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Die Welt · 1913-09-19 · 38 (19.9.1913) · page 17

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
38 (19.9.1913)
Date
1913-09-19
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 38 LT 13o$ landesübliche Methode ist Ich will Sie nicht mit technischen Details aufhalten. In den Tälern propfen wir nach Art der jüdischen Kolonisten, auf den Bergen nach der der Araber. Auch die Bedeutung dieser Sache sehe ich nicht recht ein. In einem Punkte hat Herr Tolkowski recht. Auch ich wünschte,- wir hätten* einen Fachmann für Kolonisationsfragen in Palästina. Wir suchen ihn in der ganzen Welt Herr Tolkowski hat gesagt, er hätte es vorausgesehen, daß die Milchwirtschaft in Ben Schemen nicht gedeihen werde. Ich weiß nicht wie man das voraussehen kann. Wir haben die Kühe, bei denen später eine Seuche ausbrach, durch einen Tierarzt gekauft und sonst alle Vorsichtsmaßnahmen angewendet. Daß trotzdem eine Krankheit ausgebrochen ist, konnte nach menschlicher Voraussicht nicht vermieden werden. Wir haben aber Aussicht, durch den Ertrag des ersten Jahres den Verlust zu decken. Es bleibt das große Verdienst der Farm, daß sie als die erste die Milchwirtschaft in den jüdischen Kolonien eingeführt hat. Ich muß nur noch auf eine Bemerkung des Herrn Kann zurückkommen. Er meinte, um Landkäufe durchzuführen, brauche man nicht die P. L. D. C„ dazu genüge Dr. Ruppin. Gerade Herr Kann hat jüngst in einem Briefe gesagt, daß das Palästinaamt keine Geschäfte machen könne, weil es keine juristische Person sei. Wie soll ich also Landkäufe abschließen? Die juristische Person ist eben die P. L. D. C. Der weitere Vorschlag des Herrn Kann, man solle mit den Geldern des N. F. Lehrer nach Palästina senden, erscheint mir unzweckmäßig. Der Bauer beachtet viel mehr das praktische Beispiel als der Lehrer. Warum sollen wir unser Geld für teuere Lehrer ausgeben, die ohne Kenntnis der Palästinaverhältnisse hinkommen, wenn wir die Möglichkeit haben, d.-5 Kolonisten die Sache demonstrieren. Heber solche Zweckmäßigkeitsfragen könnte man aber in aller Ruhe mit Herrn Kann sprechen. Man soll jedoch nicht, weil man einen beliebigen Vorschlag macht, gleich alle anderen verwerfen. Herr Kann hat sich schließlich beschwert, daß er persönlich angegriffen worden ist. Ich glaube, daß ich nicht erst zu sagen brauche, daß mir nichts ferner gelegen hat, als ihn anzugreifen. Ich habe die Palästinaarbeit gegen Vorwürfe verteidigt, die ich als berechtigt nicht anerkennen kann. (Stürmischer Beifall.) Vorsitzender Dr. Ehrlich: Die Debatte ist nun vollständig geschlossen. Es liegt eine Reihe von Anträgen vor, vorerst die Anträge der Palästinakommission, dann ein Antrag des Herrn Dr. Halpem und schließlich Anträge der Föderation Poale Zion, sowie des Herrn Yellin. Diese beiden Anträge werden im Einvernehmen mit den Antragstellern der Palästinakommission zugewiesen. Das Wort hat jetzt Herr Dr. Halpem. Dr. Halpern: Die Begründung meiner Ihnen am Morgen vorgelegten Resolution ist bis nach Abschluß der Palästinadebatte verlegt worden. Zunächst verlese ich nochmal diese Resolution, die folgendermaßen lautet: Der Kongreß billigt die vom E. A. C., dem N. F. und dem Palästinaamt geleistete kolonisatoriscjie Arbeit und fordert deren Fortsetzung und Ausbreitung auf Grundlage der bisherigen Prinzipien. Was uns bei dieser Resolution leitet, das ist der Wunsch der gesamten arbeitenden zionistischen Welt und der gesamten jüdischen Welt, die in steigendem Maße an den praktischen Arbeiten in Palästina Interesse und Liebe zur Mitarbeit zeigt, daß all das Geld und all das Vertrauen, das der gegenwärtigen Leitung gespendet worden ist, wohl verdient und gut aufgehoben war. Es ist weiters der Wunsch, diesen Männern vom E. A. C., die soviel gearbeitet und soviel vorbereitet haben, auf dem Wege zur Wiedererwerbung des Landes unseren Dank abzustatten. Sie zu stärken zur weiteren Arbeit im selben Sinne und ihnen das Bewußtsein zu schaffen, daß alles, was sie gearbeitet haben, Anerkennung findet Deshalb legen wir ihnen diese Resolution vor. Bei der Abstimmung wird die Resolution einstimmig angenommen. Schluß der Sitzung 3/48 IJhr abends. Hebräische Literatur Hebräische Grammatik. Von Arthur U n g n a d. (Hilfsbücher für den hebr. Unterricht, Bd. I). Tübingen, bei J. B. C. Mohr, 1912. Alle Versuche, dem Lernenden eilte widerspruchslos gute Grammatik der hebräischen Sprache zu bieten, sind erfolglos geblieben. Die historisch-komparative Methode, die in der semitischen Sprachwissenschaft bereits 1844 mit Heinrich Ewald einsetzt, hat über Olshausen und Stades heute überholten Arbeiten zu den großartigen Leistungen Brockelm a n n s und vor allem Eduard Königs geführt, der sein historisch-kritisches Lehrgebäude des Hebräischen (3 Bände 1881—97) in der kurzen „Hebräischen Grammatik“ (Leipzig bei Hinrichs 1908) zusammenfaßt. Gerade dieser Abriß aber mit seiner geschmacklos komprimierten Ausdrucksweise zeigt die Grenzen einer Lehrmethode, die überall zunächst erklären will, und läßt uns dadurch verstehn, weshalb die 1817 erschienene Grammatik von Wilhelm G e s e n i u s , die allerdings seit ihrer Umarbeitung durch Emil Kautzsch einen leisen komparativ-historischen Einschlag erhalten hat, noch immer siegreich das Feld behauptet. Es darf eben nicht unterschätzt werden, daß beim Erlernen des Hebräischen mehr noch als bei allen anderen Sprachen ein fester Unterbau sicherer, unverlierbarer Kenntnisse vorhanden sein muß, ehe die Erklärung sprachlicher Vorgänge begonnen werden darf, denn im Hebräischen scheint mir nicht so sehr die bewußte Bildung der Formen und ihre wohlüberlegte Konstruktion erforderlich als vielmehr ein geschultes Ohr, das ganz instinktiv und reflexartig etwa unpunktierte Formen lesen und neue bilden hilft. Von diesem Gesichtspunkte aus ist das Buch von Ungnad ein nennenswerter Fortschritt, indem es, ohne an der viel beklagten Materialüberfülle des „Gesenius“ zu leiden, das Ohr an hebräische Formen gewöhnt und dabei in unaufdringlicher Weise die Formenbildung erklärt, wobei freilich die in lateinischen Lettern vorangestellten ursemitischen Entsprechungen oft genug unliebsam stören. Sehr praktisch, weil leicht zu übersehen und mühelos einzuprägen, ist die Lautlehre, die sonst schon so manchem fast unüberwindliche Schwierigkeiten bereitet hat; dagegen fehlt eine gewiß notwendige Zusammenstellung der syntaktischen Regeln, die in der Formenlehre gar zu unübersichtlich zerstreut sind. Seltsam wirken die etwas willkürlichen Aufstellungen des Autors über ursemitische Stammesgeschichte in der Einleitung, besonders die Behauptung, daß Arabien keinesfalls als Urheimat der Semiten angesprochen werden dürfe; das Problem ist doch gerade jetzt wieder in vollem Fluß. Im ganzen ist dem Anfänger der Gebrauch des Buches nicht zu empfehlen, während es dem Fortgeschrittenen eine bedeutende Vertiefung und Verankerung seiner Kenntnisse bringt. Teplitz-Schönau. Dr. Wilhelm Stein. Bibliotheka Gedolah. Ausgewählte Schriften aus der hebräischen Literatur aller Zeiten. Nr. S5—89: Mordechai Teitelbaum: Der Raw von Lady und die Chabad- Partei. 2. Teil. Verlag „Tuschijah“, Warschau. 5673. (Hebräisch.) Verlag „Laam", Jaffa: Nr. 56: Thomas Macaulay. Bearbeitet von J. Grasowsky. — Nr. 57: Rabbi Nach man Krochmal. Von Ascher ben Israel — Nr. 60/61: Das Feuer im Erdinnern. Von Roubakin. Uebersetzt von A. Saken. — Nr. 62/64: Gesundheitspflege in Palästina. Von Dr. Hillel Joffe. Aus dem Manuskript übersetzt von M. Krischewsky. — Nr. 65 bis 66: Die Kultur in Palästina. Nach Prof. Maca- 1 i s t e r von E1 i e s e r. Jaffa 5673. (Hebräisch.) Hachinnuch. Pädagogische Zeitschrift für Lehrer und Eltern. Herausgegeben vom Hebräischen Lehrerverband in Palästina. Redakteur: Dr. N. Turow. Jahrg. 3, Heft 3 (Tischri-Marcheschwan 5673). Jaffa 5673. (Hebräisch.) Hachaklai. Zeitschrift für wissenschaftliche und praktische Landwirtschaft. Redaktion: Dr. M. Zagorodsky, J. Wilkansky. Heft 8—12 (Marcheschwan-Adar 5673). Jaffa 5673. (Hebräisch.)

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