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Die Welt · 1913-03-14 · 11 (14.3.1913) · page 19

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
11 (14.3.1913)
Date
1913-03-14
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 11 351 SPRECHSAAL NESSELT Kurz, die ganze Rede des einstmals ungarischen Herrn Rabbiners roch sehr stark nach Leopoldstädter national-deutschem Israelitentum und „Donauklub“. Herr Rabbiner Dr. Armin Abeles, über dessen Vortrag im Wiener Verein zur Abwehr des Antisemitismus wir kürzlich berichteten (vgl. Nr. 9 der „Welt"), schreibt uns über den Inhalt seines Vortrages: Weder habe ich ein deutschnationales Bekenntnis abgelegt, noch die Worte „jüdisch-national" oder „Zionismus" überhaupt im Munde geführt, geschweige denn „Angriffe gegen den Zionismus und Verdächtigungen des Nationaljudentums" in „salbadernde Phrasen gewickelt". Vielmehr war der Tenor meines Vortrags, die vielgerühmte und vielgelästerte Solidarität der Juden als ein rein ideelles der jüdischen Religion innewohnendes Attribut darzustellen und den Ewigkeitswert des Judentums gegenüber allen nationalen oder kosmopolitischen Bestrebungen der menschlichen Gesellschaft zu betonen. Der „tiefsinnige Satz", worin meine Darlegungen „gipfelten", stammt nicht von mir, sondern von dem Begründer der Völkerpsychologie und hervorragenden Denker und Philosophen Steinthal und lautet wörtlich: „Judentum ist Humanität; und weil diese sich mit jeder Nationalität verträgt, wenn sie von der Nation ernstlich erstrebt wird, so verträgt sich auch natürlich Judentum mit - jeder humanen Nationalität. Nein, es ist kein Widerspruch zwischen Judesein und Deutschersein und Menschsein, sondern diese drei schlingen sich so ineinander, daß wir das eine nur sein können, indem wir die beiden anderen sind und es um so mehr sein werden, je mehr wir dieses sind. Der jüdische Deutsche kann zu den besten Deutschen zählen und der deutsche Jude zu den besten Juden — man nenne ihn so oder so, er wird zu den besten Menschen zählen." Der Vortrag wird übrigens demnächst im Druck erscheinen, und dann werden Sie, sehr geehrter Herr Redakteur, Gelegenheit haben, durch Autopsie sich von der Richtigkeit meiner Behauptungen zu überzeugen. Hochachtungsvoll ergebenst Dr. Armin Abeies, Rabbiner der isr. Kultusgemeinde, Wien. Hierzu bemerkt unser Gewährsmann: Gegenüber den Ausführungen des Herrn Vortragenden halten wir unseren Bericht in Nr. 9 der „Welt" vollinhaltlich aufrecht und finden ihn in der Entgegnung des Herrn Dr. Abeies zum guten Teile bestätigt. Nur zwingt uns seine Zuschrift, noch deutlicher zu werden: Unseres Erachtens entsprach der Titel „Die Solidarität der Juden" gar nicht dem Inhalte des Vortrages, denn der aus Ungarn stammende Herr Dr. Armin Abeies widmete den größeren Teil seiner Ausführungen der Widerlegung Friedrich Paulsens, der behauptet, ein Jude könne kein Volldeutscher sein. Die Rede klang auch in dem von uns zitierten und von Herrn Dr. A. präziser wiederholten Satze aus. Dabei wurden wir wiederholt angegriffen und verdächtigt, allerdings — und das ist für bestimmte Gegner der jüdischen Moderne sehr bezeichnend — ohne die Ausdrücke „nationaljüdisch" und „Zionismus" zu gebrauchen. So wendete Dr. Abeies sich mit erhobener Stimme gegen die „Nationalisten", welche im Judentume Zank und Parteihader herbeiführen, und erntete verständnisinnigen Beitall des vom Herrn Rabbiner zum Teile persönlich geladenen Publikums, dem er ans Herz legte, sich in Betätigung des Judentumes aufFörderungdesGottesdienstes und der damit in Verbindung stehenden Institutionen zu beschränken. Schluß des redaktionellen Teiles Eingegangen bei der Administration der „Welt“: Für die Tachkemonischule in Jaffa: Heinrich Eisemann, Rom.4.— Das Techntknm Hittwelda ist ein unter Staatsaufsicht stehendes, höheres technisches Institut zur Ausbildung von Elektro-und Maschinen-Ingenieuren, Technikern und Werkmeistern und beziffert sich der Besuch auf jährlich 2-3000. Der Unterricht sowohl in d er Elektrotechnik als auch im Maschinenbau ■wurde in den letzten Jahren erheblich erweitert und wird durch die reichhaltigen Sammlungen, Laboratorien für Elektrotechnik und Maschinenbau, Werkstätten und Maschinenanlagen usw. sehr wirksam unterstützt. Das Sommersemester beginnt am H. April 1913, und es finden die Aufnahmen für den am 18. März beginnenden, unentgeltlichen Vorkursus von Anfang März an wochentäglich statt. Ausführliches Programm mit Bericht wird kostenlos vom Sekretariat des Technikum Mittweida (Königreich Sachsen) abgegeben. In den mit der Anstalt verbundenen, ca. 3000 qm bebaute Grundfläche umfassenden Lehr-Werkstätten finden Praktikanten zur praktischen Ausbildung Aufnahme. Auf allen bisher beschickten Ausstellungen erhielten das Technikum Mittweida bezw. seine Präzisions-Werkstätten hervorragende Auszeichnungen. Industrie- und Gewerbeausstellung Plauen: die Ausstellungsmedaille der Stadt Plauen „für hervorragende Leistungen'1. Industrie- und Gewerbeausstellung Leipzig: die KönigL Staatsmedaille „für hervorragende Leistungen im technischen Unterrichtswesen“. Industrieausstellung Zwickau: die goldene Medaille. Internationale Weltausstellung Lüttich: den Prix d'honneur. Zur vornehmsten deutschen Geschenkliteratur, die nicht nur der Laune oder dem Vergnügen des Augenblicks dienen, sondern einen schönen Besitz von Dauer bilden soll, gehören «Meyers Klassik er-Ausgaben** (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien). Sie verdanken ihre Beliebtheit und ihre allgemeine Wertschätzung ebenso der schönen Ausstattung und dem billigen Preis wie der sorgfältigen, ja mustergültigen kritischen Bearbeitung. Den Text, der im Laufe der Zeit so leicht Entstellungen erfährt, bieten sie genau in der vom Antor gewollten Form und bringen von trefflichen Kennern geschriebene Lebensabrisse der Dichter, deren literargeschichtliche und ästhetische Bedeutung zugleich gewürdigt wird. Sachkundige Einleitungen zu den einzelnen Werken und Erläuterungen unter dem Text führen in die Geisteswelt der Klassiker ein und erleichtern jedermann das Verständnis ihrer Werke- Wissenschaftlichen Zwecken dienen die am Schluss der Bände angefügten Anmerkungen, Literaturnachweise und Verzeichnisse sämtlicher Lesarten. So findet man in „Meyers Klassiker-Ausgaben“ aufs sorgfältigste alles das vereinigt, was der Leser heute zum Verständnis unsrer klassischen Literatur bedarf. Mit dem gediegenen Inhalt harmoniert die vornehme Ausstattung der Bände: das schöne, holzfreie Papier, der klare Druck, der gefällige Einhand. Den Werken jedes Autors ist sein Bildnis in Kupferstich, Radierung oder Heliogravüre sowie Handschriftenproben beigegeben. Trotz dieser Vorzüge kosten die geschmackvollen grünen Leinenbände durchschnittlich nur 2 Mark. Erschienen sind bisher: Arnim, 1 Band; Brentano, 1 Band; Bürger, 1 Band; Chamisso. 3 Bände: Eichendorff. 2 Bände; Freiligratb, 2 Bände; Geliert, 1 Band; Goethe, Kleine Ausgabe 15 Bände, Grosse Ausgabe 30 Bände; Grabbe, 3Bände; Grillparzer, 5 Bände; Gutzkow, 4 Bände; Hauff, 4 Bände: Immermann, 5 Bände; Jean Pani, 4 Bände; H. v. Kleist, Kleine Ausgabe, 3 Bände, Grosse Ausgabe 5 Bände; Körner, 2 Bände; Lenau, 2 Bände; Lessing, 7 Bände: Ludwig, 3 Bände: Mörike. 3 Bände; Nibelungenlied, 1 Band: Novalis und Fouque, 1 Baud: Platen. 2 Bände; Beater, Kleine Ausgabe 5 Bände, Grosse Ausgabe 7 Bände; Bückert, 2 Bände; Schiller, Kleine Ausgabe 8 Bände. Grosse Ausgabe 14 Bände: Shakespeare, 10Bände; Tieck, 3Bände; Uhland. 2 Bände; Wieland, 4 Bände. Bei Anschaffung von Klassikern, die ia in jedes Hans gehören, sollten „Meyers Klassiker-Ausgaben“, die die Leipziger „Illustrierte Zeitung“ als die besten für ein gebildetes Publikum bezeichnet, in erster Linie berücksichtigt werden. Zur Beachtung W Die Telegramm-Adresse des Zionistischen Zentralbureaus, der Redaktion und Administration der „Welt“, sowie des Jüdischen Verlages lautet: Orghip, Berlin. Die Telegramm-Adresse des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds in Köln ist: Keren, Köln. MLM „GOLD"DIE NEUE SCHOKOLADE

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