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Die Welt · 1913-09-04 · Kongreß-Ausgabe II (4.9.1913) · page 4

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
Kongreß-Ausgabe II (4.9.1913)
Date
1913-09-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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28 ——■=— - D!E2^KEL7 .Nr. n sind, nach Scheinerfolgen zu greifen. Was verhältnismäßig jährigem Alter nicht unbedeutend, wenn man bedenkt, daß schnell geleistet werden kann, das ist die organisatorische jeder einzelne von uns noch weitere Ausgaben für jüdische Zusammenfassung der vorhandenen Zionisten, die Gewinnung Zwecke, für die religiösen, sozialen und charitativen Bederjenigen, bei denen es nur noch eines leisen Anstoßes dürfnisse unserer Gemeinschaft hat. Und doch können bedarf. Denn hier heißt es nur, die vorhandenen Kräfte wohl nur wenige von uns mit gutem Gewissen von sich auszunutzen, sie zur Aktivität anzustacheln. Wollen wir aber sagen, daß sie auch nur mit ihrem Geldbeutel ihre Pfichten neue Kreise gewinnen und sollen diese Kreise wertvolle erfüllt haben. Nur wenige haben sich bisher wehe getan. Elemente enthalten, die einen hohen Prozentsatz aktiver Die meisten haben nur einiges von ihrem Ueberfluß ge- Arbeiten geben, so gilt es, langsam die Grundlagen zu geben. Hier allmählich Wandel zu schaffen, zu zeigen, legen, allmählich die Stimmung, die Gedankenrichtung zu beeinflussen, bis schließlich der nationale Gedanke als der notwendige Schlußstein des Gebäudes sich selbst auf drängt. So sind die Besten in unserer Mitte Zionisten geworden und nur so werden wir auch in Zukunft — immer abgesehen von Ausnahmen — die besten Kräfte gewinnen. Sorgen wir nur, daß überall die Arbeit früh ansetzt, in denjenigen Jahren, in denen der Mensch am empfänglichsten für ideale Gedanken ist. (Stürmischer Beifall.) Bei dieser Sachlage befriedigt es uns doppelt, wenn wir schon jetzt gewisse Erfolge Ihnen zahlenmäßig vorführen. Am kräftigsten zeigen sie sich dort, wo es nur galt, die organisatorische Zusammenfassung der Zionisten selbst straffer zu gestalten. Wie Sie wissen, haben in früheren Jahren trotz mehrfacher Beschlüsse des Kongresses und des großen Aktionskomitees eine Reihe von Landes¬ und Sonder verbänden hohe Prozentsätze des Schekels für sich zurückbehalten. Mit diesem Mißstand ist jetzt fast ganz gebrochen. Es ist daher die Zahl der in bar an die Zentrale abgelieferten Schekel um 50°/0 gestiegen. Nicht ganz so stark, aber doch nicht gering ist die Vermehrung der überhaupt gesammelten Schekel, also die Ausdehnung des Kreises der Schekelzahler. Hier müssen wir zwischen den Kongreßjahren und den kongreßlosen Jahren unterscheiden, da für die letzteren erfahrungsgemäß weniger Schekel eingehen. Es sind nur in den beiden früheren kongreßlosen Jahren 1907/08 76.583, 1909/10 71.530, im letzten Jahre 1911/12 dagegen 87.676 M. Schekel gesammelt worden. Ebenso brachten die Kongreßjahre 1908/09 und 1910/11 an gesammelten Schekeln nur 106.224 und 104.364, während in diesem Jahr schon 127.308 eingegangen sind. Da erfahrungsgemäß nach Eröffnung des Kongresses noch mehrere Tausend Schekel eingehen, so dürfen wir den Gesamtbetrag sogar auf über 130.000 schätzen. Bei all diesen Zahlen liegen also Steigerungen von 20—50% vor. Dieser Steigerung entsprechen die Zahlen unserer Sammlungen. Und diese Zahlen sind nicht weniger beweiskräftig. Denn sie sind nur der Ausdruck der gesteigerten Opferfreudigkeit und Arbeitslust unserer Gesinnungsgenossen, wie sie die gesteigerte nationale Tendenz wachgerufen hat. So sind die neueingelaufenen Spenden für den Nationalfonds von 507.612 M. im Jahre 1910/11 auf 560.455 M. im Jahre 1911/12 und 713.444 M. im Jahre 1912 T 3 gestiegen. (Langanhaltender stürmischer Beifall.) Dementsprechend ist auch das Vermögen unserer Institutionen in den letzten zwei Jahren von 8,658.000 M. auf 9.866.000 M., also auf fast 10 Millionen Mark gestiegen. Schwieriger ist die statistische Erfassung unserer Einnahmen. Nach den offiziellen Angaben unseres Berichtes betragen sie zur Zeit etwa 1,200.000 M. jährlich. Hierzu treten aber noch die Einnahmen der Landes- und Sonderverbände und der Ortsgruppen, die Einnahmen der beiden Gymnasien in Palästina, des Bezalel und anderer nationaler Institutionen. Hier kann vorläufig nur ein ganz ungefähier Ueberschlag gemacht werden. Doch kann man die Gesamtsumme der Einnahmen aller zionistischen Organe mindestens auf 2 Millionen Mark im Jahr schätzen. Diese Zahlen zwingen uns zu einer ernsten Ueberlegung. Diese Summe ist für eine Bewegung von erst sechzehndaß eine Organisation von 130.000 mehr aufbringen kann als ein einziger sozial denkender Multimillionär, wird bald gelingen, wenn unsere Propaganda immer mehr aus dem engen Gesichtskreis der landesüblichen Vereinsarbeit zu großzügiger Volkserziehung sich emporentwickelt. Bei dieser Auffassung vom Wesen der Propaganda konnten wir uns nicht damit begnügen, den Landes- und Sonderverbänden gute Ratschläge zu erteilen und alles dem Zufall zu überlassen, sondern mußten die Leitung dieser Arbeiten in unsere Hand nehmen. Wir konnten uns auch nicht mit schriftlicher Propaganda begnügen. Wir haben auch diese nicht vernachlässigt. Wir haben Broschüren herausgegeben, das Erscheinen anderer durch Beihilfen ermöglicht oder angeregt. Wir haben keine Kosten gescheut, um unser Zentralorgan, „Die Welt“ und den „Haolam“ redaktionell auszugestalten. Wir haben auch die sonstige zionistische Presse gefördert und konstatieren gern, daß die Zahl der zionistischen Preßorgane wiederum gestiegen ist. Auch der nationalen Literatur haben wir unsere Aufmerksamkeit zugewandt, indem wir eine Reorganisation, ja fast eine Neuanschaffung des Jüdischen Verlags durch Aufwendung sehr erheblicher eigener Mittel und Heranziehung von Privatkapital ermöglicht haben. Das Hauptaugenmerk aber mußten wir auf die Ausdehnung der mündlichen Propaganda richten. Denn dem Einwirken der lebendigen Persönlichkeit selbst sind die höchsten Erfolge Vorbehalten. Wir haben daher neben unserem Organisationsbureau ein Propagandasekretariat eingerichtet und gleichzeitig in allen Landesverbänden versucht, die Einrichtung besoldeter Landeszentralen ins Leben zu rufen. Unser System, das ein Hand in Handgehen des Aktionskomitees und der Landes-, beziehungsweise Sonderverbände erst ermöglicht, hat sich bereits — teilweise infolge unserer finanziellen Beihilfe — vielfach durchgesetzt. Wir sind überzeugt, daß es allmählich überall Anerkennung finden und bald die selbstverständliche Grundlage aller unserer Arbeiten werden wird. (Beifall.) Die Mitglieder des E. A. C. haben sich auch selbst in den Dienst dieser Arbeiten gestellt und zeitweise eine ausgedehnte Propagandatätigkeit entfaltet. Auch hiergegen sind Einwendungen erhoben worden — Einwendungen, die insbesondere auf organisatorische Momente gestützt werden. Wir können sie als berechtigt nicht anerkennen. Die Propaganda ist ein ebenso wichtiges Arbeitsgebiet der Zentrale wie Politik, Palästinarbeit und kulturelle Arbeit. (Beitall.) Ja, sie ermöglicht, erst alle diese so wichtigen Aufgaben. Wir müssen daher auch ihr unsere Aufmerksamkeit zuwenden. Die organisatorischen Neuerungen, die der X. Kongreß geschaffen hat, haben sich nach unserer Ansicht durchaus bewährt. Und wir sind die Letzten, hierin eine Aenderung zu wünschen. Es heißt aber das Prinzip des Kollegiums und der kollegialen Arbeit verkennen, wollte man es nur dann als gewahrt sehen, wenn ständig sämtliche Mitglieder des Engeren Aktionskomites an einem Ort sich aufhalten und sich auch vorübergehend vom Sitz der Zentrale nicht entfernen. Wegen aller Einzelheiten unserer Verwaltungsführung darf ich Sie auf unseren gedruckten Bericht verweisen. Das Prinzip, das uns geleitet hat, war auch hier das der straffen Zusammenfassung unserer Organisation und ihrer lebendigen Kraft. Nur so entgeht unsere über alle Länder zer-

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