Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 39 (26.9.1913)
- Date
- 1913-09-26
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 39 »EH die einer der wertvollsten Teile der Türkei werden wird. Man hält die Juden im allgemeinen für den Ackerbau als nicht befähigt. Die Erfolge der jüdischen Kolonisation in Palästina beweisen, daß diese Annahme eine irrige ist, und daß das jüdische so gut wie jedes andere Volk ein ackerbautreibendes sein kann, wenn die Bedingungen hierzu gegeben sind; ja, daß der Jude als Ackerbauer infolge seiner großen Intelligenz dem Boden das Höchste abzuringen vermag, weil er intensiven Wirtschaftsmethoden eher zugänglich ist, als das Bauernelement selbst der auf der höchsten Kulturstufe stehenden Nationen. In der neuen Leitung befindet sich jetzt auch Herr Eh-. Tschlenow, der Führer der russischen Zionisten. Er wird nach Berlin übersiedeln, wo das Actions-Comite seinen Sitz hat. Durch seine Wahl wurde einer Forderung der russischen Zionisten entgegengekommen, die sich beklagten, daß die zionistische Bewegung sich zu wenig mit dem Gegenwartsproblemen der russischen Juden befasse. Wenn man bedenkt, daß tatsächlich das Gros der Zionisten sich in Rußland befindet, und daß vor allem Rußland das Land der Judennot ist, so findet man den Wunsch der russischen Juden begreiflich. Ob dadurch wesentlich zur Besserung der Lage der russischen Juden beigetragen werden kann, ist freilich eine andere Frage. Vermerkt zu werden verdient auch die interessante Tatsache, daß während des Kongresses eine Zusammenkunft der auf dem Kongreß anwesenden sephardischen Juden stattfand, die beschloß, es sei anzustreben, daß die sephardischen Juden der ganzen Welt sich zu einer einheitlichen Organisation innerhalb des Zionismus zusammenschließen. Dieser Beschluß der Sepharden, zu deren Besten die Mitglieder aus Bosnien gehören, hat auf dem Kongreß sehr viel Sympathie gefunden. Denn er bedeutet durchaus nicht etwa eine Absonderung von den anderen Zionisten, sondern man meint, auf diese Weise die Juden in der Türkei, wo bisher eine zionistische Agitation so gut wie unmöglich war, leichter für den Zionismus gewinnen zu können. Im allgemeinen hat der Zionistenkongreß überall den besten Eindruck gemacht. Bemerkenswert ist, daß die gesamte Wiener Presse, die den Zionismus sonst totschwieg, große Berichte über den Kongreß und den Zionismus veröffentlichte, die mit Rücksicht auf die Richtung der betreffenden Blätter beinahe als sympathisch bezeichnet werden können. Das „Deutsche Volksblatt" hat im besonderen darauf hingewiesen, daß die Teilnehmer am Kongreß den Eindruck mit nach Hause nehmen werden, daß Wien durchaus nicht die judenfeindliche Stadt ist, als die sie verschrien wurde. Tatsächlich kam auch nicht ein einziger Zwischenfall vor, und der Obmann der zionistischen Organisation hat wohl der Ansicht aller Kongreßteilnehmer Ausdruck gegeben, wenn er seinen Dank für die Gastfreundschaft aussprach, die den Zionisten von allen Teilen der Wiener Bevölkerung geworden ist." Ein Protest-Flugblatt in Amerika In Amerika zirkuliert augenblicklich ein Flugblatt, das einen Protest gegen die Ritualmord-Beschuldigung im Beilis- Prozeß enthält. Das Flugblatt enthält eine Darstellung der Geschichte des Prozesses, ferner einen Bericht über die medizinische Konferenz in London, in der die Beschuldigung scharf verurteilt wurde, einen interessanten Leitartikel aus den Londoner „Times", der sich mit den Verleumdungs- Methoden russischer Antisemiten beschäftigt, und endlich eine Reihe von Protesten aus allen Ländern, die von Tausenden von Juden und Nichtjuden unterzeichnet sind. Das Flugblatt ist in Hunderttausenden von Exemplaren verbreitet worden. Schluß des redaktionellen Teiles Achtung! Wir bitten unsere Leser, das Inserat des Jüdischen Verlags im Anzeigenteil (2. Seite vor dem Text) zu beachten. :LT — -.- 1345 Bei der Administration „Die Welt" sind eingegangen: Für das Mikrobiologische Institut: „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut" Johann Kremenezky, Wien - Kr. 10— Mx 8.40 Ing. Josef Seidener, Wien .... „ —.50 „ —.42 Heinrich Lederer, Wien .... „ —.50 „ —.42 Leo Weiss, Wien. 1— ” —.84 Oswald Weiss, Wien. * * .. 2— „ 1.68 Julius Weiss, Wien. 1— , —.84 Dr. Elkan weiss, Wien .... 1.68 Emanuel Lockspeiser, Boryslaw . ” i'- z —.84 Kais. Rat Emil Broch, Tarnow „ —.50 — „ —.42 Kais. Rat C. Hirsch, Wien ■ * ,, 5- „ 4.20 Heinrich Bard, Lemberg .... . . „ 6— „ 5.04 Robert Gutmann, Prag. .M, .30 Bei dem Unterzeichneten Bureau gingen ein: Beiträge Subventionen Spenden Frcs. Frcs. Frcs. Durch Redaktion Wahrheit N. Y. Lst. 1/3. Dr. M. Tropp, Baku. Durch Centralkomite Berlin . . Jesaiah Friedmann, Warschau . Bernstein & Mack, Warschau . J. Weisbein, San Francisco . . Durch Kolel Amsterdam, hier . Durch Dr. J. Czlenow, Moskau, die dortigen Zionisten . . . E. Kaplan, Jaffa. Herr Bamberg, Warschau, für Ambulatorium. Oh. B. Wenermann, Stretensk . Rev. Dr. Martin Meyer durch Dir. E. Cohn, hier, as contribution of the Jews of San Francisco in the memory of the late Prof Jakob Yorsaenger . Rev. N. H Ebin, Cleveland-D für Palestine Industrial Alliance . Philipp und Helene Salomon, Arkansas near Memphis, Tenn. für das Museum. David Roslawsky, Simferopel c/o Juznia Wjedomosty .... M. Gr. Sucharewsky. Filipowsky Is. Levy Winikow, Brest-Litowsk Bernhard 8. Holländer NY.. . Abr. Josua Jacobsohn, Beyruth . Sam. Nisonow Katzenellensohn, Bobruisk. 28.20 10— SO.— 7.50 10.- 25-— 5.99 400 — 15.— 100.— 5 — 282.— 252.25 25.10 10.— 50.80 5.— „B e z a 1 e 1", Verein zur Verbreitung von Kunstgewerbe und Hausindustrie in Palästina und den Nachbarländern. Schwitzbäder. Dr. Lahmann schreibt: „Es ist eine Erfahrungstatsache, daß diejenigen Leute, die regelmäßig alle ein bis zwei Wochen ein Schwitzbad nehmen, zu den widerstandsfähigsten in der Bevölkerung eines Landes gehören. Diese Leute sind eigentlich nie krank, weil sie die sich etwa ansammelnden, eine Krankheitsanlage bedingenden Stoffe durch das künstliche Heilfieber — als welches das Schwitzbad zu betrachten ist — genau so unschädlich machen, wie bei Erkrankungen der Körper sich durch natürliches Fieber hilft." Die Firma Moosdorf & Hochhäusler Sanitätswerke, Berlin SO. 33, Moosdorfstr. 44 (Gold. Staatsmedaille) liefert einen zusammenlegbaren Zimmerschwitzapparat für Dampf- und Heißluftbäder mit Spiritus-, Gas- oder elektrischer Heizung, der in jedem Zimmer zu benutzen ist. Verschiedene Verbesserungen an diesem Apparat sind durch D. R. G.-M. geschützt und in dem Jubiläumskatalog genannter Firma veranschaulicht. STolkWERCK 7 Fabriken. Über6000 Beschäftigte