Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 12 (21.3.1913)
- Date
- 1913-03-21
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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376 Nr. 12 DIE3§BELT Dt. Gewinn- und Verlust-Konto per 31. Dezember 1912 Ct. AUSGABEN: -L sh d EINNAHMEN: £■ sh j d An Gehälter. 5 147 17 2 Per Gewinn aus Bankgeschäften: „ Miete, Heizung und Beleuchtung .... 1232 3 6 Diskonten £ 2.022.13. 4 „ Schreibmaterialien. 280 11 Zinsen und Dividenden „ 13 226.16.11 „ Porto- und Telegrammspesen. 177 11 2 Provisionen ,, 2 «>05 12.11 17 255 3 „ Bureauspesen. 403 12 2 „ Wechsel- und Scheckbücherstempel . . . 40 11 6 Per Kursgewinn. 553 18 3 „ Spesen für Aktienverkäufe. 15 19 11 „ Transfer gebühren. 23 5 „ Diverse Versicherungen. 123 13 2 » Effektenversicherung. 35 10 AuS'erordent.iche Spesen. 332 8 6 „ Gehäl er und Spesen an Agenten auswärts 84 7 10 „ Advokaten- und Revisionsgebühren . . . 172 13 8 „ Einkommensteuer. 260 18 11 „ Mobiliarabnutzung. 54 15 6 „ Abschreibung auf Effektenkonto .... 537 9 8 „ Abschreibung von Dubiosen. 585 11 „ Abschreibunga. Konto ..NeueKouponbogen“ 200 ,, Kosten Projekt Wasserleitung und elektrisches Licht Jerusalem. 162 4 2 „ Saldo: Gewinn pro 1912. 8 049 12 17 867 7 8 17 8«7 7 8 i I VIII. Jahreskonferenz der Belgischen Zionisten-Föderation Die Verhandlungen fanden am 15. und 16. Februar 1913 in der „Harmonie“ in Antwerpen statt. In seiner Begrüßungsrede im Namen des Landeskomitees ibt Herr Dr. L. Herz seiner Genugtuung Ausdruck, daß as E. A. C. sich durch Herrn Blumenfeld vertreten lasse. Bevor er zu seinem eigentlichen Rechenschaftsbericht übergeht, gibt Herr Dr. L. Herz einen Rückblick über die befriedigende Entwicklung der belgischen Organisation innerhalb der letzten zehn Jahre ihres Bestehens. Damals gab es kaum ein kleines Häuflein Schekelzahler, allmählich haben sich die Vereine Agudath Zion, Zeire Zion, Dorsche Zion (beide heute in der „Kadimah“ vereinigt), Cercle des Dames Sionistes, Bnei Zion (Misrachi) und Sfas Zion daraus entwickelt. Letzterer konnte sich leider nicht am Leben erhalten, ebensowenig der Verein Ahawath Zion in Brüssel, der an einem Mangel stabiler Elemente leidet. Auch in Lüttich wurde neuerdings der Verein „Kadimah“ gegründet. Vorträge und Diskussionen zur Verbreitung des zionistischen Ideals (in Hebräisch, Yiddisch, Deutsch, Französisch und Holländisch), Kurse für hebräische Sprache und Literatur sowie gesellschaftliche Vergnügungen sind das Wirken dieser Vereine. Einen hervorragenden Platz nahmen darunter die Geschichtsvorträge des Herrn Dr. Rosner ein, der jahrelang allwöchentlich je einen Kursus für Erwachsene und für Kinder abhielt. Im Vereinshaus „Beth Zion“ unterhält der Verein Agudath Zion einen sehr besuchten L e s e s a a 1 nebst Bibliothek. Für ein eigenes Heim wird eifrig Kapital gesammelt, es wird hoffentlich bald möglich sein, mit dem Bau zu beginnen. In den Spenden-Ausweisen des Jüdischen National- Fonds nimmt Belgien eine der hervorragendsten Stellungen ein. In diesem Jahre wurden ca. 1100 Schekolim abgeführt (im Vorjahre, Kongreßjahr, 1200). Der Landesverband gibt die Monatsschrift „H atikwah“ heraus. In der jüdischen Gemeinde sitzen seit Jahren einige Zionisten, die segensreich im nationaljüdischen Sinne wirken. Es wird fleißig dafür gesorgt, daß die öffentliche nichtjüdische Meinung über unsere Ziele unterrichtet wird. Im letzten Jahre hat das L. C. große Vorträge folgender Herren veranstaltet: Dr. Klee, Direktor Auhagen, Dr. F a i 11 o w i t z, Prof. Semy Tolk o w s k y, N. S o k o I o w. Der B e z a I e 1 hat hier einen Zweigverein und wird tatkräftig unterstützt. Dem Zentralfonds gingen im letzten Jahre 2500 Frcs. zu. Daß hier in Antwerpen „praktische Arbeit“ keine Phrase ist, beweist die Gründung der „Societe Agricole“ in Rechoboth mit einem Kapital von 275 000 Frcs. Die Gesellschaft steht unter der Leitung des Herrn Prof. Semy Tolkowsky, der sich in Rechobotn ansässig gemacht hat. Um das Zustandekommen der Gesellschaft haben sich die Herren T o.lk o^w s k y , Jean und Oscar Fischer sehr verdient ge- Der künftigen Leitung des L. C. empfiehlt Herr Dr. Herz ein strafferes Anziehen der Disziplin, Heranziehung der neuhinzukommenden Schekelzahler zur Organisation und Gewinnung neuer Schekelzahler. Die Aenderung der Statuten steht auf der Tagesordnung der Jahreskonferenz. Die Delegierten haben es also in der Hand, die Organisation zu befestigen. Das L. C. schlägt zur Wahl des Präsidiums folgende Herren vor: Präsident Jean Fischer, Vizepräsident Rüben Cohn und N. Torczyner, Schriftführer Ad. Adler und Schalom Fischer, die per Akklamation gewählt werden. Präsident J. Fischer begrüßt die Herren R o s o f f und F a 1 k o w i c z aus Lüttich und Herrn Dr. Wolf, Präsident der jüdisch-orthodoxen Gemeinde Machsikei-Hadaas. Er gedenkt in warmen Worten der im September 1912 verstorbenen Eugenie Günzburg. Vizepräsident Torczyner verliest die eingelaufenen Begrüßungen. Herr Arthur K o h n, Mitglied des L. C., gibt den Finanz- Herr Oscar Fischer erstattet Bericht über die Sammeltätigkeit für den N.-F. Die Gesamtsumme für 1912 ergibt 12 481,79 Frcs. gegen 11252,02 Frcs. für 1911. Er beklagt, daß nicht genügend Sammler vorhanden seien. In Brüssel sei ein Rückschritt der Sammeltätigkeit zu verzeichnen. Er gibt eine Uebersicht über die Entwicklung des N.-F. seit seiner Begründung. Belgien hat im ganzen 60 000 Frcs. abgeführt. Nach längerer Diskussion über zahlreiche Einzelfragen der Organisation und Propaganda gelangt folgende Resolution zur Annahme: Die Jahreskonferenz nimmt den Rechenschaftsbericht des L. C. mit besonderer Zufriedenheit zur Kenntnis, dankt dem abtretenden L. C. für dessen aufopferungsvolle Tätigkeit und erteilt demselben das Absolutorium. Herr O. Fischer teilt mit, daß die anwesende Versammlung 320 Frcs. gezeichnet habe, um Herrn Jean Fischer ins Goldene Buch einzutragen. Herr J. Fischer spricht seinen Dank hierfür aus und eröffnet eine Sammlung, um Herrn Semy Tolkowsky ebenfalls ins Goldene Buch einzutragen. Die Sammlung ergibt 250 Frcs. Am folgenden Tage eröffnete Herr J. Fischer die Sitzung und begrüßt Herrn K. Blumenfeld. Hierauf erteilt er Herrn N. Torczyner das Wort zu seinem Referat über: Die Lage im Zionismus Seit dem ersten Kongreß und der Festsetzung des zionistischen Programms sind 15 Jahre verstrichen. Der Zionismus erstrebt noch immer die öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina und wird sich niemals ein anderes Ziel setzen. Doch der Zionismus hat sich während dieser für eine Volksbewegung so kurzen Zeit entwickelt und hat zum Teil die Mittel zur Erreichung seines Zieles geändert. Die Zeit der Herzischen Führung betonte in erster Linie die öffentlichrechtliche Sicherung der zu gründenden Heimstätte, die Zeit nach ihm und die heutige Leitung unserer Bewegung namentlich legt das Hauptgewicht auf die Heimstätte und befaßt sich nicht näher mit der Festlegung der Sicherheiten. Man hat den Unterschied des politischen und praktischen Zionismus geschaffen, da man meinte, daß die allgemeine Sicherung der zu schaffenden Kolonisation in Palästina unmöglich sei, und daß der Charterstandpunkt ein überwundener wäre. Und