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Die Welt · 1913-08-01 · 31 (1.8.1913) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
31 (1.8.1913)
Date
1913-08-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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996 Nr. 31 weit ab vom eigentlichen Ziel des N. F. Die landwirtschaftlichen Lehrfarmen sollten erweitert werden, ebenso die kooperativen Siedlungen. Die Baumspende sollte sich mehr der Aufforstung kahler Berge, die soviel Raum einnehmen, zuwenden. Alle diese Fragen wurden in der Diskussion von Dizeng o f f, Dr. Schimoni, Jakobi und Haft erörtert. K. L. S i 1 m a n bemängelte an dem Referat, daß darin das kulturelle Moment gänzlich übergangen worden sei. Ein neues jüdisches Stadtviertel in Jerusalem Ein reicher jüdischer Kaufmann in Kalkutta, Joseph Abraham Schalom, hat in Jerusalem ein größeres Terrain erworben, auf dem er 24 Wohnhäuser erbauen läßt, die armen spaniolisch-jüdischen Familien zu je dreijähriger unentgeltlicher Benutzung überlassen werden sollen. Außerdem erhält jede Familie 1000 M. jährlich unter der Bedingung, daß die Männer in der zur Erinnerung an den Stifter zu gründenden Jeschibah „Porath Joseph" täglich dem Thorastudium obliegen. Das Bauterrain kostet 130 000 Frcs., die Kosten des Häuserbaues sollen sich auf etwa 250 000 Frcs. belaufen. Nach einer Mitteilung der Jerusalemer Zeitung „Hacheruth“ hat Herr Schalom in der Kalkuttaer Filiale der Bank of England anderthalb Millionen Francs für palästinensische Wohlfahrtszwedke deponiert. 40 °/o der Zinsen sollen zur Erhaltung des genannten Stadtviertels und 5 o/o für das jüdische Hospital in Hebron verwendet werden. Die Verwaltung des neuen Stadtviertels besteht aus den Herren: Nissim Eljaschar, Elia A. Sassoon, A. Ch. Valero und Nissim N a c h u m. Vorträge Dr. Feigenbaum, Vorsteher der Station zur Bekämpfung der Augenkrankheiten am Jerusalemer Gesundheitsamt, sprach im Beth-Am über „Augenhygiene". Im Jerusalemer Zweigverein des Lehrerverbandes sprach D. J e 11 i n über die Aussprache des Hebräischen. Er trat in seinem Vortrage für die Beibehaltung der orientalischen Aussprache ein. Nach seiner Ansicht entsprechen in der hebräischen Sprache die Schriftzeichen der hier gesprochenen Sprache — falls sie eben richtig ausgesprochen wird. - Im Jaffaer Beth-Hamikra sprach J. Feldmann über „Die hebräische Literatur in Palästina". Letzte Nachrichten Die Frage der Legalisierung des Jerusalemer Hebräischen Gymnasiums, die noch immer nicht erledigt ist, wird jetzt in einer Beratung in Jaffa, an der auch Herr S. Schiller, der Leiter der Anstalt, teilnimmt, erörtert. Unter den Gästen, die in letzter Zeit aus Rußland in Palästina eintrafen, befinden .sich auch der Schriftsteller Zwi Kiasdai und Agronom A. Sussmann. Letzterer wird auch an den Verhandlungen bezüglich der neuen Siedlung, die den Namen unseres Gesinnungsgenossen Chaim Kahan in Warschau tragen wird, teilnehmen. Ein Krawall In Rechoboth Am Freitag, den 25. Juli, kam es gelegentlich eines Einbruchsversuchs einiger Beduinen in die jüdische Kolonie Rechoboth zu einem Krawall. Bei der Verfolgung der Beduinen wurden ein Jude und ein Araber getötet und mehrere Leute verwundet. Die Behörden von Ramleh und der Kaimakam von Jaffa griffen ein, und die Ruhe wurde alsbald wieder hergestellt. Eine größere Bedeutung ist dem Vorfall nicht beizumessen. Es handelt sich um eines jener Intermezzi, die nun einmal leider bei der Kolonisationsarbeit unvermeidlich Der jüdische Kulturfonds^Kedem Bei der Jahreskonferenz im September 1912 ist bekanntlich der Beschluß gefaßt worden, einen Kulturfonds des Actions-Comites ins Leben zu rufen, dessen Aufgabe es sein soll, unter den Juden des Orients, vornehmlich in Palästina und Syrien, großzügige Kulturarbeit zu leisten. Der Direktor des Jewish Colonial Trust, Herr M. Feldstein, überwies für diesen Zweck dem Actions^Comite eine Stiftung in der Höhe von 40 000 Francs, deren Zinsen für den genannten Zweck verwendet werden sollen. Ein vorbereitendes Komitee unter dem Vorsitz des Herrn So ko low übernahm die weitere Arbeit. Für die laufenden Ausgaben spendete Herr Feldstein außerdem 2000 Frcs. Das vorbereitende Komitee beschloß, für diesen Zweck eine Gesellschaft unter dem Namen „Kedem" zu gründen und dieselbe in England als Genossenschaft eintragen zu lassen. Die Eintragung ist dieser Tage unter dem Namen „Jüdischer Kulturfonds Kedem (Keren Hatarbuth Haibrith „Kedem" Limited)" erfolgt. Als Gründer der Gesellschaft sind bei der englischen Behörde folgende Herren eingetragen: M. Feldstein, Warschau; Dr. Hantke, Berlin; Dr. V. Jacobson, Konstantinopel; Dr. Klee, Berlin; I. A. Naiditsch, Moskau; A. Podlischewski, Warschau; Dr. Tschlenow, Moskau; Ing. M. Ussischkin, Odessa; Prof. O. Warb urg, Berlin. In das provisorische Direktorium wurden folgende Herren gewählt: M. Feldstein, Dr. Hantke, Dr. Sch. Levin, A. Podlisch ewski, N. Sokolow, Dr. Tschlenow, Ing. M. Ussischkin, Prof. A. Weizmann. Zum Vorsitzenden des provisorischen Direktoriums ist Herr Feldstein gewählt. Anläßlich des XI. Kongresses in Wien soll die erste Generalversammlung stattfinden. Hebräische Sprachkurse in Palästina Wir wenden uns nochmals an die jüdische Studentenschaft mit der Aufforderung, sich zur Teilnahme für die im kommenden Wintersemester in Jaffa geplanten Kurse zur Erlernung der hebräischen Sprache anzumelden. Es sind zwar schon einige Anmeldungen eingelaufen, das Projekt kann aber nur dann verwirklicht werden, wenn sich mindestens 20 Teilnehmer für die Kurse verpflichten. Die Kurse sollen in dreistündigem täglichen Unterricht bestehen, den bewährte pädagogische Kräfte erteilen werden. Gegenstände des Unterrichts sind: 1. Hebräische Grammatik; 2. hebräische Konversation und 3. hebräische Literatur. Der Kursus soll sich auf die Zeit von Ende September bis Mitte April erstrecken; dieser Zeitraum reicht nach dem Urteil sachkundiger Personen dazu aus, den Teilnehmern die Grundlagen der Sprache in leichtfaßlicher Weise beizubringen. Es wird dafür gesorgt werden, daß die Teilnehmer sich die ganze Zeit hindurch in einer hebräisch sprechenden Umgebung befinden und somit das Hebräische als lebende Sprache auch praktisch üben. Falls diese Kurse zustande kommen, wird die H i s t a d r u t h die allgemeinen Kosten decken. Für jeden Teilnehmer entstehen nur die Ausgaben für die Reise und den verhältnismäßig billigen Aufenthalt in Jaffa. Wir bitten diejenigen, die an den Kursen teilzunehmen wünschen, um sofortige Anmeldung, da wir noch im Laufe der nächsten drei Wochen feststellen müssen, ob eine zur Realisierung des Projektes genügende Teilnehmerzahl vorhanden ist. Das Zentralkomitee der Organisation für hebräische Sprache und Kultur, Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 93.

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