführen, wodurch das Hebräische aus dem Lehrplan der wichtigen allgemeinen Disziplinen ausgeschaltet würde. Dieser Protest wurde einstimmig angenommen. Am Distriktstage nahm auch der Sekretär des E. A. C. Kurt Blumenfeld teil und griff wiederholt in die Debatte ein. „Zionismus und Moderne“ Aus Wien wird uns geschrieben: Adolf Böhm, dessen Aeußerungen kürzlich ein gewisses Aufsehen hervorgerufen hatten, kam in einem von der Wiener jüdisch - akademischen Verbindung I v r i a veranstalteten Vortragsabende zu Wort. Seine Ausführungen, die infolge der bekannten Vorgänge besonders interessieren und auch zur Klärung beitragen dürften, gipfelten etwa in folgenden Sätzen: Die Ketzerriecherei, die jeden verfolgt, der eine von der landläufigen Auffassung des Zionismus abweichende Meinung nicht aus einer Marotte, sondern aus einem inneren Erlebnis heraus vertritt, ist verdammenswert. Das Einigende im Zionismus ist das Bekenntnis zur Nation und zum Endziel. Darüber hinaus kann es keine theoretische Bestimmtheit geben, und „jeder nach seiner Denkart“ kann dem Endziele einen anderen Inhalt geben. Die verschiedenen Anschauungsmöglichkeiten werden am besten bloßgelegt, wenn man sich klar macht, daß der Zionismus einen dreifachen Aspekt hat: die Juden h e i t s frage, die Juden t u m s frage und die individuelle Judennot Herzls Anschauungen, von der Judenheitsfrage ausgehend, wurzeln in ihrer Auffassung, daß politische Fragen Macht- und nicht Rechts fragen sind (Lassalle) und in ihrem nationalistischen Zuge (als Gegensatz zum bisher herrschenden Rationalismus) durchaus in der Moderne. Auch die Empfindlichkeit für die Würde des Individuums sei eine Frucht der Moderne. Böhm weist die mißverständliche Interpretation seines Aufsatzes im Buche „Vom Judentum“ zurück. Er habe nur gemeint, daß im Judentume das Gemeinschaftsleben das Wichtigere war, dem gegenüber die Eigenbedeutung des Individuums zurücktreten mußte. Diese Anschauung wurde wiederholt, unter anderem von Ach ad Haam , ausgesprochen. Auen das Zurückgehen auf die Schöpferkraft des Volkes als Quell der Ganzheit des Individuums sei modern. Allerdings stamme diese Anschauung aus dem Urgeist des Judentums, weshalb der Zionismus in Wahrheit eine aus dem ersten Judentum geborene Reaktion gegen den Ghettogeist sei. Immer wieder hätten sich im Judentum Kräfte geltend gemacht, welche die Forderung der Unbedingtheit und Heiligung der Seele der bloß formalistischen Gesetzlichkeit entgegengestellten (Buber). Wenn Redner wegen dieses Bekenntnisses angegriffen werde, sehe es um Toleranz und Geistesfreiheit traurig aus. Auf das religiöse Problem übergehend, zeigt Böhm, daß ein einseitiger Konfessionalismus, der die Selbstbestimmung des Individuums ertötet, antireligös ist. Nach eingehender Behandlung des Jutentumsproblems im neuen Palästina betont Böhm, daß er den Zionismus vor allem als nationalpolitische Bewegung ansehe, daß aber den individuellen und geistigen Fragen deshalb so weiter Raum gegeben werden müsse, weil die Gefahr bestehe, daß unsere Bewegung reaktionär im Sinne einer Einengung der geistigen Freiheit ihrer Anhänger werden könnte. „Der Zionismus ist nicht denkbar ohne die schöpferische Kraft des Geistes und des Willens. Schwächt man diesen mutigen Glauben, indem man im Namen des Zionismus versucht, einen geistigen Zwang auszuüben, dann hat man die innerste Kraft des Zionismus gebrochen.“ Es ist nicht möglich, den Inhalt des sehr interessanten Vortrages, an den sich eine lebhafte Diskussion knüpfte, erschöpfend mitzuteilen und wir haben nur jene Teile der Rede hervorgehoben, in welchen Adolf Böhm auf von ihm vertretene Anschauungen zurückkommt, die bei einem Teile unserer Gesinnungsgenossen Widerspruch fanden, von der gegnerischen Presse aber, maßlos verzerrt, zu Angriffen auf den Zionismus benutzt wurden. Danksagung Anläßlich der Feier unseres Jubiläums sind uns von so vielen Seiten Glückwünsche zugekommen, daß es uns unmöglich ist, dieselben einzeln zu beantworten. Wir gestatten uns deshalb an dieser Stelle allen, die uns ihre guten Wünsche übermittelt haben, unseren aufrichtigsten Dank darzubringen. Die zahllosen Freundschafts- und Sympathie- Kundgebungen werden uns ein Ansporn sein, unsere bisherige Tätigkeit unermüdlich und unbeirrt fortzusetzen. Jaffa, 30. Oktober 1913. The Anglo-Palestine Company Ltd. Schluß des redaktionellen Teiles Bei der Administration „Die Welt“ sind eingegangen: Für das Jüdische Museum in Jerusalem H. Braude, München..AL 5.— Für die Nationalbibliothek in Jerusalem: Robert Gutmann, Prag .AL —.50 Für das Mikrobiologische Institut: Josef Weiss, Pressburg.Kr.—.50 — AL —.42 Samuel Barbasch, Odessa.„ 50.— — „ 42.— Robert Gutmann, Prag.„ —.50 — „ —.42 „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut“ Siegmund Eppler, Wien.Kr. 2.— — JL 1.6S Paul Diamant, Wien.„ 2.— — „ 1.68 Prof. Kellner, Wien.„ 1.— „ —.84 Johann Kremenezky, Wien.Kr. 10.— — JL 8.40 Ing. Josef Seidener, Wien.„ —.50 — „ —.42 Heinrich Lederer, Wien.„ —.50 — „ —.42 Leo Weiss, Wien.„ 1.— „ —.84 Oswald Weiss, Wien.„ 2.— „ 1.68 Julius Weiss, Wien.„ 1.— — , —.84 Dr. Elkan Weiss, Wien.„ 2 — „ 1.68 Emanuel Lockspeiser, Boryslaw - - - „ 1.— — ,, —.84 Kais. Rat Emil Broch, Tarnow - - „ —.50 — „ —.42 Kais. Rat C. Hirsch, Wien.„ 5.— „ 4.20 Heinrich Bard, Lemberg.„ 6.— — „ 5.04 Bei dem Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für die Tachkemonischule in Jaffa: per Max Wolisteiner, Berlin.4L 56.40 Für das Mikrobiologische Institut: per Max Wollsteiner, Berlin.Al. 83.— Für das hebr. Gymnasium in Jaffa: per Max Wollsteiner, Berlin.Al. 12.— Für den Bezalel: per South African Zionist Federation.£ 1.1.— Für das Hebräische Gymnasium in Jerusalem: per J. N'.-F., Wien .Kr. 26.20 Für das Hygienische Institut: per J. N.-F., Wien.Kr. 6 — Für die Hebräische Universität: per J. N.-F., Wien..Kr. 100.— Der neueste Katalog der „Krone** GaaglühUcht ~ Geaellschaft xn. t>. Berlin SO. 16, Cöpenicker Str. 66/57, liegt uns vor und wir geben einige Mitteilungen aus diesem Prospekt wieder. Die Fabrik gehört zu den ältesten der Branche. Es ist ihr bekanntlich vor Jahren gelungen, zuerst den Artikel Glühstrümpfe aus Kamiegam herzustellen und erfolgreich einzuführen. Durch den Glühstrumpf aus Kamiegam ist in sehr kurzer Zeit der Glühstrumpf aus Baumwolle fast vollständig verdrängt worden- Die Vorzüge des Ramie-Glühstrumpfes in bezug auf Leuchtkraft und Haltbarkeit sind zur Genüge allgemein bekannt und es erübrigt sich, besonders darauf hinzuweisen. Fabrikate der Firma sind über die ganze Welt verbreitet und gemessen bei allen Verbrauchern den besten. Huf. Das Unternehmen ist bekannt dafür, eine dauernd gleichmassig gute Ware zu liefern, die sich namentlich in bezug auf Haltbarkeit besonders auszeichnet. Hierauf ist bei dem Vertrauensartikel Glühstrümpfe das Hauptaugenmerk zu richten. Glühstrümpfe mit der Marke .Krone“ liefert die Pinna wie aus ihrem Katalog ersichtlich ist, für alle Beleuchtungsalten. - . . ___ V' NToltV VERCK .. 7FabrikenÜbC!r6000Bcs<hä!ri.9t!.