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Die Welt · 1913-06-27 · 26 (27.6.1913) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
26 (27.6.1913)
Date
1913-06-27
Page
– (sequence 14)
Language
German
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834 Nr. 2ö DIESqKELT in Amerika befindet sich im Kindheitsstadium, es wächst heran, und wenn es größer wird, sollte es einem Ideal leben, das den besten Interessen des Volkes dient. Das amerikanische Judentum muß sich Palästina zu wenden als der Stätte der natürlichen Lösung unseres Problems. Herr Sokolow richtete namentlich an die russischen Juden in der Versammlung, die am besten wüßten, wie ihre Brüder im Exil litten, die Aufforderung, an dem Werke für die Befreiung der jüdischen Nation mitzuarbeiten, und fuhr fort: „Die Frage ist nicht die, ob wir imstande sind, Palästina zu erlangen, sondern ob wir wahre Zionisten mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Vermögen sind, ln diesem Falle werden uns die freiheitlich gesinnten Völker — und gewiß nicht in letzter Linie das amerikanische Volk — helfen, unser Ziel zu erreichen. Um an die Zukunft der jüdischen Rasse zu glauben, müssen wir an uns selbst glauben. Laßt uns von dem langen Schlaf erwachen und unsere brachliegenden Kräfte nutzen. Wenn die zionistische Bewegung nichts erreicht hätte, so würden wir nicht Zeugen einer so imposanten zionistischen Versammlung sein können. In den 17 Jahren ihres Bestehens hat die Bewegung bereits Wunder verrichtet, und die Möglichkeiten für die Zukunft sind unbegrenzt. Alle Juden haben die Pflicht, der jüdischen Nation wieder zu ihrem früheren Glanze zu verhelfen." Im Anschluß an die Rede des Herrn Sokolow wurden ansehnliche Beiträge für die verschiedenen zionistischen und palästinensischen Fonds gesammelt. Joseph Barondes von dem New Yorker Board of Education sprach über die Nutzlosigkeit der Assimilation bei den Juden und forderte die Zuhörer auf, die kulturelle Renaissance der Rasse auf allen Gebieten zu fördern. Herr Nahum Sokolow ist am 24. d. M. von seiner amerikanischen Reise nach Berlin zurückgekehrt. Vom Jüdischen Verlag Wir haben in der letzten Nummer schon einen ausführlichen Auszug aus einer Besprechung gebracht, die das „Berliner Tageblatt“ dem neuen Glückeibuch des Jüdischen Verlags gewidmet hat. Diesem außerordentlich schmeichelhaften Urteil lassen wir hier einige andere folgen, die nicht minder günstig sind. Die „Freie jüdische Lehrerstimme“ in Wien schreibt: „Diese Denkwürdigkeiten werden ein echtes jüdisches Volksbuch überall da werden, wo noch das alte jüdische Fühlen für die „Owaus Awaussenu“ lebendig ist.“ — Das „Israelitische Familienblatt“ in Hamburg betont die Ewigkeit des jüdischen Wesens, das sich in der Glückei offenbart. „Diese Jüdin“, heißt es dort, „ist so urjüdisch, daß man sie gleich auf den ersten Blick erkennt. Man braucht nickt erst einen dauernden Umgang mit ihr zu pflegen, um die Grundelemente ihres Wesens herauszufinden. Man lese nur Glückeis kurze Einleitung zu ihrer Lebensbeschreibung.“ — „Ueber die literarischen Qualitäten läßt sich dem Urteil Werner Sombarts wohl kaum etwas hinzufügen“, sagt die „Berliner Morgenzeitun g“. Es folgt dann die Wiedergabe der bekannten Aeußerungen, die Sombart in seinem Buch „Die Juden und das Wirtschaftsleben“ getan hat und die ja auch in der „Welt“ wiederholt zitiert worden sind. „Diese nur für den engen Familienkreis bestimmten Aufzeichnungen haben sehr viel Wertvolles in Form und Inhalt, daß man sie „zu den interessantesten und besten der Memoirenliteratur zählen darf“, sagt das „Frankfurter Israelitische F a mi 1 i e n bl at t“. — Die „Israelitische Wochenschrift fürdie Schweiz“ betont die ununterbrochene Kontinuität des jüdischen Wesens: „Weil die Denkwürdigkeiten der Glückei in so hohem und vorbildlichem Maße die Erinnerung an die gemeinsame Vergangenheit unserer Ahnen in uns wachrufen, bedeuten sie eine Bereicherung unseres jüdischen „Ichs“, für das wir der längst Verblichenen Dank wissen werden.“ „Wer für jüdische Kultur-, Sozial -und Wirtschaftsgeschichte Sinn hat, der wird an diesem einzigartigen Buch nicht vorübergehen.“ („N eue Badische Landeszeitun g“.) — Eine andere nichtjüdische Tageszeitung, die „Breslauer Zeitung**, schreibt: „Ein echtes, rechtes Memoirenbuch.“ — Zum Schluß wollen wir einige Zeilen aus dem Aufsatz eines unserer Besten und Kompetentesten mitteilen. Dr. Moses Cal vary schreibt in der „Jüdischen Rundschau“: „Was für eine Natur! Welch überquellendes Gemüt, mit einer Unmittelbarkeit, einer Treffsicherheit, die an das Beste erinnert, was es in dieser Art in der Weltliteratur gibt. Die Plastik Herodots und der Bücher Samuels, die Herzhaftigkeit in Luthers Briefen und Gesprächen, des Simplizius Ungeniertheit, der Märchensinn der Brüder Grimm, Frau Ajas übersprudelnde Erzählerfreude, — all das hängt ja schon an sich zusammen und gibt sich auch wieder in Glückeis Aufzeichnungen ein Stelldichein.“ Oesterreich Zionistischer Verband ehemaliger Hochschüler (Von unserem Berichterstatter.) Wien. Der Wiener „Zionistische Verband ehemaliger Akademiker“ entfaltet eine sehr eifrige und erfolgreiche Tätigkeit. In dem Kampfe der jüdischen Studentenschaft steht er ihr mit Rat und Tat zur Seite, hat durch eine Deputation bei den Verwaltungsbehörden interveniert, sowie auch bei der Militärbehörde Vorstellung dagegen erhoben, daß Angehörige des Militärverbandes ihre Waidhofener Prinzipien betätigen, also anderen die Ehre abschneiden und dann Genugtuung verweigern. Der Verband hat ferner auf Grund eines Referates des Gg. Dr. Egon Zweig, das großem Interesse begegnete, die Gründung einer Palästina - Pflanzungsgesellschaft beschlossen und die Vorarbeiten für eine im Frühjahre 1915 zu unternehmende Palästinaexkursion in Angriff genommen. Es sei auch an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß der Verband eine bereits gut funktionierende Ev i d e n z h a Itung freier akademischer Posten in Wien und der österreichischen Provinz eingerichtet hat. (Adresse: IX, Alserstraße 32, zu Händen des Obmannes Dr. Alfred Löwy.) Die Verbandsleitung ersucht insbesondere die gesinnungsgenössischen Aerzte, die während der Urlaubszeit Vertreter suchen oder selbst vertreten würden, sich ihrer Vermittlung zu bedienen. ' Zionistische Propaganda in Galizien (Von unserem Berichterstatter.) Lemberg. Die Schekelsammlung ist im vollen Gange, sie dürfte in diesem Jahre ein Ergebnis zeitigen, wie nie bisher. Am 6. Juli werden bereits die ersten Delegiertenwahlen vorgenommen werden. Die Propagandareisen werden fortgesetzt. Dr. M. Geyer sprach auf Schekelversammlungen am 16. in Sieniavva; am 18. in Przeworsk; am 19. in Lezajsk; am 21. in D e m b i c a; am 22. in Krakau; am 23. in Strzyzöw; am 24. in L a n c u t; am 25. in Rymanow. Dr. Philipp Korngrün hielt eine Schekelversammlung am 21. in Nadwörna ab. Der Präsident des Zentralkomitees, Adolf Stand, sprach am 28. Mai in der Verbindung „Hasmonea“ in Lemberg über „Die Bedeutung der Kultusgemeinde“; am 15. Juni hielt er in Przemyslany einen Vortrag über „Die Zionistenkongresse“. Dr. Gerschon Zipper sprach über „Das jüdische Palästina“ am 25. Mai in Nadwörna; am 15. Juni in Kossow; am 22. Juni in Sambor. Die gal irischen Spenden für den Baufonds der „Gymnasia Ibrith“ in Jerusalem haben die Höhe von 78.742 Kronen erreicht. Adolf Stand beim galizischen Statthalter Der Präsident der galizischen Zionisten, Adolf Stand, wurde Samstag, den 31. Mai, vom neuemannten Statthalter Galiziens, Dr. von Korytowski, empfangen. Es kam zu einer eingehenden Aussprache über die Forderungen und die Stellung der Zionisten. Der Statthalter zeigte eine genaue Kenntnis der Sachlage. Seinen Ausführungen war zu entnehmen, daß er nicht so voreingenommen wie sein Vorgänger den Bestrebungen der Zionisten gegenüberstehen wird. Jedenfalls werden antisemitische Uebergriffe der Beamten — sollten solche Vorkommen — von ihm nicht geduldet werden. Wien. In der „Esperanza“, dem akademischen Verein der an der Wiener Universität studierenden Spaniolen aus der Türkei und den Balkanstaaten, hielt Herr Dr.

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