Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 28 (11.7.1913)
- Date
- 1913-07-11
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 28 DIESqKELT 899 einigt, dem auf dem Gebiete der hier gänzlich vernachlässigten jüdischen Jugenderziehung große Aufgaben bevorstehen. Bosnien Sarajevo. In der am 28. Juni abgehaltenen außerordentlichen Generalversammlung des Jüdischen National Vereins wurde Herr Chaim Weitzner zum Präsidenten und Dr. Moritz L e v y zum Vizepräsidenten gewählt. Es wurde beschlossen, Ende Juli eine großzügige Herzlfeier zu veranstalten, bei welcher Herr Oberrabbiner Dr. Samuel Weszel (deutsch) und Herr Vita Kajon (kroatisch) sprechen werden. Arnhem. In einer von der hiesigen Ortsgruppe veranstalteten öffentlichen Versammlung sprach Herr R. J. Spitz über den Jüdischen Nationalfonds. Graafschap. Unsere Ortsgruppe veranstaltete zum J. N. F.- Blumenfest in Lochern eine Propagandaversammlung, in der Herr Ed. Pool eine Propagandarede hielt. Die Versammlung war gut besucht und hatte einen guten Erfolg. Amsterdam. Am 18. Juni hielten in Amsterdam die Herren Dr. B. A. Kahn und Dr. Henri Edersheim zionistische Lauserien. | Moses H. Grawe* Schweiz Genf. Vorige Woche fand hier eine zionistische Volksversammlung mit zahlreicher Beteiligung statt. Herr J. J e 1 s k y hielt einen Vortrag über das Verhältnis zwischen Judentum und Zionismus. Herr Z. Aberson sprach über das Thema „Der Zionismus und die Aufgabe des XI. Zionistenkongresse s“. Das praktische Resultat dieser Volksversammlung war die Gründung eines allgemeinen zionsitischen Vereins. Herr Z. Aberson wurde zu dessen Präsidenten, der bekannte Schriftsteller Ben Ami zum Nationalfondskommissar und Dr. J. J e 1 s k y zum Leiter der Kommission für kulturelle Arbeit gewählt. Lausanne. Der jüdisch-nationale Studentenverein „Israel“ und der zionistische Studentenverein „Hatikwah" veranstalteten am 26. Juni eine allgemeine Studentenversammlung, um zur Frage einer jüdischen Hochschule in Palästina Stellung zu nehmen. Es wurde eine Resolution gefaßt, derzufolge die jüdische Studentenschaft in Lausanne das Projekt zur Schaffung einer jüdischen Universität in Jerusalem freudig begrüßt und die Verwirklichung dieses Planes im Hinblick auf die Lage der studierenden jüdischen Jugend aus Osteuropa für eine dringende Notwendigkeit hält. Lengnau. Am 6. Juli fand die erste allgemeine Versammlung der vor einigen Monaten neu gegründeten zionistischen Ortsgruppe statt. In den Vorstand wurden gewählt die Herren Gemeinderat S. Dreyfus, D. Braunschweig und B e r n h e i m. Holland Delegiertentag der niederländischen Zionisten Am 22. Juni fand in Apeldoorn der jährliche Delegiertentag des Niederländischen Zionistenbundes statt. Die Ortsgruppen Deventer, Zwolle und Twenthe des N. Z. B. hatten die nötigen Veranstaltungen getroffen, und der Tag hatte einen glänzenden Erfolg. Mehr als 100 Zionisten aus allen Teilen des Landes waren erschienen. Am Vormittag hielt Herr V. E. van Vriesland aus Haag ein Referat über die „Kunstwart"-Debatte speziell mit Bezug auf Holland. Redner führte aus, daß der jüdische Künstler im Golus sich in einer Notlage befinde. Die realistische Kunst sei international, während die romantische Kunst, der die moderne Entwicklung zustrebe, einer nationalen Basis bedarf. Nach dem Lunch, der im Garten stattfand, hielt Herr Nehemia de Lieme, Vorsitzender des N. Z. B., einen Vortrag über Achad-Haam. Redner kritisierte die Auffassung Achad-Haams von dem Gegensatz zwischen Ost und West. Achad-Haams Abneigung gegen die politische Seite des Zionismus sei aus der Abwehr der in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts in Rußland herrschenden assimilatorischen Tendenzen zu erklären. Referent stellt Achad-Haam als Volkspsychologen und als Nationaljuden sehr hoch, doch kann er seine Konklusionen nicht unterschreiben. Der geistige Einfluß Achad-Haams wirke allerdings erfreulich im Sinne einer Vertiefung des nationalen Ideals. Am Abend vereinigten sich sämtliche Teilnehmer des Delegiertentags zu einem Festmahl. Im Anschluß an unseren früheren Bericht über die in Holland am 8. Juni zugunsten des Jüdischen Nationalfonds veranstalteten Blumenfeste gehen uns noch Berichte über weitere Propagandaversammlungen zu, die an diesem Tage in folgenden Städten abgehalten wurden: Gouda. Hier sprachen am 8. Juni die Herren Dr. M. Enge rs und Dr. I. H. J. Vos in einer gut besuchten Propagandaversammlung. Herr Dr. Engers behandelte das Thema: „Die Renaissance eines Volkes". Herr Dr. Vos hielt einen Lichtbildervortrag über „Das neue jüdische Land". Einen schweren Verlust erlitten unsere Gesinnungsgenossen in Lodz. Nach kurzen schweren Leiden verstarb dort einer der angesehensten und energischsten Vertreter des Palästinagedankens, Herr Moses H. Grawe, im 50. Lebensjahre. Der Verblichene gehörte zu den ersten und ältesten Anhängern der Chowewe-Zion und war unserer Sache mit großer Begeisterung ergeben. In den letzten Jahren arbeitete er eifrig Hand in Hand mit unseren Gesinnungsgenossen in Lodz, die ihn stets als Muster der Pflichttreue ansahen. Der Verstorbene hatte den festen Entschluß gefaßt, in der nächsten Zeit nach Palästina überzusiedeln, und hatte bereits seinen Bruder nach Palästina gesandt, um für sich und seine Angehörigen dort Grundstücke zu erwerben. Nun hat der unerbittliche Tod den trefflichen Mann inzwischen weggerafft. Unsere Freunde in Lodz beschlossen, auf den Namen des Verstorbenen einige Jemenitenhäuser zu stiften. Der aufrichtigen Trauer unserer Freunde in Lodz schließen auch wir uns an. Südafrika Die South African Zionist Federation ist von einem schweren Verlust betroffen worden durch den am 21. Mai erfolgten Tod ihres Vizepräsidenten Mr. Isaac Caplan, der nach längerer Krankheit im Alter von 36 Jahren verschied. Der Verstorbene war einer der eifrigsten und unermüdlichsten Pioniere der zionistischen Bewegung in Südafrika. Als vor 14 Jahren die Bewegung auch in Südafrika Anhänger zu finden begann, entwickelte Caplan seine Tätigkeit für unsere Sache in Randfontein wo er bald einen zionistischen Verein ins Leben rief. Aber dieser Erfolg an einem Orte genügte ihm nicht, er arbeitete alle die Jahre unermüdlich weiter, besuchte große und kleine Orte und sprach in Versammlungen und privaten Veranstaltungen. In dem Exekutivkomitee der Federation war er als Schriftführer, Schatzmeister, Obmann, Pressekommission und zuletzt als Vizepräsident tätig. Er hat der Federation und infolgedessen der gesamten Organisation unschätzbare Dienste geleistet, durch welche er sich ein bleibendes Andenken bewahrt hat. Johannesburg. Am 7. und 21. Mai fand je eine Versammlung des Executiv-Komitees der South African Zionist Federation statt. Unter den eingegangenen Briefen befand sich ein abermaliger Aufruf zur Förderung des Zentralfonds. Rev. Rosenberg berichtete, daß das Legat von 1000 M., welches der verstorbene Mr. S. Cantor dem Nationalfonds hinterlassen hat, demnächst der Federation zugehen würde. — Für den 21. Mai war die zweite Versammlung einberufen, doch wurden die Beratungen infolge des Ablebens von Mr. Isaac Caplan. des Vizepräsidenten der Federation, um eine Woche verschoben. Die anwesenden Mitglieder des Exekutivkomitees sandten der Witwe und den Eltern des Verstorbenen Kondolenzbriefe. und Mr. A. M. Abrahams, der Vorsitzende, widmete dem Verblichenen Worte herzlichen Gedenkens. Auf Vorschlag von Mr. B. S. H ersch wurde beschlossen, am 25. Mai eine Gedächtnisfeier für Mr. Caplan in der Zionist Hall zu veranstalten. Lüderitzbucht. Das Bureau der Zionist Federation erhielt vor kurzem einen beträchtlichen Geldbetrag für zionistische Zwecke von Dr. I. Sherman aus Lüderitzbucht (Deutsch- Südwestafrika) im Namen verschiedener zionistischer Freunde. Bis jetzt ist es allerdings Mr. Sherman nicht gelungen, einen zionistischen Verein in Lüderitzbucht zu gründen, doch setzt er seine Bemühungen in dieser Richtung fort. Im übrigen konnte er mit Hilfe von Mr. N. Winitzky eine ganze Anzahl Schekel sammeln und Abonnenten für den „Zionist Record" gewinnen. Middleburg (Transvaal). Hier wurde ein zionistischer Verein gegründet. Wenn auch vorher eine Anzahl dortiger Gesinnungsgenossen für unsere Sache mit Erfolg tätig war, so ist doch jetzt, nach der formellen Gründung eines Vereins zu erwarten, daß die Arbeit in größerem Umfange gefördert und ein gutes Resultat erzielt werden wird.