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Die Welt · 1913-03-28 · 13 (28.3.1913) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
13 (28.3.1913)
Date
1913-03-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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413 Nr. 13 ==^==T^. DlE2§gELT lungen bietet, ans denen die Schöpfung des J. N.-F. und die Riditung der demokratischen Fraktion hervorging, aufgekauft und mit dem geringen Preis von M. 2.— für das broschierte Exemplar versehen. Von der hebräischen Wandkarte von Palästina, die in allen interessierten Kreisen ungeteilten Beifall gefunden hat, ließ der Verlag eine weitere Ausgabe hersteilen, die besonders für Schulen in Betracht kommt, da sie die Karte widerstandsfähiger macht; es handelt sich um die Lackierung der mit Stäben versehenen Aufhängekarte. Ferner verweisen wir auf das Inserat in dieser Nummer. Zur Reform der zionistischen Arbeit Einige Vorschläge von Dr. 8. Friedmann, Troppau Der 15. Schebat ist spurlos an uns vorübergegangen, bis auf eine Anregung, die unseren Dr. L o e w e zu seinem so schönen Artikel begeistert hat. Sie lautet: Am 15. Schebat, dem Tage der Bäume in Palästina, pflanze jede jüdische Familie einen Baum in Palästina. Ob diese Anregung Früchte trug, weiß ich nicht. Ich weiß bloß, daß sie dem 15. Schebat nicht gerecht wurde, daß sie dem nicht entsprach, was er ist und was er uns sein könnte. Denn es erschöpft keineswegs die Bedeutung dieses Tages, wenn wir zu seiner Feier bloß die Zahl der gespendeten Bäume um einige vermehren. Halten wir uns doch lieber an die jahrtausendealte Sitte, daß am Neujahrstage der Bäume das „Festmahl" aus Baumfrüchten besteht. Unser Festmahl sollte eben aus palästinensischen Früchten bestehen. Veranstalten wir demnach an diesem Tage oder in den Tagen des Schebat frohe, heitere Feste, an denen das Büffet ausschließlich aus Palästinaprodukten besteht. /Dem Büffet wird sich eine kleine Ausstellung einiger nicht sofort oder überhaupt nicht eßbarer Palästinaprodukte anschließen. Ein Lichtbildervortrag über das neue Palästina, Vorführung lebender Bilder, Kostümfeste palästinensischen Charakters usw. vervollständigen das Programm. Mit einem Worte: Machen wir den 15. Schebat zum Palästinatage, zum Palästina.! este der Judenheit. Als solcher ergänzt er das Chanukahfest, das in ähnlicher Weise durch uns zum Makkabäerfeste, zum Feste des nationalen Bewußtseins, der nationalen .Erhebung, geworden ist. Und ergänzt wäre durch dieses Fest vor allem in sehr wohltuender Weise der — neunte Ab. An diesem Tage wird in der ganzen Judenheit um Zion getrauert. Wir gedenken aber des Prophetenwortes: Tröstet, tröstet mein Volk, und wollen unserem Volke ein Bild von Zion zeigen, wie es sich aus den Trümmern erhebt, wie es wieder auflebt und aufblüht. Am Tage des in Palästina beginnenden Frühlings wollen wir von dem neuen Frühling erzählen, der in Palästina begonnen hat, von all dem neuen Leben, das dort sich regt, wollen unserer Jugend Mut geben zum Gauben und zum Hoffen, wollen das Verlangen wecken, diesen Frühling mit eigenen Augen zu schauen und den Willen, sich an diesem Werke froher Aussaat zu beteiligen. Hierzu aber wollen wir sofort Gelegenheit bieten. Der Monat Schebat sei ausschließlich konzentrierter Palästinaarbeit gewidmet, der Werbetätigkeit für palästinensische Aktionen und — Aktien. In einem Jahre könnten z. B. sämtliche noch unverkauften Aktien der P. L. D. C. abgesetzt werden, wenn der Schebat eines Jahres in allen Ländern dieser Propaganda gehören würde. Es wäre überhaupt an der Zeit, das System der richtigen Arbeitseinteilung einzuführen. Denn bei uns erschlägt eine Arbeit die andere, indem alle Arbeiten zu gleicher Zeit verrichtet werden. So dauert z. B. die Sammlung des Schekels, des Organisationsbeitrages, der Oelbaumspende, des Heimstättenfonds usw. das ganze Jahr, und alles wird demzufolge bestenfalls halb gemacht. Was soll der geplagte Vertrauensmann zuerst machen? Aus der verwirrenden Fülle seiner Aufgaben weiß er keinen Ausweg, undleistet schließlich gar nichts. Wie leicht wäre aber das Arbeiten, wenn er im Schebat sich ausschließlich der Palästinaarbeit widmete und am Ende des Monats das frohe Bewußtsein hätte: Das habe ich nun hinter mir, und nun an die nächste Arbeit. Der nächste Monat — der Adar — gehört schon traditionell (Sabbat Schekolim!) dem Schekel. Alles sollte in diesem Monate im Dienste dieser einen Aufgabe stehen! Dann aber Schluß gemacht. Ein Monat wäre unbedingt der Werbearbeit für die zionistische Presse zu widmen usw. Natürlich gäbe es nach wie vor Arbeiten, die keine Unterbrechung kennen, so die allgemeine Propaganda und Belehrung, Sammlung für den Nationalfonds u. a. m. Ich glaube, daß mein Vorschlag weder originell, noch schwer durchführbar, hingegen geeignet ist, unser Werk wesentlich zu fördern. LITERARISCHE RUNDSCHAU Begriff und Programm einer jüdischen Nationalliteratur. Von Moritz Goldstein. (Die jüdische Gemeinschaft. Reden und Aufsätze über zeitgenössische Fragen des jüdischen Volkes, herausgegeben von Dr. Ahron Eliasberg.) Jüdischer Verlag, Berlin. Vor Jahresfrist erschien im „Kunstwart4* Goldsteins „Deutsch-Jüdischer Parnaß". Man durfte diesen Aufsatz — ohne Ueberschwänglichkeit — mit zu dem besten zählen, was in deutscher Sprache über jüdische Dinge geschrieben ist. Tiefer Emst, Ehrlichkeit, Gedankenfülle, zwingende Folgerichtigkeit gaben ihm eine über das eigentliche Thema, die Stellung des Juden als Mitwirkenden im literarischen Leben Deutschlands, weit hinausragende Bedeutung, und es wäre noch jetzt für einen jüdischen Verlag eine dankenswerte Aufgabe, diese Arbeit Goldsteins, mit einer kurzen Einleitung versehen und unter Abänderung der Ueberschrift, als Sonderdruck erscheinen zu lassen und uns damit eine gute, in jüdischem Sinne Klarheit schaffende und werbekräftige Broschüre zu sichern. Dem vorliegenden Heft, mit dem der Jüdische Verlag die kürzlich begonnene Broschüren-Serie „Die jüdische Gemeinschaft" fortsetzt, kann man ein gleiches Lob leider nicht zuerkennen. Schon der Titel „Begriff und Programm einer jüdischen Nationalliteratur" ist irreführend; mindestens müßte er noch als Zusatz erhalten: „in den Golusländern der Gegenwart“. Denn das, woran wir bei den Worten „Begriff einer jüdischen Nationalliteratur" unwillkürlich denken, nämlich eine hebräische, äußerlich und innerlich mit Palästina verbundene Literatur, schaltet Goldstein von vornherein aus dem Kreise seiner Betrachtungen aus. Das bedeutete ja an sich — abgesehen von der damit unrichtig gewordenen Ueberschrift — noch keinen Fehlgriff, sondern nur die Festlegung auf ein abseitiges, aber immer noch sehr wichtiges Thema. Leider aber läßt sich Goldstein schon hier, bei der Umgrenzung des Stoffes, verleiten, über das Neuhebräische als Literatursprache in einer Weise abzuurteilen, zu der ihm nach seinem eigenen Geständnis alle Grundlagen fehlen. Wem die neuhebräische Literatur auch nur ein klein wenig aus Übersetzungen bekannt ist, der wird sich davor hüten, dieser Literatur apodiktisch die Möglichkeit zu großen schöpferischen Werken abzusprechen, mit der Begründung, daß die hebräische Tradition zu einseitig auf theologisch-rabbinischem Schrifttum beruhe und deshalb eine wirkliche volksmäßige Renaissance nicht möglich sei. Diese unvorsichtigen Aeußerungen sind

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