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Die Welt · 1913-09-04 · Kongreß-Ausgabe II (4.9.1913) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
Kongreß-Ausgabe II (4.9.1913)
Date
1913-09-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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BERLIN W15, SÄCHSISCHE STR. 8. ERSCHEINT JEDEN FREITAG ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XVII. JAHRG- WIEN, 4. September 1913 — '“S u*' Kongreß-Ausgabe II. Der Rediensdiaitsberidit des Aktions-Komitees Wahl des Bureaus — Referat Dr. Hantkes — Generaldebatte Die erste Arbeitssitzung des XI. Kongresses begann gestern vormittags im Musikvereinssaal mit der Wahl des Kongreß-Präsidiums, deren Ergebnis die nahezu einstimmig erfolgte Wahl des früheren Präsidenten des E. A. C. David Wolffsohn zum Kongreßpräsidenten war. Stürmisch akklamiertübernahm Wolffsohn des Präsidium, gedachte, wie üblich, der Toten der vergangenen Kongreßperiode und erteilte dann das Wort Dr. H a n t k e zur Erstattung des Tätigkeitsberichts des E. A. C., den wir unten im Wortlaut veröffentlichen. Die Debatte brachte die verschiedensten Fragen und Gesichtspunkte aufs Tapet, die morgen noch ausgiebig erörtert werden dürften. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Anträge des E. A. C. auf Unterstellung der zionistischen Finanzinstitute unter die unmittelbare Kontrolle der Leitung der Organisation. Es ist anzunehmen, daß sich um diese Anträge noch eine heiße Debatte entspinnen wird. Zweite Sitzung Mittwoch, den 3. September, vormittags 10 Uhr Beginn der Sitzung 10 Uhr vormittags. Vorsitzender Dr. Warburg: Geehrter Kongreß! Es handelt sich jetzt um die Wahl des Präsidenten für den Kongreß. Im Namen des Zentralkomitees wird Herr Prof. Dr. W e i z m a n n die Ehre haben, Ihnen Vorschläge zu unterbreiten. Prof. Dr. Weizmann: Geehrter Kongreß! Es stehen uns wichtige Debatten bevor und es ist daher an der Zeit, unsere Beratungen zu beginnen. Wir dürfen nicht viel Zeit verlieren. Ich werde Ihnen deswegen ohne weitere Vorreden meine Vorschläge unterbreiten. Zum Präsidenten schlage ich vor Herrn David Wolffsohn. {Stürmischer Beifall. Die Wahl erfolgt durch Akklamation.) Prof. Dr. Weizmann: Zu Vizepräsidenten schlage ich vor: Die Herren Adolf Stand, Lemberg; Dr. G a s t e r, London; Julius Simon, Mannheim; Dr. Bodenheime r, Köln, und Dr. Jakob Ehrlich, Wien. Die Wahl erfolgt en bloc durch Akklamation. Zu Beisitzern werden sodann gewählt die Herren: Friedensrichter Moser; Liebkind, New York; Rabbiner Reines, Lida; Prof. Schechter, New York; Rechtsanwalt Heinrich Rosenbaum, Minsk; Ing. T e m k i n, Elisawetgrad; Dr. Tho n, Krakau, und David Yellin, Jerusalem (lebhafter Beifall). Zu Schriftführern werden gewählt die Herren: Prof. Feinmann, New York; Dr. Josef Klausner, Odessa: Dr. Hochmann, London; Dr. Nacht; Dr. Nemirower, Jassy; Dr. Isaak Strauß, Freiburg; Ober-Ing. Robert Stricker, Wien. (Beifall) Präsident Wolffsohn (von großem Beifall begrüßt) beginnt hebräisch und führt dann, deutsch fortfahrend, aus : Vorläufig, geehrter Kongreß, ist unsere Sprache noch nicht die hebräische, und wir sind gezwungen, in der Sprache zu verhandeln, in der wir sonst im täglichen Leben verkehren. Geehrter Kongreß! Ich danke Ihnen, daß Sie mich wiederum zum Präsidenten des Kongresses gewählt haben. Ich freue mich umsomehr über diese Wahl, als dieser Kongreß in Wien stattfindet, in der Stadt, in der wir zum erstenmal dem Rufe unseres Theodor Herzl gefolgt und zusammengetreten sind, um unsere Arbeit für unser Volk zu beginnen. Gerade an dieser Stelle, gerade an diesem Orte empfinde ich dies doppelt beglückend, und hoffe, daß die Einigkeit, die damals unter uns geherrscht hat, und die Begeisterung, die uns damals belebte, wiederkehren wird und daß ich auch dazu beitragen werde, daß dieser Kongreß so würdig verlaufen wird, wie er verlaufen muß. Ich richte an Sie, meine verehrten Herren Delegierten, an Sie alle, die Bitte, mitzuhelfen, damit wir jetzt in unserer Arbeit vorwärts kommen. (Stürmischer Beifall.) Geehrter Kongreß! Bevor wir in die Tagesordnung eintreten, wollen wir derer gedenken, (die Versammlung erhebt sich von den Sitzen) die mit uns gearbeitet, mit uns geschafft haben und heute nicht mehr unter uns weilen, weil sie der Tod uns geraubt hat. (Die Liste folgt in der nächsten Ausgabe.) Geehrter Kongreß! Sie haben sich zur Ehrung unserer teuren Verstorbenen erhoben und haben damit ihr Angedenken geehit, das wir allezeit, solange unsere Bewegung existieren, solange das jüdische Volk existieren wird, hoch halten wollen, da sie so ehrenvoll mit uns gearbeitet haben. Das Wort hat Herr David Yellin im Namen der Organisation für hebräische Sprache und Kultur. David Yellin (von lebhaftem Beifall empfangen), begrüßt den XI. Kongreß im Namen der „Organisation fürhebräische Spracheund Kultur“ mit den Glückwünschen einer Schwester- Organisation, die dasselbe Ziel anstrebt. Der Kongreß hat auf seine Fahne die Worte „Das Land der Väter“ geschrieben; die hebräische Organisation hat sich zum Ziele gesteckt: „Die Sprache der Väter“, den „Geist der Väter“. Was in Palästina geschaffen wird, ist nicht allein materieller Natur, sondern der Geist ist es, der alles heiligt, jeder Spatenstich, jeder Schweißtropfen eines palästinischen Arbeiters bedeutet ein gottgefälliges Opfer auf dem Altäre Gottes. Wenn Dr. Schemarja Levin von der Opferwilligkeit der babylonischen Juden zur Zeit Nehemias gesprochen, so

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