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Die Welt · 1913-04-11 · 15 (11.4.1913) · page 14

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
15 (11.4.1913)
Date
1913-04-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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474 Nr. 15 DIE^ELT von Josua Feldmann aus Jaffa bei. — Eine literarische Purimfeier veranstaltete die Association of East London Zionits. Mr. S. P i n s k y hielt einen Vortrag und Mr. A. T e s s e 1 las aus einem Werk von Sholem-Aleichem vor. Vereinigte Staaten von Nordamerika Die Propaganda-Tournee des Herrn Sokolow Worcester, Mass. Am 16. März wurde Herr Nahum Sokolow bei seiner Ankunft auf dem Bahnhof von Worcester von mehr als 300 Juden begrüßt. Es wurde ihm ein enthusiastischer Empfang bereitet. Am Nachmittag fand ein Empfang in der Hebrew Free School statt. Am Abend sprach er im Plaza-Theater über den Zionismus. Die Versammlung war von ca. 1500 Personen besucht. Herr Sokolow sprach englisch und im Jargon. Der Reinertrag aus dieser Versammlung wurde zur Errichtung eines Jemenitenhauses in Palästina bestimmt. Boston. Herr Nahum Sokolow traf am Vormittag des 28. März in Boston ein und wurde am Bahnhof von einem größeren Komitee empfangen. Zum Luncheon war Herr Sokolow der Gast des Bürgermeisters John F. Fitzg e r a 1 d und am Abend Gast von Dr. S h o h a n, worauf ein Empfang im Tempel Mishkan Tefila stattfand, wobei verschiedene begeisterte Begrüßungsreden gehalten wurden. Am nächsten Tage, einem Sonnabend, wohnte Herr Sokolow dem Gottesdienst in der Adath Jeshurun-Synagoge bei, und sprach dann in einer internen Versammlung. Für den Abend hatten die Bostoner Zionisten einen großen Empfang veranstaltet, der einen enthusastischen Verlauf nahm und bei welchem die Herren Rabbiner E i c h 1 e r, Israeli, Bor ifc hoff, Jurman, Gorovitz und S hoher, Dr. Shohan, Hurwitz, Bromberg und Leo J. Lyons kurze Ansprachen hielten. Herr Sokolow hielt einen längeren, von stürmischen Beifallskundgebungen wiederholt unterbrochenen Vortrag. Am Sonntag besuchte Herr Sokolow die Ivria-Schule und mehrere jüdische Anstalten. Bei der Propagandaversammlung im Plymouth-Theater hielt der Vorsitzende, Mr. Louis D. Brand eis, eine Ansprache. Rabbiner H. H. Rubenovitz sprach über die zionistische Propaganda in Boston, Mr. Tomaroff in hebräischer Sprache und Herr Sokolow in Englisch und Yiddisch. Australien Perth. Der Zionismus macht unter den Juden in Australien ansehnliche Fortschritte, obgleich seine Ausdehnungsmöglichkeiten durch die verhältnismäßig kleine Anzahl der Juden beschränkt sind. Auf Anregung des Rabbiners der Gemeinde in Perth, Rev. D. I. Freedman, wurde eine West Australien Zionist Society in dieser Stadt gegründet. Die Gründung wurde auf einer großen Versammlung, die am 2. März stattfancL nach einer enthusiastischen Rede des Vorsitzenden, Rev. D. I. Freedman, und einer anschließenden Diskussion, einstimmig beschlossen. In den Vorstand wurden gewählt: Präsident Rev. D. I. Freedman; Vize-Präsidenten die Herren J. Sharp, E. S. Lazarus und J. M a s e 1; Schatzmeister Herr E. Masel; Schriftführer M. Z e f f e r t. Gleich bei der ersten Versammlung wurden 101 Mitglieder eingetragen, die ihren Schekel sofort bezahlten. Die Mitgliederzahl ist seitdem auf 130 gestiegen. LITERARISCHE RUNDSCHAU j Lichtheim Richard: A zsidökördös megoldäsa. (R. Lichtheim: Die Lösung der Judenfrage.) Nr. 1 der Bibliothek „Makkabäa“. Verlag der ungarländischen zionistischen Organisation. Budapest 1913. (Ungarisch.) Die rührige zionistische Verbindung „Makkabäa“ in Budapest, die vor kurzem das Jubiläum ihres zehnjährigen Bestehens feierte, beabsichtigt eine Sammlung nationaljüdischer Bücher in ungarischer Sprache herauszugeben, um auf diese Weise die jüdische und nichtjüdische Intelligenz des Landes mit den Geistesströmungen und literarischen Erzeugnissen des modernen Nationaljudentums vertraut zu machen. Als erstes Heft dieser „Bibliothek Makkabäa“ ist die bekannte Broschüre „Das Programm des Zionismus“ von Richard Lichtheim in der Uebersetzung von Dr. Leo Lukäcs unter obigem Titel erschienen. Die Uebertragung ist vorzüglich gelungen. Das Büchlein weist eine gefällige Ausstattung auf und wird hoffentlich dazu beitragen, die mannigfachen Vorurteile, die in Ungarn über das Wesen der zionistischen Bewegung noch verbreitet sind, zu zerstreuen. Ein kurzes Vorwort orientiert über die Bedeutung des Zionismus speziell für das ungarische Judentum. — Als zweite Nummer der „Bibliothek Makkabäa“ wird demnächst die ungarische Uebersetzung von Elias Auerbachs „Palästina als Judenland“ erscheinen. Dr. Hub. Lindemann: Florilegium hebraicum. Freiburg I. B. 1912, Herder. Dieses Buch verdankt sein Dasein einer Einsicht, die jetzt in die Kreise der Gebildeten dringt: daß es für den modernen Menschen ebenso notwendig sei, die hebräische Bibel in ihrer Ursprache zu kennen wie den Homer, Plato und Tadtus. Daher stellt der Verfasser hier eine Chrestomathie aus den Büchern des Alten Testaments zusammen, um dem unkundigen Schüler die beschwerliche Handhabung des Riesenwerkes zu erleichtern. Dieser Versuch verdient namentlich deshalb unser Interesse, weil es besonders für die hebräisch lernende zionistische Jugend sehr vorteilhaft wäre, ein solches Buch zu besitzen. Denn daß man Hebräisch nur durch die „Ibrith bTbrith“-Methode ohne. Heranziehung der klassischen althebräischen Literatur erlernen kann, ist wohl eine Illusion, gegen die man heute nicht mehr zu polemisieren braucht. Aber gerade für solche mehr dem Sprachstudium dienende Zwecke wird die Benutzung der ganzen Bibel unerwünschte Schwierigkeiten bieten. Die vorliegende Auswahl ist vor allem für christliche Schüler bestimmt; so sind z. B. aus den „kleinen Propheten“ alle Stellen zusammengetragen, die sich irgendwie in christlichem Sinn umdeuten lassen. So erklärt sich wohl auch die vollständige Aufnahme des „universalistischen“ Buches Jona. Dagegen fehlen Stücke, die wir sehr ungern missen; um nur einige ganz wenige Beispiele zu nennen: Lev. XIX durfte, wenn dieses Buch überhaupt berücksichtigt wurde, nicht wegbleiben; die ältesten Propheten Arnos und Hosea hätten ihrer großen Bedeutung gemäß wahrlich einen Platz verdient. Die Ignorierung des Hohen Liedes läßt sich eher verstehen. — Es ist natürlich schwer, aus der Bibel eine „Chrestomathie“ zusammenzustellen; immer wird man Liebes missen. Darum! sei wiederholt, daß diese Auswahl keineswegs dazu dienen kann, einem Juden die richtige Einsicht ins hebräische antike Schrifttum zu verschaffen. Wohl aber ist sie geeignet, den hebräischen Unterricht anregend zu gestalten. Aus den Abteilungen des Anhanges seien eine Erklärung der Raschi-Schrift (fälschlich als „Kursivschrift“ bezeichnet) und einige sehr willkommene Proben aus dem neuaufgefundenen hebräischen Sirachtext erwähnt. Prag. Robert Weltsch. Archiv für jüdische Familienforschung. Heft 1—3. Wien 1913. Zur jüdischen Familienforschung bieten Chewra- und Mohelbücher, Epitaphien und Jichusbriefe reiches Material; aber auch die Archive der Inquisitionstribunale, mittelalterliche Gewerbebücher und Finanzurkunden der fürstlichen Kammern, Medaillen- und Siegelkunde sind das bisher nicht allzuviel in Anspruch genommene Rüstzeug der jüdischen Genealogie. David Kaufmann erst hat dieses stiefmütterlich behandelte Forschungsgebiet neuerlich zu Ehren gebracht und seine Schule ist es, die heute Wertvolles auf diesem Gebiete leistet. Die jüdische Familienforschung will auch die vorliegende Zeitschrift pflegen, deren erste drei Nummern für die Zukunft recht schätzbare Leistungen erhoffen lassen.

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