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Die Welt · 1913-10-01 · 40 (1.10.1913) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
40 (1.10.1913)
Date
1913-10-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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DIEXpELT BERLIN W15, SÄCHSISCHE STR. 8. ERSCHEINT JEDEN FREITAG — ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XVII. JAHRa BERLIN, I. Oktober 1913 wbb V'Dnn 'N Nr. 40. ZIONISTEN! Der elfte Zionistenkongreß ist vorüber. Wir haben der Welt gezeigt, daß in unserer Bewegung ein edler Wille lebendig ist, der uns zu Großem befähigt. Der elfte Kongreß schließt sich würdig der Reihe unserer früheren Tagungen an. Er hat uns und aller Welt bewiesen, daß die Stärke unserer Organisation in raschem Wachsen ist, daß wir einen Nachwuchs haben. Wir sind nicht die Letzten, sondern die Ersten. In die Lücken, die die Zeit in unsere Reihen reißt, treten unsere jungen Brüder ein. Sie folgen uns nicht aus schwächlicher Pietät, sie eilen uns mit weit ausgreifendem Wollen voran. Das ist die Gewähr unserer Zukunft, die Sicherheit für die Erreichung unseres Zieles. Der Kongreß war von echter Palästinaliebe und glühender nationaler Begeisterung beseelt; so zeigte sich, wenn es galt, wichtige Beschlüsse zu fassen, jene schöne Einheit in unseren Reihen, die unsere Organisation zu einem Körper von gewaltiger Stoßkraft macht. Der Kongreß hat, vielleicht mehr als irgend ein früherer, nach außen gewirkt; er fand lauten Widerhall in breiten Volksschichten, er erweckte und verstärkte uns die Sympathien großer Teile des Volkes, die bisher nicht unsere Mitkämpfer waren; diese Schichten werden, müssen zu uns kommen. Der Geist des Kongresses war vorzüglich; der hohe Idealismus aller Teilnehmer, die lebendige Wirkung Palästinas, vor allem das hell in Erscheinung tretende Aufblühen der hebräischen Sprache haben ihm besonderen Glanz verliehen. Was den Inhalt anlangt, so ist es das Wichtigste, daß dieser Kongreß das Bestehende so einhellig bestätigt und sanktioniert hat. Die zionistische Organisation tritt in das siebzehnte Jahr ihrer Arbeit ein. Sie ist im Laufe der Jahre gereift, ihr Wille hat sich geklärt, ihr Programm ist fest und scharf Umrissen. Die gleichmäßige energische Tätigkeit auf politischem, kolonisatorischem, kulturellem und organisatorischem Gebiete, die in den letzten zwei Jahren das Bestreben der Leitung war, soll auch weiterhin die Losung sein. Es hat sich wieder bestätigt, daß es Täuschung wäre zu glauben, daß die Schärfe der Diskussion und die Gegensätze in den Anschauungen über Einzelfragen einer tieferen Entmutigung oder Verdrossenheit entstammen. Sie sind bloß die notwendigen Folgen der auf breiter demokratischer Basis und freier Kritik beruhenden, urteilenden, prüfenden, sichtenden und beschließenden Volksvertretung in unserer Organisation. Aus der einhelligen Bestätigung der Grundsätze der bisherigen Tätigkeit ist es begreiflich, daß der Kongreß nach Feststellung der großen Richtlinien unserer Arbeit, der allgemeinen Weisung für die Leitung, nicht das Bedürfnis fühlte, noch viele ins Einzelne gehende Beschlüsse zu fassen. Eine Reihe von reifenden Problemen unserer Palästinaarbeit wurden in die erste Reihe gerückt, ihre Lösung aber nicht zum Gegenstand einzelner Entschließungen gemacht, da der Kongreß dem ernsten Willen der Leitung vertraut und die Durchführung der nötigen Arbeiten ihrem Ermessen anheimgeben konnte. Nur auf dem Gebiete der Kulturarbeit wurden einige spezielle Weisungen erteilt: es wurde der Kulturfonds „Kedem" sanktioniert und der begeisterte Beschluß auf Schaffung einer hebräischen Universität in Jerusalem mit großartigem und spontan in Erscheinung tretendem Opfersinne besiegelt. Nun ist der Kongreß vorüber. Er hat uns und der jüdischen Allgemeinheit neuen Schwung gegeben; das jüdische Volk wird immer reifer für den Zionismus. Diese Stimmungen, diese Anlagen müssen in richtiger Weise gefördert und unserer Bewegung nutzbar gemacht werden. Immer größer werden die Pflichten und die Ansprüche, die an die Organisation gestellt werden; es gibt nur ein Mittel, alle Schwierigkeiten zu überwinden und der uns erteilten Parole — auf den bisherigen Wegen planmäßig und zielbewußt vorwärts zu gehen und zu führen — gerecht zu werden; dies Mittel heißt: arbeiten. Aber die Leitung ist nur der Mittelpunkt der arbeitenden Kräfte. Soll Dauerndes geschaffen werden, so müssen die Kräfte überall in intensive Tätigkeit treten, so muß die Leitung der emsigen, zähen, uner-

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