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Die Welt · 1913-03-28 · 13 (28.3.1913) · page 13

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
13 (28.3.1913)
Date
1913-03-28
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 13 DIE LT 409 In allen Fragen hatte er sein eigenes klares und scharfes Urteil. Im Gymnasium veranlagen seine gründlichen Referate über das Schulprogramm eingehende Diskussionen der gesamten Lehrerschaft, welche viel zur Verbesserung des Lehrprogrammes beigetragen haben. Bekannt war auch sein Eifer als Schiedsrichter. Als in den letzten Wochen der Streit der Kolonie Chedera vor dem Plenum der Schiedsrichter behandelt wurde, gehörte Tschertok zu denjenigen Richtern, die sich am meisten in diese Rechtsangelegenheit vertieften. Der schwache kranke Mann verließ keine der vielen Tag- und Nachtsitzungen und verfolgte mit schmerzvollem Herzen die Zwistigkeiten, welche eine unserer zukunftsreichsten Kolonien in ihrem Bestände zu erschüttern drohten. Jakob Tschertok, einer der ersten, die unseren neuen Jischub angebahnt haben, hat in unserer Zeit der raschen Wandlungen noch in voller Frische mit der Jugend gleichen Schritt gehalten. Um so schmerzlicher empfinden wir alle seinen Verlust. Gesellschaft jüdischer Aerzte und Naturwissenschaftler für sanitäre Interessen in Palästina Unter diesem Namen hat sich vor kurzem ein Verein konstituiert, dessen Aufgabe es sein soll, für die Besserung der sanitären Zustände in dem jüdischen Siedelungsgebiet in Palästina zu wirken. Wie unsere Leser wissen, ist die Idee der Organisation der jüdischen Aerzte auf dem 9. und 10. Kongreß besonders von Dr. Benderski propagiert worden, ohne daß es bisher gelungen wäre, eine solche Organisation wirklich ins Leben zu rufen. Die nunmehr zustande gekommene Gesellschaft weist in einem Aufruf, der in diesen Tagen an alle jüdischen Aerzte und Naturwissenschaftler Deutschlands versandt wird und im Laufe der kommenden Wochen auch in die übrigen Länder Europas gelangen wird, auf die betrübende Tatsache hin, daß in den meisten Städten und Kolonien Palästinas trotz der gelegentlichen guten Erfolge überhaupt noch keine systematischen Sanierungsversuche unternommen worden sind, und daß das gesamte Gebiet der sanitären Fürsorge, ohne dessen Pflege eine gedeihliche Kolonisation überhaupt nicht betrieben werden kann, von seiten der jüdischen Organisationen bisher nicht die gebührende Beachtung gefunden hat. Schon in allernächster Zeit wird die Gesellschaft ein Institut ins Leben rufen und wird dabei bestrebt sein, sowohl mit dem von Herrn Nathan Straus begründeten Health Office in Jerusalem, das unser Gesinnungsgenosse, Herr Dr. Brünn, leitet, als auch mit dem in Deutschland entstandenen Internationalen Komitee zur Assanierung Jerusalems zusammenzuarbeiten. Wie wir neulich bereits berichteten, hat das Actions-Comite in seiner letzten Sitzung aus den Mitteln des Fonds zur Begründung eines mikrobiologischen Instituts 10 000 Mark für die ersten Anschaffungskosten sowie einen jährlichen Zuschuß zu den Betriebskosten in Höhe der Zinsen des genannten Fonds bewilligt. Es liegen auch bereits zahlreiche Mitgliederanmeldungen sowie namhafte Einzelspenden vor. Das Programm der Gesellschaft ist sehr umfassend: Kampf gegen Malaria und Trachom, Sorge für Säuglingspflege und Schulhygiene, Beschaffung von Sera und Vaccinen, Verbreitung aufklärender Schriften, Sorge für ärztliches Hilfspersonal, Ausnutzung der Heilfaktoren des Landes, Unterstützung bestehender Anstalten und wissenschaftlicher Arbeiten, kurzum jede Maßnahme, die der Besserung der gesundheitlichen Zustände dient, soll in den Kreis der Aufgaben der Gesellschaft fallen. Wir hoffen, daß unsere Freunde, Aerzte und Nicht- Aerzte in großer Zahl das junge Unternehmen, sei es durch Beitritt zu der Gesellschaft, sei es durch einmalige Zuwendungen, unterstützen werden, daß unsere Presse das Verständnis für die sanitären Bestrebungen im Kreise ihrer Leser zu wecken suchen wird, und daß es insbesondere kein zionistischer Arzt, Chemiker, Zahnarzt, Apotheker usw. versäumen wird, der Gesellschaft als Mitglied beizutreten. (Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt nur 6 M.) Aber auch von nicht-zionistischer Seite erhoffen wir weitgehendste Unterstützung. Handelt es sich doch hier um ein Gebiet, auf dem Juden aller Parteirichtungen Zusammenwirken können. In dem Komitee sind 54 Männer, darunter die glänzendsten Namen der zeitgenössischen Judenheit vertreten. Von bekannten Medizinern nennen wir Exzellenz Ehrlich, Prof. James Israel -Berlin, Geheimrat Landau- Berlin, Prof. Jacques L o e b - New York; der Aufruf trägt ferner die Unterschriften von Prof. Warburg, von James Simon und Dr. Paul Nathan, Geheimrat Timendorfer, Prof. Kalischer, Geheimrat Ros in-Freiburg, ferner namhafter Rabbiner, Schriftsteller u. a. Geldsendungen und Briefe sind an den Vorsitzenden der Gesellschaft, Dr. Aron Sandler, Berlin-Charlottenburg, Droysenstr. 6, zu richten. iiiiiiiiiiiiiiiiiaiigiM Blilüii Unsere geehrten Abonnenten, deren Bezugszeit am 31. McLTZ 1913 abläuft, bitten wir, die Abonnementsemeuerung unverzüglich vorzunehmen, damit in der Zustellung des Blattes keine Unterbrechung eintritt. Den Beziehern in Deutschland und Oesterreich-Ungarn haben wir Zahlkarten bzw. Posterlagscheine zugehen lassen, die wir zur kostenlosen Ueberweisung der Abonnementsbeträge zu benutzen bitten. Aus allen übrigen Ländern können die Abonnementsbeträge per Postanweisung, Schecks auf europäische Banken oder per eingeschriebenen Brief überwiesen werden. Jedes abgelaufene Abonnement, das bis spätestens 31. März 1913 nicht ausdrücklich abbestellt wird, betrachten wir als erneuert. Unsere Vertretung für Russland hat die Firma X. €. Jftetzl «tz Qo. Juodz * piofrkowska 102 übernommen. — Abonnementsbestellungen sowie Inseratenaufträge aus Rußland können von jetzt ab an diese Adresse aufgegeben werden, ferner an die Zentrale der Firma in Moskau, Mjassnitzkaja, Haus Ssytow und an deren Filialen in St. Petersburg; Morskajä 11 Warschau, Marschalstr. 130 * Wilna, Bolschaja 38. Verlag „Die Welt“ BERLIN W15 Sächsische Straße 8

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