Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 11 (14.3.1913)
- Date
- 1913-03-14
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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346 Nr. 11 überwuchert ist. Es ist durchaus kein Zufall, wenn das französische Judentum Männer wie Salvador, Charles Netter, den Schöpfer von Mikweh Israel, Bemard L a z a r e , Zadoc Kahn u. a. m. hervorbrachte, und wir verstehen nun auch, wenn auch in der modernsten französischen Lyrik Männer wie Henri F r a n c k (La Danse devant 1’Arche) und Andre S p i r e (Poemes Juifs) Gesänge des jungen Judentums ertönen lassen. Jaffa. Das Jerusalemer Wochenblatt der Poale-Zion „Haachduth“ befaßt sich in einem Leitartikel seiner Nr. 19 mit dem Zustande der Jerusalemer Nationalbibliothek. Das Blatt schreibt u. a.: „Eine große einfache Idee hegte Dr. J. Chasonow i t z, der Schöpfer dieser Institution. Es war nur natürlich, daß er sie in Jerusalem, der Stadt der nationalen Zukunft und dem Zentrum der nationalen Widergeburt realisieren wollte. Seit Dezennien ist sie zu seiner Lebensaufgabe geworden, für die er unermüdlich arbeitet. In der Tat war diese Idee überall mit großer Sympathie aufgenommen worden. Und trotz alledem blieb Chasanowitz vereinsamt auf seinem Arbeitsfelde. Eine allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber dieser Institution stellte sich ein. Manchmal, bei außergewöhnlichen Anlässen — wie beispielsweise nach dem Ableben des Barons David Günzburg, der eine reichhaltige jüdische Bibliothek hinterließ — erinnerte man sich der Jerusalemer Nationalbibliothek, um sie dann bald wieder zu vergessen. Wir Einwohner Jerusalems kennen den wahren Wert dieser Bibliothek und kennen auch ihren wirklichen Zustand. Der Mangel an einem geordneten Katalog, das Schließen des Lesesaals am Abend, zu welcher Zeit allein Arbeiter, Geschäftsleute und überhaupt alle produktiven Elemente ihn benutzen könnten, endlich das gänzliche Fehlen derneuen Literatur — all dies sind allgemein bekannte Uebelstände, an die man sich bereits gewöhnt hat. Wäre es anderwärts denkbar, daß ein so wichtiger öffentlicher Schatz seinem Schicksal überlassen wird? Nur bei uns ist es möglich, daß eine solche Kulturstätte, die, wie angegeben wird, 32 000 Bände zählt, im Zentrum der nationalen Renaissancebewegung verstaubt und verlassen dasteht. Hier in Jerusalem gibt es unzählige Tausende, die Bücher lesen; hunderte Personen leben als Lehrer, Schriftsteller, Beamte usw. von geistiger Arbeit. Und dennoch diese beschämende Gleichgültigkeit. Wir brauchen Männer, die sich. für diese Institution interessieren, sie mit neuem Leben erfüllen, sie dem Volke näher bringen, damit das Volk auch ihr näher treten kann. Die jüdische Nationalbibliothek muß zu einem wirklichen nationalen und volkstümlichen Institut werden, deren kultureller Einfluß den gesamten Jerusalemer Jischub befruchtet. o o o o o o o o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG o o o o o o o o o o o o o o AUSWEIS Schekel 5672 Aegypten. Cairo: Societe Sioniste „Ahawath Sion“ £ —11.— Jt 11.20 Zionistischer Zentralfonds 1913 Palästina. Saffed: S. Gordon. JO. 8.— Jaffa: S. Hoofien.Frs. 25.— „ 20.30 Jt 28.30 Rumänien. Constanza: Dr. M. Blumberg.J0 8.— Rußland. M. Salkowitsch! Jt 32.40-^M.- Ussischkin J J0 100.—, Samuel Barbasch JC 200.—. J. B. JO 100—, M. Feldstein Jt. 200.—.JU 632.40 Holland. Haag: A. Simons.J0 100.— Westösterreich. Teplitz: Elisabeth Perutz . Kr. 200.— — J0 168.— Prag: Dr. M. Kohn ... „ 20.— — „ 16.80 Wien: Siegfr. Bosenbaum . „ 20.— — „ 16.80 J0 201.60 Andrychau: Dr.-Ing. Arthur Felix, I. Rate.Kr. 25.— — J0 21.— Rzeszow: Nathan Apfelbaum . ., 5.— — „ 4.20 Rzeszow: Nataniel u. Rachela Kochmann.„ 7.— „ 5.88 JO. 31.08 Deutschland. Dortmund: Ing. Charles Abeies 20.—, Dr. Weinberg 20.—.J0 40.— Hamburg: Dr. Halpem.. 50.— Berlin: Siegbert Stein.. 3.— Frankfurt a. M.: Dr. Hermann Feith 40.—, Rechtsanwalt Dr. M. Kahn 10.— . . . „ 50.— Halle: Kantor Wolf.„ 5.— Mannheim: Jos. Neter.,. 50.— Düsseldorf: J. Michalowski.„ 20.— J0. 218.— Eingang vom 6. bis 12. März 1913: Schekel 5672 J0. 11.20, Zentralfonds 1913: Jt 1219 38. Gesamteingang: Schekel 5673 Jt. 3636.35, Schekel 5672 Jt. 84026.72, Zionistischer Zentralfonds 1913 «,*£12200.76, Zionistischer Zentralfonds 1912 -AL 53683.88. Sitzung des Actions-Comit€s Am 6. und 7. März fanden in Berlin in den Räumen des Zionistischen Zentralbureaus Sitzungen des Actions- Comites statt, an denen vom Engeren Actions-Comite die Herren Professor Warburg, Dr. J acobson, Dr. H a n t k e und Dr. Levin, vom Großen Actions- Comite die Herren Fischer, Dr. Friedemann, Dr. Halpem, Dr. Hausmann, Idelsohn, Dr. Klee, Motzkin, Naiditsch, Podlischewskv, Rosenbaum, Rosoff, Simon, Stand, Ussischkin, Dr. Weizmann und Wolffsohn, sowie der Manager der A. P. C. Herr L e v o n t i n und die Sekretäre des A. C. teilnahmen. In der Vormittagssitzung des 6. d. M. wurden, im Anschluß an das Referat von Herrn Dr. Jacobson über die politische Tätigkeit während der letzten Monate, politische Fragen behandelt. In der Nachmittagssitzung hielt Herr Ussischkin, der kürzlich aus Palästina zurückgekehrt ist, einen Vortrag über eine Reihe wichtiger Fragen der Palästina- Arbeit. (Die Hauptgedankengänge dieses Vortrages werden wir in einer der nächsten Nummern veröffentlichen.) Im Anschluß an dieses Referat wurden die speziellen Fragen der Palästina-Arbeit behandelt, und es wurden eine Reihe von Beschlüssen gefaßt, die wir im folgenden kurz wiedergeben: 1. Kulturarbeit. Das E. A.C. berichtete, daß die Kulturkommission sich mit dem Programm der Kulturarbeit in Palästina, das der Merkas Hamorim dem A.C. unterbreitete, und welches Dr. Levin in Nr. 39 der „Welt“ 1912 dargelegt hat, einverstanden erklärt. Das A. C. beschloß, zur Ausführung dieses Programms, welches zunächst vor allem die Herausgabe guter Lehrbücher in hebräischer Sprache vorsieht, einen Betrag von 10 000 Frcs. zur Verfügung zu stellen. 2. Sanierungsarbeiten in Palästina. Die kürzlich gegründete Gesellschaft jüdischer Aerzte und Naturwissenschaftler wird in allernächster Zeit einen