Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 6 (7.2.1913)
- Date
- 1913-02-07
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 LT 181 absorbiert mich“ — dann ist das Erziehungsziel nicht erreicht. Im Zionismus kann es keine Halbheit geben. Das Wort Zionismus ist die Rückkehr zum Judentum vor der Rückkehr ins Judenland“ wird häufig mißdeutet. Der Umstand, daß man Zionist wird, das ist die Rückkehr zum Judentum. Deshalb heißt es auch in jener wunderbaren Rede Herzls, der dieses Wort entnommen ist: „Wir sind heim gekehrt — —“ Wir haben die Formen fremdnationaler Verbindungen übernommen, aber nur deshalb, weil sie geeignet sind, unsere Jungen fest und gesund zu machen. Darum übernehmen wir diese Formen nur so weit, als es zweckdienlich ist. Was darüber hinausgeht, ist schlecht und lächerlich. Die Verbindungen sollen in der jüdischen Studentenschaft weiter führend bleiben, allen voran die älteste, unsere Kadimah, die deshalb auch die Pflicht hat, sich selbst am strengsten zu kritisieren. Ich gebe Ihnen dies auf den Weg mit: Pflegen Sie die Ueberzeugung, daß intransigente Parteinahme eine höchst kulturelle Betätigung ist. Beherzigen Sie Goethes Wort: „Des Mannes Tat sei Parteilichkeit.“ Erziehen Sie die Bürger für eine neue jüdische Zukunft, deren Heimat nicht hier ist, sondern im Land der Väter! Namens der Wiener Parteileitung beglückwünschte Ludwig Bat6 die Kadimah, forderte sie auf, drei Ideen zu leben, dem nationalen Gedanken, der Palästinaarbeit und dem Hebraismus, und erinnerte die altehrwürdige Korporation an das Wort „Adel verpflichtet“. Eine ganze Reihe studentischer Ansprachen wechselte noch mit studentischen Gesängen, und es war nahe am Morgen, als der Kommers schloß. Ein Festbummel auf der Universität, eine Festkneipe und ein feuchtfröhlicher Ausflug auf den Kobenzl bildeten den Abschluß der Feierlichkeiten, die allen Teilnehmern eine wunderschöne Erinnerung bleiben werden. Vom Jüdischen Verlag Wir machen unsere Leser auf das in der vorliegenden Nummer unseres Blattes (auf der zweiten Seite vor dem Text) abgedruckte Inserat des Jüdischen Verlags aufmerksam. Deutschland Verband jüdischer Frauen Die Generalversammlung des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina findet am Mittwoch, den 12. Februar, nachmittags 5 Uhr, im Hause der jüdischen Gemeinde, Berlin, Rosenstr. 2—4, Zimmer 21 statt. Um zahlreichen, pünktlichen Besuch wird gebeten. Berlin-West. Am Sonnabend, den 25. Januar, sprach im Verein West-Berlin Herr Davis Trietsch über das Thema: „Das Schicksal des osmanischen Reiches.“ Berlin. Die Verbindung im K. Z. V. „Hasmonaea“ veranstaltet ihren diesjährigen Ball morgen, Sonnabend, den 8. Februar, in den Räumen des Brudervereins, Kurfürstenstraße. Berlin. Der Berliner Verein der Organisation für hebräische Sprache und Kultur veranstaltet am Dienstag, den 11. Februar. 9 Uhr abends, im Hotel „Ruhland“, Mittelstr. 60, eine öffentliche hebräische Versammlung. Herr Dr. M. Sackheim (Jardeni) wird über: Die ersten Pioniere der „Bilu“ sprechen. Stettin. Am 21. Januar sprach in unserer Ortsgruppe Herr Dr. Aron Sandler (Berlin) über das Thema: „jüdische Kulturarbeit in Palästina.“ Lübeck. Am Dienstag, den 21. Januar, sprach Frau Dr. Land au in der Zionistischen Ortsgruppe über den Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina. Der interessante Vortrag veranlaßte viele, in den Verband einzutreten. Danzig. Am 10. Januar d. J. sprach in einer gut besuchten Versammlung Herr Dr. Pe 1 z - Königsberg über: „Palästina als Judenland.“ Danzig. Die Zionisten treffen sich an jedem ersten und dritten Donnerstag des Monats, abends 9 Uhr, im Schlüter-Cafe. Leipzig. Am .28. Dezember 1912 veranstaltete die Zionistische Vereinigung ein Winterfest als nachträgliche Chanukahfeier. Von allen Darbietungen interessierten sich die Anwesenden am meisten für die Lichtbilderserie der neuen Aufnahmen aus dem Leben des heutigen Palästina. Es wurden 150 M. eingenommen, die als Spende für das erste Leipziger Jemenitenhaus dienen sollen. Außerdem meldeten sich neue Mitglieder. Erfurt. Am 19. Januar sprach Herr Isak Feuerring aus Halberstadt in einer gut besuchten Versammlung über das Thema: „Die geschichtliche Entwicklung des Zionismus.“ Kattowitz. Der Vorstand des Ortsgruppenverbandes Oberschlesien hat beschlossen, auf den Namen der Gesinnungsgenossen Max Hecker und Frau anläßlich ihres Wegzuges aus Oberschlesien ein Jemenitenhaus zu stiften. Anläßlich seiner Verlobung trägt die Ortsgruppe Kattowitz Gg. Alfred Müller ins Goldene Buch ein. — N.-F.-Kommissar für Kattowitz ist Frl. Grete Klemann, Querstraße 10; für Gleiwitz Hermann Aronheim, Turmstraße 4-6. An diesen beiden Stellen werden die Beträge für die obengenannten Zwecke entgegengenommen. Stuttgart. Am 12. bis 18. Februar findet im großen Saal des Ausstellungsgebäudes der Kgl. Württ. Zentralstelle für Gewerbe und Handel eine Be za 1 e 1-Au s ste 11 u ng statt. Stuttgart. Wir hatten hier Gelegenheit, am 25. Januar einen Vortrag des Herrn Oberfinanzrats v. Schubert über seine Reise im heiligen Land zu hören. Wenn Herr v. Schubert im wesentlichen nur von den Kolonien der Württemberger berichtete (nur zu einem Besuch dieser Kolonien hatte er die Reise unternommen), so erfreute es uns doch zu hören, daß er über die Entwicklungsmöglichkeiten in Palästina außerordentlich günstig denkt. Landau. Am 25. Januar hielt Herr Prof. D r e y f u ß aus Straßburg im Verein „Conoordia“ einen Vortrag über das Thema: „Das jüdische Problem.“ Oesterreich Chrzanow. Anläßlich des 15. Schebat veranstaltete der Verein „Bnei Zion“ für seine Mitglieder und eingeladenen Gäste einen festlichen Carmel-Abend, der sehr schön verlief. Czernowitz. Der Frauen- und Mädchenverein „Deborah“ veranstaltete anläßlich des 15. Schebat eine Feier für die Schüler sämtlicher Volksschulen. Ueber die Bedeutung des Festes sprach die Schriftführerin des Vereins, Fräulein" Clara K 1 i n g e r. Ungarn Aus den Ortsgruppen und Vereinen (Von unserem Berichterstatter.) Budapest. Kolozsvär (Klausenburg). Die Ortsgruppe, über deren Wichtigkeit und Vorarbeiten wir bereits berichteten, konstituierte sich am 16. November 1912. Gewählt wurden zum Vorsitzenden Herr Generaldirektor Friedrich Grosz, zu stellvertretenden Vorsitzenden Herr Direktor Lazarus H a v a s und Rechtsanwalt Dr. Theodor Fischer, zu Sekretären Dr. Paul Blau und Dr. Alexander P o 11 a k , zum Schekelkommissär Dr. Ignaz Salomon, zum Nationalfondskommissär Heinrich B o s k o w i t z. Außerdem wurden zwei Kontrolleure, zwei Schriftführer und acht Ausschußmitglieder gewählt. Es ist nun zu wünschen, daß diese Ortsgruppe in der Hauptstadt des siebenbürgischen Landesteiles recht bald mit einer intensiven Innenarbeit und Propagandatätigkeit einsetzt. Es harrt ihrer die Aufgabe, der Mittelpunkt der zionistischen Tätigkeit in den wegen der großen Entfernung von der Landeszentrale aus schwer zu bearbeitenden siebenbürgischen Gegenden zu werden. Nyitra (Neutra). Der Verein „Ahawath Zion“ veröffentlicht jetzt seinen Rechenschaftsbericht für das Jahr 1912. Die Einnahmen betrugen annähernd 1000 Kronen, denen Ausgaben in derselben Höne gegenüberstanden. Der Verein entwickelt sich gut. Im Jahre 1908 waren nur 25 Schekelzahler vorhanden, 1909 bereits 60, 1910 schon 109, 1911 konnten 120 Schekel abgeliefert werden, 1912 die gleiche Zahl, außerdem wurde auch der Landesorganisationsfonds und der Pressefonds bedacht. Die Nationalfondseingänge betrugen in den angeführten Jahren 78, 124, 164, 404 und 460 Kronen. Diese Zahlen bezeugen, daß auch in Ungarn eine fortschreitende Entwicklung möglich ist, nur muß man die Arbeit intensiver betreiben, was in Nyitra vor allem unserem wackeren Gesinnungsgenossen Felix Neu mann zuzuschreiben ist. Budapest- Der Verein zionistischer Bürger „Dr. Theodor Herzl“ hielt am 19. Januar seine Generalversammlung ab. Der Verein veranstaltete Makkabäer-Feierlichkeiten, am Todestage Dr. Theodor Herzls s. A. eine Gedenkfeier, drei interne Vereinsabende, an denen die Gg. Dr. Andor Gabor, Dr. Max Weiß und Dr. Albert Friedlieber Vorträge hielten und eine Agitationsversammlung, in welcher die Gg. Gg- Samuel Bettelheim und Dr. Josef Schönfeld sprachen. Am Anfang der Berichtsperiode wurde die Erhöhung des Mitgliedsbeitrages auf 12 Kronen durchgeführt, in welcher Summe der Schekel und der ermäßigte Abonne-