Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 33 (15.8.1913)
- Date
- 1913-08-15
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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Nr. 33 -... ■ .. DIE^ELT ■.- 1067 Delegierte. _ Ersatzdelegierte. 94. Nahum S 1 o u s c h , Fon- Nuchim Torczyner, Anttenay-aux-Roses p/Paris. werpen. 95. E. Torczyner Wien. 96. J. Friedmann Paris. Vereinigte Staaten von Nordamerika. 97. Kurt Rosenbaum, Berlin. Order Knight of Zion. 98. Judge Hugo P a m. 99. B. Horwich. 100. D. O b e r s o n. 101. Captain Waiss. 102. Hermann W arisch, Hamburg. 103. M. Rosenbloom. 104. A. Frankel. 105. Max Shulman. 106. Joseph Goldschmidt, Hamburg. Kongress-Pressestimmen Unter der Ueberschrift „Zum XI. Kongreß“, veröffentlicht der „Hapoel Hazair“ (Jaffa) eine Reihe von Aufsätzen, in denen das Organ der gleichnamigen palästinensischen Arbeiterorganisation deren bekannte Forderungen temperamentvoll vorträgt. „Jeder Pfennig,“ heißt es da u. a., „der dem N.-F. zufließt, muß unmittelbar in palästinensischem Boden investiert werden. Nicht der Dividende wegen gründet der N.-F. Siedlungen, sondern um einem arbeitslosen Volke ohne Land kultureller Beziehung erzielt wurden. Er bezeichnet es als Pflicht der palästinischen Kongreß-Delegierten, für den Gedanken der Universität einzutreten, wie überhaupt die von Ussischkin eingeleitete Aktion zur Hebung Jeruschalajims in jeder Weise zu fördern. Interessant ist es wohl, daß auch arabische Zeitungen auf den Kongreß aufmerksam machen. Sie schlagen vor, daß man auch aus arabischen Kreisen nach Wien zum Zionistenkongreß reisen sollte, da der Kongreß immer mehr Einfluß auf die Judenheit und auf. die Entwicklung Palästenas gewinnt. ln Nummer 6 des in Berlin erscheinenden „Jewrejskij Student“ (herausgegeben vom Kartell zionistischer Studenten aus Rußland) begrüßt die russische zionistische Studentenschaft den XI. Kongreß in überaus warmherzigen Worten. Das Blatt schreibt unter anderem: „Die zionistische Organisation verfügt über viele Werte, auf die sie mit Stolz hinweisen darf; ihre größte Stärke und ihr höchster Stolz jedoch ist die Existenz einer zionistischen Jugend. Das zionistische Ideal hat eine junge Armee großgezogen. Geschlossene Reihen junger Studenten stehen bereit, dem ersten Ruf der Führer unerschütterliche Treue und Gehorsam entgegenzubringen. Mögen die Pioniere unserer Ideale mit Freude und Genugtuung das Bewußtsein empfinden, daß sie nicht umsonst in ihrer Arbeit ergraut sind. Es steht Sammelt beim Kongreßtag f&r a«, Zentral-Fonds! Boden und Arbeit zu verschaffen. Jede erworbene Spanne Erde, jeder durch uns ansässig gemachte Arbeiter bedeutet einen nationalen Gewinn, dessen Gewicht sich nicht mit der Wage eines Kleinkrämers bestimmen läßt. Was für andere bedeutungslos ist, hat für uns unter Umständen den Wert von vielen Tausenden. Wenn eine unserer Farmen jährlich 20 000 Francs zusetzt, uns dafür aber 20 gute Landarbeiter gibt, dann haben wir viel verdient Wenn aber eine kapitalistische Siedlung durch die Arbeit von 100 nichtjüdischen Händen jährlich einen Gewinn von 100000 Frcs. abwirft, dann haben wir wahrlich alles verloren.“ Dieser erste Aufsatz schließt mit folgenden Worten: „Eine Leitung, die ganz für die Palästina-Arbeit ist; die Stellung der Bank unter die gewählte Leitung; die Konzentrierung aller Mittel der zionistischen Organisation zum Zwecke derVergrößerung des Bodenbesitzes und der Vermehrung der jüdischen Arbeiterschaft, — dies sei die allgemeine Losung für die Delegierten des XI. Kongresses.“ — 'Einen eingesandten Aufsatz über die Universitätsfrage begleitet die Redaktion mit folgender Bemerkung: „Obwohl wir die große Bedeutung einer jüdischen Universität in Jeruschalajim nicht verkennen, müssen wir doch gegen die Absicht, diese Frage als Hauptaufgabe des kommenden Kongresses zu betrachten, unseren schärfsten Widerspruch erheben. Die Hauptaufgabe des Kongresses besteht in dem Suchen der Mittel und Wege, die zur Stärkung unserer wirtschaftlichen Position in Palästina führen können. Wer aber den Kongreß in diesem Momente in andere Bahnen drängen will, begeht einen schweren Fehler, auch wenn er von den edelsten Absichten geleitet ist. Jedenfalls werden die Palästinenser die ersten Gegner solcher Bestrebungen sein.“ In einem Leitartikel des „Hacheruth“ (Jerusalem) tritt S. Rafaeli für die jetzige Leitung der zionistischen Organisation ein, indem er auf die Fortschritte hinweist, die in den letzten Jahren sowohl in wirtschaftlicher, wie auch in hinter ihnen eine gesunde organisierte zionistische Jugend, die bereit ist, ihr Werk, die Befreiung des jüdischen Volkes, fortzusetzen. Wir, die russischen Studenten, müssen geschlossen zum Kongreß gehen, sei es als Delegierte, sei es als Gäste. Aber auch fern vom Kongreß, in den Dörfern und Städten Rußlands und wo wir uns sonst befinden, müssen wir uns mit dem Kongreß im Geiste verbunden fühlen. Möge uns das Gerede von einer Krisis im Zionismus, von einer Ermüdung, einer Ernüchterung nicht beunruhigen. Solange unsere Volksbewegung die Jugend hinter sich hat, solange unser großes Ideal die Jungen und die Alten in Liebe zum Volke und zu Zion vereint, kann von irgendeiner Krise nicht die Rede sein. Indem wir dem XI. Zionistenkongreß in Wien unseren brüderlichen Gruß senden, und ihm die heißesten Wünsche für eine fruchtbringende Arbeit aussprechen, wenden wir uns gleichzeitig an die russisch-zionistische Studentenschaft mit der Aufforderung: Umgebet den Kongreß mit eurer ganzen Liebe und Aufmerksamkeit, verjüngt ihn, indem ihr ihm euren Glauben und euren Enthusiasmus weiht.“ Der „Jewish Chronicle“ schreibt vom XI. Zionistenkongreß. daß er — wohl im Hinblick auf die politische Lage — unter recht kritischen Umständen zusammentrete. „Die Leiter der Bewegung werden zweifellos die augenblickliche schwierige Lage in ihrer ganzen Tragweite in Erwägung gezogen haben. Die zionistische Bewegung vertritt den einzigen konkreten Ausdruck der jüdisch-nationalen Hoffnungen, und auf diejenigen, welche die verantwortliche Pflicht der Führerschaft auf sich genommen haben, kann man sich hoffentlich darin fest verlassen, daß sie die Interessen der Bewegung verständig und genau wahmehmen. Wie wünschenswert es auch sein mag, Ansprüche durch gegenwärtige Erwerbung des Landes zu erheben, so würde es doch nutzlos sein, zu glauben, daß die moralisch unveräußerlichen jüdischen Rechte auf Palästina den Juden immer zugestanden, werden, wenn sie nicht ihren Anspruch durch moralische Ueberredung der Auswärtigen Aemter Europas in den Augen der Welt als recht-