Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 17 (25.4.1913)
- Date
- 1913-04-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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536 Nr. 17 DIEHqEELT mehrere Familien (durch Pensionen usw.) ihren Lebensunterhalt verdienen. Außer den bereits aufgenommenen Schülern sind noch viele Kinder in Jaffa sowohl als auch in Rußland, die sich für den Eintritt in die höheren Klassen des Gymnasiums vorbereiten. Da aber das Jaffaer Gymnasium bald überfüllt sein wird, so wird sich demnächst der Zustrom der ausländischen Schüler nach Jerusalem wenden. Aus den Kolonien Pethach - Tikwah. Die hiesigen Jemeniten haben ihre vom Jüdischen Nationalfonds geschaffene Siedlung „Machneh Jehudah“ genannt, weil sie nach ihrer Lieberlieferung Nachkommen aus dem Stamme Jehudah sind . . . Vorige Woche fand bei ihnen unter Gesang und Tanz die Einweihung eines Sefer Thorah statt. Auch mehrere Aschkenasim beteiligten sich an dieser Feierlichkeit. Kolonistensöhne und Arbeiter haben hier einen Arbeitsnachweis „Mizpeh“ eingerichtet, der gut funktioniert. In’ letzter Zeit fiel es unangenehm auf, daß bei dem Bau der Talmud-Thorah für Mädchen wieder keine Juden beschäftigt werden. Ein Arbeiterblatt schreibt: „Die deutschen Orthodoxen beschlossen, 50000 Frcs. für Arbeiterhäuser in Palästina auszugeben. Viel wichtiger sei es doch, daß sie auf ihre Gesinnungsgenossen in Palästina einwirken, damit sie bei ihren hiesigen eigenen Unternehmungen jüdische Arbeitskräfte heranziehen.“ Die hiesige landwirtschaftliche Mittelschule hat nun das erste Semester hinter sich. Die Schule kann auf die abgelaufene Zeit mit Befriedigung zurückschauen. In der letzten Zeit fanden allsabbatliche Zusammenkünfte der Schüler statt, bei welchen jedesmal von einem der Schüler ein Referat über ein landwirtschaftliches oder allgemeines Thema gehalten wurde. — Bei uns ist jetzt die Stelle eines Apothekers vakant geworden. Bewerber können sich an den Waad der Kolonie wenden. Rischon le-Zion. In der letzten Zeit wurde unsere Kolonie um 3000 Dunam vergrößert. Dieses Areal, das von der I. C. A. erworben wurde, wurde unter den Kolonisten verteilt. Es werden dort jetzt Pflanzungen von Mandel- und Olivenbäumen angelegt. Es ist bekannt, daß die arabischen Dörfer bei unserer Kolonie die bestsituierten in der ganzen Gegend sind, da sie hier stets gute Arbeitsbedingungen finden. Jetzt werden auch fast ausschließlich Araber beschäftigt. Die Jemeniten, die bei uns wohnen, werden teils im Weinkeller beschäftigt, da eine religiöse Vorschrift diesbezüglich die jüdische Arbeit erforderlich macht, teils gehen sie nach der benachbarten Kolonie B'er Jakob, wo man sie ebenfalls gern beschäftigt. Es ist sehr bedauernswert, daß die I. C. A. nicht einen Teil des genannten Areals für neue Ansiedler reserviert hat. Vielleicht hätte sich doch manches geändert. Ebenso bedauerlich ist es, daß man den Jemeniten keinen Boden zur. Ansiedlung überließ. Sie müssen sich daher mit den 60 Dunam begnügen, die die Chowewe-Zion ihnen anbieten. Da sie aber 40 Anwärter sind und andererseits der Meinung sind, daß 2 Dunam für eine Siedlerstelle erforderlich sind, so wollen sie mit der Aufteilung warten, bis man noch 20 Dunam erwerben wird. Dieser Tage sind die Schüler des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem auf ihrem Ausflug durch die jüdischen Kolonien bei uns eingetroffen. Die hiesige Schuljugend bereitete ihnen einen herzlichen Empfang. o o o o o o o o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG o o o o o o o o o o o o oo Außerordentliche Tagung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Am Donnerstag, den 1. Mai, findet in Berlin in den Räumen des Brüdervereins, Kurfürstenstr. 115/116, eine außerordentliche Tagung der Ortsgruppenvertreter und Vertrauensleute der Zionistischen Vereinigung für Deutschland statt, um zu den Angriffen des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens gegen den Zionismus Stellung zu nehmen. Am Vormittag findet eine geschlossene Sitzung der zur Teilnahme berechtigten Delegierten statt. Am Nachmittag um 5 Uhr präzise findet eine öffentliche Tagung statt, zu der freier Eintritt gestattet ist. Die öffentliche Tagung wird durch Referate und Resolutionen zu den bekannten Beschlüssen des Zentralvereins Stellung nehmen. Direktoriumssitzung und Generalversammlung des Jüdischen Nationalfonds Am 10. April d. J. fand eine Direktoriumssitzung sowie die ordentliche Generalversammlung des N.-F. statt, in welcher die nachstehende Bilanz nebst Rechnungsabschluß per 31. Dezember 1912 genehmigt wurde. Einen Bericht über die bei den Sitzungen gefaßten Beschlüsse werden wir in der nächsten Nummer der „Welt“ veröffentlichen. Erläuterungen zur Bilanz und zum Rechnungsabschluß des Jüdischen Nationalfonds pro 1912 In den vorliegenden Aufstellungen sind die Aktiva und Passiva der Oelbaumspende sowie deren Einnahmen im Jahre 1912 mit enthalten. Es folgen hier einige Erläuterungen zu den einzelnen Positionen: Aktiva: Kassenbestand und Bankguthaben A. Schaaffhausenscher Bankverein in Köln: M." 23328.97 Am 31. Dezember 1912 hatte das Bankguthaben in Köln infolge direkter Geldeingänge beim Hauptbureau die Höhe von ca. 20 000 M. erreicht. Dieser Betrag ist größtenteils anfangs Januar 1913 nach Palästina überwiesen worden. Guthaben bei der A n g 1 o - P a 1 e st i n e Company, Jaffa: M. 18049.13 Effektenbestand: „ 915465.52 Darlehen A. P. C. für Agrarkredite: „ 142704.99 Dieses mit 4°/o verzinsliche Darlehen setzt sich zusammen aus: Frcs. 140 000 „Darlehen für kooperative Genossenschaften“, rückzahlbar in 9 Jahren ab 30. Juni 1912; ferner: Frcs. 53 000 „Darlehen für Pflanzer der Kolonie Pethach Tikwah“, rückzahlbar in 9 Jahren ab 30. Juni 1912. Vereinbarungsgemäß sind bisher von ersterem Darlehen Frcs. 13 230, von letzterem Frcs. 3591 amortisiert. Darlehen A. P. C. für Häuserbaugesellschaften: M. 251 352.45 Aus diesem mit 4<>/o verzinslichem Kredit von Frcs. 300 000 hat die A. P. C. der Jaffaer Häuserbaugesellschaft Achusath Baith (Tel-Awiw) einen Kredit von ca. Frcs. 240 000, der Haifaer Gesellschaft Herzlia einen solchen von Frcs. 35 000 gewährt. Durch Amortisation und Verkauf Von Depotscheinen (die gegen den Kredit an Achusath Baith von der A. P. C. ausgegeben worden waren) hat sich dieser Posten aut Francs 233 000 reduziert. Die amortisierten Beträge sowie der für Achusath Baith unverwendet gebliebene Betrag und die Zinsen sind im Jahre 1912 für eine neue Anleihe an die Jaffaer Häuserbaugesellschaft Nachlath Benjamin verwendet worden. Diese Anleihe betrug am 31. Dezember 1912 M. 77 311.48, ist mit 4o/o verzinslich und ab 31. Dezember 1912 in 20 Jahren rückzahlbar. Darlehen P. L. D. C.: M. 244 416.40 Dieses mit 4°/o zu verzinsende Darlehen besteht aus dem schon früher der P. L. D. C. gewährten Kredit von £ 11000 nebst aufgelaufenen Zinsen, ferner aus dem der P. L. D. C. für eine Arbeitergenossenschaft in Dagania gewährten Dar-