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Die Welt · 1913-07-04 · 27 (4.7.1913) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
27 (4.7.1913)
Date
1913-07-04
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 27 D!E^) Oesterreich Eine neue zionistische Zeitung in Böhmen (Von unserem Berichterstatter.) Prag. Am 1. Juli erscheint in Prag die erste Nummer einer neuen zionistischen Zeitung, der „Zidovske listi pro Cechy, Moravu a Slezsko“ („Jüdische Blätter für Böhmen, Mähren und Schlesien“). Die Gründung dieses Blattes, des ersten zionistischen Organs in tschechischer Sprache, ist ein großer Erfolg des zionistischen Distriktskomitees für Böhmen, um dessen Durchsetzung sich besonders auch der Vertrauensmann Herr Emil Arnstein (Dobrisch) große Verdienste erworben hat. Das Redaktionskomitee bilden Mitglieder des tschechisch-sprachigen zionistischen Studentenvereines „Theodor Herz 1“. Das Distriktskomitee hat sich besonders im Vorjahre die Agitation im tschechischen Sprachgebiet angelegen sein lassen, doch wurde eine Kontinuität der Arbeit durch das Fehlen der publizistischen Unterstützung sehr erschwert. Durch die neue Zeitung, die vorläufig alle 14 Tage erscheint, wird auch der tschechischjüdischen Assimilantenpartei und ihrem Organ „Rozvoj“ in wirksamster Weise entgegengetreten werden können. Alle im tschechischen Sprachgebiet lebenden Gesinnungsgenossen in Böhmen, Mähren und Schlesien werden daher dringend .ersucht, die neue Zeitung tatkräftigst zu fördern, und sich mit der Administration und Redaktion (Prag, Lange Gasse 41) in Verbindung zu setzen. Außer diesem tschechisch geschriebenen Blatt existiert in Prag noch ein zionistisches Organ, die „Selbstweh r“, die es besonders in letzter Zeit verstanden hat, durch ausführliche Diskussion unserer Lebensprobleme die Aufmerksamkeit weiter Kreise auf sich zu lenken. Dieses Blatt, das ein vornehmes Organ freier Aussprache ist, verdiente wohl auch außerhalb Böhmens die Beachtung aller unsrer an den geistigen Problemen interessierten Gesinnungsgenossen. Versammlung der zionistischen Vertrauensmänner des Distriktes Böhmen Am 29. Juni fand im „Jüdischen Vereinsheim“ in Prag eine vom Zionistischen Distriktskomitee für Böhmen einberufene Versammlung der zionistischen Vertrauensmänner statt, die von Delegierten fast sämtlicher Ortsgruppen und Vereine beschickt war. Es waren ungefähr 40 Delegierte anwesend. Die Versammlung war einberufen worden, um zu den Kongreßfragen Stellung zu nehmen, und das Actioms-Gomite hatte auf Wunsch des Distriktskomitees seine Sekretäre Herrn Kurt Blumenfeld und Herrn Leo Herrmann zur Berichterstattung entsendet. Herr Sekretär Leo Herrmann erstattete das Referat, in dem er über die politische Arbeit des Actions- Comites und über den Stand der Palästina-Arbeit ausführliche Mitteilungen machte. Er gab zum Schlüsse Auskunft über die Motive, die das Actions-Gomite veranlassen, dem Kongreß die Forderung einer engeren Verbindung zwischen der Leitung und den Finanzinstituten der Organisation vorzulegen. An das Referat schloß sich eine ausführliche Diskussion, an der sich zahlreiche Gesinnungsgenossen beteiligten und die in der Nachmittagssitzung fortgesetzt wurde. Herr Sekretär Kurt Blumenfeld gab auf die Anfragen, die aus der Mitte der Versammlung gestellt wurden, eingehende Auskunft, vor allem in bezug auf die nationale Tendenz der Propaganda. Die Versammlung nahm einstimmig folgende von den Herren Dr. Emil Margulies. Leitmeritz und Louis Schiff, Aussig eingebrachte Resolution an: „Die am 29. Juni 1913 in Prag tagende Vertrauensmännerversammlung der Zionisten Böhmens spricht dem E. A. C. ihr vollstes Vertrauen aus und billigt die von ihm angewandte Arbeitsmethode in jeder Hinsicht. Sie erklärt es als selbstverständliche und unbedingte Notwendigkeit, in Wiederherstellung des normalen, von Herzl geschaffenen Zustandes, der vom Kongreß gewählten Leitung auch die Majorität in den Verwaltungen unserer Finanzinstitute einzuräumen, und verlangt gleichzeitig in Konsequenz dieser Forderung die Verlegung des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds nach Berlin, dem Sitz der Leitung, zum Zwecke der Zentralisierung der zionistischen Verwaltung. Die Vertrauensmänner erklären, daß sie in der Durchführung dieser Forderung die unerläßliche Voraussetzung für eine gedeihliche Fortentwicklung der zionistischen Arbeit ergELT 867 blicken und daher bei dieser Forderung unbedingt beharren müssen.“ Ferner sprachen die Vertrauensmänner auf Antrag des Herrn Dr. Hugo Bergmann den Wunsch aus, daß die Tagesordnung des Kongresses in der Weise festgesetzt werde, daß den Fragen der zionistischen Erziehung unseres Volkes genügende Aufmerksamkeit gewidmet werden kann. England Leeds. Bei einer Mitgliederversammlung der Zionist Association am 22. Juni erstattete Mr. M. P e a r c e, Delegierter auf der jüngsten Jahreskonferenz der English Zionist Federation Bericht über die Konferenz. Dem Berichterstatter wurde der Dank der Versammlung und der Leitung der English Zionist Federation Vertrauen ausgesprochen. Glasgow. Am 22. Juni wurde die zionistische Bibliothek und Lesehalle der Young Ladies’ Zionist Society und Young Men’s Zionist League eröffnet. Der Vorsitzende Mr. J. Diamond dankte allen denen, die zur Errichtung der Bibliothek beigetragen hatten. Er bat um Förderung der neuen Einrichtung und machte die Mitteilung, daß Sir Francis Montefiore eine Schenkung gemacht habe. Eine musikalische Abendunterhaltung folgte der Feier. Vereinigte Staaten von Nordamerika Abschiedsfeier der jüdischen Journalisten zu Ehren Nahum Sokolows Am Abend vor der Abreise des Herrn Sokolow nach Europa wurde von dem Klub jüdischer Schriftsteller und Journalisten in New York eine Abschiedsfeier veranstaltet, wobei Mr. Abraham Scho me r den Vorsitz führte. Ansprachen hielten u. a. die Herren Morris Wincheffskv, Dr. C a s p e, Dr. Kaplan, Sol Bloomgarden, Abraham Reisen, Joseph Barondess, Rev. Hirsch M a s 1 i a n s k y, Dr. Ginsburg, Abram Goldberg, Joel S 1 o n i m , Nathan S w e r i n und B. S h e 1 w i n. Herr Sokolow sprach in einer glänzenden Rede über die Lage der jüdischen Presse in Amerika und in Rußland und ermutigte den Klub in seinem Bemühen, die Würde und das Ansehen des Berufes seiner Mitglieder zu erhöhen. Er wies darauf hin, daß viel Gutes dadurch geschaffen werden könnte, wenn der Geist der höhnischen Herabsetzung und der gegenseitigen Mißachtung beseitigt würde, der unter den jüdischen Journalisten häufig anzutreffen wäre. Er sprach von dem Verhältnis der hebräischen Sprache zum Jiddischen und bezeichnete die beiden Sprachen als duale Ausdrucksformen des jüdischen Geistes in der Gegenwart. Die hebräische Sprache sei das geeignetste Instrument, um die großzügigen, edlen und klassischen Gedanken des Judentums zum Ausdruck zu bringen, während das Jiddische das alltägliche Leben der jetzigen jüdischen Massen treuer widerspiegeln könne. Er meinte ferner, daß die jüdischen Verhältnisse in Amerika den besten Eindruck auf ihn gemacht hätten. Amerika könne zu der Gesamtsumme der jüdischen Werte ein gut Teil beitragen; bleibende Schöpfungen können freilich nirgendwo anders erwartet werden als in Palästina. 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