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Die Welt · 1913-09-10 · Kongreß-Augabe VI (10.9.1913) · page 17

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
Kongreß-Augabe VI (10.9.1913)
Date
1913-09-10
Page
– (sequence 17)
Language
German
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DIEX$EELT 123 Erklärung. „Egyenlösög“, das in Budapest erscheinende Assimilantenblatt, das gleichzeitig als offizielles Organ der ungarischen Ito-V. figuriert, erlaubt sich, in frivoler und unqualifizierbarer Weise über den Kongreß zu berichten. Unter anderem schreibt das berüchtigte Organ der Assimilation, die Parteileitung habe den Kongreß derart zusammengestellt, daß sie „grüne Jungen“ aus Galizien sammelte, dieselben als Delegierte zum Kongresse berief und sämtliche Kosten derselben aus Parteimitteln bestritt, um sich auf diese Weise eine gefügige Majorität zu sichern und jede Kritik zu unterdrücken. In Galizien und der Bukowina gebe es keine anderen Zionisten als „Luftmenschen“, über die wohlgelungenen Lichtbilder, die er vorführte, das Publikum zu fesseln. Reicher Beifall lohnte den vorzüglichen instruktiven Vortrag. Konzert-Matinee des Czernowitzer „Jüdischen Gesangvereines“. Zu dem in der Kongreßausgabe V, vom 9. September 1913, unter obiger Spitzmarke erschienenen Berichte, stellen wir den Schlußsatz dahin richtig, daß nicht, wie irrtümlich gemeldet, Herr Professor Dr. Menscher, sondern vielmehr Abgeordneter Vizebürgermeister Dr. Salo Weißeib e r g e r, als Obmann des Gesangvereines fungiert, und daß nicht Herr Dr. Menscher die Sängerschar zum Kongreß brachte, sondern ein Komitee, bestehend aus den Herrn Dr. Eichel, Greif, Groß und 8 omer das mit sämtlichen Vorarbeiten für die Sängerlahrt zum Kongresse betraut war und in diesem Komitee Herr Dr. Somer als Reisemarschall fungierte. die Parteileitung frei verfügen könne. Über die Vertretung der Wiener Kuliusgemeinde bei der Eröffnungsfeierlichkeit berichtet dasselbe Blatt, daß sich die Kultusgemeinde durch einen ganz unbedeutenden jungen Mann vertreten ließ, der, ohne hiezu bevollmächtigt zu sein, im Gegensätze zu dem von der Kultusgemeinde eingenommenen Standpunkte bloß in eitler Gefallsucht seine persönlichen Meinungen zum Ausdrucke gebrach* habe. Um den Kongreß in den Augen des ungarisch lesenden Publikums lächerlich zu machen, werden in dem Berichte auch ironische Bemerkungen mehrerer am Kongresse anwesenden Persönlichkeiten zitiert, unter anderem eine Bemerkung des Herrn Prof. J a h u d a in Berlin. Prof. J a h u d a erklärte demgegenüber den Vertretern der ungarischen Landsmannschaft und bevollmächtigte sie gleichzeitig zur Veröffentlichung dieser Erklärung, daß er großes Gewicht darauf lege, öffentlich konstatieren zu lassen, „daß ihm eine Gegnerschaft zum Zionismus gänzlich fern liege, was schon daraus erhelle, daß er Schekelzahler sei und aus ernstem Interesse für die zionistische Bewegung zum Kongresse gekommen sei“. Die ungarische Landsmannschaft erachtet es als ihre Pflicht, dieses perfide Vorgehen des „Egyenlöseg“ der großen jüdischen Öffentlichkeit bekanntzugeben, als Schulbeispiel, mit welchen Mitteln in Ungarn die Assimilantenpresse, die sich itoistisch nennt, gegen den Zionismus ankämpft Die ungarische Landsmannschaft: Beregi Armin, Doktor Blau Päl, Dr. Dömeny Lajos, Dr. Jordän Viktor, Dr. Kahan Nison, Kohn David, Ragendorfer Jenö, Dr. Schönfeld Jözsef, V e r m e s Ernö. Bekanntmachungen <5> Zionistische Frauenweltorganisation. Gestern, den 9. d.M., wurde auf der allgemeinen zionistischen Frauenversammlung folgende Resolution einstimmig angenommen: Die beim XL Zionistenkongreß anwesenden Zionistinnen beschließen die Gründung einer zionistischen Frauenweltorganisation. Das hierauf gewählte Komitee aus 6 Damen trat sogleich in Tätigkeit und beschloß die sofortige Ausarbeitung eines einheitlichen Arbeitsprogrammes. Ausführliche Berichte folgen in den nächsten Nummern. Die Tagung des »Alten-Herren-Verbandes des Vereines Jüdischer hochschüler Bar-Kochba in Prag“, die am Sonntag stattfand, war äußerst zahlreich besucht und beschäftigte sich mit der Frage des engen geistigen Anschlusses der A. H an den Verein. Man beschloß zu diesem Zwecke die Herausgabe einer für Vereinsangehörige bestimmten Korrespondenz. Es wurde beschlossen, nach Muster der „Achusah“ durch Mitglieder des Vereines 10 Anteile zu je 50 Dunam Landes zu erwerben und durch rege äußere Propaganda weitere 100 Anteile abzusetzen. Ferner wurde die praktische Durchführung der theoretisch längst geforderten Beschäftigung mit dem Hebräischen verlangt und das Erscheinen eines für Erwachsene bestimmten Lehrbuches des Hebräischen angekündigt. Die Nachricht von der bevorstehenden Gründung einer wissenschaftlichen Revue für den Zionismus, an der sich der Verein „Bar-Kochba“ beteiligt, wurde mit großer Befriedigung entgegengenommen. Lichtbildervortrag Pilichowskis'. Der Vortrag, den Herr Pilichowski aus Paris am Sonnabend abends im Beethovensaal über: „Jüdische Kunst“ hielt, war gut besucht. Der Künstler wußte durch seine lebensvolle Darstellung und die Verschiedenes Nachtrag zur Totenliste. In unserer Aufzählung der in Nordamerika verstorbenen Gesinnungsgenossen wurde der Name des Herrn Dr. Horwich (Chicago) ausgelassen. Richtigstellung, ln der in Nr. 3 mitgeteilten Totenliste soll es unter „Mirrachs“ richt:g lauten Michel P i n e s, Schriftsteller, Palästina; Rabbiner Henach Friedland, Peretsch I! Für die Musikschule in Jerusalem ist eine Spende von 300 Rubel von Herrn Ludwig Metzl aus Berlin-Moskau und von Herrn Podlischevsky 100 Franken eingegnngen. Nachtrag zur Präsenzliste. B r a f f Paul, Brody; Felix Emil, Komarno; Fischer Oskar, Antwerpen; Hey mann, Dr. H. G., Berlin; Da ich es, Dr. S, London; Lövvy, Dr. M, Sarajevo; Z i p pe r Mirjam, Lemberg. Zu streichen sind: Licht, Dr. M„ Sarajevo; Moses, Dr. S, Berlin. Der jüdische Nationalfonds. Mitteilungen über die Tätigkeit desjüdischenNationaifonds. 1. Jahrgang, Nr. 15. Wien im September 1913. Preis 10 Heller. Die österreichische Kommission des Jüdischen Nationalfonds hat sich in diesen Blättern ein hervorragendes Werbemittel für unseren Volksschatz geschaffen. Die Erscheinungsweise ist auf sechs Ausgaben im Jahre zu den jüdischen Gedenk- und Feiertagen festgesetzt. Die Kongreßnummer, die uns vorliegt, zeichnet sich durch eine besonders gute Ausstattung aus. Das Titelblatt der 20 Seiten umfassenden Nummer schmückt ein Bildnis Professor Dr. Hermann Schapiras, dessen Anregung der Nationalfonds seine Entstehung verdankt. Einigen instiuktiven einleitenden Worten vom Vorsitzenden des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds folgt ein Aufsatz von Dr. Egon Zweig, dem verdienstvollen Leiter der österreichischen Sammelstelle. Eine knapp gefaßte Uebersicht macht uns mit der Tätigkeit des J. N. F. in Palästina bekannt. Die Wirkung des geschriebenen Wortes wird noch durch einige prächtige photographische Aufnahmen erhöht. Die Bilder zeigen: Pflanzungen im Herzlwald, Rechobotli, Kinereth, das imposante Gebäude des Bezalel in Jerusalem, die schmucke Herzlstraße in Tel Awiw, ein Erntebild aus der Siedlungsgenossenschaft „Merchawjah“, sowie einen jemenitischen Judentyp. Ueber die Kunstgewerbeschule Bezalel und die Spitzenindustrie in Palästina macht Dr. Georg Weiner lehrreiche Angaben, ein Absatz aus dem Palästinareisebericht Dr. Franz Oppenheimers gibt die frischen Eindrücke dieses Frühjahrs wieder und setzt sich unter anderen mit warmen Worten für das Projekt der hebräischen Universität ein. Mitteilungen über die Sammelmittel des N. F. sowie wertvolle statistische Angaben über die Arbeit und die der verschiedenen in Palästina tätigen Organisationen der österreichischen Sammelstelle überhaupt vervollständigen den Inhalt des ineressanten Heftes. Zurgefl.Beachtung! [ Die'Kongreßreferate der Herren Justizrat Dr. Bodenheimer, Feldstein und Ussischkin konnten wegen Raummangels nicht mehr vollinhaltlich in der Kongreßausgabe der „Welt" abgedruckt werden. Die Referats erscheinen in der nächsten Wochennummer vom 19. September. Die Bezieher der Kongreßausgabeü erhalten auf Wunsch diese Nummer kostenlos nachgeliefert. Redaktion und Verlag „Die Welt".

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