Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 27 (4.7.1913)
- Date
- 1913-07-04
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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870 DIEHaKELT Nr. 27 sich jetzt nicht rühren oder sich sogar gegen ihn stellen ... Oie Oentschnationalen und natürlich die Inden — eine gewisse Sorte mein’ ich, die keine Gelegenheit vorübergehen läßt, sich in den Schutz der herrschenden Mächte zu begehen." — Vom Wucherer bis zu Bernhardi, von der Shylockfigur des „roten Itzig" bis zur modernen Nathangestalt des Rabbiners Markuse, welch weiten Kreis von jüdischen Gestalten hat der moderne deutsche Dramatiker erschaut, zu wie verschieden gearteten Judenfiguren hat das Leben ' dem Dichter Modell stehen müssen! Aus den verschiedensten Berufen hat er sich Juden hergeholt, aber so vielgestaltig er sie uns auch vorführt, er muß, wenn er nur guten Willens ist, sie als ehrlich Strebende, als Kämpfende und Ringende, mit ihren Fehlern und Vorzügen, als Menschen unter Menschen zeichnen. Ein allmähliches Verstehen spricht aus den jüdischen Gestalten, die das moderne deutsche Drama zeigt. Und das ist ein großer Schritt zur Verständigung auch im Leben. Freuen wir uns dessen! — SPRECHSAAL Wir erhalten folgende Zuschrift: Sehr geehrte Herren! Ich bitte Sie hierdurch um gefl. Abdruck nachfolgender Berichtigung in der nächsten Nummer Ihrer gesch. Zeitschrift: In seinem Aufsatz „Alljudentum und Zionismus" (Seite 718, Nr. 23, Jahrgang 1913) behauptet Herr Dr. Hugo Herrmann: „Die Vertreter des ,Alljudentums', die sich um Nathan Birnbaum (Mathias Acher) scharen, haben es jetzt an der Zeit gehalten, eine eigene Zeitschrift, die ,Frei statt, alljüdische Revue', zu begründen . . Diese Annahme beruht auf einem tatsächlichen Irrtum. Die „Freistatt" ist wie stets von mir betont wurde, unabhängig von jeder Richtung gegründet worden. Sie will, wie ihr Name und wie ihr Untertitel „alljüdische Revue" besagen, alle positiv-jüdischen Bestrebungen und Strömungen zu Worte kommen lassen. Ich muß daher alle Unterstellungen irgendwelcher Art, die die „Freistatt" zum Organ einer bestimmten Gruppe charakterisieren, als unrichtig zurückweisen. Ich danke Ihnen im voraus für Ihre Liebenswürdigkeit und zeichne mit vorzüglicher Hochachtung „Die Freistatt", Alljüdische Revue. Der Herausgeber: Julius Kaufmann. Hierzu möchten wir bemerken, daß in dem fraglichen Artikel von Dr. Hugo Herrmann „Unterstellungen irgendwelcher Art" mit Bezug auf die „Freistatt" nicht enthalten waren. Dr. Herrmann hat keineswegs behauptet, die „Freistatt" sei das Organ einer bestimmten alljüdischen Parteigruppe, die es ja gar nicht gibt. Er hat bloß gesagt, daß diese Zeitschrift im einleitenden Aufsatz ihres ersten Heftes und in anderen Beiträgen dem „Alljudentum" als Theorie, als einer gewissen Gedankenrichtung, wie sie u. a. von Nathan Birnbaum und seinem Kreis vertreten wird, das Wort redet, und er hat gegen diese alljüdische Theorie vom zionistischen Gesichtspunkte polemisiert. Daß der Untertitel „alljüdische Revue“, den die „Freistatt" trägt, nichts anderes besagen will, als daß in der Zeitschrift „alle positiv-jüdischen Bestrebungen zu Worte kommen" sollen, mutet angesichts des erwähnten einleitenden Aufsatzes und des übrigen Inhalts der bisher erschienenen Hefte etwas merkwürdig an. Jedenfalls hätte der Herausgeber der „Freistatt", wenn ihm daran gelegen ist, seine Zeitschrift als „unabhängig von jeder Richtung" zu kennzeichnen, gut daran getan, einen eindeutigeren Untertitel zu wählen. Bei der Administration „Die Welt" sind eingegangen: Für das Mikrobiologische Institut: Johann Kremenezky, Wien „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut" Kr. 10.— — JL 8.40 Ans Franzensbad wird uns geschrieben: Die erste Etappe des kurö etlichen. Betriebes, die Vorsaison ist vorbei. Für Franzensbad ist dieselbe sehr befriedigend verlaufen, da sie neben einem stattlichen Pins in der Frequenz auch eine hervorragend gute Qualität des Kurpublikums gebracht hat. Seit Tagen steht Franzensbad im Zeichen der haute saison. Wer den Kurort um diese Zeit nicht kennt, kann sich unmöglich ein Bild des gesellschaftlich regen nnd frohbewegten Lebens und Treibens machen. Für all die Schönheit, Jagend nnd Eleganz, die hier aus aller Herren Länder auf Wochen hier vereinigt sind, kann es aber auch keinen entzückenderen natürlichen Rahmen geben, als die in Fruchtbarkeit, Duft und Farbe prangende Gartenstadt Franzensbad. Der Kurpark während des Nachmittags-Konzertes, die Kaiserstrassen-Avenue und die herrliche Isabellen- Promenade während der abendlichen Trink stunden, das gibt Bilder von berückender Schönheit. Auf dem Gebiete des Amüsements nnd der Zerstreuung sorgt die Kurverwaltung nach wie vor für reiche Abwechslung Im Stadttheater gastiert Gräfin Claire Metternich-Wallentin bei ausverkauften Häusern. Für den 16. Juli ist ein Konzert des berühmten Violinvirtuosen Willi Bormester angekündigt. Das Technikum Mittweida ist ein unter Staatsaufsicht stehendes höheres^technisches Institut zur Ausbildung von Elektro- und Maschineningenieuren,“Technikern und Werkmeistern nnd beziffert sich der Besuch auf jährlich 2—3000. Der Unterricht sowohl in der Elektrotechnik als auch im Maschinenbau wurde in den letzten Jahren erhebl'ch erweitert nnd wird durch die reichhaltigen Sammlungen, Laboratorien für Elektrotechnik und Maschinenbau, Werkstätten und MasehinenaDlagen usw. sehr wirksam unterstützt. Das Wintersemester beginnt am 14 Oktober 1913, und es finden die Aufnahmen für den am 29. September beginnenden, unentgeltlichen Vorkursus von Mitte September an woebentäglich statt. Aus führliches Programm mit Bericht wird kostenlos vom Sekretariat des Technikum Mittweida (Königreich Sachsen) abgegeben In den mit der Anstalt verbundenen, ca. 3000 qm bebaute Grundfläche umfassenden Lehr-Fabrik Werkstätten finden Praktikanten zur praktischen Ausbildung Aufnahme. Auf allen bisher beschickten Ausstellungen erhielten das Technikum Mittweida bezw. seine lPräzisions -Werkstätten hervorragende Auszeichnungen. Industrie - und Gewerbeausstellung Plauen: die Ausstellungsmedaille «für hervorragende Leistungen“.'^ - ^Industrie- und"! Gewerbeausstellung Leipzig: die KönigL Staatsmedaille „für hervorragende Leistungen im technischen Unterrichtswesen“. Industrieausstellung Zwickau: die^goldene Medaille.”Internationale Weltausstellung Lüttich: den Prix^d’honneur Salem Aleikum nvff HoWnvundsfuck SolemGold Goldmund^sölck CigeLrefifen S&9^5 6 6 70 37A 4* GpjdLSük. 56 3 lö^ßxLS&k, JZuxzzs&zcrlzfir&rL' rtfa/np (7}r7&sfr7r¥r;r)rr c7n Ch*(p7nrr7-eTfft>rfrr77- 6PCui^6&icxjbü6ou£. %xrfonsuon2Q<$&M^ Berichti gung: In Nr. 26 muß es auf S. 838 in der Besprechung des Buches „Für unsere Jugend" anstatt Gut-Köln, Gut-Frankfurt heißen. Orfenärf^aobczfiru. yhJxJCugorTzefz, Schluß des redaktionellen Teiles