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Die Welt · 1913-07-18 · 29 (18.7.1913) · page 25

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
29 (18.7.1913)
Date
1913-07-18
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Die Nationalfondseingänge des ersten Halbjahres 1913 Das erste Halbjahr 1913 riat die Gesamtsumme von 344 000 M. gegenüber 241 000 M. des ersten Halbjahres 1912 gebracht. Dieses Resultat berechtigt zu der Hoffnung, in diesem Jahre die langersehnte Mindesteinnahme von 1 Million Frs. zu erzielen. Wie aus der nachfolgenden Tabelle I ersichtlich, sind an der Steigerung der Einkünfte noch nicht alle Länder gleichmäßig beteiligt. Wenn man von denjenigen kleineren Ländern absieht, die durch die kriegerischen Ereignisse unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen sind, muß man die ungenügende Steigerung in einer Reihe von Ländern auf Mängel in der Organisation der Vertrauensmänner und der Sammelmittel zurückführen. Auf die Beseitigung dieser Mängel gedenken wir mit aller Energie hinzuarbeiten. Tabelle I. Sammelstelle I. Halbjahr 1913 JL 1. Halbjahr 1912 JL 1. Rußland. + 112408,52 59766.76 L Nordamerika. + 60345,41 37294,18 3. Oesterreich. + 60241,06 59791,50 4- Deutschland . + 43272,18 25705,09 5. Südafrika. 9636.42 12558,04 6. Canada. + 8344,82 7074,25 7- England . .. + 8016,65 2936,73 8- Rumänien. 7 473,30 8044,60 9. Ungarn. 4845,85 5085,44 10. Holland. + 4774,66 4706,78 11. Türkei. + 4242,08 200646 12 Belgien. + 3616,65 3374.43 13. Südslavische Länder . . . 3406,60 3652,92 14. Argentinien. + 2021,81 1672,98 15. Ostasien. + 189834 1 241/23 16. Griechenland. + 1850,03 376.74 17. Frankreich. + 180130 867.96 18. Australien. + 108234 538,25 19. Schweiz. + 1751,62 1198,41 20. Bulgarien. 708,40 917,78 21. Italien. + 698,21 563,96 22. Brasilien. + 590,90 558 — 23. Aegypten. + 451,24 162,88 24. Schweden. 39833 480,99 25. Dänemark. + 162,06 26. Serbien. 150,- 468,90 27. Portugal. + 28.- — Einen unumstößlichen Beweis dafür, daß eine planmäßige organisatorische Tätigkeit einer Sammelstelle sich unter den denkbar ungünstigen Verhältnissen durchsetzen muß, bietet zu unserer Genugtuung wieder Rußland, das eine Zunahme von 88 o/o der Eingänge gegenüber dem ersten Halbjahr 1912 zu verzeichnen hat. (112000 M. gegenüber 59000 M.). Nordamerika hat im zweiten Vierteljahr 1913 die zweite Stelle mit einem beträchtlichen Zuwachs gegenüber der entsprechenden Zeit des ersten Halbjahres 1912 behauptet. Der Aufschwung Amerikas ist ein sehr erfreulicher, wenn es auch nicht zuviel verlangt ist, daß in absehbarer Zeit Amerika mit seiner großen und freien jüdischen Bevölkerung zumindest dieselbe Summe aufbringt wie Rußland. Bei Oesterreich muß leider im Gegensatz zu den anderen drei großen Ländern das Ergebnis als nicht befriedigend bezeichnet werden, da es kaum höher ist als jenes des ersten Halbjahres 1912. Es muß allerdings hervorgehoben werden, daß Westösterreich, trotzdem es von der herrschenden wirtschaftlichen Krise mitbetroffen ist, bessere Erfolge als die östlichen Provinzen aufzuweisen hat. Andererseits darf nicht übersehen werden, daß Galizien erstens von einem beispiellosen ökonomischen Niedergang heimgesucht wurde und zweitens eine intensive Sammlung für das Hebräische Gymnasium unternimmt, die hoffentlich bald zu einem befriedigenden Abschluß gelangen wird. Angesichts des bevorstehenden Kongresses sprechen wir jedoch die bestimmte Erwartung aus, daß in ganz Oesterreich, besonders aber in Wien mit seiner leistungsfähigen jüdischen Bevölkerung von ca. 180000 Seelen, nichts verabsäumt werden wird, um die günstige Stimmung für eine Steigerung der Nationalfonds-Eingänge auf mindestens 150000 Kr. in diesem Jahre auszunützen. Die Eingänge aus Deutschland haben sich nahezu verdoppelt, wenn man die in den letzten Tagen abgeführten größeren Spenden für Jemenitenhäuser auf das Konto des ersten Halbjahres setzt, in dem sie ja auch gesammelt worden sind. Der gleiche Erfolg dürfte für das zweite Halbjahr 1913 erwartet werden, das bekanntlich fast durchwegs bessere Ergebnisse als das erste Halbjahr liefert Von den Ländern, deren Judenschaft weniger zahlreich, ihre Gewinnung aber für uns aus mehr als einem Grunde wünschenswert erscheint, verdienen besonders England und Frankreich hervorgehoben zu werden. Nach einem jahrelang anhaltenden Rückgang ist in England eine beträchtliche Steigerung erzielt worden, von der wir nur wünschen können, daß sie eine dauernde bleibt. Bei den Balkanländem, besonders Bulgarien und Serbien war der Rückgang unvermeidlich. Es ist daher rühmlich anzuerkennen, daß Griechenland trotzdem, dank der Hingebung unserer äußerst rührigen Freunde in Volo, eine Ausnahme macht. Wir empfinden es nach wie vor schmerzlich, daß Ungarn mit seiner so zahlreichen und gutjüdischen Bevölkerung im Rückstände bleibt. Der Wiener Kongreß sollte auch den ungarischen Delegierten Anlaß geben, sich darüber klar zu werden, durch welche organisatorischen Maßnahmen der bedauerlichen Stagnation ein Ende gemacht werden könnte. Bezüglich der übrigen Länder wird ein abschließendes Urteil wohl erst am Ende des Jahres mit Sicherheit geäußert werden können. Es sei nur noch mit besonderer Befriedigung auf die Türkei hingewiesen, wo infolge der Tätigkeit unserer Freunde in Palästina eine Verdoppelung der Eingänge bewirkt hat. Ueber den Anteil der einzelnen Spendengattungen an dem Resultat, verglichen mit dem entsprechenden Halbjahr 1912, gibt die folgende Tabelle klaren Aufschluß. Tabelle II. 1. Halbjahr 1913 JL I. Halbjahr 1912 JL 1. Arbeiterheimstätten .... 116604,96 2. Allgemeine Spenden . . . 59997,46 73321,71 3 Sammelbüchsen. 56103,13 44 887,27 4. Goldenes Buch. 43946,64 43321,65 5- Baumspende. 34892,79 39 323,43 6. Landspenden. 11454,68 9878.20 7. N. F.-Marken. 9459,48 9489,59 8. Selbstbesteuerung .... 5972,88 5363L2 9. Sammelbogen. 4367,54 8505,71 10. D. u. F. Wolffsohn-Fonds 779,40 4031,02 11. Telegramme. 638L2 292846 12. Postwertzeichen u.Materialien 319,91 870,96 Auf den ersten Blick ist zu ersehen, daß die Propaganda im Zeichen der Arbeiterheimstätten (Jemenitenhäuser) steht. Das hübsche Ergebnis von 116 000 M. ist gewiß recht erfreulich, um so mehr, als wir gerade mit der Jemenitenaktion in Kreise eingedrungen sind, die uns früher verschlossen schienen. Weniger erfreulich ist indes der nicht unerhebliche Rückgang der Allgemeinen Spenden. Es ergibt sich daraus, daß ein großer Teil der sonst für allgemeine Zwecke bestimmten Spenden dem speziellen Zweck der Arbeiterheimstätten zugeführt

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