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Die Welt · 1913-05-02 · 18 (2.5.1913) · page 11

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
18 (2.5.1913)
Date
1913-05-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 18 Schule haben sich daher zusammengeschlossen und einen Verein zur Unterstützung des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem gegründet, dessen Sitz Berlin (W. 15, Sächsische Str. 8) ist. Vorsitzender des Vereins ist Herr Dr. Martin Buber, Berlin-Zehlendorf, Annastr. 12. Briefe sind an den Schriftführer, Herrn Dr. Ahron Eliasberg, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8, 567 Geldsendungen an den Kassenwart, Herrn Moses Marx, Berlin-Wilmersdorf, Helmstedter Str. 11, zu richten. Wir fordern alle die zur Mitarbeit auf, denen Palästina, Jerusalem und die hebräische Kultur etwas bedeuten. Man trete dem Verein bei, man werbe für die Sache des Jerusalemer Gymnasiums — für die Sache Jerusalems. Dr. Ahron Eliasberg. dies^elt j| PALÄSTINA-RUNDSCHAU (Von unserem Berichterstatter.) Arbeitsnachweis in Jaffa Vor einem halben Jahre hat die Organisation der „Poale Zion" in Jaffa einen Arbeitsnachweis für Palästina eingerichtet. Aus dem Bericht, der über das abgelaufene erste Semester erstattet wurde, ist zu ersehen, daß das Bureau auch in dieser Zeit nicht müßig und nach Möglichkeit bestrebt gewesen ist, der ihm gestellten Aufgabe gerecht zu werden. In diesem halben Jahre wandten sich 325 Arbeitsuchende an das Arbeitsbureau, von welchen 225 auch durch dessen Vermittlung Arbeit erhalten konnten, und zwar 172 in den Kolonien und 53 in den Städten. Nach Angaben des Berichtes können qualifizierte Landarbeiter, Tischler, Schuhmacher, Maurer und Bäcker, wenn sie ihr Fach gut verstehen, zu jeder Zeit lohnende Arbeit finden. Gute, qualifizierte Arbeiter verdienen 3—5 Frcs. täglich. Unqualifizierte Arbeiter finden Beschäftigung bei Saisonarbeiten, ebenso im Baugewerbe. Sie verdienen 2—3 Frcs. täglich. In den Kolonien verdienen erfahrene Landarbeiter zirka 3 Frcs. täglich. Neu eingewanderte Arbeiter verdienen auf Farmen 2 Frcs. täglich, bei Kolonisten 1,25—1,50 Frcs. Uns scheinen die Angaben über die Lohnverhältnisse etwas optimistisch. Ebenso möchten wir besonders Tischlern und Schuhmachern raten, zuerst in Palästina anzufragen, bevor sie eine Uebersiedlung hierher beschließen. Ferner ist daran zu erinnern, daß jeder Einwanderer einen gewissen Betrag (mindestens 50—100 Frcs.) mitbringen muß, um die Ausgaben für die erste Zeit sowie für eventl. notwendige Weiterfahrt im Lande bestreiten zu können. — Die Adresse des Jaffaer Arbeitsbureaus ist: Efraim Blumenfeld, Jaffa. Der Jaffaer Orangenexport Die Saison ist jetzt nahezu zu Ende gegangen. Im allgemeinen muß gesagt werden, daß sie schlecht war, und namentlich die ersten Monate schienen geradezu verhängnisvoll zu sein. Zum Glück sind die Preise in den letzten zwei Monaten ziemlich befriedigend gewesen, und diejenigen Exporteure, die einen Teil ihrer Frucht für die zweite Hälfte der Saison bewahrt hatten, dürften am Ende noch ein nicht ganz unbefriedigendes Gesamtresultat erzielt haben. Obgleich also die Stimmung in den beteiligten Kreisen bedeutend besser ist als in den ersten Monaten, bleiben die weiterblickenden Kaufleute und Pflanzer sich der Gefahren, die unseren Orangenexport bedrohen, doch völlig bewußt. Für die nächste Saison wird eine Ernte erwartet, die die sehr große diesjährige (etwa 1 400 000 Kisten) vielleicht wieder um 10 % oder mehr übertreffen wird. Es ist schon jetzt höchste Zeit, den Absatz dieser Produktion vorzubereiten. Die Schritte zur Bildung eines allgemeinen Pflanzer-Syndikats, über die wir schon berichtet haben, haben bis jetzt noch zu keinem Ergebnis geführt. Nach der großen Versammlung, die von der Anglo-Palestine Company gemeinschaftlich mit der Deutschen Palästina-Bank einberufen worden war, und die Mitte Februar in den Räumen der A. P. C. zusammentrat, hat die von jener Versammlung eingesetzte Kommission, gleichfalls in den Räumen der Anglo-Palestine Co., mehrere Sitzungen abgehalten und verschiedene Syndizierungs- Projekte durchberaten. Es ist aber nicht gelungen, die Grundlage für eine gemeinsame Arbeit der heterogenen Elemente, die sich in Jaffa mit dem Orangengeschäft befassen, zu Als sich nun herausstellte, daß vorläufig auf eine allgemeine Syndizierung nicht zu rechnen sein wird, beschloß die A. P. C., wenigstens Schritte zur Zusammenfassung der jüdischen Pflanzer zu tun. Zu diesem Zwecke berief sie für den 6. Nissan d. Js. in ihren Räumen eine Versammlung der Vertreter aller judäischen Kolonien, die sich mit der Orangen- Produktion befassen, ein. In dieser Versammlung, an der sich etwa 20 Vertreter der Kolonien beteiligten, fanden das Prinzip der Zusammenfassung sowie auch die schriftlich der Versammlung unterbreiteten Hauptlinien desselben allgemeine Zustimmung. Es wurde beschlossen, die Angelegenheit während der Pessachtage in den Kolonien in verschiedenen Versammlungen zur Diskussion zu stellen, genaues Material über die Produktion der zur Syndizierung bereiten Pflanzer zu sammeln und am Sonntag nach Pessach zu einer zweiten Versammlung zusammenzutreten. Aus den Städten Jerusalem, 20. April. Wie alljährlich vor Pessach sind auch in diesem Jahre zirka 100 Juden aus Buchara hier eingetroffen. Mehrere Familien beabsichtigen, hier zu bleiben, um den Verfolgungen der russischen Regierung zu entgehen. Andere wollen ihre Kinder in jüdischen Schulen Palästinas erziehen lassen. Nach einer Meldung des „Haor" werden etwa 10 Schüler aus Buchara die Gymnasien in Jaffa und Jerusalem besuchen. Der ungarische Kolel hat dieser Tage den Grundstein zu 20 neuen Häuschen gelegt. Nach einer Meldung aus Liverpool will man dort 100 000 Francs auf bringen, um in der Nähe unserer Stadt eine Gartenstadt anzulegen. Aehnliche Bestrebungen sind dem Vernehmen nach auch in anderen Ländern im Gange. Es wäre deshalb dringend zu wünschen, daß man sich zu einer gemeinsamen Aktion vereinigte. Die seit einiger Zeit in London erscheinende Wochenschrift „The Near East" hat seltsamerweise ausgesprochene Judenfeinde als palästinensische Korrespondenten. So brachte die Zeitung seinerzeit einen unverständlichen Hymnus auf den berüchtigten Redakteur des „Karmel" in Haifa. Neulich brachte die Zeitung einen feindseligen Angriff auf den „Bezalel" wegen des neueröffneten Pavillons. In der letzten Nummer veröffentlicht jetzt der „Near East" eine scharfe Entgegnung von Prof. Schatz, der daran erinnert, daß der „Bezalel" die erste Kunstgewerbeschule in der Türkei sei und daß er im vorigen Jahre eine Ausstellung seiner Erzeugnisse in London veranstaltete, die von der englischen Aristokratie besucht und von der Londoner Presse einer lobenden Kritik gewürdigt wurde. — Wie wir hören, soll Herr Estermann schon nach Pessach die kommerzielle Leitung des Bezalel übernehmen, womit auch andere Veränderungen verbunden sein sollen. — In dem hiesigen Gesundheitsamt haben

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