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Die Welt · 1913-02-21 · 8 (21.2.1913) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
8 (21.2.1913)
Date
1913-02-21
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Nr. 8 246 - DIE3ä[ELT Bukowlnaer zionistisches Landeskomitee (Von unserem Berichterstatter.) Czernowitz. Das zionistische Landeskomitee unter der Obmannschaft des Univ.-Prof. Dr. Leon Kellner veranstaltete in zahlreichen Ortschaften unseres Kronlandes in den Monaten Dezember und Januar Propagandavorträge. In der letzten Zeit sprachen in Kotzman: Dr. Theodor Weißeiberg er (Mitglied des L.-K.) über „Notwendigkeit der zionistischen Arbeit und deren Erfolge in Palästina“ und Herr stud. Oehlgießer über „Die jüdischen Kolonien in Palästina“. Die Arbeit wird in diesem Sinne eifrig fortgesetzt, und es bleibt zu erwarten, daß in kurzer Zeit sämtliche größeren Ortschaften der Bukowina besucht sein werden. In denjenigen Dörfern, in welchen infolge einer zu geringen Zahl jüdischer Einwohner die Konstituierung eines zionistischen Arbeitskomitees nicht tunlich erschien, hat das Landeskomitee je einen Vertrauensmann bestellt, dem die Aufgabe zufällt, Büchsen zu verteilen, Schekel zu sammeln usw. Um die Verteilung von Sammelbüchsen in Czernowitz selbst, wie in der Provinz, hat sich in der letzten .Zeit besonders die ‘Nationalfondskommission (Herr. Benedikt F1 o h r) verdient gemacht, wie auch die regelmäßigen Wochenausweise im „Jüdischen Volksrat" zeigen. Für Jemenitenhäuser, für welche das Landeskomitee wiederholt zu Sammlungen aufgefordert hat, laufen bisher nur spärliche Beiträge ein. Vielleicht werden die Vortragstourneen, die für die nächste Zeit in großem Umfang beschlossen sind, das jüdische Interesse auch in dieser Beziehung mehr aufrütteln. In Uebereinstimmung mit obigen Ausführungen ist es daher lebhaft zu begrüßen, daß das Bukowinaer zionistische Landeskomitee unseren bewährten Gesinnungsgenossen Herrn Dr. Geyer (Lemberg) für eine Vortragstournee durch unsere Provinz gewonnen hat, die, wie verlautet, noch vor Schluß dieses Monats beginnen soll. Um seiner Aufgabe gerecht werden zu können, hat das Landeskomitee eine Landesorganisationssteuer seitens sämtlicher Korporationen eingeführt, die vorläufig in befriedigender Weise einläuft und dem Landeskomitee die Möglichkeit der Durchführung seiner unternommenen Arbeiten gewährt.! j Radautz. Sonntag, den 9. Februar, hielt auf Einladung des jüdischnationalen Frauen- und Mädchenvereins „Mirjam" Herr stud. jur. Ludwig Chaies vom jüdischnationalen akademischen Verein „Emunah“ (Czernowitz) einen Vortrag über „Die Juden und die Kolonisation". Czernowitz. Eine äußerst interessante Makkabäerfeier, die erste dieser Art, veranstaltete um die Mitte des vorigen Monats der Zionsverein von Waschkoutz. In diesem Städtchen blüht seit einigen Jahren eine hebräische Schule, deren Schüler anläßlich des Makkabäerfestes Gedichte der neuhebräischen Poesie vortrugen und eine Aufführung der „H achaschmonoim haktanim", die überaus gut gelang, veranstalteten. Die Festrede hielt namens des Bukowinaer zionistischen Landeskomitees Herr cand. jur. Oehlgießer. Mit einem begeisternden Schlußwort des Herrn stud. Rosenberg schloß die schöne Feier. Czernowitz. Der jüdischnationale akademische Verein „Emunah" veranstaltete anläßlich der Promotion sub auspiciis imperatoris seines A. H. Dr. Stemberg einen Kommers. Der Präses des Vereins cand. jur. Ludwig Chaies begrüßte u. a. die erschienenen Vertreter der Verbindungen „Hebroniah" (Czernowitz), „Jordania" (Wien), „Zephirah" (Wien). Nach verschiedenen Ansprachen blieben die Gäste bei dem Sang zionistischer Lieder noch lange zusammen. Professor Dr. Stemberg wurde in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein „Emunah" von diesem ins Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds eingetragen. Bureau für unentgeltlichen Arbeitsnachweis Czernowitz. Das Kuratorium der hiesigen „Jüdischen Toynbeehalle" hat in seinen Lokalitäten nach dem Muster des in Wien bestehenden Bureaus ein solches für unentgeltliche Arbeitsvermittlung eingerichtet. Czernowitz. Sonntag, den 5. Januar, sprach im Vortragszyklus der jüdischnationalen akademischen Verbindung „Zephirah" Herr Dr. Ph. Korngrün, Sekretär des E. A. C. über das Thema: „Die sozialen Kämpfe in der Geschichte des zweiten jüdischen Tempels." Der Vortrag war überaus zahlreich besucht und fand, wie alle Vorträge Dr. Komgrüns, ungeteilten Beifall. Seletin. Am 14. Januar sprach im Vortrags-Zyklus des jüdischnationalen akademischen Vereins „Tikwa h" der jüdische Landtagsabgeordnete Herr Dr. Neumann Wender (Czernowitz) über „H vgi en ische Problemeinder Bibe 1". Radautz. Sonntag, den 19. Januar sprach im Vortragszyklus des jüdischnationalen Frauen- und Mädchenvereins „M i r j a m" Herr Prof. Sch. Drimmer (Czernowitz) über „Die Psyche des jüdischen Volkes". Der Vortragende erntete seitens des zahlreichen Auditoriums reichen Beifall. j i Czernowitz. Sonntag, den 9. Februar sprach im Vortragszyklus der „Zephirah" Herr Advokat Dr. Max Diamant über „Nationale Ruhe und Bewegung". Prag. Das Stiftungsfest des XX. Sem. der jüdisch-nationalen ak. tech. Verbindung Barissia im K. P. J. V. findet vom 23. bis 25. März d. J. in Prag statt. Bielitz-Blala. Am 9. Februar d. J. veranstaltete der zionistische Bürgerverein „Haschachar" im Saale des Bielitzer israelitischen Gemeindehauses einen Vortrag, der von ungefähr 300 Personen, besucht war. Der Vortragende, Herr Prof. Dr. Berkowicz, der auch als Leiter der beiden hebräischen Kurse für Mittelschüler bekannt ist und sich durch seine Vorträge aus der jüdischen Geschichte und Literatur allgemeine Sympathien errungen hat, sprach über „Palästina in Sprichwort und Sag en. Ungarn Aus den Ortsgruppen und Vereinen (Von unserem Berichterstatter.) Budapest. Temesvär. Die zionistische Vereinigung „Hatikwah" veranstaltete am 25. Januar d. J. zum Besten der Jemeniten - Aktion einen mit musikalischen Vorträgen verbundenen jüdischen Vorleseabend, der die gesamte jüdische Gesellschaft vereinigte. Den Glanzpunkt bildete der Vortrag des Herrn Dr. Josef Patai über die moderne hebräische Poesie. Nach Absolvierung des reichhaltigen Programms wurde eine Verlosung von Bezalel-Erzeugnissen im Werte von 400 Kronen vorgenommen, die den lebhaftesten Beifall fand. Budapest. Die reorganisierte ungarländische Zweigföderation des Misrachi und deren Budapester Ortsgruppe weihten am 8. Februar d. J. ihre neuen Lokalitäten mit einer würdig verlaufenen Feier ein. Der Präsident der Zweigföderation Herr Leopold P. Lindenbaum, der Sekretär Leopold Lebowitsch, Herr Dr. A11 und andere hielten beifällig aufgenommene Reden. Das zehnjährige Jubiläum der „Makkabäa“-^ Die Zionisten in Ungarn rüsten sich zu einer besonderen Feier. Die Vereinigung zionistischer Universitätshörer „Makkabäa" in Budapest wird das jehnjährige Jubiläum ihres Bestehens feiern. Es ist dies kein schablonenmäßiges Jubiläum einer Studentenvereinigung, über welches man hinweggehen kann, da der „Makkabäa" bei den eigenartigen Verhältnissen in Ungarn in der zionistischen Bewegung eine Bedeutung zuzuschreiben ist, wie nur wenigen Vereinen unserer ganzen Volksbewegung. Seitdem der Zionismus in Ungarn festen Fuß gefaßt hat, ist die „Makkabäa“ nebst einigen anderen Gruppen die in den vordersten Reihen stehende Repräsentantin des kämpfenden Zionismus gegen die bewußte Assimilation und gegen den Indifferentismus. Sie kann auf ihr erstes Jahrzehnt mit dem ruhigen Bewußtsein zurückblicken, geleistet zu haben, was unter, den gegebenen Verhältnissen möglich war. Sie erzog dem Zionismus einen Stab von Mitarbeitern und bewirkte trotz der noch immer bestehenden großen Schwierigkeiten einen langsam sich vollziehenden Umschwung im ungarischen Judentum. Auch muß beachtet werden, daß fast alle wichtigeren Kräfte, die dem Zionismus zur Verfügung stehen, durch diese Vereinigung unserer Bewegung zugeführt und erzogen worden sind. Die Arbeit dieser jungen Kräfte kann — mutatis mutandis — mit der unserer ersten studentischen Pioniere verglichen werden. Das Jubiläum wird ein Markstein der bisherigen und zugleich der Ausgangspunkt einer weiteren großangelegten Tätigkeit der rührigen Vereinigung sein.. Die Feierlichkeiten beginnen am Sonnabend, den 8. März, und werden am nächstfolgenden Tage beendet. Eine Festversammlung und ein großes Volksmeeting sind die Hauptpunkte des Programms.' Herr David Wofffsohn hatte die Freundlichkeit, das Referat für das Meeting zu übernehmen. An den Vorbereitungen wird emsig gearbeitet. - Rumänien Jassy. Kürzlich wurde hier die „T'o y nbeehalie“, in der „Schulkantine Geltzer", einem modernen Gebäude, welches das Ehepaar Geltzer für die hiesige jüdische Ge-

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