Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1913-02-21 · 8 (21.2.1913) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
8 (21.2.1913)
Date
1913-02-21
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3315709-3316567-3316582--57134-3375582
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

244 Nr. 8 DIE3§KELT Demokraten hätten sich hier gegen die Bill ausgesprochen und sie vereint zu Fall gebracht. Am entschiedensten und wirkungsvollsten habe der Senator L a p o 1 e t die Bill bekämpft, der den jüdischen Einwanderern hohe Anerkennung zollte und auf die demokratischen Traditionen des amerikanischen Volkes hinwies. Unser russisches Bruderblatt „Rasswjet“ veröffentlicht in seiner jüngsten Nummer einen „U nsere Tragik" überschriebenen Leitartikel von Dr. Daniel P a s m a n i k, der sich mit der Haltung der russischen Judenheit im Kampfe um die bürgerliche Gleichberechtigung befaßt. Diese Haltung, so führt der Verfasser aus, entbehre des Schwunges und der Stoßkraft. Während vor einem Jahrhundert die Westjuden mit Mut und Begeisterung für die Emanzipation gekämpft und dabei hervorragende Persönlichkeiten, wie Gabriel Riesser, hervorgebracht haben, seien in der russischen Judenheit bisher keine imponierenden Kräfte im Kampfe gegen die Entrechtung hervorgetreten. Die Erklärung für diese Erscheinung sei in dem Umstande zu suchen, daß die russischen Juden, die viel später als ihre westlichen Brüder die politische Arena betreten haben, durch die bitteren Erfahrungen der letzten Jahre vom Skeptizismus beherrscht wurden. Die französischen und später auch die deutschen Juden, die an die „allgemeine Menschheitsverbrüderung" glaubten, hätten von der Emanzipation eine unmittelbare und völlige Lösung der Judenfrage erhofft. Diesen naiven Glauben vermöchten aber die russischen Juden jetzt nicht mehr zu hegen. Der Gang der Geschichte habe sie gelehrt, daß die Gewährung der Emanzipation keineswegs gleichbedeutend sei mit einer restlosen Lösung der Judenfrage. Die apathische Haltung der russischen Judenheit in ihrem Rechtskampfe sei jedoch trotzdem durchaus unangebracht und entschieden zu bekämpfen. Denn wenn auch die Emanzipation nicht als unser Endziel gelten könne, so sei sie doch ein wichtiges Mittel zur Erfüllung unserer nationalen Aufgaben und zur Erreichung der unentbehrlichsten Existenzbedingungen. Der Grundgedanke der Pasmanikschen Ausführungen ist an und für sich zweifellos zutreffend. Nur scheint er den unerträglichen, beispiellosen Druck, der auf der russischen Judenheit lastet, als weiteren Erklärungsgrund für ihre Mutlosigkeit nicht genügend berücksichtigt zu haben. Das Februarheft der in New York im VI. Jahrgang erscheinenden yiddischen Monatsschrift „Der jüdische Farmer", die für die jüdischen Kolonisten in Amerika bestimmt ist, enthält u. a. folgende Beiträge: Chemische Stoffe zur Verbesserung des Bodens, Geflügelzucht, Fruchtbäume, Pflege des Pferdes zur Winterzeit, Milchwirtschaft, Treibhauspflanzen, die Föderation der jüdischen Farmer in Amerika, sowie eine ausführliche Chronik. Die Abhandlungen tragen durchweg einen fachmännischen Charakter, sind aber gleichwohl gemeinverständlich abgefaßt. Das Heft enthält auch einen Auszug aus einem bemerkenswerten Artikel über die jüdischen Farmer, der im angesehenen „American A g r i c u 11 u r i s t" erschienen ist. „Die jüdischen Farmer", so heißt es darin, „können als gutes Beispiel für die gesamten Vereinigten Staaten dienen. Sie sind schwer arbeitende, sparsame, gewissenhafte Menschen, die sich zumeist erfolgreich betätigen. Vielerorts stehen die jüdischen Farmer in den besten Beziehungen zu ihren Nachbarn, die ihnen bereitwilligst ihre Erfahrungen über die lokalen landwirtschaftlichen Verhältnisse mitteilen. Die Juden wissen solche Behandlung nach Gebühr einzuschätzen - und sie sind oft Musterbilder an Arbeitswilligkeit und Sparsamkeit." Von der Jugendzeitschrift „Jung Juda" in Prag sind soeben die ersten Nummern des XIV. Jahrganges in geschmackvoller Ausstattung erschienen. Diese jüdische Jugendzeitschrift ist sehr gut redigiert und hat sich einen großen Leserkreis erworben. Sie ist besonders dazu geeignet, die Lücken auszufüllen, die in der jüdischen Jugenderziehung allenthalben fühlbar sind. Wir können das Blatt bestens empfehlen. „Jung Juda" erscheint alle vierzehn Tage und kostet pro Jahr 5 M. Die Administration sendet an diejenigen, die die Abonnementsgebühr von 5 M. bezahlt haben, ein hübsches Buch als Bezugsprämie gratis. ■O o o o o o o o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG o o o o o o o o o o o o o o AUSWEIS Schekel 5673 Konstantinopel..16.45 Federation of American Zionist s. Schekel Collection 5673. Boston, Mass.: Zionist Council per Julius Meyer Degel Zion Doll. 17.—, Zion Literary Society 7.50, Suwalker Lodge 216 I. O. B. A. 2.50, Crown of the East Lodge 402 2.50, Educational Lodge 330 3.50, Anshe Dow 354 2.50, Morris Litman Lodge I. O. U. H. A. 2.50, Hatikvah Camp. O. B. Z. per M. Goldstick 10.— zus. Doll. 48.— Brooklyn, N. Y.: Ezra Camp per M. Werbelowsky .Doll. 2.— New York: Zion Benevolent Society per M. Saydman Doll. 25.—, per Miss Bertha Pearl 1.25.zus. Doll. 26.25 Philadelphia, Pa.: Max A. Greenberg Doll. 2.50 Alliance, N. J.: Agudath Zion per I. C. Reis Doll. 20.50 .zus. Doll. 09.25 =>.416.83 Schekel Tax 5673. Newark, N. J.: Zion Association - - Doll. 3.— Cleveland, O.: Sisters of Zion - - - „ 12.50 zus. Doll. 15.50 Jf 65.10 Zusammen =.#.498.40 Schekel 5672 Federation of American Zionist s. . Schekel Collection 5672. Brockton, Mass.: Lilienblum Camp - - Doll. 0.50 Brooklyn, N. Y.: Ezra Camp ... „ 1.25 Stamford, Conn.: Stamford Zion Camp „ 1.50 zus. Doli. 3.25 .# 13.60 Zionistischer Zentralfonds 1913 China. Hongkong: Jüdischer Club .. .# 749.7«- Deutschland. Berlin: Dr. A. Hantke..#300. Beuthen: Hugo Lesser 25.—, S. Grünfeld 10.— „ 35. Myslowitz: Herrn. Preuß.„ 5. Gleiwitz: Salo Grimberger .,#10.—, Dipl.-Ing. Hecker 10.—, Herrn. Aronsohn 20.—, R. A. Zucker 10.— „ 50. Breslau: Max Kober M. 20.—, Ignatz Fürst 10.—, Erfurt: Arthur Arndtheim 5.—, Dr. Jakobsohn 5.— .„ .10. Danzig: Dr. Edgar Grünbaum.„ 5. Halberstadt: Isaac Feuerring. - „ 5. Jeßnitz: Apotheker Boschwitz .„ 10. Chemnitz: Leopold Jacoby.- „ 25. Zusammen .#505.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.