Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 31 (1.8.1913)
- Date
- 1913-08-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 31 999 DIEI^ELT Kotzman. Am 20. Tamus fand hier eine Herzl-Gedenkfeier statt. Die Festrede hielt der Obmann des Zion-Vereins Herr Dr. J. Berger. Gurahumora. In Gurahumora hat sich eine zionistische Ferialverbindung „Libanonia“ konstituiert, die sich zur Aufgabe gestellt hat, im südöstlichen Teile der Bukowina für unsere Sache tätig zu sein. Der Gründungskommers findet am 3. August im' Rathaussaale statt. Ungarn Herzl-Gedenkfeier Budapest. Dem Andenken unseres Führers widmete der Verein „Dr. Theodor Herzl" eine würdig verlaufene Gedenkfeier, die im großen Saale des alten Parlamentsgebäudes stattfand. Der Vorsitzende des Vereins, Rechtsanwalt Dr. Leopold Ostern, leitete die Feier mit einigen tiefempfundenen Worten ein. Die Gedenkrede hielt Rechtsanwalt Dr. Nison K a h a n , der mit der Aufforderung an die Anwesenden schloß, den Schekel zu entrichten und damit als Mitkämpfer in die Armee Herzls einzutreten. Parteisekretär Dr. Josef Schönfeld sprach dann über die Zionistenkongresse als die größte Schöpfung Herzls, insbesondere über den nächsten Kongreß. Frankreich Herzl-Gedenkfeier Paris. Am Donnerstag, den 24. Juli, fand hier — wie alljährlich am 20. Tamus — eine Herzl-Feier statt, die sich wieder zu einer großen zionistischen Manifestation gestaltete. Die erste Ansprache hielt Dr. Jacobson in Jüdisch- Deutsch. Dann sprach Dr. Ginsbourg der Präsident der „Assidath Zion", und nach ihm Dr. Alexander Marmorek, der die Arbeit der heutigen Leitung am Maßstabe der Herzischen Gedanken messen wollte und die These aufstellte, daß die zionistischen Fonds angesammelt, aber nicht für „Versuche und Unternehmungen" ausgegeben werden sollten. Nach einer Pause, während deren für den Herzlwald gesammelt wurde, sprach Herr Dimiante hebräisch und zum Schluß hielt Dr. Nord au eine Rede, in der er zunächst die Entwicklung des zionistischen Gedankens in Herzl schilderte. Dann gab Nordau einen knapp gehaltenen Abriß der neuesten Geschichte der zionistischen Bewegung und eine Kritik der gegenwärtigen Leitung, in der er die bekannten Argumente der Gegner des Actions-Comites wiederholte. Sein Hauptvorwurf gegen das jetzige A. C. gipfelte darin, daß die neue Leitung früher in den Reihen der Gegner des politischen Zionismus gekämpft habe, sich aber jetzt selbst politisch nenne und auch politisch zu arbeiten versuche. England Herzlgedenkfeier in London London. Wie das Andenken Herzls noch in den jüdischen Massen Londons wirkt, konnte man in der überfüllten Philpot Street Synagogue in Whitechapel, anläßlich der Herzl-Gedenkfeier sehen, die letzten Sonntag begangen wurde. Die English Zionist Federation hatte hier die Feier veranstaltet, während in der großen Synagoge der Machsike Hadass der Order of Ancient Maccabaeans eine besondere Feier abhielt. Auch hatte die David Wolf fsohn Lodge, die führende zionistische Gruppe des wachsenden Order Sons of Jacob, eine Versammlung in einem westlichen Viertel der Stadt einberufen. Eine wirkungsvolle jiddische Rede wurde vom Rabbiner M. Rabbinowitz in der Philpot Street Synagogue gehalten, ferner sprach dort Herr M. K a t z aus Lemberg. Mr. Joseph Co wen, Präsident der English Zionist Federation, appellierte an die Jugend, der Herzl schon als historische Person erscheint. Eine von Mr. Cowen angeregte Sammlung zugunsten des Herzl-Waldes ergab ca. £ 9.— (30 Bäume). Liverpool. Am 16. Juli fand eine Sitzung des Central Council unter dem Vorsitze von Rev. I. Raffalovich statt. Der Bericht über den Schekelabsatz der zionistischen Vereine zeigte während des letzten Jahres die höchste Jahreseinnahme seit Bestehen der Organisation in Liverpool, nämlich 980 Schekolim. Die Jahresversammlung des Joint Committee wurde auf den 31. August festgesetzt. — Die Nationalfonds-Kommission hat am 27. Juli Straßenkollekten veranstaltet, an denen sich die Mitglieder der Girls’ Zionist League, der Junior Zionist Association und die Schüler von Dr. Fox’ Hebrew School tätig beteiligten. — Am 20. Juli fand eine Generalversammlung des Mount Hermon Beacon, Order of Ancient Maccabaeans statt, in der das Projekt der Maccabaean-Siedlung in Palästina besprochen wurde. Br. Sol Cohen hielt eine Ansprache über den Plan. Verschiedene Mitglieder zeichneten Anteile von £ 250, und es wurde beschlossen, im Namen des Beacon selbst einen Anteil von C 50 zu zeichnen und an die einzelnen Mitglieder zwecks Erwerbes von Anteilen heranzutreten. Der Bericht über den Schekelabsatz zeigte, daß der Beacon 585 Schekel gesammelt hat. Die Delegiertenwahl für den Kongreß wurde für den 3. August anberaumt. — Am 27. Juli fand eine Herzl-Gedächtnisfeier statt. Rabbiner S. J. R a b i n o w i t z und Dr. Samuel D a i c h e s hielten Ansprachen und Rev. I. Freeman von der New Yorker Congregation rezitierte das Haskara-Gebet. Südafrika Springs. Die jährliche Generalversammlung der Zionist Society in Springs fand im Juni unter sehr reger Beteiligung statt. Die Statuten wurden geändert und Neuwahlen vorgenommen. Zum Präses wurde Mr. B. P. G o 1 d - b e r g gewählt. Australien Perth. Die hier Anfang März d. J. gegründete West Australian Zionist Soci-ety, deren Präsident der Begründer, Rev. D. 1. Freedman, ist, hat bereits eine Mitgliederzahl von 350 aufzuweisen. Persönliches Unsere langjährige Mitarbeiterin Frau Dr. Mendel son- Sokolow, Tochter des Herrn Nah um S o k o 1 o w, ist von einem schweren Schicksalsschlage betroffen worden. Im Alter von 55 Jahren verstarb dieser Tage ihr Gatte, der bekannte polnische Schriftsteller Herr Stanislaw Mendelson. Der Verstorbene, der aus einer alten, angesehenen jüdischen Bankiersfamilie stammte, nahm bereits in seiner Jugend lebhaften Anteil an der polnischen Politik und wird bis auf den heutigen Tag als der eigentliche Schöpfer und Begründer der polnischen sozialistischen Partei (P. P. S.) angesehen. Nach längerer Kerkerhaft in Rußland entfloh er ins Ausland, wo er in Preußen (Posen), Galizien und England als Gelehrter und Schriftsteller lebte. Im Jahre 1905 kehrte er infolge der Amnestie nach Warschau zurück, wo er sich auch mit jüdischer. Problemen zu beschäftigen begann und den Kampf gegen die jüdische Rechtlosigkeit in der von ihm redigierten polnischen Tageszeitung „Przeglad Codzienny". mit großer Schärfe geführt hat. Sein Tod bedeutet für die polnische Judenheit in dieser schweren Zeit einen großen Verlust. Der Beerdigung wohnten große jüdische Massen bei, und es ist allgemein aufgefallen, daß die polnische Bevölkerung, für die Stanislaw Mendelson sein ganzes Leben lang gekämpft und gelitten hat, es nicht für nötig gefunden hat, dem Verstorbenen nach seinem Tode auch nur den geringsten Beweis von Dankbarkeit zu bezeugen. Unsere Moskauer Gesinnungsgenossen sind von einem schweren Verlust betroffen worden. Am 19. Juli verschied eine der besten jungen Zionistinnen in Moskau, Frl. Sophie Lev y. Die Verblichene war Mitglied des akademischen Zionistenvereins „Jabneh“ und Repräsentantin dieses Vereins im Schekelzahlerkomitee. Auch als Organisatorin von Schülergruppen zum Studium der jüdischen Geschichte usw. leistete sie unserer Sache wertvolle Dienste. Sie war auch Mitglied mehrerer anderer nationalen Vereine wie des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina usw.