Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 13 (28.3.1913)
- Date
- 1913-03-28
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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416 DIE3q£ELT Nr. 13 Religion, Christentum, Kirche. Eine Apologetik für wissenschaftlich Gebildete. Herausgegeben von Prof. Gerhard Esser und Prof. Jos. Mausbach. I. Band. Verlag Jos. Kösel in Kempten. Dieses Werk ist eine Apologetik der Glaubenslehren der römischen Kirche, und es wäre hier nicht der Ort, es anzuzeigen. Indessen ist unter den zehn Artikeln verschiedener Verfasser, aus denen es bestehen wird — fünf enthält der vorliegende erste Band — eine auch für uns Juden sehr bemerkenswerte Abhandlung enthalten. Professor Norbert Peters von der Paderbomer theologischen Fakultät schreibt über die Religion des alten Testaments. Während wir sonst gewohnt sind, daß christliche Forscher, und zumal, wenn sie apologetische Tendenzen verfolgen, sich bemühen, das alte Testament zugunsten des neuen herabzusetzen, den Abstand zwischen dem einen und dem andern möglichst groß darzustellen, haben wir es hier mit einer Untersuchung zu tun, deren liebevolle Darstellung der altisraelitischen Religion auch den jüdischen Leser mit fortzureißen geeignet ist. Peters bemüht sich, die Höhen altjüdischer Gottesauffassung darzustellen, streng zu sondern zwischen der mehr oder minder laxen sittlichen Auffassung des Volkes, von der die Bibel erzählend referiert, und den Idealen, die sie vertritt. Der erste Teil der Untersuchung will die Einzigartigkeit der Religion Israels unter den Religionen des alten Orients dartun. Peters läßt sich durch die vielen Analogien, welche die Wissenschaft jüngster Zeit zwischen dem alten Testamente und den orientalischen Religionen festgestellt hat, nicht irre machen. Er zeigt, wie doch, wenn hüben und drüben dasselbe getan wird, die Intention, unter der es geschieht, da und dort eine andere ist. Die Religion Israels übernimmt und beläßt vieles, was Brauch und Sitte war, aber Altes wie Neues unterstellt sie ihrem obersten Ziele: alles Zeitliche, und vor allem den Menschen in den Dienst des Ewigen zu stellen. Besonders trefflich veranschaulicht dies Peters an dem Beispiel der Beschneidung, die in der israelitischen Religion von Grund aus anderen Charakter hat, als bei Aegyptem, Phöniziern, Negern und Polynesiern. Im einzelnen behandelt Peters den Gottesbegriff des alten Testamentes, Gott und die Welt, Gott und Israel, Gott und den einzelnen Menschen, die Sittenlehre und ihr Verhältnis zum Kult. Sehr lebhaft wendet er sich gegen den der alttestamentlichen Religion immer wieder gemachten Vorwurf, sie gründe sich auf Furcht und nicht auf Liebe. Allerdings ist sie keine „Zuckerwasser-Religion“ und kennt keinen „bloß von weichlichunvernünftiger Liebe erfüllten Gott“, der „heilige Ernst rücksichtsloser Durchsetzung der Forderungen des Sittengesetzes ist ihr wichtiger als der Mensch“. Aber in diesem Sinne bestehe die Strenge neben der Liebe auch im neuen Testament. Im übrigen ist es ja selbstverständlich, daß der jüdische Leser mit dem christlichen Apologeten nur streckenweise mitgehen kann. Dies soll uns nicht hindern, gern anzuerkennen, wo wir ihm zu folgen vermögen. Er schließt seine Darlegungen über die Bibel S. 764 mit den begeisterten Worten: „Hier haben seit Jahrtausenden für ihr religiöses Leben die Hungrigen Speise gefunden, die Durstigen Lebenstrank, die Schwadien Stütze, die starken Kämpfer Siegesgesänge! Was haben dagegen Babels und Aegyptens religiöse Schriften gewirkt, was haben sie für die Zukunft dem religiösen Leben der Menschheit zu bieten? Totes Pergament hier, dort aber ein ewiger, aus dem Ewigkeitsschoße der Gottheit sprudelnder Jungbrunnen! Aus seiner unerschöpflichen Tiefe werden die matten Menschnekinder neue Kraft und frisches Leben sich noch holen, wenn die Einseitigkeiten und Uebertreibungen moderner Assyriologen längst dem Kuriositätenkabinett der Geschichte der Wissenschaften angehören werden!“ Prag. Dt. Hugo Bergmann. SPRECHSAAL Mit Bezug auf den Leitartikel „Eine Hilfsaktion für Jerusalem“ in Nr. 11 der „Welt“ ersucht uns Herr M. Berlin, Generalsekretär der Föderation Misrachi, festzustellen, daß der Gedanke der Schaffung von Gartensiedlungen in der Umgebung Jerusalems zuerst von der Föderation Misrachi propagiert worden ist. Bereits auf dem IX. Zionistenkongreß hatte die Delegiertenkonferenz des Misrachi beschlossen, für die Jerusalemer Chaluka - Jugend eine Gartenbaukolonie in der Nachbarschaft Jerusalems zu schaffen, in der hauptsächlich Gemüse und Milch für den Jerusalemer Markt produziert werden sollte. Durch verschiedene widrige Umstände konnte dieser Plan bisher noch nicht verwirklicht werden, doch macht die Angelegenheit gute Fortschritte, und der vom Misrachi für diesen Zweck ins Leben gerufene Kolonialfonds hat bereits eine ansehnliche Höhe erreicht. Bekanntlich hat der Misrachi auch mit der Nationalfonds-Verwaltung gewisse Vereinbarungen getroffen betreffs der Bedingungen, unter denen eine Mitwirkung des Nationalfonds bei der Durchführung dieses Planes möglich sein wird. Schluß des redaktionellen Teiles Eingegangen bei der Administration der „Welt“: Für das Israelitische Museum in Jerusalem: H. Brande, München.Jk 5.— Für das Mikrobiologische Institut: Johann Kremenezky, Wien „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut“ Kr. 10.— Jk 8.40 Bei dem Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für den Bezalel: per South African Zionist Federation, Johannesburg £3.3.10 Für die Mittelschule Tachkemoni in Jaffa: per Max Wollsteiner, Berlin.Jk 98.— Für das Hebräische Gymnasium in Jaffa: per Max Wollsteiner, Berlin.Jk 30.50 per Federation of American Zionists, New York . 8 168.60 per South African Zionist Federation, Johannesburg £ 1.1.— Für das Hebräische Gymnasium in Jerusalem: per Max Wollsteiner, Berlin.Jk 89.— Für die Nationalbibliothek in Jerusalem: per Max Wollsteiner, Berlin.Jk 50.— Für das Mikrobiologische Institut: per Max Wollsteiner, Berlin.Jk 1.— per South African Zionist Federation, Johannesburg £ 1.1 — Für Jerusalem Girl s High School: per South African Zionist Federation, Johannesburg £1.1 — Für Levinsky Memorial: per Zionist Federation, Johannesburg.£ 1.1.— STOtWEI .GOLD"DIE NEUE SCHOKOLADE