Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 23 (6.6.1913)
- Date
- 1913-06-06
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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732 Nr. 23 DIE3§£ELT Spezifikation der vom Niederländischen Zionistenbund für Zentralfonds in Nr. 21 ausgewiesenen Hfl. 125.— und in dieser Nr. Hfl. 130, zus. Hfl. 255.—. ’sGravenhage Hfl. 31.20; Meppel Hfl. 14.40; Noord-Brabant Hfl. 21.70; Amsterdam Hfl. 49.70; Twenthe Hfl. 30. —; Leiden Hfl. 6.—; Hoogeveen Hfl. 5.40; Groningen Hfl. 48.—; Rotterdam Hfl. 34.60; Assen Hfl. 2.; Amersfoort Hfl. 12.—. Jahreskonferenz der English Zionist Federation (Von unserem Berichterstatter.) London. Sonntag, den 1. Juni, fand die Jahreskonferenz der English Zionist Federation in London statt. Es waren Vertreter zionistischer Vereine aus Bradford, Cardiff, Belfast, Glasgow, Grimsby, Leeds, Limerick, Liverpool, Manchester, Newcastle, Nottingham, Sunderland und Swansea anwesend. An der Konferenz, die der Regelung der organisatorischen Verhältnisse in England dienen sollte, nahmen die zurzeit in London anwesenden Mitglieder des E. A. C., Prof. Warburg, Dr. Jacobson und Dr. Hantke, sowie das Mitglied des G. A. C., Dr. Friedemann, teil. Nach Eröffnung der Sitzung wurde ein Schreiben Dr. N o r d a u s verlesen, in welchem die Notwendigkeit einer Organisation der ganzen Judenheit betont und auf die schon bestehende, weltumfassende Organisation der Zionisten hingewiesen wurde. Die Wichtigkeit des jetzigen historischen Zeitpunkts für die zionistische Tätigkeit in Palästina sollte ein Ansporn zu eifriger Arbeit für die Zionisten selbst sein. Mr. L. Kessler, der die Konferenz als Vorsitzender der English Zionist Federation eröffnete, gab einen kurzen U eberblick über die jetzige Richtung sowie die allgemeine Tätigkeit der zionistischen Bewegung. Er legte besonderes Gewicht darauf, daß die Heranziehung der jungen Generation in den palästinensischen Städten zum Handwerk und zur ländlichen Arbeit einen Hauptteil der zionistischen Tätigkeit in Palästina bilden sollte. Auf die bestehenden englischen Verhältnisse übergehend, erklärte er, daß die sprachlichen und ökonomischen Verschiedenheiten, die die Judenheit in England aufweist, die zionistische Propaganda besonders erschweren, während die organisatorische Spaltung in einem räumlich so begrenzten Lande der English Zionist Federation besondere, fast unüberbrückbare Schwierigkeiten in den Weg lege. Nach seiner Ansicht bilden die Krankenkassen sowie andere materielle Vorteile, die der Order of Ancient Maccabeans seinen Mitgliedern bietet, gegenüber der rein zionistischen English Zionist Federation ein zu starkes Gegengewicht. Da aber der O. A. M. die Funktionen einer Landsmannschaft weder ausüben kann noch will, müsse die E. Z. F. energisch unterstützt werden. Auch sollte die Tätigkeit der E. Z. F. nicht lediglich nach der Zahl ihrer Schekelzahler geschätzt werden, da die zionistische Propaganda dem O. A. M. ebenso, wenn nicht noch mehr, zugute kommt, und demgemäß die Schekelzahl beider Organisationen für die Würdigung der Verhältnisse in England in Betracht gezogen werden müßte. Herr Prof. War bürg begrüßte die Konferenz im Namen des E. A. C. Er legte die Wichtigkeit Englands in der Weltpolitik dar und die daraus folgende Notwendigkeit einer mächtigen zionistischen Organisation in diesem Lande. Herr Dr. Hantke gab eine Uebersicht der Tätigkeit des A. C. Die politische Arbeit hat maßgebende Kreise über die zionistischen Bestrebungen aufgeklärt und die praktische Arbeit hat Bedeutendes für die ländliche und städtische Kolonisation in Palästina geschaffen. Es ist auch ein finanzieller Erfolg zu verzeichnen. Es sind im vorigen Jahre fast ebenso viele Schekolim gesammelt worden, wie im letzten Kongreßjahre. Der Zentralfonds ist im Begriff, populär zu werden. Es sollte aber besonders für die Ausbreitung des nationalen Gedankens gearbeitet werden, denn wir müssen nicht nur Geld sammeln, sondern Menschen werben. Die Debatte wurde durch Mr. Joseph Co wen eröffnet, der auf den Leitartikel „Die Opposition" in der „Welt" hinwies. Er behauptete, bis jetzt niemals die gegenwärtige Leitung angegriffen zu haben, und er sei selbst unter denjenigen gewesen, die die Einsetzung der jetzigen Leitung befürworteten. Man sollte doch die Kritik, die er unlängst geübt habe, nicht als Majestätsbeleidigung auffassen. Es ist ihm in der „Welt" vorgeworfen worden, daß er nur kritisieren, aber keine Gegenvorschläge machen könnte, demgegenüber weise er auf einen Brief vom 21. November hin, in dem er dem A. C. gewisse Vorschläge unterbreitet habe, von denen aber nichts erwähnt worden sei. Auch weise er die Identifizierung der English Zionist Federation mit seinen eigenen Ansichten oder denen der sog. Opposition zurück. Herr Dr. W e i z m a n n antwortete Mr. Cowen auf seine Ausführungen bezüglich seiner Angriffe gegen das E. A. C. sowie bezüglich seiner eigenen Stellungnahme zur English Zionist Federation. Es sprachen noch zur Debatte die Herren H. Sacher, L. Simon, S. B. Rubenstein, V. Shapiro, Dr. Strauß, I. J. Bernstein, J. Leachinsky, E. Reuben, J. K. Goldbloom, Dr. Melamed, F. S. Spiers und Miss W e i s b e r g. Der Rechenschaftsbericht der Exekutive wurde genehmigt. Nach der Mittagspause wurde beschlossen, sogleich die Wahlen vorzunehmen. De jetzige Lage der English Zionist Federation hatte verschiedene Versuche gezeitigt, dem gegenwärtigen unhaltbaren Zustande ein Ende zu bereiten. So hatte eine Versammlung des Joint Zionist Council (die Vereinigung beider bestehenden zionistischen Körperschaften) am vorigen Donnerstag stattgefunden, um eine Verständigung herbeizuführen. Es war dies aber nicht gelungen, und man verschob die Entscheidung zur Jahreskonferenz der E. Z. F. Mr. H. Sacher, der die Debatte über die Wahlen einleitete, erklärte, daß nur eine radikale Aenderung in der Leitung der E. Z. F. die nötige Besserung herbeiführen könne. Mr. L. J. Green berg wies darauf hin, daß die bestehenden Schwierigkeiten immer im englischen Zionismus bestanden haben. Herr Dr. Weizmann erklärte, daß die einzige Rettung in der Schaffung einer homogenen Exekutive liege, die mit der jetzigen Leitung in Einklang sei. Herr L. Eisen schlug vor, daß die Entscheidung in dieser Sache den Herren des E. A. C. überlassen werden sollte. Herr Dr. Melamed meinte, daß es ein Unglück wäre, wenn das E. A. C. es auf sich nehmen würde, sich in die verschiedenen Händel einzumischen und selbst eine Leitung für die englischen Zionisten einzusetzen. Frau Liebster wies darauf hin, daß das Ganze nur eine Personenfrage sei und mit Prinzipien gar nichts zu tun habe. Sie fordert die Herren, die gewisse Prinzipien als Grund ihrer Stellungnahme angeben, auf, die Verschiedenheit dieser Prinzipien auseinanderzusetzen. Mr. Joseph Cowen erklärt, daß er noch nie etwas so Demütigendes gehört habe, wie den Vorschlag, die Entscheidung in die Hände des E. A. C. zu legen. Nach verschiedenen Vorschlägen wurde beschlossen, eine Kommission einzusetzen, die in gemeinsamer Beratung mit den anwesenden Mitgliedern des E. A. C. und des G. A. C. versuchen sollte, eine Verständigung herbeizuführen. In diese Kommission wurden die Herren Greenberg, Cowen, Rubenstein, Kessler, Eisen, Simon, Moser, Goldbloom und S a 1 k i n d gewählt. Nach Wiederaufnahme der Sitzung wurde erklärt, daß man zu keiner Einigung kommen konnte. Herr Dr. Hantke gab bekannt, daß die Mitglieder des E. A. C. von den Herren Dr. Gaster, Bentwich und Moser die gemeinsame Mitteilung erhalten hätten, daß diese Herren bereit wären, die Leitung in England zu übernehmen. De drei Herren stellten die Bedingung, daß die Konferenz die Auflösung der English Zionist Federation beschließe und die Geschäfte dem E. A. C. übergebe. Diesen Vorschlag der ge-